Freitag, 25. Dezember 2015

[Rezension] Und du bist nicht zurückgekommen - Marceline Loridan-Ivens






Titel: Und du bist nicht zurückgekommen
Autor: Marceline Loridan-Ivens mit Judith Perrignon
Original: Et tu n'es pas revenu 
Aus dem Französischen: Eva Moldenhauer
Verlag: Insel
Erschienen: Septemer 2015
ISBN: 978-3-458-17660-2
Preis: 15,00€
Leseprobe
 













Marceline Loridan-Ivens, 1928 als Marceline Rozenberg geboren, wurde im März 1944 mit ihrem Vater nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie ist Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Sie lebt in Paris.








Marceline ist fünfzehn, als sie zusammen mit ihrem Vater ins Lager kommt. Sie nach Birkenau, er nach Auschwitz. Sie überlebt, er nicht. Siebzig Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, den er niemals lesen wird.
Einen Brief, in dem sie das Unaussprechliche zu sagen versucht: Nur drei Kilometer sind sie voneinander entfernt, zwischen ihnen die Gaskammern, der Geruch von brennendem Fleisch, der Hass, die Unausweichlichkeit der eigenen Verrohung, die ständige Ungewissheit, was geschieht mit dem anderen? Einmal gelingt es dem Vater, ihr eine kleine Botschaft auf einem Zettel zu übermitteln. Aber sie vergisst die Worte sofort – und wird ein Leben lang versuchen, die zerbrochene Erinnerung wieder zusammenzufügen.
Marceline Loridan-Ivens schreibt über diese Ereignisse und über ihre unmögliche Heimkehr, sie schreibt über ihr Leben nach dem Tod, das gebrochene Weiterleben in einer Welt, die nichts von dem hören will, was sie erfahren und erlitten hat. Und über das allmähliche Gewahrwerden, dass die Familie ihren Vater dringender gebraucht hätte als sie: »Mein Leben gegen deines.«


Ich bin ein fröhlicher Mensch gewesen, weißt du, trotz allem, was uns widerfahren ist.







Es gibt Bücher, da ist eine Bewertung nicht gerechtfertigt, es gibt Bücher, die sollten keine Bewertung erhalten, und aus diesem Grund fällt meine Bewertung hier weg. Denn Und du bist nicht zurückgekommen ist ein Kleinod, ein Brief, ein wahres Herzensbuch, dessen Wert man nicht in schnöde Bewertungszahlen fassen kann.
Auf etwas über 100 Seiten schreibt Marceline Loridan-Ivens einen Brief an ihren Vater. Ihren Vater, der mit ihr zusammen deportiert wurde, der ihr sagte, sie würde zurückkommen, aber er nicht. Und der diese Prophezeiung war gemacht hat. Die Worte sind nicht beschönigend, sie sind ehrlich und sie gehen zu Herzen. Es ist wichtig, dass es Bücher wie dieses gibt, um uns zu erinnern.
Eigentlich haben wir hier "nur" einen Brief. Einen Brief der 86jährigen Marceline an ihren Vater, den sie damals verloren hat, der eben nie zurückkam. Sie schreibt an ihn, wie ihre Zeit im Lager war, was sie empfunden hat, welche Fragen sie sich stellt und was danach passiert ist. Sie lässt einen so nah an ihre Geschichte heran, ohne dass dieses kleine Werk emotional überladen wäre, ganz im Gegenteil. Und trotzdem... ich bin gerade nicht in der Lage, ein Buch da direkt hinterher zu lesen, denn dieser Brief braucht Zeit. Und im Gegensatz zur Verfasserin fehlen mir gerade die Worte, denn dieses Kleinod hat mich wirklich berührt.
Man muss sagen, dass Marceline Loridan-Ivens einen tatsächlich schlicht und einfach schön schreibt, anders kann ich es nicht ausdrücken. Es ist ein literarischer Brief und - wie bereits erwähnt - ist er berührend offen. Schonungslos offen, so dass man auch von ihrer Abgebrühtheit gegenüber dem Tod in den Lager erfährt, ohne dass Verzweiflung oder Emotionen überhand nehmen. Ich denke, das ist genau das, was mich so sprachlos macht und so bewegt zurück lässt. Dass man die Liebe zu ihrem Vater spürt, er aber dennoch keinen Thron inne hat, sie sich auch an Streitereien und ähnliches erinnert. Dass es diese Offenheit, diese Ehrlichkeit gegenüber sich selbst auch ist, die mich als Leserin unglaublich fasziniert und berührt hat.








Was soll ich noch groß sagen? Dieses Buch ist eine absolute Leseempfehlung und ein genauso absolutes Herzensbuch. Es ist nicht lang und es ist hier schon alles gesagt, also... bitte, lest dieses Buch und hoffentlich lässt es euch genauso nachdenklich und bewegt wie mich zurück.

Sonntag, 20. Dezember 2015

[Take a look] Advent, Advent...

Auch wenn es draußen aktuell so gar nicht weihnachtet, heißt das nicht, dass wir nicht drinnen die Weihnachtszeit willkommen heißen können. Der Duft von Keksen, eine CD mit guten Weihnachtsliedern und natürlich ein Adventskranz dürfen in dieser Zeit einfach nicht fehlen. Und dabei ist es egal, ob der Krank klassisch mit Tannenzweigen gebunden, minimalistisch mit nur vier Kerzen oder doch vielleicht moderner ist. Jeder hat seinen eigenen Stil, seinen eigenen Geschmack und somit weihnachtet es bei jedem anders.


Bei mir ist dieses Jahr ein Adventsglas eingezogen und die Farben Türkis, Kupfer und Weiß dominieren. Allgemein habe ich aktuell ein Faible für Türkis, daher war es ein Muss, dass es auch mit weihnachtet. Ich finde, man kann so ziemlich jede Farbe weihnachtlich aufwerten, wenn man den richtigen Glamour durch Silber, Gold oder eben Kupfer zur Unterstützung hinzu zieht. Und wenn es schon draußen nicht schneit, dann kommt doch eben etwas Weiß zur weihnachtlichen Dekoration hinzu.
Es ist schon ein bisschen her, aber das hier war meine Nikolaus-"Tafel" (bei der Tischgröße kann man ja schlecht von einer Tafel sprechen ;)).





Auch meine Schneiderpuppe sollte etwas stimmungsvoll wirken, also habe ich ihr eins meiner liebsten Kleider angezogen und eine Kette. Eine Lichterkette.





Ich habe vielleicht keinen Tannenbaum, dafür eine Schneiderpuppe, so wie es sich für einen Cosplayer gehört!


Euch wünsche ich einen frohen vierten Advent und eine hoffentlich besinnliche Weihnachtszeit!

Dienstag, 15. Dezember 2015

[Rezension] Cook mal Türkisch - Filiz Penzkofer





Titel:  Cook mal Türkisch
Autor: Filiz Penzkofer
Verlag: GU
Erschienen: September 2015
ISBN: 9783833844690
Preis: 19,99€
Leseprobe
 
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Viele Köche verderben den Brei, aber viele Kulturen bereichern die Speise, sagt Filiz Penzkofer - und kocht danach. Türkisch-deutsch zu kochen wurde der 29-Jährigen in die Wiege gelegt: Während ihre Mutter türkische Hausmannskost kochte, sautierte ihr deutscher Vater Jakobsmuscheln und flambierte Entrecôtes. Die Idee, Mutters Weinblätter in Vaters Trüffelöl zu marinieren, war also schnell geboren - und getreu dem Motto ihrer türkischen Oma - Wer keine Fehler macht, macht gar nichts! - experimentierte sie weiter. Die Ergebnisse: deutsch-türkische Rezepte wie Döner mit Rote-Beete-Carpaccio und Ziegenkäse oder Ilaras Schwarzwälder Grieskuchen. Cook mal türkisch! ist aber nicht einfach nur ein türkisch-deutsches Kochbuch: Garniert wird der moderne Mix aus Slowfood und Fastfood, Orient und Okzident mit vielen persönlichen Geschichten rund um Filiz türkisch-deutsche Familie, spannende Neuköllner Begegnungen und ihre kulinarischen Erlebnisse mit und in der jungen türkischen Küche.















Das Kochbuch von Filiz Penzkofer ist nicht nur gespickt mit tollen Rezepten, sondern auch mit einigen humorvollen Anekdoten, die das Buch definitiv aufwerten und auflockern. Somit hat es tatsächlich auch Spaß gemacht, einfach nur durchzulesen und die kleinen Geschichten mit einzelnen Rezepten in Verbindung zu bringen.
Die Rezepte an sich klingen alle superlecker und machen Lust, sie zu kochen. Das Besondere hierbei sind nicht nur die klassischen türkischen Rezepte. Insbesondere das türkische angehauchte Streetfood oder die Kombination aus unserer klassische deutschen Küche mit türkischen Elementen fand ich sehr ansprechend. Und ein Rezept muss ich unbedingt, unbedingt, unbedingt probieren: türkische Köfte mit Spreewaldgürkchen. Ich finde das einfach probierenswert und weiß: Das muss ich mal testen. So ging es mir noch bei einigen anderen Rezepten. Ich habe beim Lesen wirklich Appetit bekommen.
An und für sich sind alle Rezepte gut dargestellt und auch nachkochbar, was die Zutaten betrfifft. Mein Ergebnis von oben ist allerdings nicht unbedingt das Vorzeigebeispiel. Mein Spinatbörek war zwar leicht nachzukochen, doch die von der Autorin angegebene Backzeit war für meinen Backofen leider dann doch etwas zu lang. Nun ist mein Börek leider etwas sehr gebräunt, schmeckt aber dennoch sehr gut. Wie viele andere Rezepte ist auch dieses leicht nachzukochen.
Durch die Vielfalt an Rezepten findet sich auch wirklich für jeden etwas, das ihn anspricht. Verständlich geschrieben ist es auch. Wie es sich bei den anderen Rezepten mit der Kochdauer aussieht, kann ich jetzt noch nicht sagen, aber mein Börek und ich waren uns da nicht ganz mit dem Buch einig, wie man eben oben sieht. Das will jetzt natürlich nicht heißen, dass das bei jedem Rezept so ist. Vielleicht ist mein Backofen auch einfach eine kleine Diva, da zu kann ich jetzt nichts sagen.
Die Gestaltung ist sehr attraktiv, mir ist das leicht orientalisch anmutenden Cover jedenfalls gleich ins Auge gefallen und auch im Buch setzt sich die ansprechende Gestaltung fort. Bei den Rezeptbildern läuft zumindest mir das Wasser im Munde zusammen. Wie es sich für ein gutes Kochbuch gehört, macht es Appetit! Also nicht lesen, wenn ihr eh schon hungrig seid, es sei denn, euer Kühlschrank ist voll und ihr könnt gleich loslegen.
Und ganz von den Rezepten abgesehen, hat Autorin Filiz Penzkofer auch einen angenehmen Schreibstil, der in den Anekdoten auch einen leicht ironischen Ton hat. Allein durch deiese kleinen Geschichten hat man einen sehr sympathischen Eindruck von ihr und man fühlt sich auch - selbst wenn es jetzt kitschig kling - willkommen.








Appetitanregend, tolle Rezepten, tolle Geschichten. Und es macht Hunger auf die Türkei abseits der Dönerbuden in unseren Innenstädten.








Quellen
Cover; Inhalt

Sonntag, 13. Dezember 2015

[Rezension] Poste deine Darmspiegelung - Peter Wittkamp






Titel: Poste deine Darmspiegelung
Autor: Peter Wittkamp
Verlag: Knaur
Erschienen: Oktober 2015
ISBN: 978-3-426-78777-9
Preis: 9,99€
Leseprobe
 
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Peter Wittkamp ist 33, geboren in Asbach bei Bonn und lebt als freier Kreativer in Berlin. Er studierte Soziologie und arbeitete als Marktforscher bei Universal Music, später bei einer Social Media-Agentur. Seit 2013 ist er selbstständiger Berater für Online-Kommunikation. Sein erstes Buch „Die fünf schlechtesten Antworten auf "Ich liebe dich!"“ fand die Bravo "Hot".








Narzissten, Egozentriker und digitale Selbstdarsteller: Facebook, Twitter und Instagram könnten so schön sein, wären da nicht die selbstverliebten Nervensägen unterwegs, die sich mit Selfie-Stangen vor jedem Sonnenuntergang fotografieren, das Ultraschallbild des ungeborenen Babys posten und das Netz mit Herzchen und Emojis verstopfen. Peter Wittkamp kennt alle digitalen Ungepflogenheiten und spießt die schlimmsten Auswüchse auf. Seine Ratgeberparodie ist ein großer Spaß für alle, die die sozialen Medien lieben und die sich nicht anders zu helfen wissen, als über die digitalen Selbstdarsteller zu lachen.







Die meisten Experten sind sich einig: Das Internet wird uns wahrscheinlich noch ein paar Jahre erhalten bleiben.








Amüsant, leicht, liest sich einfach nur weg. Und das alles gewürzt mit einer ordentlichen Portion Ironie. Aktuell komme ich zeitlich einfach nicht richtig zum Lesen und komme auch einfach nicht in die Bücher rein, die ich anfange. Ich denke, dass jeder solche Momente kennt, oder? Bei mir war es so, dass ich dann die Leseprobe von diesem Buch gelesen habe und wusste, dass will ich weiterlesen. Und kaum hatte ich es in meinen Händen, war ich praktisch auch schon wieder durch.
Trotz seiner 42 Lektionen ist das Buch nicht unbedingt das mit der größten Seitenanzahl, aber dafür geht es auf den 176 Seiten umso amüsanter zu. Autor Peter Wittkamp beschreibt wirklich fantastisch und ironisch den perfekten Internetnutzer - oder eben auch nicht. Fast schon bierernst (ich finde, es ist das perfekte Wort für den Stil) stellt er in einzelnen Lektionen die unterschiedlichen Dinge vor, die ein Internetnutzer unbedingt beachten sollte. Das fängt mit einer ausgiebigen Nutzung von Smileys an, erklärt uns, dass wir unbedingt regelmäßig das Profilbild wechseln müssen und erklärt die wunderbare Welt von Chefkoch (der einzige Ort im Internet, an dem man wirklich unzensiert posten kann!).
Manchmal kommt dann schon so ein Oh-Oh-das-mache-ich-manchmal-aber-auch-Moment auf und ich dachte mir wirklich, eigentlich sollte ich das echt mal ändern, aber letztlich... nimmt man es mit Humor.
Ich habe Poste deine Darmspiegelung in kürzester Zeit verschlungen und das Titelthema kommt natürlich als eine der wichtigsten Lektionen überhaupt am Schluss. Jedes der Kapitel ist unterschiedlich lang, da gibt es welche, die gehen über mehrere Seiten, aber auch Lektionen, die mit nur einer Seite deutlich kürzer sind, stehen den längeren in Sarkasmus und Humor nicht nach.
Was ich mir hier tatsächlich gewünscht hätte, wäre ein Inhaltsverzeichnis. Erst kommt das Vorwort, dann die erste Lektion. Und wenn man, so wie ich im Moment, das ein oder andere Kapitel noch mal lesen möchte, muss man wirklich das ganze Buch durchblättern und hoffen, dass es doch recht weit vorne war. Außerdem hätte es dem Ganzen noch mehr den Schein eines richtigen Ratgebers gegeben und wäre damit perfekt gewesen. Das ist für mich das fehlende Tüpfelchen auf dem i.








Rege Internetnutzer (so wie ich das bin) mit einer gehörigen Portion Selbstironie und Humor machen hier definitiv nichts verkehr. Das Buch ist amüsant, sarkastisch und liest sich praktisch von allein.








Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Donnerstag, 10. Dezember 2015

[Aktion] 2016 - Das Jahr der Klassiker

Ramona von der Kielfeder und Petzi von Die Liebe zu den Büchern haben ja schon eine tolle Aktion für 2016 ins Leben gerufen: Das Jahr der Taschenbücher. Diese Aktion möchte ich euch auf alle Fälle ans Herz legen, schaut durch, ich finde es eine tolle Sache!

Ich persönlich hadere schon länger mit mir, denn: Es gibt so viele tolle Klassiker und ich habe so wenige davon gelesen. Oder habe sie nur für die Uni gelesen und nicht aus Spaß an der Freude. Und das möchte ich 2016 ändern. Daher starte ich das Jahr der Klassiker!


Ich habe mir selbst zum Ziel gesetzt, jeden Monat mindestens einen Klassiker zu lesen. Das kann ich mir zwar selbst nicht garantieren, aber das ist einfach mein persönliches Ziel.
Es gibt weder einen Preis noch Lese-Zwang, doch auch die Klassiker haben verdient, gelesen zu werden.
Ich würde mich freuen, wenn mich jemand dabei begleitet und sich vielleicht auch von dem ein oder anderen Klassiker begeistern lässt. "Erlaubt" ist alles, ob Lyrik oder Epos, ob Homer oder Orwell. Und es gibt noch so viel abseits der Standard-Klassiker aus der Schule zu entdecken. Allein bei der Überlegung, welche Klassiker ich lesen könnte, war da so eine Fülle an Autoren, die ich gerne lesen würde... da hat man wirklich die Qual der Wahl!


Mittlerweile habe ich eine grobe Leseliste, was ich gerne schaffen würde (und auch schon für die einzelnen Monate ein vorläufiges Ziel gesetzt). Wollt ihr wissen, was ich so gedenke zu lesen?
Hier mal mein kleiner Vorabüberblick:

Januar - Fitzgerald: Der große Gatsby (peinlich, aber wahr, noch nie gelesen...)
Februar - Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
März - Dumas: Die Kameliendame
April - Kästner: Als ich ein kleiner Junge war
Mai - Austen: Stolz und Voruteil (noch so ein Versäumnis...)
Juni - Calvino: Der Baron auf den Bäumen
Juli - Buck: da habe ich noch ein wunderbares Exemplar rumliegen, aber der Titel fällt mir nicht ein...
August - Homer: Ilias
September - Dante: Die göttliche Komödie
Oktober - Lee: Wer die Nachtigall stört
November - Salinger: Fänger im Roggen
Dezember - Dickens: Der Weihnachtsabend

Das ist nur eine vorläufige Auswahl... Ich möchte auch unbedingt noch einen Lyriker unterbringen, Rilke wäre toll oder Hilde Domin. Außerdem gibt es da ja nochWilde oder Evelyn Waugh, Stevenson, Dostojewski, Tschechow, Tolstoi, Shakespeare, Virginia Woolf, Henry James, Ernst Jünge, Remarque, Hemingway, Joseph Roth, Arno Schmidt, Anna Seghers, Flaubert oder Grimmelshausen, Hoffmann und Hebbel, Ibsen, Moliere, Stifter und natürlich Poe.
Hallo Qual der Wahl, sage ich da nur.

Also, vielleicht begleitet mich ja jemand auf meinem Weg durchs Jahr der Klassiker. Ich persönlich freue mich schon unglaublich darauf!

Januar:
Der große Gatsby
Die Abenteuer des Sherlock Holmes

Freitag, 4. Dezember 2015

[Aus dem Nähkästchen] Chocora

Hallo ihr Lieben,
heute darf ich heute wieder eine wirklich wunderbare Cosplayerin vorstellen. Chocora habe ich damals zum ersten Mal als Honoka Kousaka aus Love Live gesehen und sie hat mich geflasht. Und noch immer gehört sie zu den Cosplayerinnen, die mich immer wieder begeistern. Fast bei jedem Bild denke ich mir: zu hübsch!
Aber sie ist auch sehr wandelbar und man spürt einfach immer die Begeisterung für die Charaktere, welche sie darstellt. Aktuell ist sie übrigens in Japan und macht auch dort einige Cosplay-Erfahrungen. Ich wünsche ihr da weiterhin viel Spaß!
Und euch jetzt viel Spaß mit ihren Antworten zu meinen Fragen (und natürlich auch mit den Bildern):



Fotograf: InnocentPhoto

1. Wie bist du damals zum Cosplay gekommen?
Ich bin durch meine Oma zum Cosplayen gekommen. Sie hat mich der Tochter von einer ihrer Freundinnen vorgestellt, die auch Manga mochte. Zu dem Zeitpunkt kannte ich Cosplay gar nicht und hab nur Manga gelesen und FFs geschrieben. Diese Freundin hat mir erzählt, dass sie "cosplayt" und mir erklärt, dass man sich als seine Lieblingscharas verkleidet. Und damit dann auf sogenannte "Cons" und Treffen geht. Beim nächsten Mal hat sie mich dann mitgenommen und ich war begeistert. Danach wollte ich das auch unbedingt mal ausprobieren. x3 

2.  Wie hat sich deiner Ansicht nach die Cosplayszene mittlerweile entwickelt
Die größte positive Entwicklung ist meiner Meinung nach, dass das durchschnittliche Cosplaylevel allgemein auf deutschen Treffen sehr hoch. Natürlich gibt es auch weniger gute Cosplays, aber wenn man das Durschnittsbild einer Con von vor 8 Jahren und das von heute vergleicht, ist es schon echt auffällig, dass das Durchschnittscosplayniveau viel höher ist als damals. Damals war man ja schon ein mega guter Cosplayer, wenn man nur eine richtige Perücke aufhatte. xD Damit kommt dann aber auch die große negative Entwicklung einher. Es wird direkt viel mehr von einem Cosplay-Neuling erwartet und wenn dieser unterdurschnittlich gut ist, zieht das oftmals Läster-Attacken mit sich.Allgemein denke ich, dass Lästereien und Cosplayer, die sich gegenseitig als "Konkurrenz" sehen, obwohl sie doch die gleiche Serie mögen, häufiger als vorher.Natürlich gab es das wahrscheinlich auch früher schon, aber ich denke mit einer wachsenden Zahl an Cosplayern wächst sowas leider auch automatisch mit. 

Fotografin: Britty
 
3. Hast du Cosplayer, die dich immer wieder flashen können?
Natürlich hab ich Cosplayer, deren Kostüme ich immer toll finde~ Da gibt es sogar eine ganze Menge! Aber so "den einen" lieblingscosplayer habe ich nicht.

4. Nach welchen Kriterien wählst du deine Kostüme aus? Hast du einen besonderen Bezug zu deinen Charakteren?
Es gibt mehrere Kriterien, warum ich mich entscheide, etwas zu cosplayen. Der häufigste Grund ist, dass mich die Serie und/oder der Character gerade stark "flasht", d.h ich bin einfach gerade total Fan davon und cosplaye es aus Liebe zum Chara. Dann gibt es noch das Kriterium, dass mich das Outfit besonders anspricht und ich es deswegen cosplaye. Und dann gibt es noch das Kriterium, dass Freunde etwas cosplayen und Mitcosplayer suchen. Meistens ist es aber eine Mischung aus all diesen Gründen. :3 Wenn ich Charas vor allem aus Grund 1 cosplaye, dann habe ich auf jeden Fall immer einen besonderen Bezug zu ihnen, weil ich die Charas sehr gerne mag. Und manchmal gibt es auch Charas, zu denen habe ich einfach einen besonderen Bezug, weil ich mich stark mit ihnen identifizieren kann. Ein Beispiel wäre hier Honoka aus Love Live!. 

Fotografin: Britty
 
5. Hast du einen Charakter, den du immer wieder cosplayen möchtest?
Meine momentanen Lieblingscharas könnte ich immer wieder cosplayen. xD Vor ein paar Monaten war zum Beispiel Nagisa aus Free! mein Lieblingschara und deswegen hab ich ihn sehr häufig gecosplayt. Auch immer wieder cosplayen könnte ich Honoka aus Love Live!, weil ich mich wie oben erwähnt gut mit ihr identifizieren kann.^^ 

6. Gibt es eine Grenze für dich, bei der du sagen könntest, das werde ich wohl nie umsetzen?
Eigentlich gibt es sowas nicht für mich, muss ich sagen. Wenn ich mir ein Cosplay fest in den Kopf gesetzt habe, dann setze ich das auch meistens um. Das Einzige, was mich davon abhalten kann, ist dann, wenn mich ein anderes Cosplay noch mehr flasht, bevor ich es umsetzen kann und deswegen dann das andere Cosplay umsetze. xD 

Fotografin: Britty
 
7. Gibt es noch eine besondere Technik oder ein Material, die/das du unbedingt noch testen willst?
Worbla. Ich habe noch nie damit gearbeitet, würde es aber gerne mal ausprobieren. Gernerell beim Bauen von Cosplay Waffen hab ich noch fast gar keine Erfahrung und muss noch eine Menge lernen x.x 

 8. Was ist dein liebstes Werkzeug? Basteln, Nähen oder vielleicht doch Perücken?
Ich liebe Nähen. Mit Spitzen, Borten und Rüschen ein hübsches Outfit zu schaffen ist einfach toll und macht mir mega viel Spaß. Dafür bin ich beim Basteln eine absolute Niete. Da hab ich echt zwei linke Hände. In der Hinsicht möchte ich noch viel lernen. Mein liebstes Werkzeug ist meine Nähmaschine, auch wenn ich sie manchmal beleidige, wenn sie spinnt. 
Anmerkung: Ich auch, ich auch... Wüste Beschimpfungen, wenn der Faden reißt oder der Stoff nicht transportiert wird, wer kennt das nicht...

Fotografin: Britty

 9. 3 Dinge, die du am Cosplay liebst, und 3, die du daran hasst.
Positiv: 
1. Ich liebe es, meine Lieblingscharaktere umzusetzen. Sie auf Fotos hübsch darzustellen, mein Lieblingspairing oder Szenen auf Fotos wahr werden zu lassen und manchmal auch einfach nur als der jeweilige Chara auf einer Con rumzulaufen und dann von anderen Leuten angesprochen zu werden, die den Chara auch so mögen und vielleicht sogar manchmal deine Umsetzung dann loben. Das ist das schönste Lob für mich. 
2. Ich habe durchs Cosplay Freunde fürs Leben gefunden. Eigentlich habe ich 90% meiner Freunde durchs Cosplay kennengelernt. Cons sind einfach die beste Gelegenheit, um Gleichgesinnte zu finden. 
3. Cosplayen macht einen offener und steigert das Selbstwertgefühl. Natürlich kann ich hier nicht für alle sprechen, aber ich war vor dem Cosplayen ein Einzelgänger ohne viele Freunde und konnte nichtmal auf andere Menschen zugehen, geschweige denn sie umarmen. Ich fand mich hässlich und zu nichts zu gebrauchen. Aber durch Cosplay bin ich offener geworden, hab Talente an mir entdeckt, die ich vorher nicht kannte und hab herausgefunden, dass jeder auf seine Art schön sein kann, wenn er sich etwas anstrengt. 

Schlechte Seiten: Das fällt mir etwas schwer, denn ich liebe das Cosplayen über alles und die negativen Seiten, die es gibt, sind für mich nicht wirklich stark ausgebildet. Aber ich versuche es einfach mal: 
1. Konkurrenzkampf und Lästern unter Cosplayern. Das gibt es in eigentlich jeder Szene und die Cosplayszene ist da keine Ausnahme. Leider kann man nicht vermeiden, dass es immer Leute geben wird, die sich nicht leiden können, auch wenn sie das gleiche Hobby haben. Und sich mit anderen Leuten zu vergleichen ist im Prinzip ja auch etwas natürliches. Solange das nicht zu heftige Ausmaße annimmt, finde ich das auch okay. 
2. Leute, die das "inchara" sein zu ernst nehmen. Natürlich macht es Spaß inchara zu sein, aber wenn es um bestimmte Sachen geht, muss man Realität und Anime auseinander halten. Damit meine ich vor allem Leute, die andere angrapschen oder schlagen, weil das ihr Chara ja auch tun würde. Natürlich kommt es auch darauf an, wem man gegenübersteht und wo deren Grenzen sind, aber wenn man die Personen nicht kennt, dann sollte man erstmal davon ausgehen, dass das oben genannte NICHT okay ist. Das Gleiche gilt aber auch für Cosplay-Beziehungen. Damit meine ich Beziehungen, die nur zustande kommen, weil eine Person Chara X cosplayt und die andere Chara Y. Natürlich können so auch richtige und gute Beziehungen entstehen, aber dann muss man lernen irgendwann über das Schema "wir sind Pairing XY" hinaus zu sehen und die Person dahinter lieben lernen. 
3. "Chara XY gehört nur MIR." Wahlweise auch "Ich hab Version XY zuerst gecosplayt, jetzt darf das kein anderer mehr tun!!11!" Es gibt immer auch andere Cosplayer die diese Version oder Chara XY schon gecosplayt haben oder cosplayen wollen. Man kann das niemandem verbieten und sollte sich das auch nicht verbieten lassen. Animes sind allgemein gut und jeder hat das Recht das zu cosplayen, was er mag. 

 10. Wettbewerbe sind in der Szene ja immer wieder ein Thema: Hast du bereits an Wettbewerben teilgenommen? Wenn ja, welche Erfahrungen hast du dabei mit genommen? Und wenn nicht, steht das in Planung oder reizt dich das überhaupt nicht?
Ich habe noch nie an richtigen großen Cosplaywettbewerben teilgenommen, hab mir das aber fest vorgenommen, wenn ich wieder zurück in Deutschland bin. Ich hab nur mal an Wettbewerben von der örtlichen Stadtbücherei oder auf Mini-Treffen teilgenommen. 2016 oder eher 2017 möchte ich das aber auf jeden Fall mal ausprobieren. 

Fotografin: Britty
Habt ihr noch Fragen (oder Unklarheiten bei manchen Themen)? Dann stellt sie ruhig! Und schaut unbedingt bei Chocora vorbei, dort werdet ihr noch mehr wunderbare Bilder finden!

[Rezension] Terry Pratchett - Die Krone der Schäferin





Titel:  Die Krone des Schäfers
Autor: Terry Pratchett
Original: The Shepherd's Crown
Aus dem Englischen: Regina Rawlison
Verlag: Goldmann
Erschienen: November 2015
ISBN: 978-3-442-54770-8
Preis: 17,99€
Leseprobe
 
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Terry Pratchett, geboren 1948, gilt als einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Von seinen mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Romanen wurden weltweit bisher über 80 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 38 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur wurde ihm sogar die Ritterwürde verliehen. Terry Pratchett starb im März 2015.







Tiffany Weh, die junge Hexe aus dem Kreideland, musste einige beeindruckende Gegner bezwingen und viele Prüfungen bestehen, bevor die anderen, erwachsenen Hexen der Scheibe sie als eine der Ihren akzeptierten. Nun ist die sie die offizielle Hexe ihrer Heimat, stolz und glücklich – und steht doch vor ihrer bisher größten Herausforderung. Denn tief im Kreideland rührt sich etwas: Ein alter Feind sammelt neue Kraft. Und nicht nur hier, auf der ganzen Scheibenwelt hat eine Zeit der Umbrüche begonnen. Grenzen verschwimmen, Allianzen verschieben sich, neue Mächte entstehen. Tiffany muss wählen zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Gut und Böse. Als sich eine gewaltige Invasion ankündigt, ruft Tiffany die Hexengemeinde auf, ihr beizustehen. Denn der Tag der Abrechnung rückt näher ...






Es wurde im Dunkeln des Runden Meers geboren, winzig und weich, ein Spielzeug der Gezeiten.






Ich muss es einfach noch mal schreiben: Mit Terry Pratchett ist ein ganz Großer von uns gegangen und wenn ich mir vorstelle, dass das hier, zumindest offiziell, das letztes Buch von ihm ist. Es wird etwas fehlen. Die Scheibenwelt hat mich seit meinen ersten Teenagerjahren begleitet und diese Reihe wird einfach immer etwas Besonderes bleiben. Sir Terry Pratchett, du wirst fehlen.
Es war für mich ein Muss, Die Krone des Schäfers zu lesen. Ich finde ja, dass die letzten Bücher nicht an die ersten Bände rankommen, diese sind einfach Kult. Dennoch kann ich nicht aufhören, die Scheibenwelt bleibt suchtfordernd. Ich liebe die Charaktere, sie sind Freunde für mich geworden. Und mit diesem Buch "trauere" ich nicht nur um den Autor, sondern auch um einen der wundervollsten Charaktere. Als ich von diesem Tod gelesen habe, war es ein seltsames Gefühl - erst lässt Terry Pratchett diese fantastische Figur sterben, dann folgt er. Ja, das ist vielleicht Schwachsinn, aber während dem Lesen (ich habe übrigens zum ersten Mal bei einem Scheibenwelt-Roman geheult) war das eben seltsam.
Aber bevor ich hier zu sehr über meine traurigen Gefühle beim Lesen jammere, komme ich mal wieder zum Punkt. Der Tod dieser Figur hinterlässt eine Lücke und es liegt nun an Tiffany Weh, diese zu füllen und mal wieder an einer Aufgabe zu wachsen. Und ich finde, sie macht das gut. Sie geht ihren eigenen Weg und seit dem ersten Märchen-Buch hat sie sich deutlich weiter entwickelt.
Dieses Buch hat immer wieder bedrückende Momente, damit meine ich nur den Tod des Charakters relativ am Anfang. Auch am Ende gibt es eine berührende Todesszene. Die Krone der Schäferin regt nicht so die Lachmuskeln an wie andere Scheibenweltromane. Es wirkt recht ernst, passend zu dem großen Thema Krieg und Weltveränderung, passend... für einen letzten Roman. Irgendwie.
Natürlich ist es nicht perfekt, und ich hatte während dem Lesen auch ein, zwei Kritikpunkte, aber die wollen mir einfach nicht einfallen. Ich gebe es zu: Ich bin da immer noch sehr emotional. Eigentlich wurde es durch dieses Buch nochmal richtig ausgelöst.
Aber: Es liest sich gut. Es liest sich angenehm und die Scheibenwelt lädt einen eben doch immer wieder ein und heißt einen Willkommen. Und es ist aber eben auch nicht Pratchetts bestes Buch. Trotzdem schafft er es immer wieder: Jedes Mal, wenn ich mal wieder ein Buch der Scheibenwelt lese, will ich am Liebsten alle meine Bücher noch einmal von vorne lesen (und die Reihe endlich vervollständigen!). Das ist für mich das Besondere an der Scheibenwelt, sie verführt einen jedes Mal aufs Neue.
Noch einmal zum Buch an sich zurück: Wie bereits erwähnt, ist es dieses Jahr etwas ernster, aber dennoch bleibt der gesellschaftskritische Unterton erhalten. Das fängt beispielsweise mit einem Jungen an, der Hexe werden will, aber das ist auf der Scheibenwelt Frauensache. Dafür bricht er mit seinem Vater und hat das Glück, bei Tiffany unterzukommen. Es sind diese Kleinigkeiten, die das Buch lesenswert machen.
Außerdem begegnen wir wieder vielen alten Bekannten und Hexen. Es steht ein großer Krieg bevor, für Spannung ist also gesorgt. Alles in allem: Man kann es definitiv lesen, auch wenn es sich doch von anderen Scheibenweltromanen unterscheidet.







Ich bin da doch etwas voreingenommen, aber ich fand den Roman trotz seines eher ernsten Unterton definitiv lesenswert. Es ist vielleicht nicht sein bester, aber sein letzter Roman und als Fan ist es für mich somit ein Muss.







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt