Donnerstag, 30. Juli 2015

[Rezension] Girl on the Train - Paula Hawkins





Titel: Girl on the Train
Autor: Paula Hawkins
Original: The Girl on the Train
Aus dem Englischen: Christoph Göhler
Verlag: Blanvalet
Erschienen: Juni 2015
ISBN: 978-3-7645-0522
Preis: 12,99€
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Autor

Paula Hawkins wuchs in Simbabwe auf. 1989 zog sie nach London, wo sie bis heute lebt. Sie arbeitete fünfzehn Jahre lang als Journalistin, bevor sie mit dem Schreiben von Romanen begann. Ihr erster Spannungsroman »Girl on the Train« eroberte in England und den USA auf Anhieb die Spitze der Bestsellerlisten, und noch vor Erscheinen sicherte sich DreamWorks die Filmrechte.

Inhalt

Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse ...

Erster Satz

Sie liegt unter einer Silberbirke bei den alten Gleisen unter einem Steinhügel.

Meine Meinung

Puh. Ernsthaft. Die Idee: Super. Die Protagonistin: Ziemlich unsuper. Eher ziemlich anstrengend. Ganz im Ernst: Wie kann man sich so gehen lassen? Rachel sammelt gleich von Beginn an nicht unbedingt Sympathiepunkte. Da ist die Frage: Braucht das Buch einen so kaputten Charakter, um zu funktionieren? Musste Rachel gleich so am Boden sein? Ich muss sagen, ich fand sie dadurch doch anstrengend. Andererseits kann man ihr dadurch natürlich einiges Negatives anlasten, wie zum Beispiel falsche Vorstellungen und Verdrehen von Tatsachen. Es ist wirklich ein zweischneidiges Schwert, wenn man über diese Protagonistin diskutiert. Dennoch überwiegt bei mir eine Art von Abscheu gegenüber ihrem Benehmen.
Die Geschichte an sich ist eigentlich echt interessant. Aber durch die Protagonistin kam bei mir nie dieses Thriller-Feeling auf. Dadurch dass sie so heruntergekommen ist, war da einfach keine Spannung, es hat nicht gefesselt und nicht in den Bann gezogen.
Es führt einen auf alle Fälle auf falsche Fährten, zumindest anfangs. Doch irgendwann hatte ich dieses Gefühl, dass diese Figur der Mörder ist und so war es dann auch. Ich kann aber auch wirklich nicht behaupten, dass ich irgendwann mal so gefesselt war, dass mich das Buch einfach nur vom Hocker riss.
Schreibstil war in Ordnung, aber jetzt auch nicht so besonders, dass es einen faszinieren würde. Alles in allem kann man sagen, dieses Buch war durchschnittlich. Super Idee, aber durchschnittliche Umsetzung. Ich persönlich hätte so viele Ansätze, so viele Kleinigkeiten, die ich gerne etwas verändern würde, weil es mich dann mehr geflasht hätte. Angefangen natürlich mit der Protagonistin. Rachel ist und bleibt ein schwieriges Knackpunkt.

Fazit

Protagonistin war sehr schwierig und vermutlich dadurch blieb der Krimi mit großen Potential durchschnittlich.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 28. Juli 2015

[Rezension] Weil du bei mir bist - Anna McPartlin





Titel: Weil du bei mir bist
Autor: Anna McPartlin
Original: Pack up the moon
Aus dem Englischen: Karolina Fell
Verlag: Rowohlt
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-499-27178-6
Preis: 9,99€
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Autor

Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Wegen einer Krankheit in ihrer engsten Familie zog sie als Teenager nach Kerry, wo Onkel und Tante sie als Pflegekind aufnahmen. Nach der Schule studierte Anna ziemlich unwillig Marketing. Nebenbei stand sie auch als Comedienne auf der Bühne, doch ihre wahre Liebe galt dem Schreiben, das sie bald zum Beruf machte. Bei der künstlerischen Arbeit lernte sie ihren späteren Ehemann Donal kennen. Die beiden leben heute zusammen mit ihren drei Hunden und zwei Katzen in Dublin.

Inhalt

Emmas Leben ist einfach perfekt. Und seit sie mit John zusammenwohnt, scheint das Glück vollkommen. Aber dann passiert ein schrecklicher Unfall, und plötzlich ist Emma allein. Als wäre auch sie selbst gestorben, verkriecht sie sich im Schneckenhaus ihres Schmerzes. Doch dem sehen Emmas Freunde nicht lange tatenlos zu. Und irgendwie ist auch John immer noch für sie da. Bald wird Emma klar, dass sie von den Menschen, die sie liebt, gebraucht wird. Dass sie stark sein muss, wenn sie für andere da sein will. Und sie begreift, dass das Glück ganz nah sein kann, wenn man meint, es für immer verloren zu haben.

Erster Satz

Es war Anfang März und es regnete.

Meine Meinung

Nachdem ich von Rabbit Hayes(immer noch mein Jahreshighlight!) so begeistert war, musste ich einfach wissen, ob das für mich ein Ein-Buch-Flop ist oder ob Anna McPartlin das Talent hat, eine meiner liebsten Autorinnen zu werden. Da kam mir ihr Debütroman Weil du bei mir bist gerade recht!
Ganz so durchgeweint wie bei Rabbit und ihrer Familie habe ich nicht, und dennoch ging mir das Buch nahe. Die Autorin hat die Fähigkeit Geschichten zu schreiben, die einem ans Herz gehen, ohne zu schmalzig zu sein.
Hier hat mir besonders gut gefallen, dass es nicht um Emma allein geht. Sie verliert zwar ihren Mann, aber ihre Freunde verlieren einen verdammt guten Freund. Und das wird immer wieder deutlich. Jeder aus dieser Clique verliert durch Johns Verlust auch etwas an Boden und Seelenfrieden (mal ganz dramatisch ausgedrückt) und das wird schön dargestellt. Es ist auch einfach so, dass jeder anders auf diesen Schock reagiert. Und jeder muss sich anders daraus kämpfen.
Dennoch bleibt Emma die Protagonistin, alles dreht sich um sie und John. Ich konnte ihre Gefühle, ihre Trauer nachvollziehen, das ist die Kunst, welche Anna McPartlin hervorragend beherrscht. Sie zeigt dem Leser das Innerste ihrer Protagonistinnen. Ich finde es wundervoll, wie sie den Alltag nach dem großen Unglück darstellt. Erst durch Johns Tod gewinnen die Beziehungen sämtlicher Figuren noch einmal an Tiefe und es offenbaren sich Probleme, die man vorher nicht vermutet hätte.
Es war einfach so alltäglich. Diese Probleme (okay, eine Figur entwickelt tatsächlich eine eher nicht so alltägliche Geschichte, aber nichtsdestotrotz war auch das irgendwie glaubhaft, obwohl es auf den ersten Blick eigentlich unglaubwürdig sein müsste - Anna McPartlin hat es einfach raus!) könnten jedem von uns passieren, das ist die Magie dahinter.
Übrigens gibt es hier nicht nur traurige Momente, ganz im Gegenteil! Die Autorin beweist auch hier wieder ihren unterschwelligen Humor. Ich finde es grandios, wie sie einen auch bei so einer Geschichte immer wieder zum Schmunzeln bringt. Die Frau hat einfach Talent für solche Geschichten.

Fazit

Das ist die Geschichte von Menschen, die mit Trauer zurecht kommen müssen und die ganz unterschiedlich damit zurecht kommen.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 26. Juli 2015

[Rezension] The Bone Season. Die Träumerin - Samantha Shannon





Titel: The Bone Season. Die Träumerin
Autor: Samantha Shannon
Original: The Bone Season
Band: 1
Verlag: Bloomsbury
Aus dem Englischen: Charlotte Lungstrass-Kapfer
Erschienen: November 2013
ISBN: 978-3-8270-1171-8
Preis: 16,99€
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Autor

Samantha Shannon, geboren 1991, wuchs im Londoner Westen auf, wo sie mit fünfzehn das Schreiben begann. Sie hat gerade ihr Literaturstudium am St Anne’s College in Oxford beendet. »Die Träumerin« ist der erste Band einer siebenteiligen Serie um die junge Seherin Paige Mahoney. Die Übersetzungsrechte wurden in mehr als zwanzig Länder verkauft und eine Verfilmung ist in Arbeit.

Inhalt

Sie ist stark, sie ist schnell, und sie kann etwas, was sonst niemand kann: die Gedanken anderer auskundschaften. In einer Welt, in der Freiheit verachtet und Träume verboten sind, wächst die junge Paige zu einer Kämpferin heran. Doch dann wird sie erwischt und in eine geheime Stadt verschleppt, in der ein fremdes Volk herrscht, die Rephaim. Und wo sie Arcturus trifft, den jungen Rephait mit den goldenen Augen. Er ist das schönste und unheimlichste Wesen, das sie je gesehen hat. Seine Gedanken sind ihr ein Rätsel. Und ausgerechnet ihm soll Paige von nun an als Sklavin dienen…

Erster Satz

Ich stelle mir gerne vor, dass es am Anfang mehr von uns gegeben hat.

Meine Meinung

Der Vergleich mit den Tributen hat mich bei diesem Buch neugierig gemacht. Und auch wenn es für mich ein völlig anderes Buch ist und eigentlich nicht vergleichbar, hat es mich nach einer Weile richtig gefesselt und in den Bann gezogen. Am Anfang, das gebe ich zu, war ich eher etwas misstrauisch gegenüber dem Ganzen. Doch Paige hat mich mit ihrem kämpferischen Wesen überzeugt. Was mich anfangs eben etwsa gestört hat: die perfekte Paige. Sie kann etwas, was sonst niemand kann. Sie ist stark und wird gleich von dem unnahbarsten Rephait angenommen. Ich mag diese ach-so-perfekt-Gehabe einfach nicht. Oftmals hat die Geschichte da keine Chance, sich noch überraschend zu entwickeln. Natürlich war hier doch auch einiges vorhersehbar. Dass Arcturus kein normal denkender Rephait ist, das war zu erwarten. Und dass eine besondere Beziehung zwischen ihm und Paige entsteht, ebenfalls!
Aber es gab auch einige überraschende Momente: Arcturus bekommt von der Rephaim-Seite Unterstützung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Es gibt einige Charaktere, die nur am Rande auftreten und da doch noch einige interessante Auftritte haben.
Ich muss zugeben, dass bei mir immer noch etwas Widerstand ist, obwohl mich die Geschichte dennoch gefesselt hat. Ganz oft habe ich das Gefühl, dass Figuren nur auftreten, damit nicht nur Paige und Arcturus handeln. Es sind eher Randerscheinungen, die nicht wirklich Tiefe aufweisen. Bei der Seitenanzahl ist das eigentlich schade.
Unsere beiden Protagonisten sind da natürlich deutlich besser ausgearbeitet. Gerade bei Paige sieht man auch eine Entwicklung, wenn man sie mit ihrer Gang am Anfang sieht und dann ihr Benehmen am Ende.
Auch der Hintergrund ist einfach super, die Idee hat mir richtig gut gefallen. Das ist so komplex, das ist gar nicht in einem kleinen Blogbeitrag in Worte zu fassen. Aber mal ganz kurz: Es gibt übernatürlich Begabte, die mit dem Aether in Kontakt treten können. Unterschiedliche Typen haben unterschiedliche Fähigkeiten und sollen von SCION unter Verschluss gehalten werden. Doch zusätzlich gibt es eben noch die Rephaim, die bei der sogenannten Knochenernte von den bei SCION gefangenen Begabten Leute für sich zur Sklaverei abziehen. Wahnsinn, oder? Und richtig faszinierend war das auch. Während mir die Personengestaltung nicht ganz so gefallen hat, fand ich das hier umso spannender! Daher freue ich mich auch schon auf den zweiten Band, denn da blieben doch so einige Fragen übrig!




