Montag, 29. Juni 2015

[Rezension] Die Rosenfrauen - Cristina Cabon





Titel: Die Rosenfrauen
Autor: Cristina Cabon
Original: Il sentiero dei profumi
Aus dem Italienischen von: Ingrid Ickler
Verlag: Blanvalet
Erschienen: Datum
ISBN: 978-3-7341-0033-8
Preis: 9,99€
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Autor

Cristina Caboni lebt mit ihrer Familie auf Sardinien, wo sie Bienen und Rosen züchtet. Die Welt der Düfte und Essenzen, in der ihr Debütroman Die Rosenfrauen spielt, ist ihre große Leidenschaft.

Inhalt

Elena Rossini hat ein besonderes Talent für Düfte, denn sie stammt aus einer Familie begnadeter Parfümeurinnen. Lange hat sie sich dagegen gesträubt, die Tradition fortzusetzen. Doch als Elenas Leben plötzlich zerbricht, beschließt sie kurzerhand, sich ihrem Schicksal zu stellen: Sie will herausfinden, was sich hinter dem »perfekten Parfüm« verbirgt, das eine ihrer Ahninnen entdeckt haben soll. Die Suche danach führt Elena in die Toskana und die Provence, in die Vergangenheit ihrer Familie, vor allem aber zu sich selbst – und zur Liebe ...

Erster Satz

"Schließ die Augen, meine Kleine."

Meine Meinung

Bei diesem Buch schießen mir so viele Sachen durch den Kopf, da frage ich mich doch glatt, wie ich jetzt anfangen soll! Die Geschichte hat mir Spaß gemacht und mich fasziniert. Ich als Allergikerin habe mit Parfüm nicht so viel am Hut, umso spannender fand ich es, hier einen Einblick in die faszinierende Welt der Parfümentwicklung zu gewinnen. Und hinterher hatte ich Lust darauf, auch ein Parfüm zu besitzen. Cristina Cabon hat mir diese Welt der Düfte wirklich nahe gebracht. Und das alles war in einer richtig tollen Geschichte verpackt.
Elena erleidet ja einen ziemlichen Schicksalsschlag, der einen sehr normalen und alltäglichen Charakter hat. Wie es stattfindet, fand ich nicht zu dramatisch, aber es hatte genau den richtigen Moment, um Elenas Leben komplett aus dem Takt zu bringen und sie im Prinzip wieder an den richtigen Platz zu bringen.
Der Hintergrund der Protagonistin ist absolut verständlich: sie ist mit dieser Kunst der Parfümherstellung aufgewachsen und hat ihr dann den Rücken gekehrt, nur um nach diesem Schicksalsschlag diese Fähigkeit wieder zu entdecken. Ich finde, dass das einfach nachvollziehbar ist und mag Elena allein deshalb. Allgemein ist sie sympathisch: sie hat eine unsichere Art und kämpft sich zurück. Es gibt vieles, das an ihr positiv ist.
Die Charaktere waren allesamt sehr charakterstark und definiert. Nicht immer waren das positive CHarakterzüge, ganz im Gegenteil, es gab Figuren, die waren einfach unsympathisch und als Gegenspieler angelegt. Dennoch mochte ich die Art, wie diese von der Autorin geschrieben wurden.
Die Geschichte ist sehr auf die Figuren angewiesen und das ist Cristina Cabon gelungen. Doch auch die Gerüche und die Magie des Parfüms kann man auf jeder Seite spüren und fast riechen. Man merkt, wie viel Interesse auch die Autorin daran hat. Diese Leidenschaft kommt nicht nur in Elena zum Tragen, auch andere Figuren verkörpern dies.
Die Liebe spielt natürlich auch eine Rolle, denn um ein neues Leben zu führen, kann eine ordentliche Portion Liebe und Romantik doch nicht schaden, oder? Und wie das stattfindet... da könnte Frau doch glatt ein bisschen neidisch werden, wirklich. Leute, da will ich jetzt nicht zu viel schreiben, aber uah... ich möchte genau das Gleiche einmal zum Mitnehmen bitte! Danke! Wenn ich da jetzt schreibe, was passiert und wie ich das finde, verrate ich euch im Eifer des Gefechtes vielleicht ein Detail, das euch jetzt überraschen sollte und das... ah... ich schweige wieder, ich merke, wie ich mich schon wieder fast schon quietschig darein versetze!
Übrigens sehr schön sind auch die kleinen Informationen zu den verschiedenen Duftträgern, die lockern das Buch auf und versetzen einen noch mehr in die Welt der Parfümentwicklung. Ich fand übrigens auch den Vorgang zur Parfümentwicklung sehr faszinierend. Das ist ein Einblick, den ich persönlich ja nur in Buchform genießen kann, aber es war doch sehr spannend.

