Sonntag, 22. Mai 2016

[Rezension] Water - Paolo Bacigalupi







Titel: Water. Der Kampf beginnt
Autor: Paolo Baicgalupi
Original: The Waterknife
Aus dem Amerikanischen: Wolfgang Müller
Verlag: Blessing
Erschienen: März 2016
ISBN: 978-3-89667-530-9
Preis: 19,99€
Leseprobe
 
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Paolo Bacigalupi, geboren 1972 in Colorado, wurde für seine Science-Fiction- und Jugendromane mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hugo Award und dem National Book Award in Young People's Literature. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn im Westen von Colorado.








Der US-amerikanische Südwesten kämpft erbittert um die letzten Wasserreserven und die Rechte am Colorado River. Das Gebiet wird von heftigen Sandstürmen heimgesucht, ganze Millionenstädte verelenden. Wer es sich leisten kann, wohnt in luxuriösen Arkologien, jeder andere ist Hitze, Staub und Nahrungsknappheit ausgesetzt. Kriminalität und Korruption greifen um sich. Angel Velasquez gehört zu einem Spezialeinsatzkommando der Wasserbehörde von Nevada, das die Reservoirs des Bundesstaates verteidigt und notfalls auch mit illegalen Methoden erweitert.

Als das Gerücht aufkommt, dass in Phoenix eine neue Wasserquelle aufgetaucht ist, wird er dort hingeschickt, um zu ermitteln. Dabei trifft er die Journalistin Lucy Monroe, die der Quelle ebenfalls auf der Spur ist. Die beiden werden in einen Strudel aus Verrat und Gewalt hineingezogen, und Angel steht plötzlich im Fadenkreuz seiner eigenen Leute.


Es gab Geschichten, die der Schweiß erzählte.






Für mich ist das Szenario eines der Schlimmsten, das es gibt: Das Wasser wird knapp. Dementsprechend faszinierend fand ich die Idee hinter diesem Buch und war sofort neugierig darauf, wie die Vision des Autors sich wohl darstellt. Kurz gesagt ist sie brutal, beängstigend und noch brutaler. Außerdem kriegt man Durst beim Lesen dieses Buches, wenn man die trockende Hitze der Wüste, die heftigen Sandstürme und den Krieg um die Wasserrechte nachempfindet.

Ich muss sagen, dass ich Probleme hatte, in die Geschichte reinzukommen. Anfangs war es eher schwierig und schleppend und hat mich zumindest nicht wirklich gefesselt. Doch dann kam der Punkt, an dem es so richtig los ging, an dem der Stein endlich zu rollen begann und damit hatte mich Paolo Bacigalupi dann auch gepackt und ich versank so richtig in der Story. Hatte ich mich anfangs durchgekämpft, bin ich dann förmlich durch die Seiten geflogen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Und ich sage euch eins: Gegen Ende war ich dann leicht panisch, es war alles noch so verflochten und es wurden immer weniger Seiten! Zum Glück war es nur ein halb offenes Ende, mehr hätte ich nicht verkraftet.
Im Prinzip gibt es hier drei Protagonisten, deren Stränge mal zusammenlaufen, mal parallel sind und mal völlig entgegengesetzt streben. Doch letztlich führt alles zu einem Ziel und die drei in Interaktion machen es spannend. Dadurch dass es auch drei so unterschiedliche Charaktere sind, die sich aber in ihrer Entschlossenheit doch wieder ähneln, wirkt alles sehr lebendig. Maria ist ein Mädchen, das sich allein durchkämpfen muss und sich gegen die allgegenwärtige Prostitution kämpft. Sie versucht ihr Geld so zu verdienen, doch die Gangs dort machen es ihr nicht leicht. Dann ist da Lucy, Journalistin mit Pulitzerpreis, die das Elend dieser Gegend auf eine eigenartige Weise zu lieben und zu leben scheint, obwohl sie die Chance auf ein gutes und sicheres Leben hätte. Und Angel, der geheimnisvolle Söldner, der von Lucy fasziniert ist. Die drei geraten zusammen und zugleich auch getrennt einer ziemlich haarigen Sache auf die Spuren und müssen sich wirklich durchkämpfen.
Mit kleinen und großen Grausamkeiten wird hier nicht gespart. Die Leiche, mit der die Story so richtig beginnt, wurde geschändet und gefoltert. Das wird vom Autor relativ trocken und eigentlich auch gar nicht so detailliert berichtet, aber gemäß dem Prinzip "weniger ist mehr" habe ich zumindest Gänsehaut gehabt. Ich sag euch eins: Danach habe ich ein einfaches Buch gebraucht, mit Liebe und Kitsch und Happy Ende. Ich bin doch so ein zartes Seelchen.
Aber das Ganze machte es auch spannend, Verfolgungsjagden, Verschwörungen, Betrug, Grausamkeit, Gangleben und Verrat gibt es hier auf praktisch jeder Seite. Anfangs hat man angesichts der Begrifflichkeiten vielleicht Probleme, alles nachzuvollziehen, aber das meiste klärt sich dann im Verlauf des Buches auf und man hat seine Aha-Momente beim Verständnis.







Der schwache Start wird durch ein rasantes Mittelstück und ein chaotisches Ende wieder aufgewogen. Eine grausame und leider durchaus realistische Situation bieten hier einen spannenden Thriller.







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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