Samstag, 30. Mai 2015

[Rezension] Apfelblütenzauber - Gabriella Engelmann





Titel: Apfelblütenzauber
Autor: Gabriella Engelmann
Verlag: Knaur
Erschienen: April 2015
ISBN: 978-3-426-51577-8
Preis: 9,99€
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Autor

Gabriella Engelmann, 1966 geboren in München, ist gelernte Buchhändlerin. Nach Stationen als Lektorin und als Verlagsleiterin eines Kinderbuchverlages arbeitet sie heute freiberuflich als Literaturscout und Autorin von Romanen für Erwachsene sowie von Kinder- und Jugendbüchern. Gabriella Engelmann lebt und arbeitet in Hamburg.

Inhalt

Ein Meer von rosa-weißen Blüten, pittoreske Fachwerkhäuser und romantische Flusslandschaften – nach sechs Jahren in Hamburg hat Leonie fast vergessen, wie schön das Alte Land ist. Da ihre Mitbewohnerinnen eigene Wege gehen und sie ihren Job verloren hat, muss sie sich neu orientieren und hofft, in der alten Heimat zur Ruhe zu kommen. Doch die will sich einfach nicht einstellen, da ihre Eltern Hilfe brauchen und ein Mann in ihr Leben tritt. Ein Glück, dass sie sich auf ihre beiden Freundinnen Nina und Stella verlassen kann!

Erster Satz

"Alles klar bei dir?", fragte Stella Samstagabend, als ic mich mit kritischem Blick im Badezimmerspiegel betrachtete.

Meine Meinung

Ich bin ja schon ein Weilchen um das Buch geschlichen, als ich es von der lieben Petzi bekam. Du glaubst gar nicht, wie glücklich du mich damit machst (auch wenn ich wahrscheinlich irgendwann nicht hätte wiederstehen können), einfach weil das alte Land durch meine Apfelallergie eine ganz neue Bedeutung für mich bekommen hat. Nun also hatte ich die Möglichkeit mein persönliches Paradies in Form eines Buch von Gabriella Engelmann zu erlesen. Besser geht es doch wirklich nicht! Übrigens eine Kleinigkeit, die ich genial fand: Die Apfelallergie wird thematisiert und eine Apfelsorte genannt, die für Allergiker essbar ist. Ein toller Moment...

Ich liebe das Buch. Ich finde einfach alles toll. Rundum. Ich mag Protagonistin Leonie, ich mag die sanfte Art, wie sie sich verliebt und diese Beziehung entsteht, ich mag das alte Land, ich mag die Idee und Gabriella Engelmann als Autorin mag ich eh. Apfelblütenzauber ist eines dieser Bücher, die mich rundum glücklich machen (und mir am Ende zuflüstern: Es gibt einen Vorgänger, kauf ihn, Chimiko! Kauf ihn!).
Es ist einfach so undramatisch, wie Leonies Leben einige unvorhersehbare Wendungen nimmt und wie sie schließlich auf dem Apfelhof ihrer Familie landet. Es ist herrlich normal, dass die Beziehung ihrer Eltern nach all den Jahren in eine ziemlich Krise gerät. Es ist logisch, warum sie ihren Job verliert. Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen.
Leonie ist eine Protagonistin, die einem sofort sympathisch ist. Sie ist 41, sie hat bezaubernde Freundinnen und sie ist dennoch im Leben, obwohl sie ihren Job liebt, noch nicht ganz angekommen. Grundsätzlich gibt es da keinen Charakter, den ich nicht irgendwie gut oder zumindest amüsant finde. Ob das nun Leonie Jugendliebe Henning ist oder die Künstlerin Jacqueline ist. Obwohl... ein Charakter ist dabei, aber der ist auch genau darauf angelegt, dass Leserinnen wie ich ihn unsympathisch finden. Vollkommen gelungen. Ich war froh, als diese Figur dann weg war. Ja, ich bin leicht zu beeinflussen.
Nina und Stella, Leonies beste Freundinnen, fand ich sowieso gleich toll. Stella, Karrierefrau und liebende Mutter, Nina, raue Schale, weicher Kern - klasse. Nehme ich auch als Freundinnen, bin einverstanden. Dieses Dreiergespann hat einfach harmoniert und war füreinander da, sowas lese ich gerne.

Fazit

Es passt einfach alles. Das perfekte Buch - und das sicher nicht nur für kleine Chimikos. Mir macht es Lust auf mehr!

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

[Rezension] Teo - Lorenza Gentile





Titel: Teo
Autor: Lorenza Gentile
Original: Teo
Aus dem Italienischen von: Annette Kopetzki
Verlag: dtv
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-423-28051-8
Preis: 18,90€
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Autor

Lorenza Gentile wurde 1988 in Mailand geboren. Ihre Leidenschaft für Literatur und für das Theater entstand schon in der Kindheit, die sie in Florenz und Mailand verbrachte. Sie studierte Drama und Theaterwissenschaften an der Goldsmiths University, London, und besuchte die internationale Theaterschule Jacques Lecoq in Paris. "Während meines Studiums nahm ich viele schlechte Gewohnheiten an, glücklicherweise aber gab ich eine gute, die ich hatte, niemals auf: das Schreiben."

Inhalt

Teo ist ein achtjähriger Junge, dessen Familie zerbricht. Seine Eltern stecken in einer schweren Ehekrise, die ältere Schwester, Matilde, reagiert auf ihren Schmerz mit Wut, und Teo versucht, wie Kinder das oft tun, wenn sie überfordert sind, das Problem selbst in die Hand zu nehmen. Sein neues Lieblingsbuch ist ein Comic über Napoleon. Hatte der nicht einst alle Schlachten gewonnen? Vielleicht sollte er ihn fragen, wie man das macht? Aber Napoleon ist tot ... Ein Roman wie ein modernes Märchen, für Menschen jeden Alters. Teo will begreifen, was die Welt im Innersten zusammenhält und stellt fest: Man kann von anderen immer etwas lernen, wenn man sie nur an sich heranlässt; er erfährt, wie grausam Schweigen sein kann, und er berührt das Geheimnis des Todes. Die Kernfrage ist: Wie viel willst du für die riskieren, die du liebst? Teo hat keine Zweifel: Alles.

Erster Satz

Ich heiße Teo, ich bin acht Jahre alt, und ich will mit Napoleon reden.

Meine Meinung

Was für ein absolutes Highlight hat hier den Weg in mein Bücherregal gefunden? Um ehrlich zu sein, bin ich ganz verliebt! Verliebt in die Gestaltung des Buches, in den Schreibstil und in den kleinen Teo. Dieses Buch hat mich rundum glücklich gemacht, da war einzige Wermutstropfen wohl wirklich... dass es sich viel zu schnell las. Ruckzuck war ich durch... dabei hätte ich doch gerne noch so viel mehr von diesem bezaubernden Buch gelesen.

Teo ist unser Protagonistin und Ich-Erzähler und hat mein Herz im Nu erobert, so schnell konnte ich gar nicht schauen. Er kommt aus einer Familie, in der nicht alles rund läuft, um es mal so auszudrücken. Und Teo findet seinen Weg, wie er alles wieder ins Lot rückt, dazu möchte er aber unbedingt Napoleon kennen lernen, immerhin ist dieser - laut Teos neuestem Lieblingsbuch - ein Mann, der nie eine Schlacht verloren hat. Ganz ehrlich? Das ist doch eine geniale Ausgangssituation, oder? Und dadurch, dass man als Leser einfach alles aus Teos Sicht sieht... ich finde ja, dass Lorenza Gentile diese Kindersicht einfach fantastisch eingefangen hat. Das kommt besonders in so manchem Kommentar von Teo durch, bei dem er die Erwachsenen einfach nicht verstehen kann.
Das ist auch das, was das Buch für mich zu einem Highlight macht: Eltern im Streit, eine drohende Scheidung, das sind eigentlich banale Themen, doch der Autorin gelingt es durch ihren Stil und die Sichtweise ein ganz besonderes Buch zu verfassen. Ich wiederhole mich da gerne: Ich habe mich verliebt. Lorenza Gentile schreibt die Sicht eines Achtjährigen einfach glaubwürdig. Und liebenswert, denn genau das ist Teo mit seiner Neugierde und seinen Fragen und seiner Fantasie. Teo ist ein liebenswerter, neugieriger, gewitzter, kleiner Kerl.
Da man die restlichen Charaktere ja nur aus seiner Sicht erlebt, fehlt das Verständnis, warum die Eltern streiten, was wohl dahinter steckt. Diese psychologische Ebene kann ein achtjähriges Kind nicht erfassen und das macht die Geschichte nicht weniger gut. Stattdessen rätselt man halt, hat so seine Theorien, aber gut, das bleibt uns Lesern überlassen und ist auch nicht so wichtig.

Das Ende war vielleicht etwas schnell abgehandelt, aber sinnig. Sympathisch und... Teo. Was will ich mehr sagen? Ich bin einfach entzückt...

Fazit

Toller Stil, tolle Idee, toller Protagonist. Für mich passt hier einfach alles. Ich bleibe dabei: Ich bin verliebt.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Donnerstag, 28. Mai 2015

[Rezension] Herbstblond - Thomas Gottschalk.





Titel: Herbstblond
Autor: Thomas Gottschalk
Verlag: Heyne
Erschienen: April
ISBN: 978-3-453-20084-5
Preis: 19,99€
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Autor

Thomas Gottschalk wurde am 18. Mai 1950 in Bamberg geboren. Nach einer Jugend in der fränkischen Provinz startete er seine Karriere beim Bayerischen Rundfunk. Mit der Sendung Na so was! gelang ihm der Durchbruch im Abendprogramm des ZDF. 1987 übernahm er das Unterhaltungs-Flaggschiff Wetten, dass..? und moderierte bis 2011 151 Sendungen. Er ist der einzige deutsche TV-Moderator, der für alle großen Sender gearbeitet hat.

Gottschalk ist seit 1976 mit Thea verheiratet. Er hat zwei Söhne und einen Enkel und lebt in Berlin und Malibu. Herbstblond ist sein erstes Buch.
 
Inhalt

»Wollen Sie mir unter die Schminke schauen? Wollen Sie wissen, was ich von Geld, Glamour, Gott und Gottschalk halte? Dann folgen Sie mir hinter die Kulissen meines Lebens. Dieses Buch ist mein Dank dafür, dass Sie mich fast vierzig Jahre in Ihr Wohnzimmer gelassen haben.« Thomas Gottschalk

Erster Satz

Dies ist der dritte Versuch eines Einstiegs.

Meine Meinung

Ja, ich war neugierig. Richtig neugierig, was uns Thomas Gottschalk zu erzählen hat - ein bewegtes Leben hat er immerhin definitiv gehabt. Zuerst mal fand ich interessant, dass er das Buch wirklich selbst geschrieben hat. Dampfplauderer ist er ja definitiv, nachdem ich sah, dass niemand weiteres genannt wurde, war ich erstmal neugierig, ob er das Gesagte auch ins geschriebene Wort umsetzen kann. Nicht immer ist das perfekt gelungen, aber man liest doch definitiv auch immer mal wieder den wortgewandten Entertainer.

Aufgeteilt ist das Buch in Kapitel, die alle unterschiedliche Songtitel bekommen haben. Ich muss sagen, dass Herr Gottschalk da doch etwas hin und her springt. Für ihn war das sicher alles sehr logisch, ich als Leserin musste mich dann doch konzentrieren, um dem Ganzen zu folgen. Jedoch, ganz ehrlich, sind treue Zuschauer diese Sprunghaftigkeit nicht eh gewohnt?

Inhaltlich fand ich es übrigens ziemlich interessant: Man erfährt doch einiges, auch aus seinem bisher recht privaten Leben, so kleine Anekdötchen, die einfach ganz interessant waren. Aber das hat mich nicht sonderlich überrascht: Thomas Gottschalk hat ja wohl doch einiges erlebt, das kann keiner abstreiten und daher habe ich da auch interessante Geschichten erwartet. Da enttäuscht er mich nicht. Auch wenn ich die Sprunghaftigkeit manchmal schwierig fand, war es inhaltlich definitiv spannend.

Ich muss eines sagen, Thomas Gottschalk bescheinigt sich selbst kein schauspielerisches Talent (diese Art von Selbsteinschätzung finde ich übrigens super, das zieht sich durch das ganze Buch - er nimmt sich einfach selbst nicht zu ernst), ich muss sagen: Das mit dem Buchschreiben hat er ganz gut gemacht, wenn es auch stilistisch manchmal doch noch etwas zu gestelzt und konstruiert wird. Da hat mir diese Lockerheit, die Leichtigkeit seiner Moderationen stellenweise gefehlt - dennoch blitzte dieses Ich auch immer wieder durch.