Fazit

Von Anfang bis Ende war ich dabei und fand es gut. Elena und ihre wiederaufkeimende Leidenschaft fürs Parfüm zog mich in den Bann und auch die Liebesgeschichte dahinter war definitiv bezaubernd. Rundum gelungen!
 
Bewertung





Quellen
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Dienstag, 23. Juni 2015

[Cosplay] Katniss Everdeen

Woah, was lange währt... das ist bei diesem Kostüm wirklich zutreffend wie noch nie! Ihr erinnert euch noch, wann ich begonnen habe? Das war letztes Jahr im JANUAR! Und erst jetzt bin ich wirklich fertig geworden! Unglaublich, oder? Wahnsinn...
Aber dafür habe ich dank der Arii wieder tolle Bilder bekommen! Seht sie euch selbst an:

Ich und der Bogen xD Muselkater!

Fürchtet mich!

Ich kriege euch!

Wasser hab ich auch gefunden... ein Glück!

Für Rue.

Völlig fertig.

Ich bin doch zufrieden damit. Was denkt ihr denn so? Halbwegs getroffen? Meine Angst bei diesem Cosplay war ja tatsächlich die, dass ich hier einen Realfilm cosplaye und da muss es schon gut passen. Bisher hatte ich mich da immer etwas zurückgehalten, aber hier konnte ich nicht anders und musste es versuchen. Ich denke, es ist okay, auch wenn das Vorbild hier natürlich... einfach zu toll ist!

Donnerstag, 18. Juni 2015

[Rezension] Dem Glück so nah - Louise Walters





Titel: Dem Glück so nah
Autor: Louise Walters
Original: Mrs Sinclair's Suitcase
Aus dem Englischen von: Gabi Reichart-Schmitz
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: Juni 2016
ISBN: 978-3-404-17208+5
Preis: 9,99€
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Autor

Louise Walters wurde 1967 in Banbury, England, geboren. Sie lebt mit ihrem Ehemann und ihren fünf Kindern in Northamptonshire. Dem Glück so nah ist ihr erster Roman.

Inhalt

Roberta liebt Bücher. Sie liebt es, in alten Ausgaben zu stöbern und dabei unerwartete Entdeckungen zu machen: Briefe, Notizen oder Postkarten, die die Vorbesitzer zwischen den Seiten vergessen haben. Als sie in einem alten Koffer ihrer Großmutter einen wahren Bücherschatz findet, stößt sie in einem der Exemplare auf einen Brief, der all ihre bisherigen Fundstücke in den Schatten stellt. Es ist ein Liebesbrief ihres im Krieg gefallenen Großvaters – doch ist er datiert auf einen Zeitpunkt, als dieser schon längst hätte tot sein müssen ...

Erster Satz

Meine liebe Dorothea, zu Zeiten des Krieges geraten die Menschen bisweilen in einen Zustand der Verzweiflung.

Meine Meinung

Roberta liebt Bücher und arbeitet in einem Antiquariat. Dass sie dabei manchmal Dinge entdeckt, die in diesen alten Büchern versteckt sind, war der Punkt, der mich neugierig gemacht hat. Die Vorstellung kleine Geheimnisse oder schöne Momente in diesen Büchern zu finden ist einfach zu schön, oder? Noch dazu dann die eigene Vergangenheit zu entdecken, klingt irgendwie romantisch, finde ich.
Es war dann nicht ganz so toll, wie ich es mir anhand des Klappentextes vorgestellt hatte, aber dennoch ist Dem Glück so nah eine sehr schöne Geschichte. Übrigens finde ich den Originaltitel so viel passender und vielsagender und aussagekräftiger. Denn Mrs Sinclairs Koffer spielt eine durchgängige Rolle. Sehr schade, dass hier dieser eher langweilige Titel ohne großen Bezug zur Geschichte gewählt wurde.

Roberta ist nicht unbedingt die spannendste Protagonistin, sie ist zuverlässig, hat keine großen Besonderheiten und liebt eben Bücher. Sie ist also wie du und ich. Ich mag sie, auch wenn sie eher nicht so herausragend spannend ist (wobei sie auch ein kleines Geheimnis hat, dass im ersten Moment eher untypisch für sie ist, aber zugleich auch doch irgendwo passt). Das Liebespaar, das am Ende entsteht, ist auch eher unaufregend, aber sehr sympathisch. Übrigens auch etwas, womit ich lange nicht gerechnet habe. Der Fokus lag doch mehr auf der Vergangenheit.
Die Vergangenheit fand ich übrigens auch deutlich interessanter als Robertas Leben in der Gegenwart. Ihre Großmutter Dorothy ist eine starke Persönlichkeit und hat eine deutlich interessantere Geschichte. Da nehme ich nicht viel vorweg, nur, dass ich diesen Teil der Geschichte mochte. Allerdings muss ich sagen, dass ich das Ende verwirrend fand und irgendwie das Gefühl habe, ich bin nicht ganz schlau aus der ganzen Sache geworden.
Das Schriftbild fand ich tatsächlich stellenweise anstrengend. Robertas Gegenwart wurde immer in einer serifenlosen Schrift verfasst. Ich kann den Gedanken, die beiden Zeit so auch deutlich voneinander abzutrennen, verstehen, bin allerdings nicht der Fan von diesen Schriften. Insbesondere bei längeren Texten finde ich es tatsächlich anstrengend. Vielleicht war das auch mit ein Grund, warum ich Dorothys Part besser fand.

Fazit

Ein sehr solider und gut lesbarer Roman, in dem eine Enkelin langsam die Vergangenheit ihrer Großmutter entdeckt. Die Idee des Antiquariats mochte ich sehr und es ist definitiv ein gutes Buch.

Bewertung



Quellen
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Freitag, 12. Juni 2015

[Rezension] Kindeswohl - Ian McEwan





Titel: Kindeswohl
Autor: Ian McEwan
Original: The Children Act
Aus dem Englischen von: Werner Schmitz
Verlag: Diogenes
Erschienen: Januar 2015
ISBN: 978-3-257-86253-9
Preis: 21,90€
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Autor

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er für ›Amsterdam‹ den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Sein Roman ›Abbitte‹ wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt. Er ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences.

Inhalt

Familienrecht ist das Spezialgebiet der Richterin Fiona Maye am High Court in London: Scheidungen, Sorgerecht, Fragen des Kindeswohls. In ihrer eigenen Ehe ist sie seit über dreißig Jahren glücklich. Da unterbreitet ihr Mann ihr einen schockierenden Vorschlag. Und zugleich wird ihr ein dringlicher Gerichtsfall vorgelegt, in dem es um den Widerstreit zwischen Religion und Medizin und um Leben und Tod eines 17-jährigen Jungen geht.

Erster Satz

London.

Meine Meinung

Inhaltlich sehr mitreißend: Diese Frage, wie in so einem lebensgefährlichen Fall gehandelt werden muss, ist eine wirklich großartige Frage. Ian McEwan hat sich hier eine großartige Grundsituation ausgedacht, die mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Inhaltlich war das Buch toll.
Doch ich muss sagen, dass da irgendetwas war, dass mich nicht vollkommen gefesselt und mitgerissen hat. Da hat einfach dieser Moment gefehlt, in dem es klick macht und ich so sehr von einem Buch gebannt bin, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich weiß gar nicht genau, woran das lag. Der Schreibstil war definitiv gut lesbar und hat auch nicht gestört. Es gab immer einen guten Lesefluss und ich bin nirgends gestockt.
Die Protagonistin Fiona Maye war ebenfalls gut angelegt. Ihre privaten Probleme waren gut nachvollziehbar. Doch wenn ich darüber nachdenke, habe ich dennoch keinen Draht zu dieser Protagonistin gefunden. Es war nicht störend, aber irgendwie empfand ich so auf empathischer Ebene kein Mitleid oder sonderlich Mitgefühl angesichts dieser Probleme. Vielleicht ist das auch der Punkt, warum das Buch mich trotz der klasse Thematik nicht überzeugen konnte. Als dann noch später die weiteren Szenen mit dem jungen Adam folgen, in denen die beiden interagieren, war ich manchmal doch auch eher... na ja. Nicht unbedingt befremdet, aber doch distanziert. Die eigentlich so eindringliche Thematik konnte mich nicht berühren und da blieb einfach immer diese Distanz zum Geschehen, fast so, als wäre ich eine der Geschworenen und müsste nun mein Urteil über das gesamte Benehmen Fionas fällen. Genau das ist es, was mich an dem Buch irritiert hat: Keine Sekunde lang habe ich mit Adam oder Fiona mitgefiebert. Es sind keine Emotionen hochgekocht, nichts. Ich als Leserin blieb distanziert, das mag durchaus auch Absicht gewesen sein, aber für mich war so dieser Knackpunkt, der nicht überzeugen konnte.

Fazit

Ein unglaublich wichtiges Thema wird hier angesprochen und eigentlich auch gut behandelt. Dennoch nahm mich Kindeswohl emotional nicht mit und deshalb gibt es einen kleinen Abzug.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 10. Juni 2015

[Rezension] Das tiefe Blau des Meeres - Marie Lamballe





Titel: Das tiefe Blau des Meeres
Autor: Marie Lamballe
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: April 2015
ISBN: 978-3-404-17188-0
Preis: 9,99€
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Autor

Marie Lamballe  studierte Französisch und Russisch auf Lehramt, wurde dann aber durch absoluten Einstellungsstopp vor einer Karriere als Gymnasiallehrerin bewahrt.

Stattdessen widmete sie sich ihrem Mann und den beiden Kindern und begann zu schreiben. Zuerst ganz vorsichtig für die Schublade, später kleine Geschichten für Literaturzeitschriften, und schließlich gelangten die ersten Bücher zur Veröffentlichung. Inzwischen ist das Schreiben ihr Beruf geworden, der zwar viel Zeit und Selbstmanagement verlangt, aber auch hin und wieder einen ungewöhnlichen Arbeitsplatz zulässt: Ihre Ideen kann Marie Lamballe am besten in ihrem Lieblingscafé entwickeln. Sie lebt in einem kleinen Ort in der Nähe von Frankfurt.

Inhalt

Als Katharina auf dem Dachboden ihres Elternhauses eine Mappe mit Aquarellen findet, ist sie sogleich fasziniert. Die Bilder zeigen malerische Landschaften, tiefblaues Meer und immer wieder einen nostalgisch anmutenden Landsitz inmitten eines verwunschenen Gartens. Doch wo befindet sich dieser magische Ort? Und wie gelangten die Bilder in den Besitz ihrer Familie? Ihre Suche führt Katharina in die Bretagne, zu einem stark verwitterten Landschlösschen an der Côte d’Eméraude. Das Anwesen gehört Ewan, einem attraktiven, jedoch etwas ungehobelten Bretonen, der Katharinas Neugier zunächst mit Skepsis begegnet. Doch die Bilder lassen auch ihn nicht los, und so tauchen die beiden gemeinsam ein in die Geschichte des Landschlösschens und seiner Vorbesitzer. Dabei kommen sie einem dunklen Geheimnis auf die Spur …

Erster Satz

Das Meer tobte und warf das kleine Boot auf den nachtschwarzen Wogen hin und her.

Meine Meinung

Marie Lamballe bietet uns hier eine weitere Geschichte, die sich um die verlorene Vergangenheit der Familie dreht, eine weitere Geschichte, in der eine junge Frau ihre Familie von einer neuen Seite kennen lernt. Dieses Mal werden wir in die Bretagne entführt und ich muss sagen, die Beschreibungen waren doch wirklich wundervoll. Auch die Beschreibungen der Aquarellbilder, die ja der Auslöser von Katharinas Suche waren, lassen sofort Bilder vor meinem inneren Auge entstehen. Stilistisch hat mir das Buch also eigentlich doch zugesagt, es war gut und schnell lesbar.
Die Liebesgeschichte mit Ewan war irgendwie dagegen nicht so mein Fall. Katharinas aktueller Freund allerdings auch nicht. Doch dieses Liebeskarussell war echt nicht überzeugend. Und anstrengend war es auch. Muss ich dazu groß etwas schreiben? Ich denke, ihr könnte euch das alle gut vorstellen, was passiert.
Viel spannender war die Geschichte in der Geschichte, die sich rund um Margot dreht, eine junge Jüdin auf der Flucht. Margot strandet in der Bretagne, bleibt jedoch nicht dort und so können wir peu a peu ihren Weg verfolgen. Und die Herkunft der Aquarell-Bilder. Ich muss ja sagen, dass ich die Aquarell-Bilder wirklich mal eine schöne Abwechslung fand zu den ganzen Briefen, die sonst immer die Familienvergangenheit auf den Prüfstand stellen. Und die Geschichte, die sich da entsponnen hat, ist auch ganz schön. Etwas kitschig, aber manchmal braucht man doch eine ordentliche Portion Kitsch, oder?
Protagonistin Katharina ist leider nicht ganz so charakterstark und - wie gesagt - die Liebesgeschichte war eher nicht mein Fall. Dennoch ist sie eine ganz sympathische Frau, trotz ihrer Schwächen. Dass sie praktischerweise Französischlehrerin ist, finde ich dann zwar doch etwas zu viel, aber andererseits könnte man das ja auch der Familiengeschichte schulden. Mir war es etwas zu viel.

Fazit

Eine weitere gute Geschichte, die sich mit der Suche nach der Familienvergangenheit auseinander setzt. Margots Vergangenheit ist definitiv eine der besseren Geschichten, die es gibt. Katharina als Protagonistin hat jedoch einige Schwächen, die mir nicht so gut gefielen. Dennoch ein schöner Bretagne-Roman.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Montag, 8. Juni 2015

[Rezension] Das Gegenteil von Einsamkeit - Marina Keegan





Titel: Das Gegenteil von Einsamkeit
Autor: Marina Keegan
Original: The Opposite of Loneliness
Aus dem Amerikanischen von: Brigitte Jakobeit
Verlag: Fischer
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-10-002276-9
Preis: 18,99€
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Autor

Marina Keegan (1989–2012) war Autorin, Journalistin, Aktivistin und Schauspielerin. Ihre Abschlussrede in Yale, ›Das Gegenteil von Einsamkeit‹, wurde zur Internet­sensation. Sie erhielt bereits als Studentin zahlreiche Literaturpreise, und ihr Buch wurde hochgelobt und ein Bestseller.

