Dienstag, 29. März 2016

[dJdK] Rückblick Februar und März 2016

Ihr habt sicher gedacht, ich hab das Jahr der Klassiker verdrängt, oder? Ach was, ich lese fleißig Klassiker und erfreue mich an ihnen. Ende Februar kam ich nur einfach nicht mehr zum Posten. Wie es halt manchmal so geht, muss Privatleben und Arbeit vor dem Blog kommen, oder? ;)
Da ich dieses Jahr Abschlussprüfungen habe, kann das durchaus noch ein bisschen so passieren.


Aber zum Jahr der Klassiker zurück. Natürlich habe ich gelesen! Und wie ich gelesen habe!
Im Februar hatte ich ja ein Böll-Buch angesetzt und das habe ich auch gelesen. Nur rezensieren konnte ich es irgendwie nicht. Ich fand Die verlorene Ehre der Katharina Blum doch ziemlich beeindruckend. Stilistisch hat es wenig mit einem Roman zu tun, sondern eher mit einem Bericht. Aber das tat der Spannung keinen Abbruch. Ich war fasziniert.

Im März war ein Buch von Dumas angesetzt, Die Kameliendame. Dazu ist es tatsächlich nicht gekommen. Stattdessen habe ich von Pearl S. Buck Das Mädchen Orchidee gelesen. Wirklich beeindruckend, wie sie den Weg der Mutterkaiserin als Roman darstellt. Ich war so gefesselt von Orchidee und ihrer Geschichte, dass ich das Buch einfach nicht zur Seite legen konnte. Absolut empfehlenswert, sowohl vom Lesevergnügen beim Stil als auch inhaltlich. Der Einblick in eine vollkommen andere fremde und zum Zeitpunkt der Geschichte sehr abgeschlossene Kultur ist lesenswert.
Außerdem hat mich etwas anderes total in den Bann gezogen und da hatte die letzten Tage nichts eine Chance dagegen: Die Nesthäkchen-Bücher! Als Kind schon habe ich die Reihe geliebt, allerdings gab es zu dem Zeitpunkt einen Titel davon, der nie erhältlich war, bis heute: Nesthäkchen und der Krieg. Das Buch war der Ausschlag, die Reihe nochmal und jetzt komplett zu lesen. Ich hätte nicht im Zug damit beginnen sollen, denn der mir fehlende Band hat für Tränchen in den Augen gesorgt. Aber ich habe mich so unglaublich schnell wieder eingefunden und ich bin mir sicher, heute habe ich deutlich mehr verstanden als früher. Zum Beispiel die Pfannkuchen, die in Berlin immer verspeist werden! Das habe ich als Kind nie kapiert, aber hier unten im Süden sind Pfannkuchen ja was ganz anderes als in Nesthäkchens Berlin! Das waren tolle Kindheitserinnerungen und eine wundervolle Lektüre!

Was habe ich nächsten Monat vor? Da hatte ich ja ein Kästner-Buch angesetzt. Nächsten Monat steht viel Lernen an und ich habe das Gefühl, dass der Kästner definitiv das richtige für mich in dieser Zeit ist. Ich bin echt gespannt, ob wir zusammenfinden in dieser Zeit oder ob mich wieder ein anderes Buch überrascht und fesselt!

Habt ihr in letzter Zeit mal wieder zu einem Klassiker gegriffen?

Montag, 21. März 2016

[Rezension] Frühlingsnächte - Debbie Macomber







Titel: Frühlingsnächte
Autor: Debbie Macomber
Aus dem Amerikanischen: Nina Bader
Band: 2/4
Verlag: Blanvalet
Erschienen: Februar 2016
ISBN: 978-3-7341-0191-5
Preis: 9,99€
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Debbie Macomber ist mit einer Gesamtauflage von über 170 Millionen Büchern eine der erfolgreichsten Autorinnen überhaupt. Wenn sie nicht gerade schreibt, ist sie eine begeisterte Strickerin und verbringt mit Vorliebe viel Zeit mit ihren Enkelkindern. Sie lebt mit ihrem Mann in Port Orchard, Washington und im Winter in Florida.







Jo Marie Rose hat nach einem schweren Schicksalsschlag in dem beschaulichen Küstenstädtchen Cedar Cove einen Neuanfang gewagt. Mit ihrem Bed & Breakfast, dem Rose Harbor Inn, steht sie nun vor einer neuen Herausforderung: Als Erinnerung an ihren verstorbenen Mann will sie einen weitläufigen, üppigen Rosengarten anlegen. Hilfe erhält sie dabei von Mark, einem begabten Handwerker, in dessen Gesellschaft sie sich fast schon gefährlich wohl fühlt. Doch auch ihre neuen Gäste halten Jo Marie in Atem, denn Mary und Annie tragen beide ein Geheimnis mit sich herum, dessen Grundsteine in Cedar Cove liegen …


Rose Harbor stand in voller Blüte.







Frühlingsnächte ist der zweite Band der Rose Harbor Reihe, kann jedoch auch problemfrei als Stand-Alone gelesen werden. Dennoch ist es schöner, wenn man auch den ersten Band, das Winterglück gelesen hat, denn in diesem Band erfährt man, wie Besitzerin Jo Marie zu dem Bed & Breakfast kam. Wer dazu nicht die Muse hat, wird allerdings auf den ersten Seiten kurz ins Bild gesetzt, um die wichtigen übergreifenden Charaktere kennen zu lernen.
Worum geht es nun also? Jo Marie (wenn ich irgendwann Marie Jo schreibe, verzeiht mir, ich finde das einfach klangvoller und rhythmischer, selbst beim Lesen habe ich den Namen verdreht!) ist stolze Besitzerin eines bezaubernden Bed & Breakfast, eins von der Sorte, in denen man als Leser sofort Urlaub machen möchte. Neben ihrer eigenen Geschichte, die dramatisch ist, aber dennoch nicht überdramatisiert wird, begegnet man den Schicksalen von zweien ihrer Gäste: von der geheimnisvollen Mary sowie die Geschichte rund um Annie und ihre Großeltern. Im Gegensatz zum ersten Band hat Jo Marie eine volle Bude, denn Annies Großeltern feiern die goldene Hochzeit.
Es sind alltägliche Geschichten, die voller Romantik und Liebe stecken, passend zum Rose Harbor Inn - was ist romantischer als die Rose? Insbesondere ist natürlich schön, dass nicht nur eine neue Liebe gefunden wird, sondern auch eine alte Liebe nicht rostet, sondern in dem Fall tatsächlich nur rastet.

Der Erzähler wechselt in dieser Reihe immer zum jeweiligen "Schicksal". Wenn Jo Marie dran ist, lesen wir alles in der Ich-Form, bei ihren beiden Gästen wird eine ganz normale sie-Form gewählt. Im ersten Moment fand ich das irritierend, doch letztlich gewöhnt man sich schnell daran. Immerhin gewährt dieser Wechsel einen deutlich besseren Einblick in die Wirren der drei Damen, denn nicht alles spielt sich in der Nähe von Jo Marie ab. Und durch die Tatsache, dass bei ihre eine andere Erzählform gewählt wurde, wird sie als tragende Rolle in dem ganzen Konstrukt noch einmal hervorgehoben. Ohne sie würden die anderen Figuren keine Kulisse für ihre persönlichen Konflikte haben.
Man merkt, dass Debbie Macomber eine Dame ist, denn der Stil ist manchmal schon sehr "gehoben". Nicht im literarischen Sinne, sondern einfach eine andere Sprache, die nicht ganz so umgangssprachlich ist wie die manch anderer Autoren. Die ersten Seiten des ersten Bandes empfand ich im ersten Moment als leicht gestelzt, doch man findet sich ein und es passt zu dem Bed & Breakfast, zu Jo Marie und dem ganzen Ambiente. Hier im zweiten Band war ich schon komplett drin und möchte den Stil nicht mehr missen.
Jo Marie ist ebenfalls eine Dame. Ihre Sprache unterscheidet sich z.B. gerade von der etwas jüngeren Annie deutlich. Sie wirkt allein durch ihre Sprache und ihre Alltagserzählungen sehr elegant, meist zurückhaltend, aber auf eine gewisse Weise auch herzlich. Außerdem kann sie kochen und macht das mit Leidenschaft. Das lief mir nicht nur einmal das Wasser im Mund zusammen, wenn Jo Marie allein das Frühstück für ihre Gäste zubereitet. Mit ihr bahnt sich auch eine Geschichte, die über alle vier Bände gehen wird. Man ahnt allerdings schon im ersten Band, worauf es raus laufen wird und auch in diesem Band bestätigt sich das Gefühl. Immerhin gibt es da einen sexy, aber sturen Handwerker. Muss ich noch mehr schreiben?
Die beiden anderen Problemfälle in diesem Band sind Annie und Mary. Annies Geschichte an sich fand ich eher nebensächlich, der Part rund um ihre Großeltern hat mir deutlich besser gefallen. Es war vorhersehbar, was mit Annie noch passiert. Dennoch war die Interaktion mit den Großeltern wirklich entzückend. Definitiv lesenswert.
Die geheimnisvollere Dame ist definitiv Mary. Ihre Geschichte hat so einige Wendungen, so einige Ecken und Kanten. Es geht nicht ganz so glatt und vom Dramafaktor ist Mary definitiv höher anzusetzen! Allerdings habe ich da so einen Punkt, der mich die Hälfte des Buchs gequält hat, einen sehr realistischen, der in so einer Geschichte nichts zu suchen hat. Und da ich euch nicht spoilern möchte, kann ich jetzt auch nichts darüber posten. Argh. Wenn jemand das Buch gelesen hat, meldet euch bei mir! Ich muss das loswerden...
Aber ihr seht, das Buch lässt mich nicht los. Obwohl es eigentlich nur "eine einfache Liebesgeschichte" ist, gibt es doch einige gute Themen dahinter. Auch einige Momente, die man vielleicht doch in Erinnerung behalten sollte.







