Dienstag, 17. Januar 2017

[Aus dem Nähkästchen] Team Cupcat - unsere WCS-Team 2016

Heute freue ich mich ganz besonders über die Cosplayer, die ich interviewt habe. Denn, Trommelwirbel, es ist Team Cupcat. Wie? Wer? Chiko und Shiroku haben Deutschland wirklich unglaublich gut beim WCS (Word Cosplay Summit) vertreten. 
Ohne weitere Worte zu verlieren, hier die Fragen mit Team Cupcat:

 

Erst noch einmal herzlichen Glückwunsch! Euer Auftritt beim WCS war grandios und ich habe – schon im Halbfinale – richtig mitgefiebert (und war auch ziemlich empört!). Da bin ich jetzt ganz parteiisch: Meiner Ansicht nach hättet ihr das Treppchen wirklich verdient. Ihr wart großartig! Wie war das für euch auf WCS-Bühne? Hat sich der Auftritt noch einmal anders angefühlt als die Auftritte in Deutschland?

Shiroku: Vielen vielen Dank. J Das ist wirklich super lieb!
Es war aufjedenfall ein ganz anderes Gefühl in Japan. In Deutschland haben wir zwar auch schon einiges reingesteckt, aber es war nicht ansatzweise soviel Zeit, Geld und Herz. Wir wussten, dass es nur auf diese 2,5 Minuten ankommt und wollten Deutschland möglichst gut repräsentieren. Wir wussten, dass die Konkurrenz hart wird, daher haben wir einfach alles gegeben.
Uns war klar, dass wir niemals Chancen auf ein Treppchen gehabt hätten, daher war ich bei dem Halbfinale recht entspannt. Für mich war es in erster Linie wichtig, mit dem was ich leiste, zufrieden zu sein und sagen zu können, wir haben Deutschland einigermaßen gut vertreten. Aber als es auf die Bühne ging, war ich schon extremst aufgeregt.
Bei dem Finale war es aber richtig schlimm. Ich wusste, dass das WCS Team wegen des Zählfehlers eine Nachtschicht einschieben musste und es extremen Stress deswegen gab. Ich hatte daher den Druck zu „beweisen“, dass wir es wirklich verdient hatten, ins Finale zu kommen.
Aber als es vorbei war und wir die Reaktionen der Leute gesehen und gelesen haben, war ich einfach nur so glücklich. Diese 2,5 Minuten waren so schön und so toll, noch toller war es aber danach, als der Druck von uns fiel, nichts schief ging und die Leute uns für unsere Arbeit gelobt haben. Wir haben uns so sehr gefreut, das war eines der tollsten Momente. Einfach nur ein unsagbares Glücksgefühl zu wissen, dass jeder Cent und jede Minute die man reingesteckt hat, es wert waren.
Chiko: Vielen Dank für die lieben Worte. ^^ So etwas freut uns natürlich.
Unabhängig vom Wettbewerb und egal, wie oft man auf der Bühne steht, die Nervosität kurz vor dem Auftritt ist einfach immer da. Der Auftritt ist immer anders, das Publikum neu, die Bühnenverhältnisse und natürlich der Wettbewerbe selbst. Es ist also immer wieder eine neue Herausforderung, der man sich stellt. Das WCS Finale war da natürlich in vielen Sachen noch viel, viel spezieller. Jeder von uns hat das erste mal so viel Arbeit, Zeit und Geld in einen Auftritt gesteckt, dass natürlich auch die Anspannung entsprechend groß war. Und dann hat man natürlich diesen rießengroßen Wettbewerb, der im Vorfeld schon mit Paraden, Interviews und Kostümpräsentation daher kommt und bei dem es letztendlich sogar einen weltweiten Livestream gibt. Das ist schon eine ganz andere Nummer, als „nur“ der Vorentscheid in Deutschland, der an einem Tag durch ist.
Ich kann sagen, dass ich mich sehr glücklich gefühlt habe, nicht nur unsere Organisatoren an unserer Seite gewusst zu haben, die uns in allem unterstützt und entlastet hatten, wo es nur ging, sondern auch dass Shirou und ich uns da wunderbar ergänzt haben. Vor allem in der Vorrunde war ich total fertig mit den Nerven. Diese Vorrunde gab es 2016 das erste mal und niemand konnte einem mit der Erfahrung aus Vorjahren helfen. Shirou hat viel dazu beigetragen, dass ich mich nicht in Stress und Nervosität verrenne. Dagegen muss ich zugeben, war ich im Finale selbst sehr entspannt. Mein persönliches Ziel war, die Vorrunde zu schaffen und zu beweisen, dass Deutschlands Entscheidung uns zu wählen, eine gute war und wir uns im internationaler Feld beweisen konnten.
Schlussendlich haben wir so viel mehr erreicht, dass das ganze im Nachhinein nur schwer in Worte zu fassen ist.