Inhalt

Nur wenige Tage nach ihrem Yale-Abschluss stirbt die 22jährige Marina Keegan bei einem Autounfall. Und hinterlässt der Welt brillante Stories voller Lebenslust. ›Das Gegenteil von Einsamkeit‹ bewegt Millionen Menschen in hundert Ländern.
Marina Keegan war ein Ausnahmetalent. Sie vereint schwerelosen, sensiblen Optimismus mit literarischer Reife. Die Stories sind klangvoll, witzig, und doch gebrochen, manchmal wild und angriffslustig; sie sind ein stürmisches Plädoyer für die Jugend, die Lebensfreude, begeistern durch ihre Hoffnung und Entschiedenheit: Lasst euch nicht gleich von McKinsey anheuern, findet eure Bestimmung, habt Vertrauen in eure Zukunft! Eine flammende Aufforderung, die eigene Jugend und den Sinn des Lebens (wieder) zu entdecken.

Erster Satz

Wir haben kein Wort für das Gegenteil von Einsamkeit, aber wenn es eins gäbe, könnte ich sagen, genau das will ich im Leben.

Meine Meinung

Vorweg: Marina Keegan war eine sehr talentierte junge Frau, doch fragte ich manchmal beim Lesen, ob ihr so eine Aufmerksamkeit zuteil geworden wäre, wenn sie noch leben würde. Die Kurzgeschichten, die in diesem Buch vereint werden, finde ich überwiegend wirklich gut. Doch es gab auch Geschichten, die mich eher gelangweilt haben und ihre Essays empfand ich als anstrengend und überformuliert.
Den Einstieg fand ich sehr schön: Eine Professorin von Marina Keegan hat einen wundervollen Einstieg formuliert und sehr feinfühlig dabei auch den frühen Tod der jungen Nachwuchsautorin thematisiert. Ich habe Respekt für die schönen Worte, die die Dame gefunden hat, die eine interessante junge Frau zeichnen.

Ich finde es ja schwierig, eine längere Rezension zu Kurzgeschichten zu schreiben. Es gibt eben durchaus gute Geschichten, die man verschlingt, und dann gibt es die, die einfach nicht so mein Fall waren. Es gab amüsante Momente, es gab langweilige Stellen, es war einfach von allem etwas dabei. Inhaltlich kann ich da nicht mehr sagen.

Marina Keegans Stil ist sehr poetisch stellenweise, sie findet schöne Worte und Sätze, wie allein schon ihre Einleitung beweist. Das zumindest dachte ich bei den Kurzgeschichten. Inhaltlich gab es da zwar eben einige, die mir nicht gefallen haben, aber stilistisch fand ich alle sauber und auch schön. Die Essays waren nicht so meins, da war es nicht so gut lesbar wie die Kurzgeschichten, die für mich einfach mehr geflossen sind. Ich bin aber eben auch allgemein nicht so der Essays-Leser, deshalb ist klar, dass das nicht so ganz meins war.

Fazit

Durchaus schöne Kurzgeschichten sind hier versammelt, insbesondere aus stilistischer Hinsicht, auch wenn mich nicht jeder Inhalt so fesseln konnte. Die Essays waren nicht mein Fall, aber dennoch ein schönes Buch.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 7. Juni 2015

[Rezension] Dunkler als der Tod - Donna Marlane





Titel: Dunkler als der Tod
Autor: Donna Malane
Original: My brother's keeper
Übersetzt von: Mechtild Sandberg-Ciletti
Verlag: DTV
Erschienen: Dezember 2014
ISBN: 978-3-423-26041-1
Preis: 14,90€
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Autor

Donna Malane ist Fernsehproduzentin und Drehbuchautorin und wurde für ihre Arbeit bereits mit mehreren Preise ausgezeichnet. Sie lebt in Auckland/Neuseeland.

Inhalt

Die Privatermittlerin Diane ist spezialisiert darauf, vermisste Personen zu finden. Ihre neueste Klientin Karen ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden. Sie will Diane engagieren, um ihre inzwischen 15-jährige Tochter Sunny zu finden, die sie seit sieben Jahren nicht mehr gesehen hat. Damals hat Karen ihren kleinen Sohn Falcon getötet - und beinahe auch Sunny. Sie scheint zu glauben, dass Sunny in Gefahr sein könnte. Aber wie weit kann man einer Frau trauen, die ihr eigenes Kind getötet hat? Geht es ihr wirklich darum, die Schuld ihrer Vergangenheit zu sühnen, oder sind dunklere Pläne im Spiel? Kaum hat Diane Sunny ausfindig gemacht, wird Karen ermordet aufgefunden ...

Erster Satz

Die roten Girlanden, die von den Lampen herabhingen, erinnerten mich an blutige Gedärme.