Fazit

Die Personengestaltung kann noch etwas ausreifen, aber die Geschichte und Idee an sich macht das wett! Superspannend und superfaszinierend! Und viel Geschichte für das Geld!

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 24. Juli 2015

[Rezension] Die Kleiderdiebin - Natalie Meg Evans





Titel: Die Kleiderdiebin
Autor: Natalie Meg Evans
Original: The Dress Thief
Aus dem Englischen: Stefanie Fahrner
Verlag: Heyne
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-453-41867-7
Preis: 9,99€
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Autor

Natalie Meg Evans gab einst ihren Platz an der Kunstakademie auf, um einem Londoner Experimentiertheater beizutreten. Sie verbrachte dort fünf Jahre und schrieb in dieser Zeit auch eigene Theaterstücke und Sketche. Heute lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann im ländlichen Norden von Suffolk, umgeben von ihren Hunden und Pferden.

Inhalt

Paris in den 30er-Jahren: Die junge Telefonistin Alix Gower träumt davon, die glamouröse Welt der Haute Couture zu erobern. Der charmante und gut aussehende Paul verschafft ihr die Chance ihres Lebens – eine Anstellung in einem der berühmtesten Modehäuser der Stadt, allerdings mit dem Auftrag, die Frühjahrskollektion zu kopieren. Alix stimmt zu, ein doppeltes Spiel zu spielen. Dabei setzt sie nicht nur ihre Zukunft, sondern auch ihr Herz aufs Spiel ...

Erster Satz

Die dumpfen Schläge, die durch das Fachwerkhaus dröhnten, töteten einen Mann und stürzten einen anderen ins Verderben.

Meine Meinung

Ein Buch über Modedesign im Paris der 30er-Jahre. Aber hallo! Klare Sache, das musste her! Und ich fand es toll. Die Beschreibungen der Kleider, die Beschreibungen von Paris... so macht ein Buch Spaß!
Nicht ganz gebraucht hätte ich den dramatischen Hintergrund, der bereits im Prolog beginnt. Alix und ihre Modeklau wäre auch so schon interessant genug gewesen! Und das komplette Drama deckt sich sowohl für Alix als auch für uns Leser ganz am Schluss erst richtig auf.
Dennoch muss ich auch sagen, dass ich allgemein das Gefühl hatte, dass die Autorin gerne einen Krimi-Touch untergebracht hätte, mit Überfällen und allem möglichen. Mir war das insgesamt fast zu viel. Ich wünschte mir, sie hätte sich eben auf das Kopieren der Mode konzentriert. Das allein war schon Stoff für ein ganzes Buch, wurde dann aber manchmal leider etwas gequetscht, weil so viele Dinge außen herum passierten.
Aber trotz dieser Kritik fand ich diese beschriebene Welt faszinierend. Mode in dieser Zeit übt eine besondere Faszination auf mich aus und daher habe ich das Buch verschlungen. Die Entwürfe, die beschrieben wurden... hätte ich teilweise doch gerne einfach so aus meinem Buch gezaubert und würde sie gerne selbst besitzen! Beschreibungen liegen der Autorin, diese Bilder haben sich vor meinem inneren Auge aufgebaut.
Die zwischenmenschlichen Beziehungen wurden dann teilweise doch etwas kompliziert und - auch hier kommt mein Kritikpunkt zu tragen - zu verworren. Es waren zu viele Köche und da wird der Brei nun mal leider doch etwas verdorben. Natalie Meg Evans wollte - meiner bescheidenen Ansicht nach - einfach zu viel in diesem Buch unterbringen. Das waren zwei unterschiedliche Geschichten, wenn nicht gar fast drei, die man ausführlicher hätte schreiben können.
Die Figuren waren alle für sich interessant und da ist auch wieder der gerade eben genannte Punkt. Zu viel. Es war alles einfach zu viel. Schade eigentlich. Alix war sympathisch, auch wenn sie zur Diebin wird, da man das Verhalten und den Grund dafür doch nachvollziehen kann. Auch ihre Familiensituation fand ich super. Dennoch trifft sie einige falsche Entscheidungen, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte, meine Sympathie trotzdem nicht gemindert haben. Und ansonsten gibt es so viele Charaktere, die beschreibenswert wären... es sind einfach zu viele!

Fazit

Mein Fazit? Zu viel. Zu viel Stories, zu viele Figuren, zu viel gewollt. Dennoch eine tolle Idee (oder eher drei tolle Ideen...), wenn für mich auch dadurch die Geschichte etwas gequetscht wird.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 22. Juli 2015

[Rezension] Dog & Scissors - Kamon Ohba, Tetsuhiro Tabeshima





Titel: Dog & Scissors
Autor: Kamon Ohba, Tetsuhiro Tabeshima
Original: Inu to Hasami wa tsukaiyo
Band: 1
Aus dem Japanischen: Oke Maas
ISBN: 978-3-7704-8539-0
Genre: Fantasy, Comedy, Shoujo
Verlag: Egmont
Erschienen: Datum
Preis: 7,50€
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Inhalt

Der lesesüchtige Harumi kommt bei einem Überfall ums Leben, als er ein Mädchen vor einem Räuber beschützen möchte. Zu seiner Überraschung wartet auf ihn nicht das Jenseits, sondern er erwacht im Körper eines kleinen Hundes! Das Mädchen, das er beschützte, kommt kurz darauf in die Tierhandlung und nimmt ihn mit zu sich nach Hause. Sie kann nämlich als einziger Mensch weit und breit Harumis Gedanken hören und sich normal mit ihm unterhalten! Wie sich herausstellt, ist sie Harumis absolute Lieblingsautorin, auch wenn er sie sich nicht so sadistisch und verrückt nach Scheren vorgestellt hätte …

Zeichenstil


Der Zeichenstil ist an und für sich ganz ansprechend. Und ich muss sagen, die Zeichnungen des Hundes aka Harumi sind wirklich toll und haben teilweise eher einen realistischen Touch und wirken nicht ganz so mangahaft. Man findet bei Harumi von beidem etwas. Ansonsten wird wirklich viel mit Rasterfolien gearbeitet, allerdings nicht Shoujo-typisch mit Glanz und Blumen, sondern eher Hintergrundfolien in Karo, Punkten und ähnlichem.
Die Haare sind dagegen deutlich an dem Shoujo-Stil angelegt. Insbesondere Harumi vor seiner Hundeverwandlung hat eine typische Frisur. Natsuno ist eher etwas härter gezeichnet, vor allen Dingen im Gegensatz zu Vor-Hund-Harumi.

Meine Meinung

Dog & Scissors ist kein Manga, der bei mir sonderlich viel Eindruck hinterlassen hat. Es ist doch schon ein Weilchen her, dass ich ihn gelesen habe und es fällt mir schwer, ihn mir richtig in Erinnerung zu rufen. Außerdem werde ich ihn auch definitiv nicht weiter verfolgen. Eigentlich klang die Story ganz gut, aber mich konnte es dann umgesetzt doch nicht überzeugen.
Harumi als typischer Nerd und Fan ein bestimmten Serie in Buchform ist trotz seiner Verwandlung langweilig. Eigentlich eine tolle Ausgangssituation, doch es konnte mich einfach nicht vom Hocker reißen. Und mit Natsuno konnte ich gar nichts anfangen. Keine Sympathie, kein Verständnis. Natsuno ist einer dieser Charaktere, bei denen ich verständnislos da sitze und die ich eigentlich gar nicht bräuchte.
Natürlich muss man sagen, dass das hier erst der erste Band ist und es durchaus noch Möglichkeiten zur Entwicklung gibt, doch bisher hat mich weder Story noch Charaktere noch Zeichenstil so umgehauen, dass ich unbedingt wissen will, wie es weiter geht. Dazu einfach die Tatsache, dass sich die Geschichte nicht wirklich eingeprägt hat...

Fazit

Nicht mein Manga. Story bisher langweilig und ohne roten Faden, Figuren sehr charakterschwach und Zeichenstil in Ordnung, aber nicht genug, um meine Meinung vollkommen umzustimmen.

Bewertung


Quellen:
CoverInhalt

Montag, 20. Juli 2015

[Rezension] Wenn der Wind singt/Pinball 1973 - Haruki Murakami





Titel: Wenn der Wind singt/Pinball 1973
Autor: Haruki Murakami
Original: Kaze no uta wo kike/1973-nen no pinboru
Aus dem Japanischen: Ursula Gräfe
Verlag: Dumont
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-8321-9782-7
Preis: 19,99€

 
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Autor

Haruki Murakami wurde 1949 in Kyoto, Japan geboren und wuchs in Kobe auf. Nach abgeschlossenem Studium verließ er 1975 die Waseda-Universität in Tokio, wo er anschließend sieben Jahre lang Eigentümer einer kleinen Jazz-Bar war.
Sein erster Roman, „Wenn der Wind singt“ (1979), brachte ihm den Gunzou-Förderpreis ein. Zusammen mit „Pinball, 1973“ (1980, dt. 2015) und „Wilde Schafsjagd“ (1982, dt. 1991), für den er mit dem Norma-Förderpreis ausgezeichnet wurde, bildet dieser Roman die sogenannte „Trilogie der Ratte“.

Inhalt

›Wenn der Wind singt‹, Haruki Murakamis Debüt, folgt einem namenlosen 21-jährigen Studenten, der die Semesterferien (und damit den August 1970) in seinem kleinen Heimatort verbringt. Die Zeit vertreibt er sich mit seinem besten Freund, genannt »Ratte«, einem Mädchen mit vier Fingern an der linken Hand und einem Barkeeper.
Die Handlung von ›Pinball 1973‹ setzt drei Jahre später ein. Der junge Mann lebt inzwischen in Tokio, während die »Ratte« immer noch in »J.’s Bar« darauf wartet, dass das Leben losgeht.

Erster Satz

"So etwas wie ein vollkommener Stil existiert nicht. Ebensowenig wie vollkommene Verzweiflung", erklärte mir ein Schriftsteller, den ich als Student zufällig kennengelernt hatte.

Meine Meinung

Haruki Murakamis Debütromane. Ich war total begeistert, als ich davon gelesen habe und muss sagen, ich konnte es kaum erwarten, diese zwei Romane zu lesen. Es ist doch einfach spannend, auch mal sehen zu können, wie der Lieblingsautor begonnen hat und sich entwickelt hat. Dementsprechend war für mich auch klar, dass diese zwei Romane nicht an meine Lieblings-Murakamis ranreichen können. Dennoch: Die Vorfreude war da und es war auch toll zu lesen.
In beiden Büchern wird wieder der bekannte Ich-Erzähler eingesetzt. Ich lese das so gerne, Murakamis Ich-Erzähler ist einfach ein wunderbares Mittel, das er schon da gekonnt einsetzt. Außerdem begegnen wir Ratte wieder. Wobei wieder ja eigentlich falsch ausgedrückt ist! Immerhin sind das die ersten Ratte-Romane! Ratte fand ich schon immer faszinierend und deshalb hat auch das Spaß gemacht. Okay... eigentlich hat alles Spaß gemacht. Leute, ich bin halt einfach Murakami-Fan und da ist es gar nicht so leicht, eine Rezension zu schreiben, ohne die ganze Zeit mit Sternchen- und/oder Herzchen-Augen zu glitzern und das Buch, bzw. die zwei Romane neutral zu beurteilen. Ich war und bin immer noch einfach zu begeistert davon.
Murakami fasziniert mich einfach, daher halte ich mich hier echt gut. Und überlasse es euch, die Bücher ansonsten selbst zu beurteilen. Daher folgt nach dieser kurzen Rezi (peinlich irgendwie!) jetzt das Fazit:

Fazit

Natürlich kommen diese beiden Romane noch nicht an Murakamis spätere Gewandtheit und Sprachgewalt ran, dennoch ist es für alle Fans ein Muss. Der Ratte-Zyklus wird hiermit vervollständigt und dazu kommt, dass man einfach diese Chance hat, seine ersten Werke endlich auf Deutsch zu lesen!

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Samstag, 18. Juli 2015

[Rezension] Was ich dir noch sagen wollte - Tom McAllister





Titel: Was ich dir noch sagen wollte
Autor: Tom McAllister
Original: The Widower's Handbook
Aus dem Amerikanischen: Christa Schuenke
Verlag: Hoffmann und Campe
Erschienen: April 2015
ISBN: 978-3-455-65041-9
Preis: 12,99€

 
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Autor

Tom McAllister, 1982 in Philadelphia geboren, ist Redakteur beim Barrelhouse Magazine, Mitbetreiber des Podcast Book Fight und unterrichtet Englische Literatur an der Temple University in Philadelphia.

Inhalt

Von einem Tag auf den anderen wird der dreißigjährige Hunter Witwer. Eben war sie noch da, jung und voller Elan, nun ist Kait fort - für immer. Hunters Herz ist gebrochen. Unfähig, in sein altes Leben zurückzukehren, nimmt er die Urne mit Kaits Asche, lässt alles hinter sich und macht sich auf die Reise, die er seiner Frau immer versprochen hat, einmal quer durch Amerika, von Ost nach West. Eine Reise, auf der er in die kuriosesten Situationen gerät und den schrägsten Figuren begegnet. In seinen Gedanken und Erinnerungen an ihr gemeinsames Leben, an glückliche Momente und verpasste Chancen ist Kait immer bei ihm. Aber was wird die Zukunft bringen? Wird es Hunter gelingen, Kait gehen zu lassen?

Erster Satz

Du verliebst dich nicht auf den ersten Blick, nicht mal beim ersten Kuss, sondern erst viele Monate später, in jenem unauslöschlichen Moment, in dem du, ehe es hell wird, in ihrem Bett aufwachst, dein Arm auf ihrem Brustkorb ruht, der Umriss ihrer Hüften sich deiner eigenen Silhouette anschmiegt wie ein Fluss und du das Gefühl hast, dass ihr zwei Puzzleteile seid, die ineinandergreifen, die nur dafür gemacht sind, zueinander zu passen und zu niemand anders.

Meine Meinung

Habt ihr diesen ersten Satz gesehen? Alter Falter! Mir war das schon fast zu viel erster Satz. Okay, nicht nur fast. Mir war das schon zu viel erster Satz! Ich mag Schachtelsätze und mag lange Sätze, aber das war zu viel! Leider setzt sich das fort und somit ist eines klar: Der Stil und ich wurden das gesamte Buch über keine Freunde!
Das hat natürlich auch mein 'Verhältnis' zur Geschichte getrübt. Wenn einem schon das grundlegendste Element nicht zusagt, kann das einfach nicht werden. Hinzu kommt, dass ich mir von den schrägen Personen deutlich mehr... Schrägheit versprochen habe. Das waren auch gar nicht so viele. Es war eigentlich recht mau, wenn ich so darüber nachdenke. Die Charaktere waren nicht geschrieben, dass sie sonderlich viel Eindruck hinterlassen und eigentlich fand ich ihre Motive nicht schräg, sondern nachvollziehbar und dem Leben entnommen.
Dazu kommt, dass Hunter echt eine Jammertante ist. Ja, er hat die Liebe seines Lebens verloren und ja, da kann man überreagieren, aber irgendwann wirkt das nicht mehr fundiert und nicht mehr nachvollziehbar. Mir hat es eher ein müdes Gähnen entlockt als Mitleid oder Mitleiden. Wo andere Autoren es schaffen, die Trauer einfach an mich als Leserin zu transportieren, entsteht hier eher Unverständnis. Mag vielleicht an der mangelnden Liebe zu dem Schreibtisch, aber nein. Überzeugt hat mich Hunters Trauer nicht.
Allgemein fehlt da dieses gewisse Etwas, welches mich flasht, zum Weinen bringt, zum Lachen bringt, welches mich grübeln lässt oder einfach so fesselt, dass ich das Buch aus der Hand legen kann! Hier war es ein müdes Gähnen, Unverständnis, Enttäuschung angesichts der Figuren und eher Unlust, das Buch zu beenden.


Fazit

Die Geschichte an sich ist eine nette Idee, deren Potenzial jedoch völlig ungenutzt bleibt.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Donnerstag, 16. Juli 2015

[Rezension] Böse Absichten - Keigo Higashino





Titel: Böse Absichten
Autor: Keigo Higashino
Original: Akui
Aus dem Japanischen: Ursula Gräfe
Verlag: KlettCotta
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-608-98027-1
Preis: 14,95€
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Autor

Keigo Higashino, wurde 1958 in Osaka, Japan, geboren. Nach seinem Ingenieurs-Studium begann der Kapitän einer Bogenschützenmannschaft Kriminalromane zu schreiben. Viele seiner Kriminalromane wurden für Kino und Fernsehen adaptiert und mit Preisen ausgezeichnet. Sein größter Erfolg war »Verdächtige Geliebte«, das sich in seiner Heimat mehr als zwei Millionen Mal verkauft hat. Er lebt zurückgezogen in Tokio.

Inhalt

Der gefeierte Bestsellerautor Kunihiko Hidaka wird in seinem Haus brutal ermordet, kurz bevor er nach Kanada auswandern will. Seine Ehefrau und sein erfolgloser Kollege Osamu Nonoguchi finden die Leiche, aber beide haben wasserdichte Alibis und kein Motiv. So scheint es zumindest.
Am Tatort erkennt Kommissar Kyochiro Kaga den besten Freund des Ermordeten wieder. Vor vielen Jahren unterrichteten er und Nonoguchi gemeinsam an einer öffentlichen Schule. Kaga ging in den Polizeidienst, während Nonoguchi den Lehrerberuf an den Nagel hängte, um sich mit mäßigem Erfolg dem Schreiben zu widmen. Im Laufe der Ermittlungen findet Kaga Hinweise, dass die Beziehung der beiden Schriftsteller alles andere als freundschaftlich war. Doch die eigentliche Frage ist nicht wer oder wie, sondern warum. Wenn Kaga kein Motiv für den Mord nachweisen kann, wird die Wahrheit nie ans Licht kommen. In einem brillanten Katz-und-Maus-Spiel kämpfen der Kommissar und der Killer um die Vergangenheit und den tatsächlichen Tathergang.

Erster Satz

Es geschah am 16. April, es war ein Dienstag.

Meine Meinung

Uha, endlich mal ein Krimi, der mich so richtig fesseln konnte! Und jedes Mal, wenn ich 'AHA!' dachte, waren ein paar Seiten weiter die Fragezeichen wieder da. Keigo Higashino hat es geschafft, mich immer wieder zu verblüffen und die Geschichte doch noch mal zu drehen, selbst wenn man es nicht erwartet hat.
Irgendwie hat mich dieses Buch so geflasht, dass ich mal wieder nicht weiß, wo ich beginnen soll! Eigentlich sollte hier wirklich nur die Aufforderung LEST! stehen und ihr solltet hinstürmen kaufen und lesen. Aber das wäre dann doch zu einfach, oder?
Wo fange ich nun also an? Am Anfang: Es stirbt ein bekannter Krimi-Autor. Der Ich-Erzähler Osamu Nonogichi entdeckt die Leiche zusammen mit der Frau des Toten. Dann kommt Kommissar Kaga hinzu, der erst zurückhalten, wortkarg und konzentriert wirkt. Spannende Charaktere, spannende Konstellation! Und das entwickelt sich immer weiter.
Es ist insbesondere die Interaktion zwischen Kaga und dem Mörder ist tatsächlich fesselnd und man kommt nicht mehr los. Dabei ist das Ganze unblutig und eher auf psychologischer Ebene veranschlagt. (Übrigens auch eine perfekte Vorlage für einen Detektiv-Conan-Film - die Japaner haben so faszinierende Kriminalgeschichte echt drauf!).
Und dann denkt man: Jetzt haben wir es! Das ist die Lösung. Wendung! Dann denkt man sich, nun aber wirklich! Pah, von wegen, Wendung! Keigo Higashino schafft es einfach, uns an der Nase herumzuführen und lenkt die Geschichte einfach immer wieder in neue Wege, mit denen zumindest ich nicht gerechnet habe.

Fazit

Es macht verdammt viel Spaß, diesen Krimi zu lesen! Ich wusste nie, was letztlich die Lösung ist und wurde immer überrascht. Ein Krimi, der ohne zu viel Gewalt auskommt und einen auf der psychologischen Ebene einfach nur... überrascht!

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 14. Juli 2015

[Rezension] Wer ist Mr. Satoshi? - Jonathan Lee





Titel: Wer ist Mr. Satoshi?
Autor: Jonathan Lee
Original: Who is Mr Satoshi?
Aus dem Englischen von: Cornelia Holfelder-von der Tann
Verlag: btb
Erschienen: Juni 2015
ISBN: 978-3-442-75386-4
Preis: 14,99€
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Autor

Jonathan Lee, geboren 1981 in Surrey, studierte englische Literatur, lebte eine Zeitlang in Südamerika und arbeitete in einer Anwaltskanzlei in London City. 2007 wurde er nach Tokio versetzt. Zurück in England ließ er sich beurlauben und schrieb »Wer ist Mr Satoshi?«, der Leser und Presse gleichermaßen begeisterte. Inzwischen lebt Jonathan Lee in New York City, arbeitet nebenbei für das das Literaturmagazin A Public Space. Seine Texte und Geschichten erscheinen unter anderem in Granta, Tin House & Narrative, im Guernica Magazine und The Paris Review Daily; eine seiner Kurzgeschichten war auf der Longlist für den Sunday Times Short Story Award. Sein zweiter Roman »Joy« wird derzeit von der BBC verfilmt. Der Guardian nennt Jonathan Lee »eine bedeutende neue Stimme der englischen Literatur«.

Inhalt


»Dieses Päckchen ist für Mr Satoshi. Wenn wir seine Adresse herausfinden.« So lauten die letzten Worte von Foss’ Mutter, während sie liebevoll einen abgeschabten Schuhkarton tätschelt. Und so entschließt sich der von Panikattacken heimgesuchte Fotograf, den rätselhaften Mr. Satoshi zu finden. Seine Reise führt ihn in die ebenso schrille wie geheimnisvolle Welt Japans. Bei seiner Suche entdeckt Foss, dass die Vergangenheit seiner Mutter mit einem herzzerreißenden Ereignis im Jahr 1946 verbunden ist. Aber weshalb will keiner darüber reden? Unterstützt von der pinkhaarigen Chiyoko deckt Foss die Lebens- und Liebeslügen seiner Eltern auf - und kommt der Frage, was im Leben wirklich zählt, ein ganzes Stück näher.

Erster Satz

An einem Nachmittag im Oktober, auf dem Beton ihrer Terrasse, stürzte meine Mutter.

Meine Meinung

Als ich den Infotext zu diesem Buch gelesen habe, hat es mich sofort gereizt. Die Idee dieses Kartons, der seit Jahren im Besitz von Foss' Mutter ist, gefällt mir richtig gut. Und diese Suche war toll geschrieben. Das Buch ist toll.
Foss ist ein ziemlich kaputter Mensch und der Verlust seiner Mutter hat es nicht unbedingt besser gemacht. Dennoch lässt diese Box ihn nicht los und macht ihn neugierig. Und das konnte ich verdammt gut verstehen. Allgemein habe ich einfach leicht Zugang zu Foss bekommen. Verdammt, ich mag den Kerl, auch wenn er echt teilweise am Ende war.
Doch auch den anderen Charakteren, denen man begegnet, konnte ich mich nicht entziehen. Chiyoko und ihr Chef, die wunderbare Freddie. Das sind einfach Charaktere und nicht nur Figuren, wenn ihr versteht, was ich meine. Alle sind irgendwo etwas abgedreht und nicht durchschnittlich. Ich mag so Figuren. Bei Chiyoko liegt das nicht alleine an der Haarfarbe, keine Sorge. Die junge Frau ist taff und gleichzeitig auch doch verletztlich. Doch was mir besonders gefallen hat, ist die Interaktion zwischen ihr und Foss. Das hat sich einfach gut gelesen.
Für mich lebt Wer ist Mr. Satoshi? schon allein durch die Charaktere, aber die Geschichte ist auch nicht ohne. Bis zum Ende war ich auf die endgültige Auflösung gespannt und Satoshi ist schon interessant. Tatsächlich jedoch hat diese Geschichte nicht meine ganze Aufmerksamkeit bekommen, sie war sehr spannend und ans Herz gehend, aber Foss' Entwicklung und seine Suche hat mich mehr in den Bann gezogen. Dennoch ist es ein überraschendes Ende rund um Satoshi, welches das Buch abrundet.

Fazit

Rundum gelungenes Buch, das mich in erster Linie durch seine Charaktere, aber auch durch die Geschichte an sich überzeugt. Hach, mir hat es einfach gefallen.

Bewertung







Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 12. Juli 2015

[Rezension] Die letzte Nacht des Matze Blitz - Aleks Wiercinski





Titel: Die letzte Nacht des Matze Bltz
Autor: Aleks Wiercinski
Verlag: Zauberberg
Erschienen: Februar 2015

ISBN: 978-3-945662-03-8
Preis: 19,90€


 
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Autor

Aleks Wiercinski (*1985 in Olsztyn, Polen) wohnt in Mannheim, arbeitet in Viernheim und hat seit seiner Ankunft in Deutschland Mitte der Neunziger alles mitgenommen, was so zu holen war: einen Hauptschulabschluss, eine mittlere Reife, ein Abitur, einen Studienabschluss mit Auszeichnung, eine solide Staatsbürgerschaft und eine etwas schräge Perspektive auf das Leben selbst. Er ist Konzeptentwickler im Digitalbereich sowie in Sachen 3D Animation und Filmschnitt tätig. Für seine Arbeit gewann er gemeinsam mit Ron Flehmer, dem Gestalter von Die letzte Nacht des Matze Blitz den Deutschen Preis für Onlinekommunikation 2013.