Fotograf: Christoph Gerlach


Vielleicht könnt ihr euch für meine Leser noch einmal kurz vorstellen. Wer ihr seid und wie lange ihr schon in der Cosplay-Szene unterwegs seid: 

Shiroku: Ich bin die Hamburger Kartoffel Shiroku und bin seit 10 Jahren Cosplayerin und Sängerin. Die meisten werden mich als Sängerin kennen, die auf diversen Cons immer mal Konzerte gibt. Seit 2009 habe ich angefangen etwas ernsthafter zu cosplayen und seit 2-3 Jahren nehme ich auch ab und zu mal an Cosplaywettbewerben teil.
Chiko: Na dann, ich bin Chiko, mittlerweile runde 30 Jahre alt und Cosplayerin seit 2004. Ich bin keine gebürtige Hamburgerin, sondern komme aus dem wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern und bin stolzer Ossi.
Ich nehme schon seit 2007 an Wettbewerben wie WCS, DCM, ECG oder EC teil. Ich bin ehrenamtlich seit mehreren Jahren auch im Animexx e.V. und auf animexx.de aktiv und bin im Organisationsteam der Animuc für den Bereich Event zuständig.

Der WCS war für euch beide nicht die erste Bühnenerfahrung. Was habt ihr denn vorher schon alles mitgenommen?

Shiroku: Ich stehe seit 10 Jahren monatlich mehrfach auf der Bühne. Ich habe nicht nur gesungen und getanzt, sondern war auch bei Showgruppen, habe geschauspielert oder einfach nur das Bühnenprogramm einer Con moderiert und gestaltet. Seit neustem nehme ich auch ab und zu an Cosplaywettbewerben teil.
Chiko: Schon kurz nachdem ich mit Cosplay angefangen habe, habe ich mit Freunden an normalen Cosplay-Wettbewerben teilgenommen. Seit es die DCM gibt, bin ich hier regelmäßiger Teilnehmer und konnte schon mehrfach im Finale auf der Bühne stehen. In Laufe der Jahren kamen dann auch Teilnahmen am WCS, ECG und EC Vorentscheid hinzu.

Wie viele Anläufe habt ihr gemacht, dass ihr letztes Jahr dann eben in Japan auf der Bühne stehen konntet?

Shiroku: Für mich war es die 2. Teilnahme am Vorentscheid. Ich hatte vor einigen Jahren es schon mal mit wem anderes probiert. Ich war selber überrascht, dass es gleich beim zweiten Anlauf geklappt hat.
Chiko: Das darf man eigentlich niemanden erzählen: 2015 war mein 6. Versuch beim WCS Vorentscheid. Ich hab eigentlich schon gar nicht mehr damit gerechnet.

Fotograf: meermiau


Erzählt doch ein bisschen was über den WCS-Ablauf. Wie habt ihr die Zeit in Japan erlebt und was habt ihr alles erlebt?

Shiroku: In Japan durften wir an vielen Events teilnehmen. Die Events fanden in Freizeitparks oder Museen mit nachgebauten traditionellen japanischen Häusern statt. Man durfte in den Attraktionen und den Häusern Fotos machen, was schon ein echtes Highlight war. Es gab Karaokeparties, die unheimlich Spaß gemacht haben und immer richtig gutes Essen.
Die schönsten Events waren die Paraden, wo wirklich tausende und abertausende Menschen in der Hitze standen, nur um ein Foto von uns zu erhaschen. Es war ein unglaubliches Gefühl.
Aber das schönste und tollste von allem waren die Leute. Wir durften soviele tolle Cosplayer aus anderen Ländern kennenlernen. Mit denselben Hobbies, derselben Leidenschaft. Es war eine unglaubliche tolle Gemeinschaft und wir konnten Freundschaften fürs Leben schließen, Momente erleben, die wir nie vergessen werden.
Einfach nur toll!
Chiko: Es war schon sehr beeindruckend, was das WCS alles auf die Beine gestellt hat und welche Möglichkeiten den Teilnehmern dadurch gegeben wurden. Neben den offiziellen Veranstaltungen und Besuchen, haben wir auch Zeit mit unseren Studenten und den anderen Teilnehmern privat verbracht. Wir hatten nicht nur die Möglichkeiten, uns international mit anderen Teilnehmern und Organisatoren auszutauschen, sondern auch unvergessliche Freundschaften zu knüpfen und wir freuen uns schon sehr darauf, einige unser Freunde auch 2017 wieder zu sehen.

Habt ihr damit eure Cosplay-Ziele erreicht oder geht da noch mehr? Wenn ja, was habt ihr noch für die Zukunft geplant?

Shiroku: Für die Zukunft wollen wir vor allem unsere neugewonnene Freunde wiedertreffen und ausländische Conventions besuchen. Ausländische Events sind super interessant. Das Programm ist nicht nur anders, oft auch die Mentalität und die gesamte Szene.
Es ist toll, so was zu erleben.
Wir wollen es beide auch nochmal bei dem European Cosplay Gathering probieren.
Chiko: Seite 2-3 Jahre interessiere ich mich sehr auch für Conventions außerhalb von Deutschland. Mein größter Traum, eine Comiket in Tokyo zu besuchen, ist bereits 2016 direkt nach dem WCS Finale in Erfüllung gegangen. ^^ Ich möchte aber gerne noch viele Veranstaltungen im Ausland besuchen und dort neue Eindrücke in Organisation, FanSzene und natürlich speziell auch im Cosplaybereich sammeln.
Das WCS Finale war in meinem Leben ein Ziel, dem ich schon seit Jahren „nachgelaufen“ bin. Dementsprechend war dies ein Meilenstein für mich und ein unvergessliches Erlebnis. Das ist schon sehr schwer zu schlagen.

Fotograf: meermiau


Wie kam es, dass ihr euch als Team zusammengefunden habt?

Shiroku: Chiko war auf der Suche nach einem neuem Partner für einen DCM Vorentscheid und versuchte mich zu einer erneuten Teilnahme zu überreden.
Ich habe eingewilligt mit der Bedingung einen Pinguin zu bekommen, sollten wir was erreichen *lach*. Wir haben dann zusammen teilgenommen und stellten fest, dass es sehr gut klappt. Daher sind wir dabei geblieben.
Chiko: Haha, ja, da bin ich wohl Schuld. ^^' Nachdem ich aber schon viele unterschiedliche Partner bei Cosplay-Wettbewerben hatte, hätte ich nicht gedacht, dass es so gut funktionieren wird. Aber manchmal muss der Topf den passenden Deckel lange suchen.

Nach welchen Kriterien habt ihr euch für eure WCS-Kostüme entschieden? Was war euch dabei besonders wichtig?

Shiroku: Uns war klar, dass die Events draußen in der brütenden japanischen Hitze stattfinden würden. Daher haben wir und für möglichst Hitzeresistente Kostüme entschieden, die wir hübsch fanden und leicht zu nähen waren. Wir wollten uns eher auf die Finalkostüme konzentrieren und haben uns daher für einfache Kostüme für die Events entschieden.
Ich liebe Love Live, daher haben wir zusammen uns zwei schöne Love Live Outfits für die Paraden ausgesucht. Für das Meiji Mura Event und die Besuche waren uns traditionelle Kostüme wichtig, da wir zeigen wollten, dass wir uns nicht nur mit Cosplay, sondern auch mit der Japanischen traditionellen Kultur auseinandersetzen. Das war auch der Grund, weshalb wir am Anfang sehr lange gebraucht haben, um die Kimonos anzuziehen.
Ein weiterer Aspekt war auch der praktische. Wir wussten, dass wir das Cosplay immer zu den Events hinschleppen mussten. Also haben wir uns welche ausgesucht, die sich gut transportieren ließen. Wir wussten auch, dass wir uns nach den Paraden umziehen müssen. Um Zeit zu sparen haben wir uns daher für Kostüme mit demselben Make-up entschieden.
Chiko: Wie Shirou schon erklärt hat, war es uns wichtig, dass die Kostüme zu den Events und den Umständen entsprechend passten. In Deutschland braucht man sich dort meist nicht viele Gedanken machen, weil Wettbewerbe nur einen Tag gehen und man sich nicht 3x umziehen muss. Das WCS Finale verlangt einem da etwas mehr ab, über knapp 2 Wochen hinweg und die klimatischen Bedingungen sind für Deutsche teilweise sehr belastend. Bei den Kostümen aus NGE und Love Live hat Shirou sehr großen Einfluss gehabt, bei der Auswahl der Finalkostüme habe ich mein Hände im Spiel gehabt.

Fotograf: meermiau


Ihr seid ja jetzt doch schon eher „alte Hasen“, wie hat sich die Szene in euren Augen in den letzten Jahren entwickelt? Was findet ihr gut und was hat sich zum Negativen entwickelt?

Shiroku: Das ist eigentlich sehr witzig. Ich bin eigentlich recht neu in der Cosplayszene oder eher in der Wettbewerbsszene. Richtig als Cosplayerin wahrgenommen wurde ich erst vor 2-3 Jahren. Davor war ich eher die Sängerin. Man kann mich daher schlecht als alten Hasen bezeichnen. Eigentlich habe ich im Vergleich zu den alten Hasen kaum Wettbewerbserfahrung.
Meine Wettbewerbsteilnahmen kann ich Tatsache an meinen Händen abzählen.  
Ich für meinen Teil finde es gut, dass es immer mehr Cosplayer in Deutschland gibt. Dadurch gibt es nicht nur immer mehr potentielle Freunde und Cosplaygruppenpartner, sondern auch mehr Möglichkeiten. Heutzutage kann man fast alles im Internet bestellen und es gibt super viele neue Werkstoffe, die das Leben eines Cosplayers einfacher machen.
Schade ist natürlich, dass dadurch das familiäre Flair verloren gegangen ist. Früher kannte man alle beim Namen. Aber ich denke, das ist normal, wenn eine Szene wächst.
Das schönste ist aber, dass man durch das Internet mittlerweile auch ausländische Cosplayer kennenlernen kann und alle miteinander vernetzt sind. Cosplay ist viel internationaler geworden, was ich unheimlich toll finde.
Chiko: Es ist die letzten Jahre über viel in der Szene und natürlich auch im Cosplay passiert. Das Internet hat sich rasend entwickelt und viele neue Möglichkeiten geschaffen. Die Leute werden aber auch älter, die Lebenserfahrung steigt und damit verändert sich auch die persönliche Einstellung zum Hobby. Bei nie stehenbleibenden Veränderungen gibt es natürlich immer positive und negative Aspekte. Für Neueinsteiger ist es viel einfacher geworden, mit Cosplay anzufangen. Es gibt mittlerweile viele Cosplays in sehr guter Qualität, auch immer zu aktuellen und beliebten Serien, zu kaufen. Oft ist es inzwischen auch günstiger, als selbst Zeit, Arbeit und Geld in die Umsetzung zu stecken, so dass es es vor allem für Jüngere erschwinglich wird, diesem Hobby nachzugehen. Die Verknüpfung über das Internet durch Socialmedia oder speziell Cosplayseiten fördert den internationalen Austausch ebenfalls ungemein und erweitert die Szene auch über die deutschen Grenzen hinaus.
Leider gibt es natürlich auch negative Entwicklungen. Cosplay hat vor allem in Deutschland einen festen Stand als Hobby. Der Bereich ist aber zwischenzeitlich, vor allem in Asien, so gewachsen, dass es Cosplayer gibt, die davon leben und als Gäste, auch im Ausland, eingeladen werden. Das bringt natürlich diverse Gewissenskonflikte mit sich und nicht selten führt das auch zu Missgunst und gar Neid. In der Größe und der Annonymität des Internets verstärken sie hier natürlich negative Sammelpunkte.
Generell steigt bei einer wachsenden Szene natürlich auch unter Umständen der Druck auf die Cosplayer, immer mehr abzuliefern. Die Qualität rückt in den Hintergrund und die Masse wird entscheidend. Das ist bedauerlich, aber da für viele die Follower- und Likezahlen über Twitter und/oder Facebook eine Bestätigung sind, ein zu erwartender Umstand.
Ich denke aber, dass auch viele andere HobbySzenen mit gleichen oder ähnlichen Problemen zu kämpfen haben und dass es daher eine allgemeine Entwicklung ist, die man nicht aufhalten kann.
(Ich könnte zu diesem Thema wohl eine ganze Doktorarbeit schreiben. ^^'') 
Anm: Ich würde die Doktorarbeit lesen, ich finde das nämlich sehr spannend!

Was ist euer schönstes Cosplayerlebnis – abgesehen natürlich vom WCS

Shiroku: Das WCS ist auch schwer zu toppen. ^_-
Eines meiner schönstes Erlebnis war, als ich in Finnland zu einer Convention eingeladen worden bin und Leute auf mich zukamen, die meinten:“ Du siehst genauso aus wie auf den Fotos, wir bewundern dich für deine Cosplays!“. Es war ein unglaublich tolles Gefühl. Ich hätte nie gedacht, dass jemand aus dem Ausland mich wegen meiner Cosplays kennen würde. Ich bin oft als Sängerin im Ausland unterwegs, aber es war das erste Mal, dass man aufgrund meiner Cosplays auf mich zukam. Auch als ich das erste Mal in den Niederlanden von Fotografen angesprochen wurde, weil sie mich erkannt hatten, war ich super überrascht, aber auch glücklich. Ich hätte nie gedacht, dass sich jemand außerhalb der Deutschen Grenzen für meine Cosplays interessieren würde.
Chiko: Ich freue mich generell immer darüber, wenn jemand meine Arbeit lobt. Vor allem, wenn jemand sagt „Der Charakter passt super zu dir.“ macht mein Herz einen Sprung. Immerhin setze ich den Charakter ja um, weil ich ihn mag und dann zu hören, dass man ihn auch entsprechend gut darstellt, freut mich umso mehr.

Fotograf: meermiau


Habt ihr noch Cosplayer, die ihr für ihre Kostüme bewundert?

Shiroku: Ich habe viele Cosplayer, die ich bewundere. Nicht nur für das Kostüm, sondern auch für ihr Make-up skills, ihrer Art, ihren Stil oder auch einfach nur aufgrund menschlicher Ebene. Es gibt soviele, bei denen ich einfach denke „wow“. Ich merke immer wieder, dass ich sehr viel noch zu lernen habe und eigentlich noch am Anfang bin. Aber es motiviert mich, immer weiter zu machen und neues auszuprobieren. Es gibt da draußen wirklich so viele tolle Cosplayer, die ich für das, was sie machen, bewundere.
Chiko: Es ist ja mittlerweile schwer geworden, gekaufte von selbst gemachten Kostümen zu unterscheiden, deswegen ist es schwierig, die Bewunderung auf das Kostüm zu beschränken. Aber es gibt viele Cosplayer, die ich für ihre generelle Arbeit bewundert und auch für ihre Aufopferung für das Hobby. Oft steckt da ja viel mehr als nur die Nähfähigkeit dahinter. Perücken, MakeUp, Props aber auch in die Fotobearbeitung und die Aktivität im Internet mit Pflegen von Profilen und Antworten auf Anfrage, steckt viel Arbeit, die Respekt verdient.

Habt ihr Charaktere, die ihr immer wieder umsetzen möchtet?

Shiroku: Die, die mich kennen, wissen, dass ich sehr tief in der Love Live Hölle und aktuell auch in der Yuri On Ice Hölle festsitze *lach*.
Ich habe knapp 15 Nico Yazawa Cosplays. 3 Weitere sind geplant.
Und ich habe innerhalb von 3 Monaten 6 Yuri Katsuki Cosplays rausgehauen… Einfach, weil ich musste *lach*. Von dem Cosplay sind noch drei weitere geplant. J
Chiko: Es gibt so 1-2 Charaktere, an denen hängt mein Herzblut, von denen ich auch gerne nach Jahren noch Cosplays umsetze. Leider bin ich nicht die Schnellste im Nähen, aber das tut der Liebe zum Charakter ja keinen Abbruch. ^^

Fotograf: vw


Gibt es Techniken, die ihr noch nicht ausprobiert habt?

Shiroku: Ich habe bisher noch nie mit Resign und Latex gearbeitet. Möchte es aber irgendwann mal machen. Bisher ergab sich jedoch keine Gelegenheit, da die beiden Materialien und Techniken auch nicht sonderlich günstig sind. Ich habe auch noch nie mit einem Core für Perücken gearbeitet oder größere Rüstungsteile gebaut. Irgendwann will ich mal eine Rüstung machen, aber ich möchte mich erst in den Materialien sicher fühlen, bevor ich größere Mengen davon verarbeite.
Chiko: Ich bin kein experimentierfreudiger Mensch. Ich bleibe gerne bei den Dingen die ich kenne und kann. Ich weiß ich bin kein Bastelmensch, da ich bereits an kleinen Worblaarbeiten scheitern. Meine Motivation, da weitere Techniken oder ähnliche Materialien auszuprobieren, hält sich also in Grenzen. Was ich gerne mehr ausprobieren möchte, ist die Ausschmückung von Kostümen mit Applikationen, Mustern, Perlen, Steinen etc. Ich habe mich die letzten Jahre sehr in die akkurate Umsetzung von Kostümen versteift und ich möchte gerne wieder die Freiheit nutzen, seine eigene Kreativität einfließen zu lassen.

Was macht ihr am Liebsten am Cosplay? Nähen, Basteln, Stylen oder doch der Play-Part?

Shiroku: Ich nähe sehr gerne und liebe Fotoshootings mit Freunden. Das Nähen geht mir relativ schnell von der Hand (sofern es nicht für einen Wettbewerb ist *lach*) und ich finde es echt toll Zeit mit Freunden zu verbringen, die genau denselben Anime lieben wie ich. Fotoshootings machen unheimlich Spaß, vor allem mit den richtig Leuten.
Chiko: Nähen, auf jeden Fall Nähen. Wenn aber etwas anderes mal klappt, z.B. im Perückenbereich, dann hab ich da natürlich auch Spaß daran. Wenn ich jedoch an etwas scheiter, deprimiert mich das sehr schnell und ich verliere den Spaß daran. Ich mache dann meistens eine Pause und widme mich erst mal anderen Sachen, um meine Laune wieder zu steigern. Abschalten, Pausen oder positive Ablenkung sind wichtig, um den Spaß am Hobby nicht zu verlieren.
Da ich Basteln nicht so gut bin, hilft mir mein Vater oft beim Waffenbau und das macht immer wieder großen Spaß, weil er selbst auch so viel Liebe und Arbeit für mich reinsteckt.

Fotograf: vw


Und dann stellt sich natürlich auch die Frage: Gibt es etwas, das ihr überhaupt nicht mögt?

Shiroku: Ich bin kein großer Fan von größeren Propteilen und befürchte auch, dass erst mal so bleibt. Ich habe zwar schon einiges ausprobiert, aber fühle mich mit kleinen Props und Näharbeiten einfach viel wohler.
Chiko: Perückenstylen. Im Basteln bin ich zwar nicht gut, aber ich habe früher gerne kleine Handbastelarbeiten gemacht. Mit Perücken stehe ich jedoch seit eh und je auf Kriegsfuss. Ich bewundere immer wieder Leute, die in wenigen Stunden Perücken zustande bringen, die jeder Schwertkraft und Realität trotzen.

Was würdet ihr Anfängern für die Zukunft mitgeben?

Shiroku: Habt Spaß und bleibt euch selbst treu. Verbiegt euch nicht für andere oder lasst euch von anderen was einreden. Cosplayed worauf ihr Lust habt, näht worauf ihr Lust habt und habt einfach Spaß. Am Anfang ist es immer schwer, aber wenn man es liebt, dann näht es sich fast wie selbst. Am Anfang ist es immer schwer, aber wenn ihr es wirklich liebt was ihr macht und Spaß habt, dann werdet ihr von ganz alleine Besser.
Chiko: Man sollte den Spaß nie aus den Augen verlieren. Rückschläge gehören immer dazu, aber man sollte sich davon nicht entmutigen lassen. Gerade wenn man anfängt sind auch kleine Probleme, schwer zu bewältigen und schnell kann das den Spaß kosten. Auch kleine Ziele sind für den Anfang vollkommen ok. Es muss nicht gleich die krasse Rüstung oder das mega detailierte Kleid sein. Fangt gerne klein an und wachst mit euren Erfahrungen.
Zwingt euch zu nichts. Wenn es mal einen Tag mit dem Nähen nicht klappt, macht eine Pause und schlaft eine Nacht darüber. Dann schaut die Welt und das Cosplay am nächsten Tag schon wieder ganz anders aus. Jeder arbeitet anders, wenn es daher länger dauert und ihr Sachen anders macht, ist das vollkommen ok. Ihr sollt euch wohlfühlen und euch soll das Ergebnis gefallen.

Fotograf: vw


Vielen Dank, Team Cupcat! Ich habe mich sehr gefreut, dass ihr dabei seid - es war mir eine Ehre ♥
Und ja, da gibt es so einen kleinen Fangirl-Teil in mir, der immer noch innerlich quietscht vor Freude!

Kommentare:

  1. Hast dir wirklich super Fragen für die Beiden ausgedacht :)
    Man hat einiges erfahren, was man so nicht wusste. Hätte zum Beispiel nicht gedacht, das Shiroku auch nicht länger wie ich Cosplayer ist xD Vor allem die Eindrücke vom WSC waren echt interessant :)

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    1. Lieben Dank!
      Das mit Shiroku geht mir genauso... ich hätte nicht gedacht, dass ich länger cosplaye als sie. Und dann dieser Unterschied. Der Wahnsinn.

      Alles Liebe Chimiko

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