Meine Meinung

Definitiv ein guter Krimi, der jedoch nicht die große Nachwirkung hat. Es ist ein guter Krimi, den man aber genauso schnell wieder vergessen kann, wie man ihn lesen kann.
Dass er in Neuseeland spielt, fand ich schon mal ganz interessant, da ich bisher tatsächlich noch nie ein Buch aus der Gegend gelesen habe. Doch natürlich spielte das keine so große Rolle, immerhin dreht sich hier alles um eine Mörderin, noch schlimmer, eine Mutter, die ihr eigenes Kind getötet hat.
Vom Stil her liest sich Dunkler als der Tod wirklich ratzfatz, anders kann ich das nicht sagen. Man will wissen, was passiert, man will wissen, wie es endet, man will wissen, was Sunny an Gefahren droht. Nur wenn ihr mich jetzt fragen würdet, was diese große Gefahr am Ende war... ich hätte keine Ahnung. Nur dunkel ist mir da was in Erinnerung geblieben. Dabei ist das Buch noch gar nicht so lange her. Dennoch kann ich sagen: Es gab absolut spannende und rasante Wendungen, die mir auch im Gedächtnis geblieben sind, nur diese große ominöse Gefahr irgendwie nicht.
Die Geschichte von Karen fand ich interessant, auch die Figuren, die durch sie ins Spiel kommen, besonders eine davon (wäre Spoiler, daher so kryptisch) sind gut angelegt. Das ist mir auch alles im Gedächtnis geblieben. Ermittlerin Diane hingegen ist eher blass, so besonders im Rückblick. Ich fand sie zwar ganz sympathisch, aber sie ist nicht so intensiv wie Karens Geschichte, wenn ihr versteht, was ich meine. Dianes Alltag ist eher so eine Randgeschichte, die zwar ganz nett war, aber auf die ich jetzt auch nicht so viel Wert legte.
Sunny als Charakter war eben ein echter Teenie, noch dazu einer, der einen Bruder verloren hat und dessen Mutter im Gefängnis ist. Ich mochte sie, ich mochte ihre Handlungen und ihre Beweggründe. Und ich konnte Dianes Wunsch, Sunny zu schützen, gut nachvollziehen.

Fazit

Karens Geschichte war das Spannendste an dem ganzen Buch, das gilt auch für sie als Charakter. Obwohl ihr Lebensdauer (im Buch und im normalen Leben) nicht so lange war, fand ich sie faszinierend. Es ist ein Krimi, den man gut lesen kann, aber der nicht so einprägsam ist.

Bewertung


Quellen
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Freitag, 5. Juni 2015

[Rezension] Pleiten, Pech und Prinzen - Susan Mallery





Titel: Pleiten, Pech und Prinzen
Autor: Susan Mallery
Original: The Wedding Ring Promise
Aus dem Amerikanischen von: Stefanie Kruschandl
Verlag: Mira
Erschienen:  Juli 2014
ISBN: 978-3-95649-032-3
Preis: 9,99€
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Autor

New York Times-Bestsellerautorin Susan Mallery wird von der Literaturkritik als mitreißende Autorin gefeiert und unterhält mit ihren witzigen, emotionalen Romanen über Frauen und ihre Beziehungen Millionen von Leserinnen auf der ganzen Welt. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem unerschrockenen Zwerpudel in Seattle, wo das Wetter zwar nicht gut, der Kaffee dafür aber umso besser ist.

Inhalt

Job weg, Freund weg … Ihr Leben ist ein Scherbenhaufen, und Molly braucht dringend eine Auszeit. Da fällt ihr ein zehn Jahre alter Pakt mit Dylan ein, dem Ex ihrer großen Schwester. Damals sah der aufregende Bad Boy in ihr nur eine Freundin und versprach, sie auf ein Abenteuer mitzunehmen, wenn sie erwachsen wäre. Kurzentschlossen sucht Molly ihn auf, um das Versprechen einzufordern. Überraschung Nummer eins: Aus dem Rebellen von einst ist ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden … und er ist immer noch verboten attraktiv. Überraschung Nummer zwei: Dylan stimmt einer gemeinsamen Reise zu! Eine Woche lang wollen sie den Alltag hinter sich lassen – als Freunde. Doch das Kribbeln in Mollys Bauch deutet auf etwas ganz anderes hin ...

Erster Satz

"Liebes Brautpaar, liebe Gäste, wir haben uns hier versammelt, um vor Gott und den hier Anwesenden... Blablabla."

Meine Meinung

Schon lange kein Mallery-Buch mehr rezensiert, hm? Spaß beiseite, ich brauche diese Entspannung in Form von Susan Mallery zwischendurch wirklich! Mal kein Kriegsbuch, keine nahegehenden Themen, einfach nur Liebe und... mehr.
Hier wird das Buch zu einer Art von Mini-Roadtrip, noch besser. Und mit Dylan würde ich - rein von den Beschreibungen und vom Charakter her - dazu auch nicht 'Nein' sagen. Ein reicher Typ, der mit mir einen Roadtrip macht? Dazu charmant und sexy ist und Humor hat? Kein Wunder, dass es in Mollys Bauch kribbelt und zwischen den beiden langsam die Funken zu sprühen beginnen.
Natürlich gibt es keine großen Überraschungen, aber ich mag diese Art von Romantik zwischen den beiden, diese wirkt nämlich teilweise so selbstverständlich und nicht so kitschig. Es hat etwas Alltägliches, wie die beiden miteinander umgehen. Wobei mir da eine Sache auf den Keks gegangen ist: Mollys Körper ist für Dylan unter jedem noch so unförmigen Teil toooootal sichtbar und selbst in einem Kartoffelsack würde er noch ihre total geniale Figur sehen. Irgendwann war ich so weit, dass ich bei einer weiteren Beschreibung dieser Art an die Decke gegangen wäre. Das war so eine richtige Unart, die sich da in Susan Mallerys eigentlich sehr gut lesbaren Schreibstil versteckt hat. Immer und immer und immer wieder. Irgendwann hatte ich das verstanden! Molly = toller Körper und sexy, egal, was sie trägt. Die Gleichung hat sich mir eingeprägt. Danke dafür.
Ansonsten: humorvoll, sexy, leicht, locker, wie immer also.

Fazit

Abgesehen von Molly und ihren unförmigen, aber doch formenden Kleidern hat Susan Mallery mal wieder einen guten Liebesroman geschrieben, der einfach - dabei bleibe ich - perfekt für zwischendurch ist. (Wobei ich gestehen muss, dass ich Fool's Good etwas vermisst habe...)

Bewertung




Quellen
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Mittwoch, 3. Juni 2015

[Rezension] Die Reise des Elefantengottes - Beate Rösler





Titel: Die Reise des Elefantengottes
Autor: Beate Rösler
Verlag: Aufbau
Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-7466-3085-4
Preis: 9,99€
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Autor

Beate Rösler, geboren 1968 in Essen, studierte romanische Sprachen in Berlin und arbeitet heute als Deutschlehrerin am Goethe-Institut in Frankfurt/Main. Von 2005 bis 2009 lebte sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Neu-Delhi, wo sie indische Studenten unterrichtete. „Die Reise des Elefantengottes“ ist ihr erster Roman.

Inhalt

Bis heute weiß die 39-jährige Priyanka nicht, weshalb ihre Mutter Asha als junge Frau aus Indien nach Berlin fliehen musste. Fast hat sie sich damit abgefunden, dass ihr Ashas Vergangenheit für immer verschlossen bleibt, bis sie von ihrem Mann eine Reise nach Delhi geschenkt bekommt. Priyanka reist allein, nur der kleinen Elefantengott, das einzige Andenken ihrer Mutter an die Heimat, begleitet sie. In Neu-Delhi taucht sie in eine farbenprächtige fremde Welt ein und stößt auf ein dunkles Geheimnis. Doch weshalb stoßen auch hier ihre Fragen stets gegen eine Wand aus Schweigen?

Erster Satz

Asha umklammerte die Armstützen ihres Sitzes.

Meine Meinung

Es ist doch schon ein paar Tage her, dass ich das Buch gelesen habe, dennoch ist es mir eigentlich ganz gut in Erinnerung geblieben. Schön fand ich, dass hier schon eine bestehende Familie im Mittelpunkt steht. Keine Enkelin oder sonst etwas, die in ein fremdes Land reist, um die kulturellen Wurzeln der Vergangenheit zu erkunden und dabei auf ihre große Liebe trifft. Das ist doch mal was anderes, so Abwechslungen lese ich ganz gerne. Nichtsdestotrotz gibt es dennoch die Liebesdramatik, die Probleme, das darf in so einem Buch ja nicht fehlen. Ich hätte mich gewundert, wenn die Beziehung von Priyanka problemlos abgelaufen wäre. Obwohl es immerhin ihr Mann ist, der ihr den Ausflug in die Vergangenheit ihrer Mutter ermöglicht.
Ich persönlich habe mich immer gefragt, warum sie das so lange aufgeschoben hat, denn Indien ist ja ein Teil ihres Ichs und ich an ihrer Stelle wäre schon längst neugierig gewesen. Natürlich ist da Asha, ihre Mutter, die dazu schweigt und sich in der Hinsicht zurückzieht, aber irgendwie... nun gut, es ist ja nicht so wichtig, was ich an Priyankas Stelle tun würde, sondern das, was sie macht. Und sie fährt letztlich gegen den Willen von Asha nach Indien. Doch bis es dahin kommt, zieht sich das ganz doch ein bisschen. Manchmal habe ich dann beim Lesen, obwohl mir das Buch an sich gefallen hat, das Gefühl gehabt, dass das Konstruierte doch zu offensichtlich ist. Beate Rösler hat in ihrem ersten Roman noch nicht diese Leichtigkeit, so ein Konstrukt für den Leser unsichtbar zu machen. Man spürt immer, dass das Buch nicht fließt, sondern aufgebaut und eben konstruiert ist.
Die Geschichte an sich fand ich - wie erwähnt - gut und hat mir gefallen, insbesondere der Part, der in Indien spielt, der Part, in dem Priyanka sich auch stückweise selbst wieder findet, jedoch fehlt mir einfach die Leichtigkeit beim Lesen. Es gibt Bücher, da fliegt der geübte Leseblick einfach nur über die Wörter und man ist ganz gierig auf die nächste Seite und die nächste. Hier habe ich eine charmante Geschichte, aber das Fesselnde ist definitiv noch ausbaufähig.

Fazit

Manchmal zu konstruiert und dennoch hat es mir inhaltlich richtig gut gefallen. Ich hätte mir etwas mehr Leichtigkeit gewünscht, habe das Buch aber dennoch genossen!

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Montag, 1. Juni 2015

[Rezension] Montecristo - Martin Suter





Titel: Montecristo
Autor: Martin Suter
Verlag: Diogenes
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-257-86260-4
Preis: 23,90€
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Autor

Martin Suter, geboren 1948 in Zürich, arbeitete bis 1991 als Werbetexter und Creative Director, bis er sich ausschließlich fürs Schreiben entschied. Seine Romane – zuletzt erschien ›Montecristo‹ – und ›Business Class‹-Geschichten sowie seine ›Allmen‹- Krimiserie sind auch international große Erfolge. Martin Suter lebt mit seiner Familie in Zürich.

Inhalt

Ein Personenschaden bei einer Fahrt im Intercity und zwei Hundertfrankenscheine mit identischer Seriennummer: Auf den ersten Blick hat beides nichts miteinander zu tun. Auf den zweiten Blick schon. Und Videojournalist Jonas Brand ahnt bald, dass es sich nur um die Spitze eines Eisbergs handelt. Ein aktueller, hochspannender Thriller aus der Welt der Banker, Börsenhändler, Journalisten und Politiker – das abgründige Szenario eines folgenreichen Finanzskandals.

Erster Satz

Ein Ruck ging durch den Zug.

Meine Meinung

Das hier war mein erster Suter und ich fand ihn ganz gut. Okay, er war gut, nicht nur ganz gut. Es fängt harmlos an und dann gerät man in die Wirren der Finanzwelt, und obwohl ich es normalerweise mit Thrillern aus dieser Ecke nicht so habe, war ich doch sehr schnell am Ende des Buches angelangt... soll heißen, ich musste wissen, wie es endet.
Das Ende ist auch tatsächlich der Knackpunkt bei mir: Es war sehr realistisch, ein kleiner Teil von mir fand es zu realistisch und dieser Teil hat sich einfach nur 'Schade eigentlich' gedacht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal bemängele, dass etwas ZU realistisch ist. Aber hier hätte ich mir - meiner Spannung zuliebe - eine etwas andere Wendung gewünscht, obwohl auch dieses Ende hier durchaus interessante Momente hatte.

Das ist eigentlich auch das, was man am Meisten hervorheben sollte, das Ende. Ansonsten verläuft das Buch in ruhigen, aber nichtsdestotrotz immer wieder spannenden Bahnen. Es liest sich einfach gut. Punkt. Es hat mir die Schweizer Finanzwelt etwas näher gebracht und allgemein fand ich das so ganz interessant.
Jonas ist ein ganz Sympathischer. Irgendwie ein richtiger Normalo, der erst durch seinen Zufallsfund auf der Bahnfahrt auf spannendere Wege gerät. Diese Wege werden natürlich auch von dem ein oder anderen Toten gepflastert, das ist gar keine Frage.
Dennoch ist dieser Thriller nicht auf Blut und Tot und Qualen aufgebaut, neben der Welt der Finanzen ist hier auch die psychologische Ebene immer wieder spannend. Aber ich muss auch sagen, dass ich das Ganze trotzdem nicht so thrillermäßig hardcore empfand. Eher ein intelligenter Thriller mit nicht gar so viel Thrill, dafür aber ausgeklügeltem Hintergrund. Wie wahrscheinlich so was ist, kann ich wirklich nicht abschätzen, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, dass in unseren Finanzwelten und den Börsen da draußen doch irgendwo viel zu viel so Mist möglich ist.

Der Schreibstil war angenehm zu lesen, hatte dabei aber auch doch einen gewissen Wiedererkennungswert. Ich empfand es definitiv so, dass Martin Suter über seine vielen Bücher hinweg einen Schreibstil entwickelt hat, der ihm eigen ist. Versteht ihr, was ich meine? Auf alle Fälle las es sich gut.

Fazit

Ein intelligenter Thriller, angesiedelt in einer Welt, die mich normalerweise nicht so reizt. Montecristo las sich gut und hatte ein sehr realistisches Ende.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt