Donnerstag, 25. Februar 2016

[Rezension] Der Trick - Emanuel Bergmann






Titel: Der Trick
Autor: Emanuel Bergmann
Verlag: Diogenes
Erschienen: März 2016
ISBN: 978-3-257-86282-9
Preis: 22,00€
Leseprobe
 
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Emanuel Bergmann, geboren 1972 in Saarbrücken, ging nach dem Abitur nach Los Angeles, um dort Film und Journalismus zu studieren. Er war viele Jahre lang für verschiedene Filmstudios, Produktionsfirmen und Verlage in den USA und Deutschland tätig. Derzeit unterrichtet er Deutsch, übersetzt Bücher und schreibt Artikel für diverse deutsche Medien. ›Der Trick‹ ist sein erster Roman.








Einst war er der »Große Zabbatini«, der 1939 in Berlin als Bühnenzauberer Erfolge feierte, heute ist er ein mürrischer alter Mann in Los Angeles, der den Glauben an die Magie des Lebens verloren hat. Bis ihn ein kleiner Junge aufsucht, der mit Zauberei die Scheidung seiner Eltern verhindern will. Ein bewegender und aberwitziger Roman über verlorene und wiedergewonnene Illusionen.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts lebte in Prag ein Mann namens Laibl Goldenhirsch.






Was habe ich am Schluss geheult. Das Buch an sich war schon herausragend, aber das Ende... das war einfach nur: Wow. Taschentuch-Wow.
In diesem Buch vermischen sich zwei Geschichten, die des großen Zabbatini, und die von dem kleinen Max Cohn. Zabbatinis Geschichte spielt im Deutschland während der Hitlerzeit, während Max im Jahr 2007 in Amerika lebt. Beide Geschichten verweben sich während des Buches immer mehr miteinander. Max' Eltern lassen sich nämlich scheiden und nun soll Zabbatini, der mittlerweile ebenfalls in L.A. lebt, soll ihm helfen, indem er einen Liebeszauber ausspricht. Das ist die Geschichte der Gegenwart, aber wir lernen eben auch den alten Zabbatini kennen, den voller Hoffnung und Träumen und Liebe. Das Berührende in seiner Vergangenheit: Er ist Jude. Das ist seine Geschichte und die ist absolut lesenswert von Emanuel Bergmann verfasst worden.
Zabbatini ist der wohl interessanteste Charakter dieser Geschichte. Der Mann aus 2007 ist garstig, einsam, pleite und ziemlich auf Frauen fixiert. Der aus der Vergangenheit ist voller Hoffnung und einfach nur von Magie fasziniert. Zudem ist er ziemlich verliebt. Der Kreis zwischen den beiden Zabbatinis schließt Bergmann am Ende nicht nur sehr schlüssig, sondern auch sehr bewegend.
Magie ist natürlich das große Thema in diesem Buch, genauer gesagt der Mentalismus ist es, den der große Zabbatini ausübt. Ich finde ja, dass Der Trick einem Lust auf Magie macht. Gerade durch den kleinen Max erkennt man wieder, welche Faszination die Bühnenzauberer auf einen ausgewirkt haben. Das hat mich begeistert. Und ich kam mir manchmal doch wieder vor wie ein Kind, wenn die Zaubertricks beschrieben wurden, denn die Vorstellung davon hat mich begeistert.
Genauso wie Max begeistert ist, als er die Platte von Zabbatini entdeckt. Allgemein ist Max ein wunderbarer Charakter. Der Autor bringt diesen kleinen Kerl, der von der Scheidung seiner Eltern überrumpelt wird, wirklich hervorragend rüber. Den Zwiespalt und die Angst, schuld zu sein, und den Wunsch, seine Eltern wieder zusammenzubringen.
Ich mochte beide Erzählstränge sehr gerne und wenn sie dann zusammenfinden... ja, da war ich hin und weg. Noch dazu werden einfach zwei ernste Themen in einer wunderschönen Geschichte behandelt: Das Gefühlsleben eines Kindes nach der Scheidung sowie die Geschichte eines Judens während der Hitlerzeit. 






Wenn ihr euch mal wieder der Magie des Mentalismus hingeben wollt oder zwei schwierig Themen wunderbar aufgearbeitet lesen wollt, seid ihr hier genau richtig. Ich kann das Buch nur empfehlen und rate euch: Haltet die Taschentücher bereit, gerade am Ende werdet ihr sie brauchen!







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Kommentare:

  1. Von dem Buch habe ich bisher noch nichts gehört, aber deine Rezi macht echt neugierig. Definitiv ein Buch für die Wunschliste!

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  2. Wieso kenne ich dieses Buch nicht? Danke, dass du das geändert hast. :)

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