Sonntag, 31. Januar 2016

[Rezension] Der große Gatsby - F. Scott Fitzgerald

http://gochimiko.blogspot.de/2015/12/aktion-2016-das-jahr-der-klassiker.html





Titel: Der große Gatsby
Autor: F. Scott Fitzgerald
Original: The Great Gatsby
Aus dem Amerikanischen: Bettina Abarbanell
Verlag: Diogenes
Erschienen: 2006
ISBN: 978-3-257-23692-7
Preis: 9,90€

 
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F. Scott Fitzgerald, 1896 in St. Paul (Minnesota) geboren, hatte nach den Studienjahren in Princeton mit 24 Jahren sein Ziel erreicht: Sein erster Roman ›Diesseits vom Paradies‹ machte ihn auf einen Schlag berühmt und reich, mit seiner Frau Zelda stand Fitzgerald im Mittelpunkt von Glanz und Glimmer. ›Der große Gatsby‹, sein heute meistgelesenes Buch, war jedoch ein finanzieller Flop. Alles endete im schrecklichen Kater der Wirtschaftskrise. Alkohol, Zank und Geldprobleme zerstörten die Ehe mit Zelda. Um Geld zu verdienen, ging Fitzgerald 1937 als Drehbuchautor nach Hollywood, wo er 1940 starb.







New York 1922. Auf seinem Anwesen in Long Island gibt Jay Gatsby sagenhafte Feste. Er hofft, mit seinem neuerworbenen Reichtum, mit Swing und Champagner seine verlorene Liebe zurückzugewinnen. Zu spät merkt er, dass er sich von einer romantischen Illusion hat verführen lassen.


Als ich noch jünger und verwundbarer war, gab mein Vater mir einmal einen Rat, der mir bis heute im Kopf herumgeht.






Der große Gatsby war auch immer eines dieser Bücher, bei denen ich mir dachte: Ja, eigentlich wäre das ja schon mal lesenswert. Aber wie es bei diesen Klassikern so ist, man schiebt den Gedanken daran zur Seite und greift dann prompt wieder zu einem aktuelleren Buch. Immerhin sind die Klassiker schon eine Weile da und werden auch noch eine Weile da sein. Aus diesem Grund stand das Buch aber nun angesichts meiner Klassiker-Challenge ganz oben auf meiner Liste, das bot sich ja auch perfekt an, oder?

Die Geschichte ist inhaltlich noch so aktuell wie zur Zeit des Entstehens: Mann verliebt sich, es klappt aus dem ein oder anderen Grund nicht, Frau heiratet einen anderen, Mann verliert sich in Arbeit und schließlich Reichtum und Partys. Gerade heute in einer Zeit, in der die Kluft zwischen Arm und Reich noch größer ist und es geradezu unvorstellbar große, teure und außergewöhnliche Partys gibt, würde sich Gatsby doch auch ziemlich gut machen, nicht wahr?
Was ich sehr spannend fand, war die Sicht auf die Dinge, denn es nicht der große Jay Gatsby, der den Leser durch das Buch führt. Nein, stattdessen erzählt mit Nick Carraway ein Mann, der auf seine Ehrlichkeit pocht und einen sehr klaren Blick auf die Dinge hat. Das will nicht heißen, dass er neutral erzählt, das kann auch gar nicht sein, solange ein Mensch als Ich-Erzähler gewählt wird, aber seine Beschreibungen zeugen von einer guten Beobachtungsgabe. Als Nachbar in einem kleinen Haus, das an Gatsbys Grundstück grenzt, hat er zum Einen einen guten Posten, hinzu kommt aber auch der familiäre Hintergrund, der ihn für seinen reichen Nachbarn so wichtig macht. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass Nick fast schon unauffällig eine wichtige Position in Gatsbys Leben einnimmt. Und eines ist sicher, darüber könnte ich einen Roman schreiben, der vermutlich mehr Seiten als das Buch an sich hätte, also zurück zum Werk.
Neben Gatsby und Nick spielen vor allen Dingen Tom und Daisy Buchanan noch eine große Rolle. Ein Ehepaar mit Kind, Streitereien und Glück im Leben, also von allem etwas. Bis Gatsby sich durch Nick in die Familie bringen lässt, um Daisy wieder zu sehen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht weiß, was ich von Daisy halten soll. Sie scheint flatterhaft und nicht sehr intelligent, hat aber auch andere Momente. Sie bleibt mir etwas rätselhaft, aber passt doch sowohl zu ihrem Ehemann als auch zu Gatsby.
Es ist dieses Spiel zwischen den Charakteren, was dieses Buch so lesenswert macht. Und es ist nicht ohne Grund einer der größten Klassiker der Geschichte. Ich bereue fast schon, dass ich es solange nicht gelesen habe, aber besser spät als nie.
Ich muss sagen: Ich fand das Ganze an sich wirklich fantastisch, aber es waren die letzten Seiten, die mich geflasht haben, die mich berührt haben und gefesselt haben. Da übermannten mich irgendwie die Gefühle. Es lohnt sich also wirklich, bis zum Ende zu lesen, denn da kommt man Gatsby noch einmal so viel intensiver näher. Das war es, genau das, was mich diese Seiten hat verschlingen lassen! Die Intensität! Da war ich einfach nur noch gebannt.







Der große Gatsby. In einem kleinen Fazit? Herausragend, nicht ohne Grund ein Klassiker und mit einer unglaublichen Intensität am Ende. Ich war hin und weg. (Und ja, ich habe mich kurz gefasst, doch man könnte noch so viel mehr schreiben!)







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Kommentare:

  1. Es ist schon Ewigkeiten her, dass ich das Buch gelesen habe. Und du erinnerst mich daran, dass ich es vielleicht wieder einmal tun sollte :)

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    1. Hallo Jari,

      dann hol es raus und lese es mal wieder ♥ Es lohnt sich doch sicher, oder?

      Alles Liebe, Chimiko

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    2. Oh ja, lohnen tut es sich ganz bestimmt! :)

      Ganz liebe Grüsse
      Jari

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  2. Ich kann dir wirklich nur zustimmen. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und fand es sehr schwierig. Dennoch, die letzten Seiten haben auch mich so berührt, und es ist einfach nur wahr. Wir jagen alle ein Ziel, und jeder muss für sich aufpassen, dass er dabei das Leben nicht aus den Augen verliert. Aber es ist auch eine wunderschöne Liebesgeschichte, tragisch natürlich, so mag ich Liebe. :D

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