Montag, 29. Februar 2016

[Rezension] Das Seehaus - Kate Morton





Titel: Das Seehaus
Autor: Kate Morton
Original: The Lake House
Aus dem Englischen: Charlotte Breuer & Norbert Möllemann
Verlag: Diana
Erschienen: März 2016
ISBN: 978-3-453-29137-9
Preis: 22,99€
Leseprobe
 
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Kate Morton, geboren 1976, wuchs im australischen Queensland auf, studierte Theaterwissenschaften in London und Englische Literatur in Brisbane. Ihre Romane "Das geheime Spiel", "Der verborgene Garten", "Die fernen Stunden" und "Die verlorenen Spuren" verkauften sich in 38 Ländern insgesamt über zehn Millionen Mal. Auch in Deutschland eroberte sie ein Millionenpublikum, alle Romane sind SPIEGEL-Bestseller. Kate Morton lebt mit ihrer Familie in Australien und England.







Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.

Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …


Es regnete heftig, und der Saum ihres Kleides war schlammverschmiert.







Danke. Das ist die Kate Morton, die ich lesen will. Das Seehaus hat mich einen ganzen Abend beschäftigt und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Dabei war ich doch etwas misstrauisch, nachdem ich den Vorgänger absolut schleppend fand. Ich kann euch nicht einmal eine Rezension dazu verlinken, weil ich das Buch immer noch nicht beendet habe. Aber dieses Buch hier hat mich genau wie die ersten Bücher der Autorin fasziniert.

Es ist eigentlich der ganz klassische Aufbau aus Kate Mortons Büchern: In der Vergangenheit gibt es ein ungelöstes Geheimnis, auf das jemand aus der Gegenwart stößt. Und dieser Jemand hat zugleich mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Der Jemand dieser Geschichte ist Sadie Sparrow (ein super Namenswahl, oder?), ihres Zeichens Polizistin in Zwangsurlaub und einem belastenden Brief im Gepäck. Und das Geheimnis aus der Vergangenheit trägt den Namen Theo, ein kleiner Junge, der während einer rauschenden Party spurlos aus seinem Zimmer verschwindet. Und natürlich findet Sadie in ihrem Zwangsurlaub das Seehaus, den Namensgeber der Geschichte, und ihre beruflich bedingte Neugierde wird geweckt. Wenn man dazu noch Alice, Besitzerin des Hauses sowie renommierte Krimischriftstellerin, nimmt, hat man ein spannendes Setting mit sehr eigenen Figuren.
Die eigenwilligste Figur der Geschichte ist wohl Alice, eine alte Dame, die sich nie gebunden hat, und wohl hervorragende Krimis schreibt - ich würde allein nach den Beschreibungen ihres Protagonisten die Bücher lesen. Zugleich ist sie stur, hat eine großartige Beobachtungsgabe und ist ein sehr nüchterner Charakter. Ihre Erinnerungen geben uns unter anderem einen Blick auf das, was geschehen ist. Im Zusammenspiel mit ihren Schwestern, ihrer Mutter und auch ihrem Vater gibt sie uns als Leser immer wieder Rückblenden auf das Leben in den 30ern. Das fand ich immer wieder spannend, vor allen Dingen, wenn dann auch von dem Fest oder kleineren Familienfesten gesprochen wird. Doch auch die Momente nach dem Verschwinden des kleinen Theos erleben wir durch ihre Augen und ich muss sagen... da kriegt man doch die verschiedensten Theorien.
Viele Theorien hat auch Sadie und doch sind letztendlich die meisten davon natürlich falsch. Ich als Leserin kam auch nicht schneller auf das Ergebnis und war immer an ihrer Seite. Allgemein ist Sadie eigentlich DER Charakter für uns als Leser, auch wenn in den Rückblenden unterschiedliche Personen erzählen. Dennoch stoßen wir mit ihr zusammen auf den Fall und die Hinweise und raten mit ihr zusammen, was da passiert ist. Genauso sehr bleibt man aber auch im Dunkeln, was ihre Vergangenheit angeht. Man kriegt zwar relativ schnell mit, das da was passiert ist, doch die Hintergründe eröffnen sich erst sehr spät. Aber ich mochte Sadie dennoch sehr, denn ihre verzweifelte Ablenkung durch die Suche nach der Falllösung ist verständlich und menschlich. Und ihre Beziehung zu ihrem Großvater war einfach sehr sympathisch und so selbstverständlich. Das fand ich einfach schön zu lesen. Sie und Alice haben auch Gemeinsamkeiten, beide sind stur und beharrlich und ähneln sich irgendwie, daher war ich dann gespannt, wie die beiden interagieren.
Natürlich gibt es noch mehr Charaktere, z.B. den zukünftigen Partner für Sadie, das hat zu den wenigen vorhersehbaren Punkten gehört, was aber dem Ganzen keinen Abbruch tat.

Allgemein bleibt die Spannung durchgehend hoch. Jedes Mal, wenn ich eine Theorie hatte, wurde sie verworfen - und ich hatte noch einige mehr Ideen als Sadie! Dann kam eine neue Rückblende, die meine Gedankengänge zurückgeworfen hat. Und dann ging es wieder von vorne los. Das hat einfach Spaß gemacht. Rätsel raten ohne massig Blut, so mag ich Krimis!
Hinzu kommen die Beschreibungen, die Kate Morton immer wieder liefert: Da sehe ich doch jedes Mal die Landschaft vor mir. Und eines kann ich euch sagen: Nach diesem Buch will ich mal nach Cornwall. Aber bitte ohne eine Entführung/einen Mord aufklären zu müssen. Mir würde ein normaler Urlaub reichen.
Die Darstellung der Figuren ist wieder einmal sehr lebendig gelungen, man kann die Charaktere vor sich sehen, selbst eher unwichtige Figuren, wie z.B. Alastair. Das lebendige Setting, ob Ort oder Figur, schätze ich an den Romanen von Kate Morton immer wieder sehr. Das gilt auch für ihren Stil. Sie beschreibt und man lebt es mit. 






Nachdem ich von ihrem letzten Buch wirklich nicht überzeugt war, habe ich Das Seehaus wieder verschlungen. Tolle Charaktere, tolles Setting und immer wieder Wendungen, die ich echt nicht vorhergesehen habe.







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

1 Kommentar:

  1. Klingt sehr spannend. :) Ich rate bei Krimis auch total gern mit.

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