Fazit

Definitiv interessant zu lesen und es war ein toller Einblick in Thomas Gottschalks bewegten Karriereweg. Ich denke, dieses Buch scheidet - genau wie er selbst - die Geister, entweder man mag es oder nicht. So ist der Herr Gottschalk einfach.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 27. Mai 2015

[Plauderei] Chimikos wirrer Kopf

In letzter Zeit fallen mir doch immer wieder ein paar Dinge auf, bei denen ich nicht weiß, was ich davon halten soll. Bücher sind für mich im letzten Jahr ein großer Teil meines Lebens geworden und Bloggen hat sich schon davor als hartnäckiges Hobby erwiesen. Ich bin tatsächlich kein durchdachter Blogger, ich schreibe einfach frei Schnauze weg, was ich zu den Büchern denke. Und manchmal, wenn ich stecken bleibe, lösche ich und fange einfach wieder von vorne an.
Dazu kommt auch, dass ich mich zwar über jeden neuen Leser freue, aber jetzt nicht eine bestimmte Leserzahl erreichen muss. Leute, ich finde jeden einzelnen von euch toll ♥ Aber in erster Linie bin ich nicht der Schreiber für Publikum, da ist mein Ehrgeiz einfach zu gerin. Ich schreibe für das Buch und bei schlechten Büchern auch, um meinen Frust darüber loszuwerden. Auf Anhieb könnte ich euch also nicht mal sagen, wie viel Aufrufe meine letzte Rezension hatte oder welche die beliebteste ist. Statistik langweilt mich.

Und irgendwie fällt selbst mir - jemandem, der so Sachen immer zuletzt mitkriegt xD - auf, dass das alles nicht überall so ist. Leserjagd, ob nun auf Twitter, Facebook oder dem Blog direkt, dann diese Statistik, die umgeht und eben auch die Jagd auf Rezensionsexemplare. Ich habe echt das Gefühl, ich lebe so ein bisschen hinter dem Mond, weil ich auf nichts davon total begierig bin. Gerade was Leserjagd angeht, habe ich ja schon in meiner letzten Plauderei den tollen Beitrag von Brösel erwähnt (Link). Warum folgst du mir nicht, ich folge dir doch?!!!! Ich folge so vielen Leuten, die mir nicht zurückfolgen. Und ich bin genervt, wenn es dann die gibt, die alle fünf Minuten anfragen, dir entfolgen und wieder kommen. Diese Leutejagd ist doch nur noch reine Trophäensammlerei. Und sie lassen einen nicht in Ruhe, bis man sie schließlich blockiert. Da frage ich mich doch: Muss das sein? Ist es nicht viel geiler, wenn jemand, denn du selbst echt gerne liest, dir aus freien Stücken folgt, weil derjenige deine Inhalte toll findet? Irgendwie bin ich da echt rückständig.
Die berühmte Statistik. Ich gebe zu, ich war von Anfang an nicht begeistert und bin es auch immer noch nicht, aber ich habe nun mal absolut kein Statistik-Interesse. Lasst mich mal ein Anekdötchen aus meinem Cosplay-Leben erzählen:
Zusammen mit zwei anderen Damen haben wir aus einer Serie gecosplayt und sie so: Lass uns die Besten werden *O*
Ich daraufhin: Ich laufe außer Konkurrenz.
Die eine der beiden Damen: Da gibt es aber schon richtig geniale Cosplayer, die den gleichen Charakter wie du gemacht haben!
So leicht kann man das missverstehen: Ich wollte Spaß haben und war nicht ehrgeizig genug, weil mich das eben echt nicht gejuckt hat (und weil ich die Cosplayerinnen mit dem gleichen Charakter neidlos geil fand!), aber so leicht kann man sich missverstehen. Und das ist der Grund, warum ich so Statistiken misstrauisch gegenüber bin. Eine Auflistung von Buchblogs: Super. Aber die Wertung, ich bin kein Fan davon, das weckt doch nur Missgunst und Neid und macht viele Leute unglücklich.
Hach, die liebe Leseexemplare waren ja schon immer ein Thema und durch das tolle Randomhouse-Bloggerportal kommt man jetzt doch leichter ran, oder? Muss ich dazu noch groß was sagen? Dieses 'Ich blogge, weil ich Rezi-Exemplare will' geht doch dem Großteil von uns auf den Nerv. Oh, ich sage doch noch etwas dazu: Ich persönlich habe das Gefühl, dass bei einigen der 'großen' Blogger, denen ich als Anfänger ehrfürchtig gefolgt bin, nur der Inhalt wiedergegeben wird oder nur positive Rezensionen geschrieben werden. Letzteres kann täuschen, aber ernsthaft, ich dachte zwischendurch schon: Muss ich jetzt einfach nur längere Inhaltsangaben mit einem Satz Meinung schreiben und dann bekomme ich Rezensionsexemplare?
Mittlerweile bin ich diesen Blogs einfach entfolgt, jedem das Seine ;)

Das war ja jetzt viel Gedankenmist, aber irgendwie ging mir das alles durch den Kopf und das hier hat vielleicht werder Sinn noch Verstand, aber hey. Manchmal muss es raus. Und als Nächstes gibt es dann definitiv wieder Rezensionen!

Dienstag, 26. Mai 2015

[Cosplay] Officer Rocky

Es ist vollbracht. Auf Twitter und Facebook habe ich ja schon mal die endgültige Form des Kostüms gezeigt und jetzt auch endlich hier:








Ich kann es kaum glauben, aber es ist endlich fertig. Zum Ende hin war es doch noch mal ziemlich stressig: Irgendwie hat Rocky mehr Details als man glaubt, im Ernst.
Dann habe ich die Perücke anfertigen lassen... in der Woche vor der Hanami: Poststreik.
Perückenfrau: Kein Ding, ich komm jetzt doch zur Hanami... ich bring es einfach mit.
In der Woche der Hanami: Zugstreik.
Perückenfrau: Ich hab ne Mitfahrgelegenheit und Bus. Passt schon.
Am Tag der Hanami: Argh. Zug Verspätung, dann standen sie im Stau. Aber was lange währt, ne? Es wurde letztlich gut und ich finde die Perücke genial!
Am Tag der Hanami ebenfall: Gürtelsystem löst sich auf xD Irgendeinen Schaden gibt es doch immer auf Conventions ;)

Was denkt ihr?

Sonntag, 24. Mai 2015

[Zwischenspiel] Plauder-Blog-Stunde

Diese Woche sind mir irgendwie so viele erwähnenswerte Blogeinträge aufgefallen, die ich toll fand oder die einfach nur gelesen werden sollten! Das hier wird sicherlich keine regelmäßige Sache, aber diese Woche möchte ich die Einträge mit euch teilen.

Fangen wir mal mit der Sache mit den Wertschätzung an. Die wunderbare Frau Hauptsachebunt hat in ihrem Blogeintrag auf eine Sache aufmerksam gemacht, die ich zwar im Privaten beachte und anschaue, aber ehrlich gesagt bisher nie auf meinem Blog umgesetzt habe! Die Übersetzer von Büchern. Ich schaue eigentlich immer auf den Übersetzer, wenn ich das Buch öffne - einfach aus Neugierde, wer hier am Werk war. Nicht immer bin ich dann von dem Buch überzeugt, aber trotzdem habe ich Respekt vor euch Übersetzern da draußen. Ich frage mich nur, warum ich das nie auf dem Blog gezeigt habe. Künftig werde ich also auch immer die Übersetzer in den Beiträgen nennen, immerhin ist es im Prinzip auch ihr Werk.

Sehr 'amüsiert' hat mich der Beitrag Dabei könnte es doch so einfach sein, von Maximilian Buddendohm verfasst. Er beschreibt den Umgang von Presseagenturen mit uns Bloggern. Einerseits ist das zwar echt nicht lustig, andererseits waren die Patzer in Bezug auf Brathähnchenblogs so grottig, dass man eben doch nur Kopfschütteln und Lachen kann. Ich hoffe aber, dass sich das künftig etwas ändert... das ist doch ausbaufähig, oder liebe Agenturen?

Damaris von Damaris liest hat die tolle Aktion Dieses Buch bleibt im Regal gestartet. Alle zwei Wochen stellt sie ein Buch vor, das sie bis ans Lebensende begleiten soll (bis dass der Tod euch scheidet mal anders interpretiert...)






Tja, ich habe mich gleich gefragt, welches Buch mir bis ans Ende meiner Tage folgen soll und das Buch ist (stellt euch einen Trommelwirbel vor):

Bildquelle

'Perlmanns Schweigen' von Pascal Mercier ist ein Buch wie eine Wundertüte. Jedes Mal, wenn ich es von Neuem lese, entdecke ich auch neue Dinge, die mir vorher entgangen sind. Ich habe es in einer Zeit gelesen, in der ich dieses Schweigen und das Selbstzerstörerische nachempfinden konnte. Ein geniales Buch!


Zur Abwechslung möchte ich euch nun ein Rezept aus dem Kuriositätenladen ans Herz legen, das mir sofort das Wasser im Mund zusammen laufen ließ! Kartoffel-Kresse-Waffeln. Sobald ich ein Waffeleisen besitze, muss ich das Rezept testen. Das Ganze ist im Rahmen der Aktion 7xRegional - da waren noch viele andere Leckereien dabei und das Regionale finde ich kochtechnisch ja echt unterstützenswert!

In Brösels Bücherregal ging es dann diese Woche noch um Social Media. Warum folgst du mir nicht? - das ist sicher eine Frage, die der ein oder andere schon mal gehört hat und Brösels Meinung finde ich super: Folgen, wem man will - das ist wohl in Kurzform die sehr ausführliche und toll formulierte Ansicht über Social Media. Absolut lesenswert!

Zu guter Letzt habe ich noch im Blogtalk der Büchernische (empfehlenswert!) noch ein Video entdeckt, dass die Buchwelt sehen muss. Ich fand es einfach nur richtig genial. Es macht gute Laune und Lust darauf, in diesem Buchladen einzukaufen, wirklich. Schaut einfach mal selbst rein:



Wie war denn eure Woche so?

Samstag, 23. Mai 2015

[Rezension] Die sechste Farbe des Glücks - Johanna Wasser





Titel: Die sechste Farbe des Glücks
Autor: Johanna Wasser
Verlag: Petit Coeur
Erschienen: November 2014
ISBN: 978-3-9816515-2-2
Preis: 9,99€
 
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Autor

Johanna Wasser wurde 1978 auf der Seidenstraße geboren und verbrachte den Großteil ihres Lebens in München. Seit Kurzem lebt und arbeitet sie in Hessen. »Die sechste Farbe des Glücks« ist ihr erster Jugendroman.

Inhalt

Die öffentlichkeitsscheue Bestseller-Autorin Isabell lässt sich von ihrem Verlag zu einem Buchblogger-Treffen überreden. Zwei Dinge ahnt sie dabei nicht einmal: Sie wird bald auf den wichtigsten Menschen ihres Lebens treffen. Und ihr Leben wird sich dadurch für immer verändern. Was sie dagegen weiß: Sie benötigt dringend Inspiration, um den dritten Teil ihres Erfolgsromans „Rainbowland“ zu schreiben. Und: Seit langer Zeit liebt sie wieder. Doch was passiert, wenn die Liebe nicht reicht?

Erster Satz

Der Traum war grau und schwer.

Meine Meinung

Die sechste Farbe des Glücks war nach meiner Miniflaute ein perfektes Buch. Johanna Wasser erzählt eine bezaubernde Geschichte, die ans Herz geht und zumindest mich wirklich zu Tränen gerührt hat.
Das Buch war vorhersehbar und unvorhersehbar zugleich. Einige Erzählstrange haben sich einfach relativ schnell offenbart und dann kam das Ende, das mich ergriffen hat und sehr überraschend war.
Erzählt wird hier aus zwei Perspektiven, eine davon übernimmt Isabell, unsere scheue Autorin, die gerade versucht, ihr Buch zu beenden. Sie ist menschenscheu, lebt zurückgezogen und leidet an einer absoluten Schreibblockade. Außerdem werden ihre Parts in der Ich-Form erzählt. Die zweite Erzählperspektive verrate ich euch noch nicht komplett, denn sobald ich diesen Teil gelesen hatte, ahnte ich, wohin der Weg führen wird. Nur so viel sei gesagt: Hier wird nicht mehr in der Ich-Form erzählt, somit bleibt Isabell einfach der Hauptpart für uns als Leser, diejenige, mit der man sich am ehesten identifizieren kann. Ich finde sie richtig sympathisch und auch wenn ich keine Autorin bin, kann ich das mit der Schreibblockade einfach nur zu gut verstehen und nachvollziehen. Und auch ansonsten hatte ich wenig Schwierigkeiten, mich in Isabell reinzuversetzen, das hat Johanna Wasser hervorragen hingekriegt. (Das gilt übrigens auch für den zweiten Erzählstrang, den fand ich ebenfalls sehr gelungen und die Charaktere super!).

Besonders angenehm fand ich die Liebesgeschichte von Isabell. Es war nicht überzogen, sehr natürlich und einfach sympathisch. So Liebesstories würde ich gerne mehr lesen!
Es ist schwierig, viel zu sagen, denn die Geschichte ist schön und nimmt überraschende Wendungen und je nachdem, was ich schreibe, nehme ich viel zu viel vorweg. Und das möchte ich natürlich mit.
Vielleicht noch kurz was zu den Bloggern: Hallo?! Voll unser Thema hier, oder?! Welcher Blogger träumt denn nicht davon, seinen absoluten Lieblingsautor mal so hautnah zu erleben? Das war natürlich gleich noch mal mehr Identifikationsmaterial und so ein bisschen ein Neidfaktor war auch dabei, es war einfach eine zu tolle Vorstellung, eine Woche mit seinem Lieblingsautor zu verbringen.
Auch noch definitiv mehr als eine Erwähnung wert ist Rainbowland, die Trilogie, die Isabell zu beenden versucht. Man merkt, wie durchdacht diese Welt ist, obwohl sie ja nur immer wieder ausschnittsweise gezeigt wird. Aber Johanna Wasser hat eine vielschichte Welt in einer Welt erfunden und das ist nicht leicht. Ich verstehe, warum die Blogger das Rainbowland so lieben, ich verstehe, warum Isabell es geschrieben hat und ich verstehe, warum sie es nicht beenden kann. Und dann das Ende... Gänsehaut, sag ich da nur!

Fazit.

Eine wundervoll leichte Geschichte, die Vorhersehbares mit Unvorhersehbarem aufwiegt und Wendungen schafft. Definitiv eine Empfehlung wert!

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mein Dank geht an Johanna Wasser sowie Blogg dein Buch.

Donnerstag, 21. Mai 2015

[Rezension] Der goldene Schwarm - Nick Harkaway





Titel: Der goldene Schwarm
Autor: Nick Harkaway
Aus dem Englischen: André Mumot
Original: Angelmaker
Verlag: Knaus
Erschienen: März 2014
ISBN: 978-3-8135-0534-4
Preis: 19,99€
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Autor

Nick Harkaway, 1972 in Cornwall geboren, studierte Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaft und hat bereits als Drehbuchautor, Blogger und Werbetexter gearbeitet. "Der goldene Schwarm" wurde ebenso wie Harkaways Debüt "Die gelöschte Welt" von der Presse gefeiert und vielfach ausgezeichnet (2012 Oxfam Emerging Writer Prize im Rahmen des Hay Festivals, Shortlist für den Arthur C. Clarke Award und den LA Times Book Prize). Der zweifache Vater lebt mit seiner Familie in London.

Inhalt

Joe Spork, meisterhafter Uhrmacher und Sohn der Londoner Gangsterlegende Mathew „Tommy Gun“ Spork, führt ein ruhiges Leben weit weg vom kriminellen Erbe seines Vaters. Edie Banister, neunzigjährige Spezialagentin im Ruhestand, führt ebenfalls ein ruhiges Leben und verabscheut jede Sekunde davon. Doch dann setzt Joe eine Weltuntergangsmaschine in Gang, und ihre Wege kreuzen sich. Plötzlich müssen sie sich gegen zwielichtige Regierungsvertreter, wenig fromme Mönche und einen diabolischen asiatischen Diktator verbünden. Schon bald wird klar: Um die drohende Katastrophe abzuwenden, muss Edie eine alte Rechnung begleichen. Und Joe sich seiner Vergangenheit stellen…

Erster Satz

Da morgens um Viertel nach sieben die Temperatur in seinem Schlafzimmer noch unter Weltraumniveau liegt, hat Joshua Joseph Spok einen langen Ledermantel und ein Paar der Golfsocken seines Vaters angezogen.

Meine Meinung

Selten hat mich ein Buch so viel Lesezeit gekostet und ich habe mich selten so sehr durchgekämpft. Der goldene Schwarm und ich, das hat wohl nicht gepasst. Die Inhaltsangabe hat mich neugierig gemacht, immerhin ist Steampunk was Feines und das schrie förmlich Steampunk. Doch letztlich habe ich tatsächlich leider auch mit durch dieses Buch eine Art Lese- und Blogflaute erlitten.

Woran liegt das? Zum Einen schreibe ich schlechte Rezensionen wirklich ungerne und möchte daher nochmal betonen, dass das immer noch persönlicher Geschmack ist, was ich hier hauptsächlich kritisiere. Zum Anderen war mein größtes Problem der Stil. Auf Dauer fand ich ihn wirklich anstrengend. Immer und immer und immer wieder habe ich ein und den gleichen Satz gelesen und ihn dennoch nicht aufnehmen können. Kennt ihr das? Bei mir zumindest war das hier eben so. Nick Harkaway hat durchaus sehr anschauliche Beschreibungen und hat wirklich Bilder in mir entstehen lassen, aber das alles war einfach nicht meins. Diese Bilder haben auf mich nicht positiv gewirkt, sondern ehrlich gesagt waren es dann immer die etwas ekligen Beschreibungen, die dann als Bild im Kopf aufploppten.
Inhaltlich konnte mich das Buch dann natürlich auch nicht überzeugen, weil ich einfach durch den Stil abgelenkt war. Um ehrlich zu sein, ist kaum was - außer so Beschreibungen wie die rosa Glausaugen - hängen geblieben. Ein Spannungsfaktor kam dementsprechend auch nicht auf und die Figuren waren auch nicht der entscheidende Punkt, der mich umstimmen konnte und mich total in den Bann gezogen hätte.
Ihr seht also, das ist wirklich eine sehr subjektive Sicht. Wer weiß, ob euch das Buch vielleicht nicht total flashen wird? Ich glaube auch, dass die Geschichte an sich gut ist und überzeugen kann, wenn man eben mit dem Stil klar kommt. Bei mir war das leider nicht der Fall. Irgendwann entstand da diese Blockade und ich kam einfach nicht mehr damit klar.

Fazit

Nicht mein Fall, da ich einfach stilistisch an meine Grenzen geriet und mich nicht auf das Inhaltliche konzentrieren konnte.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Montag, 11. Mai 2015

[Rezension] 30 Tage und ein ganzes Leben - Ashley Ream





Titel: 30 Tage und ein ganzes Leben
Autor: Ashley Ream
Original: Losing Clementine
Verlag: btb
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-442-74611-8
Preis: 12,99

 
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Autor

Mit 16 Jahren bekam Ashley Ream ihren ersten Job bei einer Zeitung. Seitdem hat sie für verschiedene Magazine in ganz Amerika geschrieben, bis sie es irgendwann leid war, ständig einer Deadline hinterherzulaufen. Also suchte sie sich einen "richtigen" Job und schrieb nur noch in ihrer Freizeit - mit Erfolg: In den USA wollten gleich mehrere Verlage ihren Debütroman "30 Tage und ein ganzes Leben" veröffentlichen. Nach über zehn Jahren in L.A. lebt Ashley Ream heute in Wisconsin, trainiert für einen Marathon und schreibt an ihrem zweiten Buch.

Inhalt

Clementine beschließt zu sterben. In 30 Tagen will die erfolgreiche Malerin, die für ihre Kunst ebenso bekannt ist wie für ihre Scharfzüngigkeit, ihrem Leben ein Ende setzen. Nachdem die Antidepressiva im WC entsorgt worden sind, bleibt ihr noch genau ein Monat, um das eigene Ableben zu organisieren. Schließlich will Clementine kein Chaos hinterlassen: ein letztes großes Bild malen, sich mit dem Ex aussprechen und ein neues Zuhause für den Kater fi nden. Ihre letzten Tage will sie genau so verbringen, wie sie es will – und nicht wie andere es von ihr erwarten. Doch dabei stößt Clementine auf ungeahnte Hindernisse – und nach 30 Tagen ist nichts mehr so, wie es vorher war …

Erster Satz

Ich warf die Teekanne aus dem Fenster.

Meine Meinung

Hm... das Buch war... seltsam. Der Klappentext klingt richtig gut, aber ich gebe zu, ich habe mir etwas anderes vorgestellt und das war vielleicht auch das Problem. Doch mein größtes Problem hierbei war, dass mir die Hintergründe für den geplanten Tod nicht genug ausgearbeitet waren. Für mich hat sich das alles etwas Wischiwaschi angefühlt, es hat einfach die emotionale Tiefe gefehlt. Als jemand, der so schwarze Zeiten, die Protagonistin Clementine hat, durchaus verstehen könnte, habe ich erstaunlich wenig Mitgefühl gehabt und konnte mich wirklich schlecht in ihre Situation versetzen.
Clementine ist einfach keine Sympathieträgerin. Sie hat harte Zeiten durchgemacht, dennoch empfinde ich sie als arrogant und mir nicht sympathisch. Mag sein, dass andere Leser das als vollkommen anders empfinden, aber ich wurde mit Clementine einfach überhaupt nicht warm. Daher war da auch eine Distanz beim Lesen, da sie ja ihre letzten dreißig Tage erzählt und wenn man mit der erzählenden Protagonistin nicht warm wird, dann leider auch nicht mit der Geschichte. Mir kam einfach alles so oberflächlich vor. Für mich als Leserin hat komplett der Tiefgang gefehlt, auch in Clementines Beziehungen zu den anderen Charakteren. Einzig und allein ihren Kater hat sie richtig geliebt, beim Rest fehlt da einfach etwas.
So verstand ich auch die Handlungen von ihrem Ex-Mann nicht, wenn dafür aber die der Galeristen, immerhin ist Clementine eine begabte Künstlerin. Ein anderes Motiv enthüllt sich am Schluss. Da schließt sich sozusagen ein Kreis. Normalerweise bin ich dann so: Woah, ernsthaft? Hier war es eher ein gediegenes: Aha. Na ja...
Dabei ist die Idee gut, der Kreis logisch, aber ich bleibe dabei, Clementine und ich, wir wären keine Freunde. Vieles findet ihr bei ihr auch so abrupt statt, so dass ich gar nicht mitkam. Das passt sicher zu der Persönlichkeit, welche die Autorin erschaffen wollte, spricht mich aber nicht an.
Das Konzept der 30 Tage, die herunterlaufen und in denen Protagonistin Clementine Klarheit und Ordnung reinbringen will, finde ich super! Ich mag diese Art von Countdown und habe mit Rabbit Hayes (lest das Buch!) da schon ein wirklich wundervolles Buch dieses Jahr gelesen. 30 Tage und ein ganzes Leben hat aber weder die Emotionalität noch die Tiefe oder die Charaktere um an dieses Highlight ranzukommen.
Den Schreibstil finde ich sehr lesbar. Hat sich gut gelesen, ging schnell und... - wir kommen wieder auf mein großes Problem an diesem Buch zurück - wäre es nicht Clementine gewesen, hätte das Buch mich sicherlich mehr überzeugt. Den ersten Satz fand ich schon ziemlich toll, das Ende war auch gelungen. Da kann man nicht meckern.

Fazit

Eine gute Idee, die für mich jedoch aufgrund der Protagonistin viel verliert. Neutral gesagt: Anderen gefällts vermutlich, aber Clementine und ich waren in diesem Buch keine gute Konstellation.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 10. Mai 2015

[Rezension] Natchez Burning - Greg Iles





Titel: Natchez Burning
Autor: Greg Iles
Original: Natchez Burning
Band: 1?
Verlag: rütten & loening
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-352-00681-4
Preis: 22,99€
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Autor

Greg Iles wurde 1960 in Stuttgart geboren. Sein Vater leitete die medizinische Abteilung der US-Botschaft. Mit vier Jahren zog die Familie nach Natchez, Mississippi. Mit der »Frankly Scarlet Band«, bei der er Sänger und Gitarrist war, tourte er ein paar Jahre durch die USA. Mittlerweile erscheinen seine Bücher in 25 Ländern. Greg Iles lebt heute mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Natchez, Mississippi. Fünf Jahre hat er kein Buch herausgebracht, da er einen schweren Unfall hatte.

Inhalt

Penn Cage, Bürgermeister von Natchez, Mississippi, hat eigentlich vor, endlich zu heiraten. Da kommt ein Konflikt wieder ans Tageslicht, der seine Stadt seit Jahrzehnten in Atem hält. In den sechziger Jahren hat eine Geheimorganisation von weißen, scheinbar ehrbaren Bürgern Schwarze ermordet oder aus der Stadt vertrieben. Nun ist mit Viola Turner, eine farbige Krankenschwester, die damals floh, zurückgekehrt – und stirbt wenig später. Die Polizei verhaftet ausgerechnet Penns Vater – er soll sie ermordet haben. Zusammen mit einem Journalisten macht Penn sich auf, das Rätsel dieses Mordes und vieler anderer zu lösen.

Erster Satz

"Wenn ein Mann die Wahl zwischen der Wahrheit und seinem Vater hat, entscheidet sich nur der Narr für die Wahrheit."

Meine Meinung

Was für ein Wälzer, das war so mein erster Gedanke angesichts des dezenten Umfangs von ca. 1000 Seiten. Willst du dir das jetzt echt antun? Das war mein zweiter Gedanke. Und dann dachte ich nicht mehr viel, sondern las. Und las. Und las. Und las, weil ich diesen verdammten Wälzer unbedingt beenden wollte. Und bis auf das Ende war ich einfach nur gefesselt von diesem Brocken. Meine Handgelenke haben zwar etwas gelitten, aber es hat sich definitiv gelohnt.

Allein schon die Thematik ist doch mal wieder etwas ganz anderes, vor allen Dingen angesicht der vielen Bücher zum zweiten Weltkrieg, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Der Konflikt zwischen Schwarz und Weiß, der Rassismus, der sich aus den sechziger Jahren bis in die heutige Zeit zieht, ist unglaublich bitter, deprimierend, fesselnd und angesichts einiger Ereignisse in den USA aktueller denn je.

Was Greg Iles hier erschaffen hat, ist... ja, beeindruckend. So viele Details, so viele unterschiedliche Erzählstränge, die sich eigentlich alle aufeinander beziehen und erst am Ende aufeinander treffen. Als Leserin habe ich da doch manchmal den Überblick verloren, weil es einfach ein Epos ist. Aber letztlich hat sich am Schluss wirklich jede Unklarheit geklärt und ich war echt drin, ich war in Natchez.
Allein der Schluss wirkte im Verhältnis zu dem detaillierten Inhalt, diesem gewaltigen Vorbau, etwas schwach und kürzer und schnell abgewickelt. Es hat zwar doch alles gepasst, aber mir hat da einfach im Vergleich etwas gefehlt. Das, was mich vorher so in den Bann gezogen hat, war da nicht mehr ganz so dabei.

Die Geschichte dreht sich um Penn, den Bürgermeister, seinen Vater, der des Mordes angeklagt wird, seine Verlobte, Henry, den Journalisten und Viola, die ermordete Krankenschwester. Außerdem noch viele andere Charaktere. Das Buch ist sehr vielschichtig, es spielt auf unterschiedlichen Ebenen und dementsprechend gibt es eine große Anzahl von Charakteren, die auch alle auf ihre Weise eine wichtige Rolle spielen. Da kann man in so einer Rezension gar nicht auf alle eingehen. Diesem Umfang kann ich in einer Rezension einfach nicht gerecht werden. Aber so viel sei gesagt: Alle waren detailliert ausgearbeitet, alle hatten einen realistischen Hintergrund und irgendwo konnte man die Motivation aller verstehen.

Fazit

Was für ein Epos. Es hat mich gefesselt und ich fühlte mich, als wäre ich in Natchez direkt bei Penns Ermittlungen dabei gewesen. Die Gestaltung über verschiedene Zeiten hinweg, über verschiedene Gruppen war grandios und ja, ich fands super. Nur der Schluss war da nicht so stimmig. Wer keine Scheu vor paar Seiten mehr hat, sollte das Buch lesen! Es lohnt sich.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 8. Mai 2015

[Rezension] Black Mamba Boy - Nadifa Mohamed





Titel: Black Mamba Boy
Autor: Nadifa Mohamed
Original: Black Mamba Boy
Verlag: C.H. Beck
Erschienen: Januar 2015
ISBN: 978-3-406-67596-6
Preis: 19,95€

 
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Autor

Nadifa Mohamed, 1981 in Hargeisa, Somaliland geboren, kam als Kind mit ihrer Familie nach London und studierte in Oxford Geschichte und Politik. 2014 erschien bei C.H.Beck ihr Roman "Der Garten der verlorenen Seelen". Ihr Roman "Black Mamba Boy", der zuerst 2010 erschien, stand auf der Longlist des Orange Prize for Fiction und auf der Shortlist des Guardian First Book Award, des Dylan Thomas Award, des John Llewellyn Rhys Prize, des PEN/Open Book Award und gewann den Betty Trask Award.

Inhalt


Jemen 1935. Der kleine Jama, ein halbwilder Straßenjunge, streift mit seinen Freunden durch die Gassen Adens auf der Suche nach Nahrung und ein paar Münzen. Als seine Mutter viel zu jung stirbt, begibt er sich, allein und gefährdet, auf eine Odyssee durch das von Kolonialismus und Faschismus verheerte Ostafrika, nach Somaliland, Dschibuti, Eritrea, in den Sudan, bis nach Ägypten, auf der Suche nach seinem geheimnisvollen, nie gesehenen Vater, dann auf der Suche nach Arbeit und einer Grundlage für ein eigenes Leben. Viele Jahre später führt ihn diese abenteuerliche und verzehrende Reise 1947, Jama ist inzwischen Seemann geworden, schließlich nach England.

Erster Satz

Der Ruf des Muezzins riss Jama aus seinem Traum.

Meine Meinung

Das ist die Geschichte von Jama, einem Jungen, der quer über den afrikanischen Kontinent reist, um ein neues Leben zu finden. Es ist eine Geschichte, die auf den Erzählungen des Vaters der Autorin beruht und durchaus beeindruckend. Ich muss sagen, dass ich nicht so viel erwartet hatte, aber das Buch hat mich gepackt. Jama ist als Charakter nicht immer liebenswert, aber seinen Ehrgeiz, seine Diszipilin, sein Durchhaltevermögen und seine freche Art, die er sich beibehält, haben mich beeindruckt, da fällt mir doch kein besseres Wort ein.
Ich fand es unglaublich stark, wie Jama sich durchkämpft hat, nachdem er seine Mutter verliert. Wie er auf der Suche nach seinem Vater den unterschiedlichsten Menschen begegnet und sich durchschlägt. Mich hat fasziniert, wie er immer wieder Leuten aus seinem Clan trifft und diese ihn dann aufnehmen, obwohl sie ihn nicht kennen. Diese Mentalität war unglaublich gut dargestellt und als jemand, der das ja überhaupt nicht kennt, war es nicht nur neu, sondern eben auch interessant. So habe ich den afrikanischen Kontinent noch nie erlebt. Das war neben Jamas Lebensweg das eigentlich Spannende an diesem Buch: Afrika aus den Augen eines kleinen Jungen, eines Clan-Angehörigen, zu erleben.
Es gab auch unglaublich viele interessante Figuren, von denen ich auch gerne mehr gelesen hätte, Orte, die ebenfalls ein ganzes Buch wert gewesen wäre.
Dazu kommt, dass die Autorin ihr Handwerk versteht. Ihr Stil spricht mich wirklich sehr an. Sie bringt mir Jama als Charakter noch näher. Es passt einfach alles rundum.

Fazit

Nadifa Mohamed ist ein atmosphärisch dichter Roman gelungen, der eben auch durch die wahren Elemente aus den Erzählungen ihres Vaters an Spannung und Tiefe gewinnt.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 6. Mai 2015

[Rezension] Mit dem letzten Schiff - Eveline Hasler





Titel: Mit dem letzten Schiff. Der gefährliche Auftrag von Varian Fry
Autor: Eveline Hasler
Verlag: Nagel & Kimche
Erschienen: 2013
ISBN: 978-3-312-00553-6
Preis: 19,90€
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Autor

Eveline Hasler wurde in Glarus geboren, studierte Psychologie und Geschichte in Fribourg und Paris und war einige Zeit als Lehrerin tätig. Heute lebt sie im Tessin. Sie schreibt vor allem historische Romane, aber auch Lyrik, Kinderbücher, Kolumnen, Reportagen sowie Radio- und Zeitschriftenbeiträge. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schubart-Literaturpreis, dem Meersburger Droste-Preis für Dichterinnen und dem Justinus-Kerner-Preis. 1990/91 war sie Guest Lecturer am German Department der City University in New York. Ihre Bücher wurden bisher in zwölf Sprachen übersetzt.

Inhalt

Frankreich, August 1940: Der junge amerikanische Journalist Varian Fry erhält vom Emergency Rescue Committee in Marseille den Auftrag, 200 verfolgten Künstlern die Ausreise in die USA zu ermöglichen. Die Arbeit Frys ist illegal und brandgefährlich, denn das Vichy-Regime hat sich verpflichtet, Gegner des Nationalsozialismus an die deutsche Regierung auszuliefern. Unter Einsatz seines Lebens verhilft er im Verlauf eines Jahres fast 2000 Menschen, vor allem Künstlern und Intellektuellen, aber auch vielen Unbekannten, zur Flucht vor den Nazis. Eveline Hasler erzählt die Geschichte dieses „amerikanischen Schindlers“ und seiner Helfer mit großer Eindringlichkeit – ein mitreißendes Geschichtsdrama.

Erster Satz

Varian Fry sah Erika Mann vorn am Referententisch im Commodore sitzen - für die bevorstehende Tagung war das ein gutes Omen.

Meine Meinung

Oh wow, das Buch war beeindruckend, einfach nur beeindruckend. Eveline Hasler stellt hier szenisch verschiedene Lebensstationen von verschiedenen Menschen während des zweiten Weltkrieges dar. Alle Fäden laufen letztendlich bei Varian Fry zusammen. Doch die Gestaltung dieser unterschiedlichen Charaktere, Situationen ist der Autorin einfach virtuos gelungen.
Das Buch hat mich total beeindruckt, dass ich jetzt tatsächlich erstmal überlegen muss, wo ich anfange und was ich alles in diese Rezension stecke, denn egal, was ich schreibe, ich kann nicht in Worte fassen, was ich beim Lesen empfunden habe.

Thematik ist hier der zweite Weltkrieg und insbesondere gefährdete Personen, also Künstler, die bei Hitler auf der Abschussliste gelandet sind. Varian Fry ist ein Amerikaner, der mit nur wenigen Mitteln nach Frankreich zieht, um diese gefährdeten Personen abzuarbeiten. Von manchen weiß er gar nicht, wo sie sind und für manche wird es schwierig, überhaupt noch zu entkommen.
Ich finde es einfach faszinierend, wie man hier den verschiedensten Figuren begegnen und ihrer Flucht. Doch was mich auch beeindruckt hat, sind die vielen Schicksale, die Eveline Hasler einfach nur am Rande erwähnt. Das gesamte Buch bekommt dadurch eine so unglaubliche Dichte. Man begegnet einfach so vielen bekannten Namen und ich persönlich wusste nicht von allen, was sie erlebt haben.
Doch neben diesen großen Künstlerpersönlichkeiten werden auch eher nicht so bekannte Menschen auf ihrem Weg begleitet. Besonders die Kinder von La Hille... Eine wahre Geschichte in so kurzen, prägnanten, ansprechenden Worten präsentiert. Mir fehlen da die Worte, um meine Empfindungen auszudrücken.
Man kann nicht jedes einzelne dieser grausamen Schicksale aus dem Krieg in ein Buch fassen, aber Eveline Hasler hat bemerkenswert viele Einzelschicksale durch Varian Fry zusammengefasst. Unter anderem auch durch die Unterstützung von Gussie, einem jüdischen Jungen, der ebenfalls auf der Flucht ist, und mittlerweile als Justus Rosenberg ein angesehener Professor in Amerika ist.

Fazit

Das mag wirr klingen, aber mir fehlen die Worte. Dieses Buch hat mich mit seinen vielen Einzelschicksalen und wahren Gegebenheiten einfach beeindruckt. Eveline Hasler hat ein wundervolles und empfehlenswertes Buch geschaffen.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Montag, 4. Mai 2015

[Rezension] Das Geheimnis von Greenshore Garden - Agatha Christie





Titel: Das Geheimnis von Greenshore Garden
Autor: Agatha Christie
Original: Hercule Poirot and the Greenshore Folly
Verlag: Hoffmann und Campe
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-455-60026-1
Preis: 15,00€
Leseprobe
 
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Autor

Agatha Christie begründete den modernen britischen Kriminalroman und avancierte im Laufe ihres Lebens zur bekanntesten Krimiautorin aller Zeiten. Ihre beliebten Krimihelden Hercule Poirot und Miss Marple sind einem Millionenpublikum bekannt. Christie starb im Alter von 85 Jahren am 12. Januar 1976.

Inhalt

Für ihr Sommerfest haben sich die Bewohner von Greenshore House etwas Besonderes ausgedacht. In ihrem Garten soll eine inszenierte Mörderjagd für Unterhaltung sorgen. Ariadne Oliver, eine bekannte Krimiautorin, soll das Detektivspiel organisieren. Ohne nachzudenken, stimmt sie zu. Doch plötzlich ahnt sie, dass aus dem Spiel ganz schnell Ernst werden könnte, und ruft in letzter Minute ihren guten Freund Hercule Poirot zu Hilfe.

Erster Satz

Es war Miss Lemon, Poirots tüchtige Sekretärin, die das Gespräch annahm.

Meine Meinung

Eine erschreckende Bekenntnis von meiner Seite: Ich habe noch nie zuvor ein Agatha-Christie-Buch gelesen. Somit kannte ich bis dato weder Miss Marple noch Hercule Poirot, dem Ermittler in diesem Buch. Als ich irgendwann mitgekriegt habe, dass die Bücher bei HoCa neu aufgelegt werden, habe ich beschlossen, endlich mal diese Lücke zu schließen und habe mich für Das Geheimnis von Greenshore Garden entschieden. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es auch in Großbritannien erst 2013 veröffentlicht wurde.
Vorweg muss ich auch mal die Aufmachung dieser Bücher loben: Ich finde, diese Reihe ist einfach so unglaublich ansprechend geworden und sieht toll aus. Definitiv ein Hingucker in jedem Bücherregal!

Da dass ja ein Quereinstieg war, hatte ich auch keine Ahnung, was mich erwartet. Der Stil war dann so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Ich mochte ihn, das Buch las sich schnell weg und es war angenehm zu lesen.

Hercule Poirot ist definitiv ein interessanter Ermittler, allerdings finde ich auch, dass man nach diesem kurzen Buch auch noch nicht so viel über ihn als Charakter sagen kann. Er war sympathisch, sehr smart und hat den Fall wirklich klasse gelöst, aber es waren zu wenig Seiten, um ihn - als Neueinsteiger in die Reihe - richtig kennenzulernen. Das tat der Geschichte jedoch keinen Abbruch.

Es geht doch: Das Buch war ein spannender Kurzkrimi ohne allzu viel Blut und Entführungen und Missbrauch, eine tolle Abwechslung, die sich einfach weglas. Und ich habe die Lösung dennoch nicht rausgekriegt - ich bin einfach nicht der Typ, der bei Kriminalfällen auf Lösungen kommt... aber das tut der Spannung ja nichts, ganz im Gegenteil! Wenn frau zu dumm ist, um Mordfälle selbst zu lösen, liest man halt umso begieriger und verschlingt das Buch!

Fazit

Es war ein Kurzkrimi, das war das einzige Manko, denn es war schon sehr schnell gelesen. Dennoch bin ich froh, endlich mal Agatha Christie gelesen zu habe und finde, dass ich mit diesem Buch einen guten Griff getan habe!

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt