Donnerstag, 30. April 2015

[Rezension] Fernsehen gernsehen - Alexander Emmerich





Titel: Fernsehen gernsehen
Autor: Alexander Emmerich
Verlag: Zauberberg
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-945662-00-7
Preis: 19,90€

 
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Autor

Alexander Emmerich (*1974) ist promovierter Historiker und Autor von Hörbüchern, Drehbüchern und Krimis. Er gehört der Generation an, die unbedingt in den Medien arbeiten wollte und tat dies für das ZDF, RTL und den WDR.
Er arbeitete zunächst intensiv als Sachbuchautor zur deutschen und amerikanischen Geschichte. FERNSEHEN GERNSEHEN ist sein Debütroman. Er erscheint im Februar 2015.
Inhalt

Ben Kaspari ist Jahrgang ’74 und hat eine große Liebe: Das Deutsche Fernsehen. Es begleitet ihn durch seine einsame Kindheit und wilde Jugend in Mannheim, bringt ihn nach Köln und zum ZDF nach Mainz.
Er trauert, hasst und liebt mit den Helden der Achtziger und Neunziger Jahre und erlebt das, was um ihn herum passiert, stets durch das Fernsehen: So wird der Mauerfall zu einer Soap-Opera, als Teenager liegt Ben verliebt zu Bill Cosby vor der Flimmerkiste, bis er als Erwachsener eine Big-Brother-Party überstehen muss, sein ganz privates Dschungelcamp erlebt und schließlich von Jürgen von der Lippe vor die Frage gestellt wird: Geld oder Liebe?

Erster Satz

Ich fand eine Liebe, die mein Leben beherrschte.

Meine Meinung

Das hier ist wahrlich eine Hommage an das Fernsehen der Achtziger und Neunziger Jahre, nur... nur fehlte mir etwas mehr Zielgerichtetheit, etwas mehr Story. So plätschert Bens Leben einfach vor sich hin und das Ganze erinnert mehr an eine Autobiographie als an einen Roman.
Dennoch muss ich sagen, dass mich das Buch fasziniert hast, denn ganz ehrlich, gerade in den Neunzigern kommt mir das vieles bekannt vor und es waren einfach auch Erinnerungen, die man damit auffrischt. Aus diesem Buch spricht wirklich die Liebe, die Protagonist Ben Kaspari zum Fernsehen entwickelt. Das spürt man wirklich an jedem Satz. Ich wüsste ehrlich gesagt gar nicht, wie ich Ben beschreiben soll, denn hauptsächlich erlebt man ihn als Fernseh-Fan und -Liebhaber, der jedoch auch mal von seiner großen (ersten) Liebe enttäuscht wird. Denn es ist doch auch wirklich so, dass Liebe nicht immer nur positiv ist.
Ganz amüsant fand ich die Verbindungen, die zwischen dem 'echten' Leben sowie dem aktuellen Fernsehprogramm ist. Allgemein ist ein sehr feiner Humor in diesem Buch verborgen, ich mochte schon die Beschreibungen ganz am Anfang, als der Fernseher der Großeltern dargestellt wurde. Diese Beschreibungen beherrscht der Autor wirklich gut, das habe ich immer gleich bildlich vor mir gesehen.

Übrigens ist meine Lieblingsstelle diese hier: Es war 1988. Das Jahr begann mit einem Paukenschlag. An Silvester hatte es noch keiner geahnt, doch ab dem 5. Januar sah die Welt anders, denn ALF lief an jemden Tag zum ersten Mal im deutschen Fernsehen.
Das bleibt auf alle Zeit eine meiner liebsten Buchstellen, auch wenn ich - Achtung, Schocker - kein ALF-Fan bin. Doch das Zitat zeigt auch den feinen Schreibstil, der Spaß gemacht hat.

Fazit

Hm, ich würde ja gerne noch mehr sagen, aber alles ist schon geschrieben: Ich-Erzähler Ben, etwas mehr Story mit Zielführung, mutete eher autobiographisch an, feiner Humor und feiner Schreibstil. Es war trotz allem einfach nur eine tolle Hommage an der gute alte Fernsehen.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 28. April 2015

[Rezension] Hotel Alpha - Mark Watson





Titel: Hotel Alpha
Autor: Mark Watson
Original: Hotel Alpha
Verlag: Heyne
Erschienen: April 2015
ISBN: 978-3-453-26964-4
Preis: 19,99€
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Autor

Mark Watson, geboren 1980 in Bristol, ist Romanautor, Kolumnist, Radio- und Fernsehmoderator und international erfolgreicher Stand-up-Comedian. Er ist außerdem Fußball-Experte, studierter Literaturwissenschaftler und Umweltaktivist. Er ist bekannt für Marathonauftritte, die 24 Stunden und länger dauern. Mark Watson lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in London. »Ich könnte am Samstag« (Hardcover: »Elf Leben«) war sein erster ins Deutsche übersetzter Roman, zuletzt erschien von ihm »Überlebensgroß«.

Inhalt

Seit den Sechzigerjahren ist das Hotel Alpha eine regelrechte Institution in London, was nicht zuletzt an dem Besitzer des Fünfsternehauses liegt: Howard York ist smart und charismatisch, mit der wunderschönen und klugen Sarah-Jane verheiratet und ein gefeierter Held, seit er 1984 bei einem Brand den kleinen Chas rettete und ihn adoptierte, nachdem dessen Mutter in den Flammen umkam. Obwohl seit diesem Unglück blind, ist der Junge ein aufgewecktes und fröhliches Kerlchen, das allerdings die Öffentlichkeit scheut, die Tage im Hotel verbringt und sich zum Computerexperten entwickelt. Und da ist Graham Adam, der seit der Eröffnung im Hotel Alpha als Concierge tätig ist und zu Chas’ väterlichem Vertrauten wird. Er ist das gute Gewissen des Hotels, doch der schöne Schein ist nicht ganz ohne trügerisches Licht.

Erster Satz

Das Alpha stand in Flammen.

Meine Meinung

Hotels üben doch immer eine besondere Faszination aus, besonders, wenn sie so eine Tradition haben, einen solchen Flair und einen solchen Charme wie das Alpha. Ich jedenfalls war fasziniert von diesem Hotel und vor allen Dingen, wie es sich über die Zeit entwickelt und an die aktuellen Gegebenheiten, an die Technik, die immer moderner wird, anpasst. Die Feste, die es erlebt, die Menschen, die sich dort weiter entwickeln, die Menschen, die dort übernachten und vielleicht etwas besonderes erleben.
Erzählt wird die Geschichte von dem Concierge, bzw. dem Mann für alles, Graham sowie dem kleinen Chas, der von den Hotelbesitzern adoptiert wird. Die beiden sind unzertrennlich miteinander verbunden, zum Ende wird dies noch mal verdeutlicht.
Graham ist ein sehr traditioneller Mensch, der sich mit den neuen Entwicklungen schwer tut, der Computern oder Handys nicht so viel abgewinnen kann. Ich empfand ihn immer als etwas zurückhaltend, als tatsächlich nicht so weltoffen, wie z.B. der Hoteleigentümer Howard York. Er hat aber einen ganz eigenen Charme, mir persönlich war er sogar der liebste von allen Charakteren. Ich fand seine leicht schrullige Art wirklich entzückend, insbesondere im Zusammenspiel mit Agatha, die ihn einen Teil des Buches unterstützt. Eine wundervolle Kombination, die ich auch einfach nur bezaubernd fand. Ich hätte gern mehr davon gehabt!
Mit Chas haben wir gerade am Anfang ein Kind, das einen völlig neuen Blickwinkel auf das Hotel bringt... obwohl das vielleicht ungünstig ausgedrückt ist, denn bei dem Brand im Hotel verliert Chas sein Augenlicht. Auch Chas ist - gerade durch das Unglück - eher verschroben, schüchtern und unsicher. Als Leser sieht man ihn wirklich aufwachsen, man erlebt einfach, wie er sich entwickelt, wie er sich - im Gegensatz zu Graham - nicht nur an die neue Technologie gewöhnt, sondern sie sogar lieben und für sich nutzen lernt. Man muss diesen unbeholfenen und hilflosen Jungen doch einfach ins Herz schließen.
Und allein mit diesen beiden Charakteren ist eine gute Grundlage für mich geschaffen, um das Buch zu lieben. Doch auch die anderen Figuren bilden Atmosphäre. Das fängt schon allein mit den Eigentümern an, Howard und Sarah-Jane. Glamourös, elegant und humorvoll. Man spürt förmlich, welchen Esprit dieses Paar versprüht, man kann die Parties, die sie schmeißen, hören.
Jedoch trifft hier 'mehr Schein als Sein' ganz gut zu: Je länger man die Erzähler begleitet, umso mehr erkennt man, dass nicht alles so ist, wie es scheint und das hinter diesem ganzen Glamour doch einiges nicht im Reinen ist. Was das ist, will ich euch nicht verraten, nur so viel sei gesagt, es menschelt hier gewaltig. Das macht das Ganze eigentlich noch sympathischer und greifbarer. Ich mag die Art, wie eben besonders am Anfang der Glamour, die Party, vorkommt und dann die Fassade langsam bröckelt. Die Gestaltung hat mir richtig gut gefallen!
Das Ende fand ich passend. Irgendwie war es überraschend und zugleich logisch und passte einfach super.

Erwähnenswert ist noch, dass es 100 Kurzgeschichten des Autors rund um das Hotel Alpha auf dieser Website gibt. Ich werde da sicher noch stöbern...

Fazit

Ich mag es. Es ist still, es hat tolle Charaktere, es entwickelt sich und hat einen ziemlich genialen Schauplatz. Ich mag das Buch einfach.

Bewertung




#rQuellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 26. April 2015

[Rezension] Das Erbe - Krystyna Kuhn





Titel: Das Tal. Das Erbe
Autor: Krystyna Kuhn
Band: 6
Verlag: Arena
Erschienen: Juni 2014
ISBN: 978-3-401-50535-0
Preis: 6,99€

 
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Autor

Krystyna Kuhn wurde 1960 als siebtes von acht Kindern in Würzburg geboren. Sie studierte Slawistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Würzburg und Göttingen sowie zeitweise in Moskau und Krakau. Sie arbeitete als Redakteurin und Herausgeberin. Seit 1998 ist sie freischaffende Autorin und schreibt mit Vorliebe Thriller und Krimis. „Schneewittchenfalle“ war Krystyna Kuhns erster Jugendroman. Für ihr literarisches Werk wurde Krystyna Kuhn bereits zweifach für den Frauenkrimipreis nominiert.

Inhalt

Ein Amokläufer auf dem Grace College! Während der Sicherheitsdienst die Studenten aus der Gefahrenzone bringt, versuchen Rose und Katie vergeblich, den durchdrehenden Kommilitonen zu beruhigen. Dieser will jedoch nur mit David sprechen. Und der ist spurlos verschwunden …

Erster Satz

Von der Felswand fiel kalte Luft.

Meine Meinung

Liebe Frau Kuhn... Sie machen es wirklich spannend, unglaublich spannend. Meine Nerven! Und ich bin mir immer noch unsicher, wohin das im finalen Band führen wird! Und es macht Lust auf mehr!
Das Tal ist eine Reihe, die mich wirklich begeistert. Immer wieder aufs Neue! Jedes Mal, wenn ich mir einen weiteren Band gönne (diese Reihe genieße ich langsam!), habe ich ziemlich Lust, die ganze Reihe einfach noch mal von vorne zu lesen. Und das macht für mich eine gute Reihe aus, dass sie mir Lust macht, einfach nach dem Ende des aktuellen Bandes von vorne zu beginnen!

Auch dieser Band ist mal wieder super spannend und vor allen Dingen ist es ein heikles und aktuelles Thema. Amoklauf. Leider ja eben doch - besonders in Amerika, aber auch bei uns - immer wieder aktuell. Und hier sehr gut beschrieben. Man fühlt den Zusammenhang mit dem Tal, das große Ganze, von dem ich immer noch keinen Plan habe (ich bin aber auch leicht hinters Licht zu führen!), aber auch die Angst, die der Amokläufer in dem Klassenzimmer verursacht. Das war einfach greifbar, dieses Angstgefühl.
Rose ist diejenige, die uns aus dem Klassenzimmer hinaus die Angst, die Panik angesichts dieser Tat vermittelt. David, dessen Geschichte uns hierdurch vermittelt wird, ist derjenige, der von außerhalb dieses abgeschotteten Raums erzählt. Beide Seiten finde ich unglaublich faszinierend und mitreißend. Rose mag ich als Charakter sowieso und David war mir eigentlich bisher auch sympathisch. Daher fand ich es gut, dass sein Hintergrund endlich mal Thema der Bücher wurde.
Mal abgesehen davon, dass die Geschichte an sich gut ist, macht das Buch mich im Gesamtzusammenhang neugieriger und ich frage mich, worauf das alles rauslaufen wird. Was ist das Geheimnis des Tales? Was steckt dahinter? Wie hängt das alles zusammen? Was ist passiert? So viele Fragen... wenn ich mir die stelle, möchte ich am liebsten sofort den nächsten Band lesen!

Fazit

Like always: spannend, fesselnd, neugierig machend. Endlich lernen wir David etwas besser kennen und verstehen und ich muss sagen, ich finde ihn immer sympathischer. Auch Rose ist erneut in meiner Achtung gestiegen, ihr Umgang mit dem Amoklauf fand ich herausragend. Ich will mehr! Ein Glück habe ich noch zwei Bücher vor mir!

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 24. April 2015

[Kommentar] Schantall, tu ma die Omma Prost sagen! - Kai Twilfer



Erster Satz

Entschuldigung, aber nun schauen Sie doch nicht so erschrocken.













Meine Meinung

Hm. Na ja... so lustig fand ich es jetzt wirklich nicht. Irgendwie überhaupt nicht. Ich fragte mich zwischendurch, ob ich zu blöd, für diese Art von Humor bin, aber nee, das war einfach nicht meins. Die hochstilisierten Geschichten von Schantall waren zwar noch annähernd amüsant, aber der Rest, die Kommentare des angeblichen Sozialarbeiters, waren öde und gewollt. Allerdings nicht lustig.
Schantall fand ich übrigens wirklich nur annähernd amüsant, aber zum Großteil ging sie mir auf den Keks. Diese Kurzgeschichten von Schantall sind eher schlicht, nicht herausragend, und manchmal finde ich den eingebauten Sozialarbeiter unnötig und zu konstruiert. Vielleich hätte mir ein reines Schantall-Buch ohne diesen unnötig reinkonstruierten Ich-Erzähler, der uns 'Normalos' alles kommentiert, besser gefallen.
Schantall ist zwar ein Proll, aber ein durchaus liebenswerter Proll. Wenn ich darüber nachdenke, jetzt beim Schreiben, ist Jochen die Sache, die mir auf die Nerven ging. Ich wusste vor dem Lesen nicht, dass das Buch in Schantall-Kurzgeschichten mit Jochen als Ich-Erzähler und Jochen-Kommentare aufgebaut ist. Im Nachhinein wünschte ich mir... das wäre auch gar nicht so gewesen.

Fazit

Schantall und ihre Familie ist durchaus liebenswürdig und hat auch die Tendenz dazu, amüsant zu sein, aber... Jochen. Anstrengend, konstruiert, pseudo-intellektuell. Kurz gesagt: Mehr Schantall, weniger Jochen bitte.

Mittwoch, 22. April 2015

[Rezension] Mayas Tagebuch - Isabel Allende





Titel: Mayas Tagebuch
Autor: Isabel Allende
Original: El cuaderno del Maya
Verlag: Suhrkamp
Erschienen: 2012
ISBN: 978-3-518-46444-1
Preis: 9,99€
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Autor

Heute lebt Isabel Allende mit ihrer Familie in Kalifornien. Sie ist mittlerweile eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen der Welt. Ihre Werke wurden in 37 Sprachen übersetzt und haben sich millionenfach verkauft. Immer wieder fasziniert die chilenische Bestsellerautorin ihre Leserinnen und Leser und führt sie an die atemberaubendsten Plätze der Erde, weckt die Neugier für andere, fremde Welten und spricht Themen an, die ihr und vielen anderen am Herzen liegen. Unermüdlich widmet sie ihr Leben ihrer größten Leidenschaft: dem Erzählen.

Inhalt

Die neunzehnjährige Maya ist auf der Flucht. Vor ihrem trostlosen Leben in Las Vegas, der Prostitution, den Drogen, der Polizei, einer brutalen Verbrecherbande. Mit Hilfe ihrer geliebten Großmutter gelangt sie auf eine abgelegene Insel im Süden Chiles. An diesem einfachen Ort mit seinen bodenständigen Bewohnern nimmt sie Quartier bei Manuel, einem kauzigen alten Anthropologen und Freund der Familie. Nach und nach kommt sie Manuel und den verstörenden Geheimnissen ihrer Familie auf die Spur, die mit der jüngeren Geschichte des Landes eng verbunden sind. Dabei begibt Maya sich auf ihr bislang größtes Abenteuer: die Entdeckung ihrer eigenen Seele. Doch als plötzlich Gestalten aus ihrem früheren Leben auftauchen, gerät alles ins Wanken.

Erster Satz

Vor einer Woche verabschiedete mich meine Großmutter mit einer tränenlosen Umarmung am Flughafen von San Francisco und schärfte mir noch einmal ein, wenn mir mein Leben lieb sei, dann solle ich mit keinem, der mich kennt, in Verbindung treten.

Meine Meinung

Isabel Allende schreibt definitiv mehr als gut, das ist kein Geheimnis. Aber dieses Buch war mir persönlich zu intensiv. Zu brutal, zu hautnah, zu viel. Und genau das macht das Buch so gut! Vergewaltigung, Drogenmissbrauch, Drogenhandel, es bildet eine Welt ab, die wir uns hier nicht so vorstellen können, eine Welt, die mich an dem Buch festgehalten hat, obwohl es mir zugleich eigentlich schon wieder zu viel war.

Maya hat einige unschöne Dinge erlebt, um es mal sehr untertrieben auszudrücken, und die verwebt Autorin Isabel Allende sehr geschickt mit dem Leben auf der Insel. Als Leser erfährt man so erst sehr spät, warum Mayas Großmutter ihr den Kontakt verbietet, warum Maya praktisch in ein Nichts flüchtet. Man lernt zeitgleich ihr neues und altes Leben kennen, sieht, wie sie sich entwickelt und sieht, warum sie sich nun entwickeln muss.
Was Maya erlebt hat, hat mir mehr als einmal Gänsehaut beschert und ich war mehr als einmal davor, das Buch abzubrechen. Dennoch war da etwas, was mich immer weiter gefesselt hat und das mich hat durchhalten lassen. Ich lese so Berichte, die so aus dem Leben gegriffen sind, die so wahrhaftig wirken und dabei so unglaublich brutal sind, nicht gerne. Das lässt mich nicht los und belastet mich. Aber hier hat mich auch der Stil nicht losgelassen und ich musste wissen, wie es mit Maya weiter geht und das obwohl mir persönlich ihre Erlebnisse zu hart waren.
Hinzu kommt, dass auch auf der Insel ein, zwei Momente waren, die sehr dramatisch waren und auf die ich hätte verzichten können. Das war ebenfalls ein Zuviel-Moment.
Was habe ich euch also bisher beschrieben? Meine Unfähigkeit, so Romane/Berichte zu vertragen, dass es Maya echt nicht leicht hatte (untertrieben!) und den fesselnden Stil von Frau Allende. Ja... was könnte noch interessant sein? Eigentlich nicht viel. Dass Gegenwart und Vergangenheit geschickt verwoben wurden, habe ich auch erwähnt... Ansonsten spricht hier wirklich die Geschichte für sich und Allende-Fans muss ich ja eh nicht überzeugen, oder?

Fazit

Dieses Buch ist nichts für zarte Seelchen, mir war es stellenweise zu intensiv, aber ich musste es beenden! Es zeigt eine beklemmende Situation in einem Land, die doch leider sehr dicht an der Wahrheit ist... und dank des hervorragenden Schreibstils muss man es einfach ganz oder gar nicht lesen.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Montag, 20. April 2015

[Rezension] Die Sache mit dem Dezember - Donal Ryan





Titel: Die Sache mit dem Dezember
Autor: Donal Ryan
Original: The Thing About December
Verlag: Diogenes
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-257-86259-1
Preis: 19,90€
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Autor

Donal Ryan, geboren 1976 in Nenagh, im Süden Irlands, studierte Bauingenieurwesen und Jura in Limerick, wo er bei der Staatlichen Behörde für Arbeitnehmerrechte beschäftigt ist. Für seinen zweiten Roman ›The Spinning Heart‹ (2012) wurde Ryan mit dem Irish Book Award und dem Guardian First Book Award ausgezeichnet. Der Roman stand außerdem auf der Longlist des Man Booker Prize 2013. Donal Ryan lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Castletroy, Limerick.

Inhalt

In einer Kleinstadt in Irland soll die Investition eines riesigen Konzerns alle Bewohner zu Millionären machen. Wenn da nicht Johnsey Cunliffe wäre, der seltsame und stille Johnsey, der kaum je ein Wort sagt. Die Farm seiner kürzlich verstorbenen Eltern ist das Kernstück des geplanten Bauprojekts. Gerade als sich ihm das Glück zuwendet, wird Johnsey von allen Seiten unter Druck gesetzt. Er soll verkaufen. Doch genau das will er nicht.

Erster Satz

Mutter sagt immer, der Januar ist ein schöner Monat.

Meine Meinung

Johnsey und ich wurden einfach nicht so ganz warm. Johnsey ist ein eher naiver Charakter und das merkt man in dem Erzählstil sehr. Ich bin mir nicht sicher, ob nicht das unser gemeinsames Problem war. Grundsätzlich war dieses gewollte Naive gut gelungen, insbesondere auch die Beschreibungen der einzelnen Monate, die Weisheiten von Johnseys Eltern, die er uns als Leser nahebringt, aber dennoch ist da dieser Moment, der fehlt. Dieses Klick, das mich vollkommen umhaut, der Moment, der mich komplett in die Geschichte saugt und mitnimmt.

Das ist für mich das größte Problem an dem Buch: Es ist eine ganz nette Geschichte. Johnsey ist ein ganz netter Charakter. Es hat einen ganz netten Schreibstil. Aber ganz nett reicht nun mal nicht. Ganz nett kann für ein Buch nie reichen.
Johnsey ist, wie bereits erwähnt, ziemlich naiv, eher sogar noch etwas zurückgeblieben. Ich hatte ein Bild vor Augen von Johnsey, das ist definitiv eine gute Sache. Nur war ich nicht wirklich in der Lage, mich einzufühlen und davon lebt dieser Stil, eine Geschichte, die so inszeniert wird. Also funktioniert das Buch in dieser Art für mich als Leserin nicht.
Hinzu kommt, dass ich die Entwicklung zu den weiteren Figuren nicht ganz nachvollziehen kann, insbesondere die zu den beiden, mit denen der Kontakt enger wird. Irgendwie hat das etwas von 'Huch, was ist denn da passiert?' und das u.a. eben auch weil Johnsey einem dieses Gefühl vermittelt. Aber, ich geb es zu, ich mag es, wenn es Hintergründe gibt, wenn dafür Gründe da sind.

Übrigens vielleicht noch mit das größte Ding: Wir leben mit Johnsey durch das Jahr, aber jetzt, beim Schreiben hier, frage ich mich, was das Buch eigentlich bezweckt. Klar zeigt es uns, wie es ihm nach dem Verlust seiner Eltern ergeht, aber ist das wirklich alles? Klar entwickelt Johnsey sich auch weiter, aber letztlich dümpelt das Buch einfach so vor sich hin. 

Fazit

Johnsey und ich, das war definitiv keine Liebe auf den ersten Blick. Auch keine auf den zweiten, dritten oder vierten Blick. Eigentlich auf gar keinen Blick. Irgendwie kommt es mir verschwendet vor, dass ich das Buch gelesen habe, weil ich nichts daraus mitnehme, weil ich mich immer noch frage, was das Buch bezweckt... Aber ich muss dem Buch zugestehen: Stil passt zu Protagonist und ist sinnig aufgebaut, auch wenn es eben nicht meins war.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 19. April 2015

[Rezension] Hamatora 01 - Yukinori Kitajima & Yuuki Kodama





Titel: Hamatora
Autor: Yukinori Kitajima & Yuuki Kodama
Original: Hamatora
Band: 01
ISBN: 978-2-88921-691-8
Genre: Detektiv, Fantasy, Shonen
Verlag: Kaze
Erschienen: April 2015
Preis: 6,95€
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Inhalt


Superhirn Nice denkt nicht daran, sein gut laufendes Detektivbüro Hamatora zu schließen und an die Akademie zurückzukehren, nur um langweiliges Zeug zu lernen, das er eh schon perfekt beherrscht. Lieber legt er Verbrechern das Handwerk und macht Yokohama zu einem besseren Ort. Als „Minimum Holder“ hat er übernatürliche Fähigkeiten, die ihm bei der Suche nach einem fiesen Stalker helfen. Der Haken dabei: Der Gesuchte verfügt auch über ein Minimum.

Zeichenstil


Typischer Shonen-Stil, wie ich finde, Shonen-Fantasy. Mir macht der Stil Spaß und mich hat tatsächlich auch das Cover zeichentechnisch gleich mal richtig überzeugt. Die Mädels in dem Buch haben nicht grad kleinen Vorbau und sind von niedlich mit großem Vorbau bis zu sexy mit großem Vorbau dargestellt. Aber das habe ich auch nicht anders erwartet, wenn ich ehrlich bin. Einzig und allein Nice' Partnerin Hajime entspricht nicht diesem Bild, seine Klientinnen hingegen schon.
Die Hintergründe der Panels sind eher schlicht gehalten, auch dem Genre entsprechend natürlich. Es gibt zwar gezeichnete Hintergründe, wie Häuser oder auch Einrichtung, aber es ist nicht verspielt, das würde ja auch gar nicht passen. Rasterfolien sind ein Stilmittel, das hier im Kontext mit Action gerne eingesetzt wird, aber nicht zu übertrieben. 

Meine Meinung

Ein super Auftakt. Die Idee mit den speziellen Minimum-Fähigkeiten finde ich ziemlich interessant, das hat mich auch letztlich zum Kauf überzeugt und nicht enttäuscht. Die erste Geschichte ist eine kleine Einführung, um nicht nur die Charaktere, sondern eben auch das Minimum einzuführen. Das ist durchaus angebracht, damit man überhaupt einen Einblick in diese Welt erlangt.
Bisher hat man natürlich noch nicht so viel über die Charaktere erfahren, aber ich kann sagen: Nice gefällt mir. Er ist unkonventionell, klug, hat einen guten Überblick und trifft seine eigenen Entscheidungen. Außerdem macht er mich neugierig, warum er von der Akademie abgegangen ist. Allgemein gibt es da definitiv noch vieles, vieles, vieles, was mich neugierig gemacht. Woher kommen die Minimum-Fähigkeiten? Was macht die Akademie? Warum ist Nice da weg? Was hat er gegen die Akademie? Und was ist mit Hajime? Und warum schickt die Akademie Murasaki, um Nice wieder zurückzuholen? Fragen über Fragen, die mich neugierig auf den nächsten Band machen!
Hajime ist bisher der Charakter, der am geheimnisvollsten ist, daher bin ich neugierig, ob wir im nächsten Band mehr über sie erfahren werden. Auch Nakamura hatte bisher natürlich noch nicht die Ausfaltungsmöglichkeiten, aber dennoch finde ich ihn - trotz seiner Aufgabe - ganz sympathisch und interessant, weil letztens auch bei ihm der Gerechtigkeitssinn gewinnt. Das sieht alles noch nach einer sehr spannenden Konstellation aus, die viel Action verspricht!

Fazit

Dieser Auftakt führt einen erstmal in die Welt ein und ich habe nun Lust auf mehr. Bisher gibt es nichts, was ich kritisieren kann, da mich sowohl Charaktere als auch Story-Idee (auch wenn da noch mehr Inhalt auf uns wartet) als auch Zeichenstil überzeugen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

Bewertung




Quellen:
CoverInhalt

Freitag, 17. April 2015

[Rezension] Moshi Moshi - Banana Yoshimoto





Titel: Moshi Moshi
Autor: Banana Yoshimoto
Original: Moshi-moshi Shimokitazawa
Verlag: Diogenes
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-257-06931-0
Preis: 21,90€
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Autor

Banana Yoshimoto, geboren 1964, hieß ursprünglich Mahoko Yoshimoto. Ihr erstes Buch ›Kitchen‹ schrieb sie während ihres Studiums, jobbte nebenbei als Kellnerin in einem Café und verliebte sich dort in die Blüten der ›red banana flower‹, daher ihr Pseudonym. Ihr Vater Ryumei Yoshimoto war ein bekannter Essayist und Literaturkritiker. Sie schrieb zahlreiche Bücher, die auch außerhalb Japans ungewöhnlich hohe Auflagen erreichten. Ihr Debütroman verkaufte sich auf Anhieb millionenfach – ein Phänomen, für das dann die Bezeichnung ›Bananamania‹ gefunden wurde.

Inhalt

Die zwanzigjährige Yotchan steht vor dem Nichts, als ihr Vater, Leader einer Rockband, plötzlich zusammen mit einer wildfremden Frau Selbstmord begeht. Mit ihrer Mutter findet sie Zuflucht in einer ungewöhnlichen WG in Tokios Künstler- und Szeneviertel Shimokitazawa. Dort findet jede auf ihre Art zu neuer Lebensfreude zurück, getragen von dem authentischen Stadtviertel und seinen Bewohnern. Kochkunst, Essenslust und eine bewegte Reifungs- und Liebesgeschichte – eine asiatisch weise Verführung zum Leben.

Erster Satz

Von dem schon verstorbenen Regisseur Jun Ichikawa, den ich sehr verehre, gibt es den Film Zawa zawa Shimokitazawa, "Summendes Shimokitazawa".

Meine Meinung

Obwohl der Hintergrund für dieses Buch ja doch sehr traurig und tragisch ist, ist dieses Buch wundervoll leicht und liest sich in einem weg. Außerdem ist es ziemlich appetitanregend! Ich persönlich habe bisher kein Buch von Banana Yoshimoto gelesen, muss aber sagen, dass es sich echt gelohnt hat, diese Autorin mal zu testen. Der Schreibstil liest sich einfach wunderbar leicht und man kommt schnell in die Geschichte rein.
Ich-Erzählerin Yotchan kommt einem auch sehr schnell nahe. Der Hintergrund, der Selbstmord ihres Vaters, ist nicht nur natürlich sehr dramatisch, sondern auch mysteriös und hat letztlich fast etwas Fantastisches, weil die Gründe nicht greifbar. Vor allen Dingen die Unbekannte wird hochstilisiert. Ihre Hintergründe sind absolut nicht einsehbar, kein Wunder, immerhin ist hier eine Ich-Erzählerin am Werk und die Frau ist tot. Das ist etwas, was Yotchan auch belastet, nicht zu wissen, warum ihr Vater das tat, was da wirklich geschehen ist und warum er nicht angerufen hat.
Doch, was mir hier einfach gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass es zwar einen großen Stellenwert einnimmt, aber Yotchan eben dennoch lebt und sich entwickelt. Sie hat einen Job, den sie mag, sie hat Männer, für die sie sich interessiert und... sie gründet eher unfreiwillig eine WG mit ihrer Mutter.
Dieser ganz Roman hat einfach eine Weisheit in sich, dass das Leben auch nach dem Tod eines geliebten Menschen und sei dieser noch so dubios, weiter geht. In diese Momente habe ich mich regelrecht verliebt. Insbesondere in die Momente mit Yotchans Mutter. Da Yotchan als Ich-Erzählerin keinen Einblick in deren Leben geben kann, kriegen wir als Leser nur mit, was sie als Tochter mitkriegt und das zeigt das Bild einer faszinierenden Frau, die in ihrer Ehe vielleicht manchmal auch stehen geblieben war und nun das Leben neu für sich entdeckt.
Yotchan ist ein sympathischer Charakter, der den Vater vermisst und sich viele Fragen stellt, ihn aber dennoch nicht gottgleich darstellt. Sie leidet, sie träumt und dennoch entwickelt sie sich weiter. Ich mag Yotchan.

Fazit

Diese Entwicklung und das Weiterleben nach einem Verlust sind die großen Themen in dem Buch und ich finde, Banana Yoshimoto ist es perfekt gelungen, diese umzusetzen.

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 15. April 2015

[Rezension] Fünf Viertelstunden bis zum Meer - Ernest van der Kwast





Titel: Fünf Viertelstunden bis zum Meer
Autor: Ernest van der Kwast
Original: Giovanna's navel
Verlag: mare
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-86648-205-0
Preis: 18,00€
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Autor

Ernest van der Kwast wurde 1981 in Bombay geboren und ist halb indischer, halb niederländischer Herkunft. Sein autobiografischer Roman Mama Tandoori (2010) war mit knapp 100 000 verkauften Exemplaren ein Bestseller und wurde für das Theater adaptiert. Van der Kwast lebt in Südtirol.

Inhalt

Juli 1945, ein heißer Sommertag am Strand von San Cataldo, am östlichen Ufer von Italiens Absatz: Fasziniert beobachten die Brüder Ezio und Alberto die Mädchen am Strand, die in hochgeschlossenen Badeanzügen vorbeistolzieren. Bis die 20-jährige Giovanna Berlucchi aus der Brandung auftaucht – in einem Zweiteiler. So etwas haben die Jungen noch nie gesehen. Ezio verliebt sich leidenschaftlich in die stolze donna Pugliese, und im Laufe dieses Sommers, in dem der Zweiteiler nicht die einzige Offenbarung bleibt, wird er ihr zwei Heiratsanträge machen. Doch Giovanna liebt das Meer und ihre Freiheit, sie hat die »Lunge eines Delfins« und kann länger tauchen als ihre vier Schwestern zusammen: Auf beide Anträge antwortet sie, indem sie zum Meer läuft und in den Wellen verschwindet. Aus Schmach und Kummer flieht Ezio, so weit er kann, vom Süden in den Norden Italiens. Dort wird er Apfelpflücker, und in den kalten Südtiroler Wintern melkt er Kühe – doch nie vergisst er Giovanna und den gemeinsam verbrachten Sommer. Über sechs Jahrzehnte sehnt er sich nach seiner ersten und einzigen großen Liebe. Da trifft ein Brief von ihr ein.
 
Erster Satz

Es war der schönste Tag im Leben des Postbotens.

Meine Meinung

... doch das ist eine andere Geschichte. Dieses Kleinod erzählt nicht die Geschichte des Postbotens, obwohl es uns Lesern doch verrät, was diesen so glücklich macht.
Dieses Buch ist herzerwärmend. Es hat Leidenschaft, einen Bikini zu Zeiten, als diese noch verpönt waren, eine junge Liebe, einen oder auch zwei Schicksalsschläge, Strandszenen, eine Flucht und so viel mehr, was dieses, ich wiederhole mich, Kleinod absolut lesenswert macht! Ich bin jedenfalls verliebt in dieses Büchlein!
Es ist nicht nur diese wundervolle Liebesgeschichte, die zwischen den Zeiten springt, die mich so in den Bann gezogen hat, es ist vor allen Dingen auch die Sprache. Ich finde es wundervoll. Ich werde es definitiv noch mal lesen, denn ich fand es einfach in allen Punkten wundervoll. Ein wahres kleines Herzensbuch.

Giovanna und Ezio sind interessante Charaktere, ihre Liebe nicht glatt und einfach, sondern leidenschaftlich und voller Ecken und Kanten. Es gibt einen Bruch, weil Giovanna stolz und freiheitsliebend ist, doch viele Jahre später kommt dann dieser Brief. Und der Leser erfährt langsam, was geschehen ist, was die beiden verbindet und wenn es euch so geht, wie mir, verliebt ihr euch in die Sprache, in die Geschichte, in dieses bezaubernde kleine Buch.

Fazit

Dieses Buch geht ans Herz, es berührt, es bewegt und ist einfach nur wundervoll. Hinzu kommt diese wunderschöne Sprache, diese perfekt gesetzten Worte. Für mich ein wahres Highlight!

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 14. April 2015

[Cosplay] Officer Rocky Progress

Wartet mal... was ist denn das für ein komischer Beitrag? Cosplay... Moment, da war doch was. Richtig! Ich lese ja nicht nur, ich hab ja noch ein Hobby: Cosplay! Und ich habe mein Cosplay-Wintertief hinter mir gelassen. Der Wahnsinn! Ein neues Cosplay-Beitrag! Dass es wirklich dazu nochmal kommt...

Nein, im Ernst. Die Hanami im Mai rückt näher und es wird Zeit, zumindest mal wieder ein neues Kostüm an den Start zu bringen. Diese Dame war/ist geplant:


Ich muss sagen. So viele kleine Details. Und dann diese Haare! Diese Perücke hätte ich nie im Leben hingekriegt. Ich bin haar-unbegabt, ich kann mir nicht mal selbst einen französischen Zopf flechten (und das liegt nicht nur an der Haarlänge). Also habe ich die Perücke in Auftrag gegeben und bin auf das Ergebnis gespannt.
Da ist noch genug ansonsten zu tun, auch ohne dass ich vor lauter Perückenhass rumfluche.
Es ist immerhin ein Teil fertig, ein Teil! Der Rock. Und davon habe ich nicht mal ein Bild für euch...

Wo stehe ich also aktuell? Die Gürtelsysteme sind vorgearbeitet, da fehlen noch die Verschlüsse. Das Täschchen ist fertig. Das Oberteil in seiner Grundform auch. 




Hier seht ihr... den falschen Rock. Aber egal, ignoriert ihn! Hier steht ihr, dass ich gerade dabei bin, diese hellblaue Dreieck vorne anzubringen. Das ist in der Zwischenzeit angeheftet und wird heute noch angenäht. Hinten muss so etwas ebenfalls noch angebracht werden, aber hinten muss ich noch etwas abnehmen, weil es mir minimal zu groß ist.

Dann sind da noch Hut und Handschuhe. Die beiden bösen Hs!

Handschuhe sind eh mein Alptraum, erster Versuch misslungen, zweiter Versuch folgt nächstes Wochenende.
Der Hut. Der Hut hat ein ganz bezauberndes Grundgerüst. So ein Strohkäppi. Unglaublich hässlich, hatte aber den Vorteil, dass er hinten gebunden wird und somit die Größe variabel war. Habe ich dann an meinen Dickschädel mit Perücke hervorragend anpassen können.


Hier seht ihr noch ein Teil des Strohteils. Mit Moosgumi habe ich die richtige Größe und Höhe angepasst und hinten verschlossen, da ein Stück dann ja offen 


Entenschnabel! Aktuell sieht das ganze so aus. Gesteckt, aber noch nicht genäht. Das Schwarze wird tatsächlich vorne auch noch etwas gestrafft. Irgendwie fehlt auch noch ein Deckel, oder? Das genähte Teil liegt unten drunter, muss nur noch angenäht werden sozusagen x)
(Entschuldigt die Qualität...)


Oh, hier seht ihr übrigens doch noch den misslungenen Handschuh. Das Leder ist übrigens echt toll! Das rote Schrägband ist hoffentlich heute (heute ist Sonntag, auch wenn für euch heute Dienstag ist xD) heute noch im Einsatz. Ich möchte, wenn möglich, den Kragen noch anfangen/fertig stellen. Außerdem sind für heute (also Sonntag!) noch etwas enger machen, die Ärmel vor allen Dingen und diese Schulterpolster geplant. Die aufgesetzten Taschen wären ein Traum, aber mal schauen, wie weit ich komme.
Danach muss ich ja auch noch als die kleinen goldenen Dekoelemente machen! Den Hut fertig stellen und dann sind da ja noch die Handschuhe. Innerlich stelle ich gerade äußerst erfolgreich den 'Schrei' nach.
Was denkt ihr? Läuft es oder läuft es nicht? Und habt ihr die Einträge überhaupt vermisst? x)