Samstag, 9. April 2016

[Rezension] Romeo & Romy - Andreas Izquierdo






Titel: Romeo & Romy
Autor: Andreas Izquierdo
Verlag: Insel
Erschienen: April 2016
ISBN: 978-3-458-36141-1
Preis: 14,99€
Leseprobe
 
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Andreas Izquierdo, geboren 1968, ist Schriftsteller und Drehbuchautor. Er veröffentlichte u. a. den Roman König von Albanien (2007), der mit dem Sir-Walter-Scott-Preis für den besten historischen Roman des Jahres ausgezeichnet wurde, sowie den Roman Apocalypsia (2010), der den Lovelybooks-Leserpreis in Silber für das beste Buch 2010 erhielt und zum Buch des Jahres bei Vorab-lesen.de gewählt wurde. Zuletzt erschienen von ihm die Bestseller Das Glücksbüro (2013) und Der Club der Traumtänzer (2014).







Romy könnte eine große Schauspielerin sein, aber niemand sieht sie, denn sie ist nur die Souffleuse. Aber auch das nicht lange, denn nach einem harmlosen Flirt mit Hauptdarsteller Ben, dessen einzige schauspielerische Glanzleistung sein Auftritt als »Frischedoktor« in einem Waschmittelspot ist, wird sie gefeuert. Und Ben kurz nach ihr.
Romy kehrt zurück in ihr winziges Dorf, um dort ihr Erbe anzutreten. Hier leben nur noch Alte. Und die haben sich in den Kopf gesetzt, rasch das Zeitliche zu segnen, denn auf dem Friedhof sind nur noch zwei Plätze frei. Wer da zu spät kommt, muss auf den Friedhof ins Nachbardorf. Und da gibt es – wie jeder weiß – nur Idioten.
Romy schmiedet einen tollkühnen Plan: Sie will mit den Alten ein elisabethanisches Theater bauen. Aus der gammeligen Scheune hinter ihrem Hof. Und mit ihnen Romeo und Julia auf die Bühne bringen. Sie haben kein Geld, keine Erfahrung, aber einen Star: Der »Frischedoktor« soll Regie führen! Ben ist begeistert: Regisseur! Das könnte unter Umständen der erste Job werden, den er nicht voll gegen die Wand fährt ...


Es würde Tote geben, so viel stand fest.







Romeo und Romy. Romy und die Alten. Die Alten und das Theater. Das Theater und Ben. Ben und Romy. Mal die Kurzzusammenfassung dieses wunderbaren Buches.
Ich bin ganz verzaubert von Romy und ihren Alten. Es fängt ja für sie eher schlecht an: Großmutter tot (da waren nur noch drei Friedhofsplätze frei!), Job weg und die Zukunftsaussichten sind eher trüb. Doch Romy träumt vom klassischen Theater und da kommt ihr die verfallene Scheune auf dem Grundstück ganz recht. Ein Theater soll entstehen, wie zu Shakespeare's Zeiten!
Ich weiß nicht recht, wann ich mich in das Buch verliebt habe. War es erst, als die Alten zuerst um die letzten zwei Friedhofsplätze gestritten haben? Als Ben immer wieder bei Romy anruft? War es vielleicht der himmelblaue und fahrende Supermarkt? Ich kann es euch nicht sagen. Vermutlich hat es mit dem ersten Satz begonnen. Und mit dem letzten dann aber nicht aufgehört.
Die Figuren lassen dieses Buch leben, insbesondere die sturen alten Damen und Herrschaften. Dabei ist es ja letztlich doch ein ernstes Thema, das da im Hintergrund steht. Andreas Izquierdo hat es auf eine anrührende Art und Weise, das Thema Landflucht und die Einsamkeit der verbliebenen alten Menschen in ein bezauberndes Buch zu fassen. Insbesondere, wenn die Figuren in diesem Buch mit dem Bau des Theaters aufleben, ist mir das Herz aufgegangen. Was mich besonders bewegt hat, waren jedoch die traurigen Momente, denn es sind alte Menschen, da spielt die Gesundheit nicht mit. Das alles war immer so undramatisch, dass es nur noch mehr ans Herz ging. Meine Gefühle haben sich irgendwann zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt hin und her bewegt, der Autor hat mich mit seiner Geschichte einfach berührt.
Romy ist die mit Abstand jüngste Person in diesem Roman. Doch manchmal ist sie erwachsener und entschiedener als die gesamte Dorfgemeinschaft. Neben ihrer unsicheren Zukunft muss Romy zugleich übrigens auch noch mit unerwünschter Vergangenheit kämpfen, als ihr Vater auftaucht. Der Vater, den sie nie kennen gelernt hatte. Und die Gegenwartsprobleme kommen dann auch noch in Form von Ben auf sie zu. Dennoch beißt sie sich durch und ist eine überraschende Kämpfernatur, noch dazu eine sehr sympathische. Ich muss nur gestehen, dass die Trauer um ihre Großmutter doch etwas mau ausfiel, das ist tatsächlich aber auch der einzige Kritikpunkt am gesamten Buch.
Der Ben... der ist eine Nummer für sich. Er taucht zwar erst recht spät in seiner tragenden Rolle als Regisseur auf, bringt sich zwischendurch aber immer wieder mit denkwürdigen Telefonanrufen in Erinnerung. Bei ihm kann ich mich nicht zwischen herzensgut und auch echt dämlich entscheiden. Er ist aber ein Charakter, den man irgendwie in sein Herz schließt. Auch wenn man sich zwischendurch fragt, warum eigentlich. Ben hat Charme.
Genau wie die Geschichte! In letzter Zeit entwickel ich sowieso ein Faible für Bücher, in denen auch ältere Menschen eine Rolle spielen oder eben sogar die Hauptrolle. Da passte Romeo und Romy definitiv in mein Beuteschema. Und was soll ich sagen, ich fand es einfach nur fantastisch. Wie das Theater sein Eigenleben entwickelt und sich die Gemeinschaft festigt, es doch aber auch Momente gibt, in denen alles zu scheitern scheint. Eine Gefühlspalette von bis!


http://gochimiko.blogspot.de/2014/02/rezension-das-glucksburo-andreas.html



Ich bin und bleibe verliebt in dieses Buch. In den Stil des Autors. In die Charaktere. In einfach alles hier.
Charmante Figuren, Gefühlsregungen von ich heule gleich los bis zu ich kann nicht mehr, das ist zu komisch. Autor Andreas Izquierdo ist und bleibt ein fantastischer Autor, dessen Bücher ich einfach nur empfehlen kann!






Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Kommentare:

  1. Habe grad schon eine positive Rezi dazu gelesen. Dabei scheint das Buch so unscheinbar. :D

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  2. Vielen Dank für die tolle Rezension!
    LG
    Andreas

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    1. Sehr gerne und da kann ich nur sagen: Vielen Dank für das tolle Buch!

      Alles Liebe, Chimiko

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