Frühlingsnächte hat mir wirklich sehr gut gefallen und ich bin schon auf den Sommer gespannt. Denn im Juni kommt der dritte Teil dieser Reihe raus. Jo Marie hat sich in mein Herz gebacken und gewerkelt, daher eine Empfehlung für alle, die Bed & Breakfasts, Romantik und gutem Essen nicht abgeneigt sind.







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Donnerstag, 17. März 2016

[Rezension] Die Ungehörigkeit des Glücks - Jenny Downham






Titel: Die Ungehörigkeit des Glücks
Autor: Jenny Downham
Original: Original
Aus dem Englischen: Astrid Arz
Verlag: C. Bertelsmann
Erschienen: Februar 2016
ISBN: 978-3-570-10292-3
Preis: 19,99€
Leseprobe
 
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Jenny Downham war Schauspielerin, bevor sie mit ihrem ersten Roman Bevor ich sterbe einen Weltbestseller schrieb. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in London.








Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Großmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary und ist nicht gut auf sie zu sprechen. Katie muss mit der ihr fremden Großmutter das Zimmer teilen. Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary an Alzheimer leidet. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung vom Glück …


Als ob ein Alien gelandet wäre.







In Jenny Downhams Roman wird ein Thema behandelt, das wohl immer aktuell sein wird, Alzheimer. Das Ganze verpackt sie in ein kleines Familiendrama und zeigt so anschaulich, wie einem Menschen immer mehr Erinnerungen entgleiten und wie doch das Wichtige verborgen zurück bleibt.
Katie ist 17 Jahre alt und sollte sich eigentlich auf die Schule und den Abschluss konzentrieren, als ihre Großmutter Mary in ihr Leben schneit. Verwirrt, vergesslich, allein und vor allen Dingen von Katies Mutter Caroline, also ihrer eigenen Tochter, gehasst. Stück für Stück lernt Katie ihre Großmutter nun kennen, während diese sich dabei immer verliert. Und dennoch lernt Katie auch ihre Mutter Caroline dabei von einer neuen Seite kennen.

Die Geschichte ist eine wirklich schöne Story, die einen durchaus bewegen kann und vor allen Dingen auch mit offeneren Augen durchs Leben gehen lässt. Wer weiß schon, welche Geschichte unsere Großeltern und Eltern noch vor uns verbergen und welche Geschichte den Blick auf sie komplett verändern könnten. Inhaltlich fand ich dieses Buch wirklich wundervoll und es ist absolut empfehlenswert. Doch, vielleicht habe ich da auch zu viel erwartet, es hat mich nicht so bewegt und berührt wie gedacht. Der Funke zwischen Mary, Katie, Caroline und mir sprang einfach nicht über. Es war nicht so, dass ich es unbedingt lesen musste, sondern eher, dass ich es zwar gerne gelesen habe, aber eben doch nicht begeistert.
Das liegt jedoch nicht an den Charakteren: Katie ist ein junges Mädchen, das neben seiner Großmutter im Laufe des Buches auch sich selbst findet. Manchmal wirkt sie vielleicht etwas gestelzt, aber das liegt vermutlich auch an Caroline. Von allen Charakteren fand ich sie am Schwierigsten. Ihre Abneigung gegenüber Mary wirkte zum Teil sehr gestellt und konstruiert. In weitestem Sinne ist es verständlich, aber letztlich war ich von ihrer Anti-Einstellung und Verdrängung teilweise einfach nur noch genervt. Das hat nicht zum Lesevergnügen beigetragen und eben auch nicht diesen Funken entfacht. Mary hingegen war sehr liebenswürdig. Ihr Verhalten konnte ich deutlich besser nachvollziehen. Besonders spannend waren einfach die Abschnitte, in denen sie sich erinnert und eben doch nicht erinnert hat. Es war faszinierend zu verfolgen, wie sie Stück für Stück die Erinnerungen verliert. Das war wohl der Teil am Buch, der mich am meisten beeindruckt hat.
Nur letzten Endes war es zu viel: Carolines Anti-Momente, Katies Extra-Probleme, Marys Gedächtnisverlust und dann noch der kleine, unnötige Bruder von Katie, dessen Name mir tatsächlich schon wieder entfallen ist. Das waren so viele Stränge, dabei hätte sich alles um Mary drehen können, das wäre mir Story genug gewesen. Und auch schon Drama genug gewesen.
Wenn ich so darüber nachdenke, war auch schon der Einstieg nicht ganz mein Fall, da hatte ich von Beginn an das Gefühl, nicht richtig in der Geschichte angekommen zu sein. Leider hat sich dieses Gefühl bis zum Ende nicht gelegt. Bei so einer emotionalen Geschichte ist das natürlich sehr schade, denn hier muss man mitgerissen werden.

Stilistisch gibt es nichts zu beklagen. Es ist natürlich nicht die hohe Literatur, aber das erwartet man bei so einer Geschichte auch nicht, oder?







Der Funke sprang nicht über, obwohl die Geschichte eigentlich vollkommen meinem Geschmack entspricht. Und gerade Mary war ein absolut liebenswerter Charakter. Schade, denn das Potential war da.







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 15. März 2016

[Cosplay] Sayuri Tanaka Cosplay and Photography

Herzlich Willkommen zu einem neuen Beitrag bei den Cosplay Interviews. Heute stellt die wunderbare Sayuri Tanaka Cosplay and Photography sich den Fragen.
Ich habe sie letztes Jahr auf der Connichi kennenlernen dürfen. Erinnert ihr euch an die Bilder von Princess Mars? Die Bilder stammen von Sayuri. Doch sie macht nicht nur tolle Bilder, sonst ist auch selbst Cosplayerin. Und von ihrem Talent könnt ihr euch gleich überzeugen:

1. Wie bist du damals zum Cosplay gekommen?
Ich habe 2010 immer vermehrter etwas über Cosplay im Internet gesehen/ gelesen (vor allem aber auf Animexx ^^), also bin ich damals in Bamberg in unseren Comic/ Manga Fachgeschäft und habe mich da erkundigt. Der nette Herr dort hatte meine Daten an jemanden weitergegeben, da er mir das nicht so gut erklären konnte (auch wegen den ortsansässigen Kleintreffen). Wenige Tage später hatte sich ein junger Herr per Mail bei mir gemeldet gehabt und mich zum nächsten Treffen, das nur einen Monat später stattfand, eingeladen. Ich war sehr schüchtern gewesen, aber alle haben mich ganz toll und herzlich empfangen. Sie wollten mich auch schon mit zur LBM mitnehmen, die nur zwei Wochen später stattfand. Das war mir dann aber doch noch etwas zu schnell ;)
Mein erstes Cosplay kam dann sogar schon im August 2010 (auch mit Perücke). Das war damals Tsunade aus Naruto gewesen =D

2. Was ist dein schönstes Cosplay-Erlebnis?
Erinnert ihr euch an den Herren, der mich bei der ersten Frage per Mail angeschrieben hatte, nachdem er meine Kontaktdaten vom Comichändler hatte? Mit ihm hatte ich seitdem dann viel Kontakt und ein halbes Jahr später, vor der FBM, sind wir dann zusammen gekommen *///*
Seitdem besuchten und besuchen wir jedes Jahr zusammen mehrere Conventions und organisieren auch mit zwei weiteren Kumpels eine aufstrebende (noch) kleine Convention im Herzen Bambergs =D
Es ist einfach so schön jemanden an der Seite zu wissen, der einen bei seinem Hobby unterstützt und einen aber auch mal bremst in einem Anflug von Größenwahn ;) (was das Thema Cosplay angeht).


Fotografin: EACL Photography and Arts






3. Die Cosplayszene entwickelt sich stetig weiter. Wie siehst du das aktuell, ist der Trend positiv oder negativ zu sehen?
Man hört sovieles von allen möglichen Leuten.
Was ich aber sagen kann ist, dass ich die größte Entwicklung in dem Bereich Auftragsarbeiten bemerkt habe. Als ich 2010 angefangen habe, musste man sich doch ganz oft selbst was zusammen schustern (ob das nun gut aussah oder nicht ist ein anderes Thema xD ). Und mittlererweile sehe ich soviele liebe Leute, die tolle Auftragsarbeiten anbieten, wo auch definitiv das Preis-Leistungsverhältnis stimmt (was ja auch sehr wichtig ist). Ich habe das auch schon ein paar mal für Bastel- oder Perückenarbeiten in Anspruch genommen und wurde noch nie enttäuscht.
Und diese Hilfsbereitschaft, sowas anzubieten, finde ich klasse und sehr positiv.


4. Hast du Cosplayer, die dich immer wieder begeistern?
Ja, das habe ich ^^ Und zwar ist das bei mir die Chachamaru Cosplay. Ich habe sie letztes Jahr beim DCM Vorentscheid auf der Animuc kennengelernt und seit der darauffolgenden Hanami schreiben wir sehr oft miteinander und verstehen uns echt gut. Sie ist eine ganz liebe Person und ich bin einfach echt immer so begeistert von ihren Arbeiten. Wie schnell und einfach genial sie ihre Cosplays umsetzte und wie toll sie immer darin aussieht *.*
Ich freue mich wirklich sehr, das ich dieses Jahr auf der Animuc mit ihr zusammen etwas cosplayen kann <3

5. Nach welchen Kriterien wählst du deine Kostüme aus?
Das ist bei mir recht einfach ^^ Da ich eher etwas kleiner bin und auch ein rundlicheres Gesicht habe, entscheide ich mich meistens für kleine/ junge Mädchen oder Jungs.
Ohne aber genau danach zu suchen, fallen die mir quasi immer vor die Füße =D

Fotografin: EACL Photography and Arts




6. Sind da vielleicht Charaktere, die du immer wieder umsetzen möchtest?
Elize aus Tales of Xillia oder Chibiusa aus Sailor Moon (auch wenn ich sie noch nicht machen konnte) wären so typische Charaktere, die ich immer wieder umsetzen könnte. Bzw. könnte ich mir das sicherlich auch bei Hanayo aus Love Live School Idol Festival vorstellen =D

7. Was sind deine Grenzen in der Umsetzung? Wann sagst du: Das will ich definitiv nicht umsetzen?
Also zum einen wären das bei mir Cosplays, bei denen man zuviel Haut zeigt, da würde ich mich einfach nicht wohlfühlen (auch wenn ich schlanker wäre). Und zum einen wenn Cosplays bestimmte Teile haben oder mehrere Faktoren, an die ich mich vom Machensprozess nicht rantraue, dann mache ich das auch nicht.

8. Gibt es noch Techniken und Materialien, die du unbedingt noch ausprobieren möchtest?
Ich würde gerne mal in ein Accessoire oder in einer Cosplaywaffe/ Stab LED´s einbauen. Aber ich trau mich da noch nicht so ran. Aber vorgenommen habe ich es mir mal ;)

Fotografin: EACL Photography and Arts


9. Was ist dein Lieblingspart am Cosplay? Nähen, Basteln, Perücken, das Play an sich oder noch etwas anderes?
Also es gibt viele Sachen, die ich ganz gerne mache. Z.B. Tressen in Perücken einnähen mache ich gerne. Am besten gefällt mir allerdings wirklich das Play. Ich sehe im Nachhinein gerne Auftritte oder Fotos von einer Con oder ein Shooting. Wenn ich dann auch noch das Gefühl habe, den Chara (für mich) gut rüber gebracht zu haben, freut mich das sehr.

10. Drei Dinge, die du am Cosplay liebst, und drei Dinge, die du hasst.
1. Dass man soviele neue tolle Leute kennenlernt
2. Die Möglichkeit, einfach mal der Traumcharakter sein zu können
3. Dass man am Ende auch sieht, das man etwas geschafft hat und man darauf stolz sein kann =D

1. Dass dieses Hobby doch sehr kostspielig ist >.<
2. Zwischenzeitlich sitzt man oft stundenlang vor einem Teil und arbeitet und schuftet und sieht letztenendes gar nicht, dass was voran gekommen ist.
3. Dass es gefühlt ewig dauert, bis man alles für ein Cosplay zusammen hat.

Fotografin: EACL Photography and Arts


11. Was für Erfahrungen hast du mit Wettbewerben gemacht?
Ich nehme schon seit 2012 jedes Jahr an der DCM teil und freue mich immer wieder darauf. Die Erfahrungen sind jedes Jahr immer durchweg positiv. Klar gibt es mal Dinge, wo man sich mit der Meinung der Jury uneinig ist, aber von dieser Jury bekommt man auch während der Bewertung selbst und auch im Nachhinein tolle konstruktive Kritik an Cosplay und Auftritt und da bin ich auch der Meinung, dass ich sehr viel dadurch lernen konnte. Gerade auch was die Bühnenauftritte angehen. Da war ich (und bin es auch immer noch) sehr nervös davor, aber wenn man dann erst mal drauf steht, ist das alles wie weggeblasen und die Zeit auf der Bühne vergeht dann leider ganz wie im Flug.
Und einmal habe ich es 2013 auch ins Finale geschafft. Es war da einfach alles sehr familiär und schön gewesen.
Kann ich auf jedenfall nur empfehlen für alle, die es sich überlegen =D

12. Nähst du lieber selber oder kaufst du auch mal ein Kostüm?
Ich nähe sehr gern, aber ich habe mir auch schon das ein oder andere Cosplay gekauft. Entweder von anderen Cosplayern abgekauft oder in Onlineshops. Habe damit bis jetzt immer gute Erfahrungen machen können. Ich finde das auch nicht schlimm, wenn man mal keine Zeit hat, das Cos aber unbedingt haben möchte oder man sich wegen Bemalung usw. nicht rantraut, dann mache ich das durchaus auch ^^

13. Wann ist ein Cosplay für dich perfekt?
Für mich ist leider keines meiner Cosplays perfekt, aber ich denke mal, das ist normal bei vielen Menschen, dass sie ihrer eigene Arbeit nicht als perfekt bezeichnen würden. Aber im Prinzip bin ich einfach schon glücklich und zufrieden, wenn andere auf der Con mein Cosplay erkennen und ich es überhaupt geschafft habe, es komplett fertigzustellen =D

Fotografin: EACL Photography and Arts


14. Was würdest du einem Anfänger für die Zukunft mitgeben?
Hab Spaß und trau dich!! Jeder hat einmal klein angefangen. Keiner konnte alles aufeinmal über Nacht. Versuch es einfach mal. Schau dir mal eine Con an, auch gerne in Zivil. Spreche doch auch mal andere Cosplayer an und sag ihnen, dass du ihr Cosplay toll findest und frag sie evtl. nach Tipps und Tricks zu diesem Cosplay, sowas hören wir ja alle gerne =D
Und wenn du dich noch nicht traust, ein Cosplay zu nähen, dann schau doch einfach mal auf Animexx auf die Cosplay- Köstümverkaufsliste. Jeder Cosplayer, der seins zum Verkauf anbietet, freut sich, wenn sein kleiner Schatz ein neues, liebevolles Zuhause bekommt ^^




Habt ihr noch Fragen, dann stellt sie doch gerne und ich reiche sie weiter.
Vielen Dank an Sayuri ♥

Donnerstag, 10. März 2016

[Rezension] Als Hemingway mich liebte - Naomi Wood






Titel: Als Hemingway mich liebte
Autor: Naomie Wood
Original: Mrs. Hemingway
Aus dem Englischen: Gerlinde Schermer-Rauwolf & Robert A. Weiß, Kollektiv Druck-Reif
Verlag: Hoffmann und Campe
Erschienen: März 2016
ISBN: 978-3-455-40559-0
Preis: 22,00€

