Donnerstag, 10. März 2016

[Rezension] Als Hemingway mich liebte - Naomi Wood






Titel: Als Hemingway mich liebte
Autor: Naomie Wood
Original: Mrs. Hemingway
Aus dem Englischen: Gerlinde Schermer-Rauwolf & Robert A. Weiß, Kollektiv Druck-Reif
Verlag: Hoffmann und Campe
Erschienen: März 2016
ISBN: 978-3-455-40559-0
Preis: 22,00€

 
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NAOMI WOOD, geboren 1983, studierte in Cambridge und promovierte an der University of East Anglia. Ihre Recherchen für diesen Roman führten sie von der British Library zur Library of Congress und zu Hemingways Wohnsitzen und Lieblingsplätzen in Chicago, Paris, Antibes, Key West und Kuba. Sie lebt in London. www.naomiwood.com








Im Sommer 1926 fahren Hemingway und seine Frau Hadley von Paris in ihr Haus in Südfrankreich. Sie verbringen ihre Tage mit Schwimmen, Bridge, Drinks und Hadleys bester Freundin Pauline. Dass sie zugleich Hemingways Geliebte ist, scheint Mrs. Hemingway Nr. 1 in Kauf zu nehmen - vorerst. Bald ist klar: Weder sie noch Pauline wird die letzte Ehefrau sein.


Alles wird jetzt à trois gemacht.






Was soll ich sagen? Erst dachte ich, hm, irgendwie... Und einen Tag später saß ich in der S-Bahn, habe glücklicherweise kurz den Kopf gehoben und festgestellt: Verdammt, das hier ist die Endstation! Ja. Da hatte das Buch mich. Irgendwo auf dieser kurzen Fahrt hat es wohl klick gemacht.
Naomi Wood hat im Prinzip ein Buch aus vier Teilen geschrieben, denn Hemingway hatte letztlich vier Ehefrauen und jede einzelne kommt hier zu Wort. Das ist das Faszinierende an Als Hemingway mich liebte. Das Ganze ist chronologisch aufgebaut, was ja auch durchaus Sinn macht - man sollte hier schon zuerst Hadley, seine erste Frau kennenlernen, bevor man irgendwann zu Mary, der letzten Gattin kommt. Natürlich wird nicht das komplette Eheleben akribisch beschrieben, stattdessen hat das Buch eher einen Szenencharakter, denn alles könnte hier ja auch gar nicht erfasst werden, oder? Man erlebt sozusagen, wie die Ehefrauen "das Ende" erleben. Dadurch hat man natürlich auch immer schon den Blick auf die nächste Lady und zwar aus der Sicht ihrer zukünftigen Vorgängerin.
Und natürlich sind es vier sehr unterschiedliche Damen. Hadley, die Nummer 1 sozusagen, ist die Ruhigste von ihnen. Ich finde ja, sie passte am Wenigstens in sein Lebensumfeld, denn ich empfand sie nicht als so glamorös, sondern eher schon etwas häuslich. Mit ihr fangen wir an und vielleicht war das auch der Grund, warum ich mich erst in der S-Bahn in das Buch verliebt habe. Hadley und ich haben sozusagen Anlaufzeit gebraucht. Doch auch die anderen drei Frauen haben natürlich ihre Ecken und Kanten, das macht das Buch faszinierend. Genauso wie mich einfach fasziniert, dass hier wieder einmal reale Leben in einem biographischen Roman umgesetzt werden. Oder eben die Tatsache, dass man die Neue erstmal als Männerdiebin und unsympathisch empfindet, aber sie sich in ihrem Teil dann doch als ganz normale und oft auf ihre Weise wunderbarer Frau entpuppt.
Ich verrate euch jetzt nicht zu viel, wenn ich sage, dass ich Martha am Faszinierendsten finde. Über sie würde ich auch glatt gerne noch mehr lesen.
Das Ganze basiert auf Quellen wie Briefen oder anderen Zeugnissen, und ich finde, dass Naomi Wood daraus einen faszinierenden Roman erschaffen hat. Denn, man hat ja nicht nur Zugang zu den vier Mrs. Hemingways, sondern auch zu dem großen Hemingway. Ich kann ja von mir nicht behaupten, dass ich nach diesem Buch vor Sympathie zu ihm vergehe. Doch geht nicht voreingenommen rein, denn er ist eigentlich ein trauriger Mensch. Man merkt einfach mal wieder, dass Genie und Wahnsinn oder Depression nahe beeinander liegt.






Als Hemingway mich liebte erzählt aus einer faszinierenden Zeit, die viele große Schriftsteller erschaffen hat, von vier grundverschiedenen Frauen, die aber eines gemeinsam haben: Die Liebe zu Hemingway. Wenn man sich auf die unterschiedlichen Damen einlässt, erwartet einen nicht nur ein großes Lesevergnügen, sondern auch ein ganz anderer Blick auf den Schriftsteller und Ehemann Hemingway.







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

1 Kommentar:

  1. Klingt sehr besonders und behandelt ein Thema, von dem ich gar nichts weiß. Kommt auf die Merkliste. :)

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