Inhalt

Schwetzingen in den 90er-Jahren: Beschaulich, barock, ein Paradies für Senioren – und so gar nicht zu den stürmischen Jahren des jungen Polen Matze Blitz passen wollend, der als Kind im Schlepptau seiner Mutter in die Bundesrepublik gekommen ist.
Seine Freunde: Ein Türke, ein Skinhead, ein Russlanddeutscher und Daniel, dessen Mutter aus Thailand stammt. Ihre Aktionen sind eine einzige Provokation. Bis alles in einer letzten, verheerenden Silvesternacht zum Jahrtausendwechsel in einer Karaokebar in Mannheim gipfelt…

Erster Satz

Für den Uneingeweihten können deutsche Kleinstädte verstörend erscheinen - und die Welt wie ein grausamer Ort.

Meine Meinung

Ein sehr beeindruckender Roman, der Erwachsenwerden wundervoll - stilistisch sowie inhaltlich - beschreibt. Der Roman beginnt mit dem neunjährigen Matze, der von seiner Mutter nach Schwetzingen mitgenommen wird, um dort seine neue Heimat zu finden. Er spricht da noch kein Wort Deutsch, was es ihm in der Schule nicht gerade leicht macht. Keine schöne Ausgangssituation, oder? Allerdings eine, die tatsächlich heute aktueller ist denn je. Matze schafft es, sich da durchzukämpfen und gewinnt auch irgendwann Freunde und wir landen in den Neunzigern. Das letzte Jahr der Werkrealschule hat begonnen und eigentlich hat Matze keinen Plan für die Zukunft, er weiß nur, dass er mit Steff, Robert und Daniel Silvester nochmal so richtig feiern wird. Die letzte Nacht des Matze Blitz.
Es ist von vorne bis hinten ein gelungenes Buch. Matze (nicht sein richtiger Namen, der war zu kompliziert für Deutschland) hat ein wunderbar normale Sprache und dennoch gelingt es Aleks Wiercinski, seinen poetischen Stil mit der eher unschönen Jugendsprache voller Schimpfwörter zu kombinieren. Heraus kommt ein sehr lesenswertes Buch.
Auch die Beschreibungen sind klasse, vor allen Dingen die von Schwetzingen. Wer Schwetzingen kennt, weiß, dass diese Stadt nicht unbedingt jugendtauglich ist und in den Neunzigern war das definitiv nicht besser.
Die Neunziger, da kommen sicher nicht nur bei mir ein paar Erinnerungen hoch, denn Aleks Wiercinski bringt definitiv einige schöne Anekdoten unter.
Und dann ist da natürlich noch die Geschichte an sich, die wollen wir mal nicht vergessen: Matzes Entwicklung im Laufe diese Buches ist ja der Hauptpunkt und auch das überzeugt. Dazu kommen noch seine Freunde, Steff mit seinen Alkoholproblemen, Daniel, der kein Ziel hat und Robert mit seiner Freundin, bei denen auch nicht alles glatt läuft. Ein Querschnitt von Jugendlichen ohne Ziel und ohne Sinn, die zusammen einen Abend verleben, der nicht so läuft, wie sie es geplant hatten.

Fazit

Ein Entwicklungsroman, der es in sich hat. Matze Blitz ist ein absolut lesenswertes Buch und sehr empfehlenswertes Buch!

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 10. Juli 2015

[Kommentar] Hinterher ist man immer tot - Eoin Colfer

Bildquelle





 Erster Satz

Der großartige Elmore Leonard hat gesagt, man sollte eine Geschichte niemals mit dem Wetter anfangen.










Meine Meinung

Hach ja, wie herrlich skurril! Das Buch ist wirklich wunderbar schwarzhumorig, bereits mit dem ersten Satz hatte Eoin Colfer mich. Und die, die danach folgten, waren nicht minder gut.
Ich muss sagen, hier schadet es definitiv nicht, wenn man den Vorgänger nicht kennt, man amüsiert sich dennoch großartig. Und es unterscheidet sich doch deutlich von seinen Kinder-/Jugendbüchern, auch wenn man stilistisch einfach merkt, wer das Buch geschrieben. Eoin Colfer hat einen ganz eigenen Stil, der für mich hier noch mehr zur Geltung kommt als z.B. bei Artemis Fowl. 
Dan ist ein grandioser Charakter, der in zu viele verschiedene kuriose Szenerien gerät, die oft genug ausweglos erscheinen. Aber dennoch schafft es dieser definitiv gutmütige Verbrecher, sich dadurch zu kämpfen und zu befreien und dabei in die nächste Situation geraten, die die vorhergehende immer wieder übertrifft. Und das passiert alles mit hohem Tempo, unser Protagonist hat praktisch keinen Moment zu verschnaufen und es gibt einige Wendungen, die ihn - und mich - überrascht haben.
Kurios, skurril, schwarzhumorig, rasant, überraschend, gewitzt, pointiert, brutal, kurzweilig - es gibt so viele Möglichkeiten, dieses Buch zu beschreiben. Hauptsächlich macht es aber Spaß, zumindest wenn man sich auf den Humor und Dan als Figur einlassen kann.

Fazit

Kurz gesagt: Ich mag es. Es macht Spaß, es ist definitiv eine Abwechslung und ein Krimi, wie man ihn nicht so oft liest. Der nächste Band landet vermutlich auch in meinem Bücherregal!