Mittwoch, 10. August 2016

[Rezension] Ein Sommer in St. Yves - Anne Sanders





Titel: Sommer in St. Ives
Autor: Anne Sanders
Verlag: blanvalet
Erschienen: Mai 2016
ISBN: 978-3-7645-0546-2
Preis: 14,99€
Leseprobe
 
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Anne Sanders lebt in München und arbeitet als Autorin und Journalistin. Zu schreiben begann sie bei der Süddeutschen Zeitung. Als Schriftstellerin veröffentlichte sie unter anderem Namen bereits erfolgreich Romane für jugendliche Leser. Die Küste Cornwalls begeisterte Anne Sanders auf einer Reise so sehr, dass sie spontan beschloss, ihren Roman Sommer in St. Ives dort spielen zu lassen. Dieser eroberte die Herzen der Leserinnen und war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste.








Lola Lessing stehen turbulente Wochen bevor: Gemeinsam mit ihren Eltern und ihren Geschwistern reist die junge Frau nach Cornwall, um ihrer Großmutter Elvira einen letzten Wunsch zu erfüllen. Denn Elvira möchte ihre Lieben noch einmal um sich haben, und zwar in dem charmanten Fischerdorf St. Ives, wo sie den glücklichsten Sommer ihres Lebens verbrachte. Niemand ahnt, dass Elvira hier einst ihre große Liebe gefunden hatte — und dass die ganze Familie kurz davor steht, in Elviras geheimnisvolle Vergangenheit einzutauchen und den überraschendsten Sommer ihres Lebens zu verbringen …

Mein Großvater hat immer gesagt, man muss im Leben dicke Bretter bohren.








Ich verrate euch jetzt was: Ich hatte noch nie so einen seltsamen Grund, warum ich das Buch lesen wollte. Ganz im Ernst. Normalerweise klingt die Story interessant, man mag den Autor oder das Cover erregt die Aufmerksamkeit. Nichts davon hat mich hier dazu bewogen, das Buch zu lesen. Vielleicht hätte ich es gar nicht gelesen, wenn nicht... meine Kollegin plötzlich mit den folgenden Worten aufgetaucht wäre: "Hast du uns verheimlicht, dass du ein Buch geschrieben hast?"
Ja, auf den ersten Blick sehen Anne Sanders und ich uns tatsächlich recht ähnlich und ich gebe es zu... das war mein absolut seltsamer Grund, dieses Buch zu lesen.
Wobei ich sagen muss: Das Cover ist natürlich auch toll. Das weiße Holz, das Holzboot und die verschiedenen Flaschen geben einfach so ein leichtes Sommergefühl, das schaut man sich gerne an.
Beim Lesen habe ich mich anfangs etwas schwer getan, die Leichtigkeit des Covers habe ich nicht einfangen können und kam somit nicht ganz so gut in das Buch rein. Aber Hartnäckigkeit lohnt sich, denn es verbirgt sich eine bezaubernde Liebesgeschichte hinter den ersten Seiten. Ich denke, es war auch etwas schwieriger, weil die Situation am Anfang alles andere als leicht für die Protagonistin ist. Doch von Seite zu Seite entwickelt sich die Leichtigkeit, die man sich auch schon vom Cover her vorgestellt hat. Die Knoten der verworrenen Geschichte entwirren sich und Lola, also der Hauptcharakter, findet sich langsam in der Situation wider.
Es ist interessant, dass hier nicht ein Brief oder ein Bild die Vergangenheit aufstehen lässt, sondern wirklich Elvira selbst den Stein ins Rollen bringt. Man hat ja mittlerweile recht oft diese Bücher, in denen ein Nachfahre etwas findet und sich plötzlich eine neue Geschichte entpuppt. Doch ich finde es viel spannender, wenn es von der Person selbst ausgelöst wird und von daher hat mir nicht nur Lolas, sondern eben auch Elviras Geschichte sehr gut gefallen.
Es erklärt auch viel über die Charaktere, denn anfangs kann man Elvira einfach nur als starke und vielleicht auch sehr harte Frau einschätzen, doch ihre Geschichte zeigt sie in einem neuen Licht. Das ist es eben, man sollte die Menschen nie nach dem ersten Eindruck einschätzen, wer weiß, was sich dahinter verbirgt. Eine sehr schöne Botschaft, welche die Autorin hier in schöne Worte eingepackt hat.
Auch Lola erscheint anfangs anders als sie ist. Dennoch ist sie mir von Anfang an sympathisch, weil ich ihre Situation so gut nachvollziehen kann. Durch die Ich-Perspektive kriegt man natürlich auch mehr von ihren Gedanken und Gefühlen mit als von den anderen. Und ihre Einschätzung der Familie ist so herrlich schräg und ehrlich. Denn, wie fast jeder von uns, hat Lola eine ziemlich verrückte Familie, wenn man mal genau hinsieht. Ihr morbid veranlagter Bruder ist da nur der offensichtlichste Charakter, die anderen halten dafür im Buch noch so manche Überraschung für euch bereit.
Dass Lola sich verliebt, dürfte bei dem Genre keine Überraschung sein. Doch ich muss sagen: Die Liebesgeschichte ist überraschend angenehm. Zwar fehlt am Ende auch nicht das kleine Drama, dafür ist ansonsten nicht übertrieben, sondern sehr natürlich und die Story wirkt dadurch sehr ehrlich.
Allgemein fand ich das Buch eine angenehme Sommergeschichte, die man auch super am Strand lesen könnte. Oder in einem kleinen Café unter einem Sonnenschirm. Es ist einfach ein wunderbares Urlaubsbuch, das nicht nur mit der Geschichte an sich, sondern auch mit der Sprache besticht.
Wenn ich hier so schreibe, frage ich mich sogar, warum ich anfangs leichte Schwierigkeiten hatte, mich einzufinden. Und tendiere dazu: Es war der falsche Moment für das Buch, denn nach einer Unterbrechung von ein paar Wochen konnte ich es danach in einem Rutsch zu Ende lesen.






Ein ganz bezauberndes Buch mit einer sehr angenehmen Liebesgeschichte, das mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten dann in den Bann gezogen hat.







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

1 Kommentar:

  1. Klingt wirklich interessant. Und der Lesegrund ist tatsächlich witzig. Aber solang es sich gelohnt hat... :D

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