 
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NAOMI WOOD, geboren 1983, studierte in Cambridge und promovierte an der University of East Anglia. Ihre Recherchen für diesen Roman führten sie von der British Library zur Library of Congress und zu Hemingways Wohnsitzen und Lieblingsplätzen in Chicago, Paris, Antibes, Key West und Kuba. Sie lebt in London. www.naomiwood.com








Im Sommer 1926 fahren Hemingway und seine Frau Hadley von Paris in ihr Haus in Südfrankreich. Sie verbringen ihre Tage mit Schwimmen, Bridge, Drinks und Hadleys bester Freundin Pauline. Dass sie zugleich Hemingways Geliebte ist, scheint Mrs. Hemingway Nr. 1 in Kauf zu nehmen - vorerst. Bald ist klar: Weder sie noch Pauline wird die letzte Ehefrau sein.


Alles wird jetzt à trois gemacht.






Was soll ich sagen? Erst dachte ich, hm, irgendwie... Und einen Tag später saß ich in der S-Bahn, habe glücklicherweise kurz den Kopf gehoben und festgestellt: Verdammt, das hier ist die Endstation! Ja. Da hatte das Buch mich. Irgendwo auf dieser kurzen Fahrt hat es wohl klick gemacht.
Naomi Wood hat im Prinzip ein Buch aus vier Teilen geschrieben, denn Hemingway hatte letztlich vier Ehefrauen und jede einzelne kommt hier zu Wort. Das ist das Faszinierende an Als Hemingway mich liebte. Das Ganze ist chronologisch aufgebaut, was ja auch durchaus Sinn macht - man sollte hier schon zuerst Hadley, seine erste Frau kennenlernen, bevor man irgendwann zu Mary, der letzten Gattin kommt. Natürlich wird nicht das komplette Eheleben akribisch beschrieben, stattdessen hat das Buch eher einen Szenencharakter, denn alles könnte hier ja auch gar nicht erfasst werden, oder? Man erlebt sozusagen, wie die Ehefrauen "das Ende" erleben. Dadurch hat man natürlich auch immer schon den Blick auf die nächste Lady und zwar aus der Sicht ihrer zukünftigen Vorgängerin.
Und natürlich sind es vier sehr unterschiedliche Damen. Hadley, die Nummer 1 sozusagen, ist die Ruhigste von ihnen. Ich finde ja, sie passte am Wenigstens in sein Lebensumfeld, denn ich empfand sie nicht als so glamorös, sondern eher schon etwas häuslich. Mit ihr fangen wir an und vielleicht war das auch der Grund, warum ich mich erst in der S-Bahn in das Buch verliebt habe. Hadley und ich haben sozusagen Anlaufzeit gebraucht. Doch auch die anderen drei Frauen haben natürlich ihre Ecken und Kanten, das macht das Buch faszinierend. Genauso wie mich einfach fasziniert, dass hier wieder einmal reale Leben in einem biographischen Roman umgesetzt werden. Oder eben die Tatsache, dass man die Neue erstmal als Männerdiebin und unsympathisch empfindet, aber sie sich in ihrem Teil dann doch als ganz normale und oft auf ihre Weise wunderbarer Frau entpuppt.
Ich verrate euch jetzt nicht zu viel, wenn ich sage, dass ich Martha am Faszinierendsten finde. Über sie würde ich auch glatt gerne noch mehr lesen.
Das Ganze basiert auf Quellen wie Briefen oder anderen Zeugnissen, und ich finde, dass Naomi Wood daraus einen faszinierenden Roman erschaffen hat. Denn, man hat ja nicht nur Zugang zu den vier Mrs. Hemingways, sondern auch zu dem großen Hemingway. Ich kann ja von mir nicht behaupten, dass ich nach diesem Buch vor Sympathie zu ihm vergehe. Doch geht nicht voreingenommen rein, denn er ist eigentlich ein trauriger Mensch. Man merkt einfach mal wieder, dass Genie und Wahnsinn oder Depression nahe beeinander liegt.






Als Hemingway mich liebte erzählt aus einer faszinierenden Zeit, die viele große Schriftsteller erschaffen hat, von vier grundverschiedenen Frauen, die aber eines gemeinsam haben: Die Liebe zu Hemingway. Wenn man sich auf die unterschiedlichen Damen einlässt, erwartet einen nicht nur ein großes Lesevergnügen, sondern auch ein ganz anderer Blick auf den Schriftsteller und Ehemann Hemingway.







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt