Montag, 30. März 2015

[Rezension] Madame Picasso - Anne Girard





Titel: Madame Picasso
Autor: Anne Girard
Original: Madame Picasso
Verlag: Aufbau
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-7466-3138-7
Preis: 12,99€
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Autor

Anne Girard studierte Englische Literatur und Psychologie. Für die Recherche zu diesem Roman reiste sie von Paris über die Provence nach Barcelona und traf Freunde und Zeitgenossen Picassos. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Südkalifornien.

Inhalt

Paris, 1911: Auf der Suche nach einem neuen Leben kommt die junge Eva in die schillernde Metropole. Hier, im Herzen der Bohème, verliebt sie sich in den Ausnahmekünstler Pablo Picasso. Gegen alle Widerstände erwidert er ihre Gefühle, und eine der großen Liebesgeschichten des Jahrhunderts nimmt ihren Lauf. Eva wird Picassos Muse – und ihr Aufeinandertreffen wird sein Leben für immer verändern.

Erster Satz

Eva stürmte um genau halb drei Uhr nachmittags um die Hausecke und wirbelte am plätschernden Springbrunnen vorbei.

Meine Meinung

Jetzt mag ich mehr Romane über Picasso lesen. Die Geschichte von Eva und Picasso hat mich begeistert. Anne Girards Buch ebenfalls. Wo fange ich da denn am Besten an? Ich war bisher recht ahnungslos von Picassos Leben. Seine Bilder habe ich zwar bewundert, doch über sein Leben wusste ich nicht viel. Jetzt habe ich mich auch über die Figuren, die ebenfalls in dieser Geschichte auftauchen, informiert, weil mich die Szene, in der Picasso agiert, schlicht und einfach fasziniert hat. Das ist mein Ernst, ich würde wahnsinnig gern, mehr Romane über diese Szene lesen.
Eva. Ich fange jetzt mal mit Eva an. Die Eva, die Anne Girard hier gezeichnet hat, sagt mir wirklich, wirklich zu. Ich meine... sie ist Näherin. Sie liebt Stoffe und jedes Mal, wenn das durchkam, ging mir das Herz auf. Weil sie so leidenschaftlich ist und wirklich Liebe dafür empfindet und die Autorin das hervorragend an mich als Leserin transportiert. Doch auch die Momente mit Picasso sind wundervoll. Ich liebe Evas Stärke und die Fähigkeit, sich an Paris und die Welt, in die sie gerät, anzupassen.
Und dann ist da Picasso. So wie die Anne Girard ihn sich vorstellt. Und ich finde, sie macht das gut. Er wirkt authentisch und vor allen der Schluss, dieser letzte Satz, die Gefühle für Eva, die Gemälde, die die Autorin erwähnt. Top.
Für mich ist die Begegnung dieser beiden ein Tanz. Ein Liebestanz, wirklich. Sie tanzen zusammen, trennen sich zwischendurch, nur um dann endgültig zusammen zu tanzen. Das wird durch den wunderschönen Schreibstil der Autorin verstärkt. Es ist ein Balztanz, der zu einem Liebestanz wird. Interessanterweise hatte ich diese Assoziation schon recht schnell, als ich spürte, wie die beiden langsam anfingen, sich anzunähern.
Was mich neben diesem Liebestanz auch begeistert hat, ist eben die Szene. Diese Pariser Künstler-Szene. Einer meiner Lieblingscharaktere ist hier tatsächlich Georges Braque. Die Art, die er von der Autorin beschrieben wurde, hat mich sehr für ihn eingenommen (auch wenn Braque eher immer außerhalb von Paris auf Picasso trifft). Braque in Interaktion mit Picasso ist einfach angenehm zu lesen. Und doch gibt es auch so viele andere spannende Figuren. Diese Welt birgt noch viel Potenzial und fasziniert mich doch sehr.
Das Ende hat mich zum Weinen gebracht. Picasso hat mich zum Weinen gebracht. Der letzte Satz hat mich zum Weinen gebracht.

Fazit

Einfach ein wunderschönes Buch. Wer gerne mal über die Pariser Szene und insbesondere Picasso einen berührenden Roman lesen will, ist hier definitiv richtig!

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 29. März 2015

[Rezension] Die Falle - Melanie Raabe





Titel: Die Falle
Autor: Melanie Raabe
Verlag: btb
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-442-175491-5
Preis: 19,99€
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Autor

Melanie Raabe wurde 1981 in Jena geboren, wuchs in einem 400-Seelen-Dorf in Thüringen und einer Kleinstadt in NRW auf, studierte Medienwissenschaft und Literatur in Bochum und lebt inzwischen in Köln – als Journalistin, Drehbuchautorin, Bloggerin, Performerin und Theaterschauspielerin. Sie betreibt ihren eigenen Interview-Blog (www.biographilia.com) und erhielt bereits mehrere Preise für ihr Schreiben. Die Rechte an ihrem Roman "Die Falle" wurden bereits vor Erscheinen international verkauft, u.a. nach Frankreich, Italien, die Niederlande, Spanien und das englischsprachige Ausland.

Inhalt

Die bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden - sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?

Erster Satz

Ich bin nicht von dieser Welt.

Meine Meinung

Perfide. Das trifft es wirklich ganz gut. Für mich als nicht-so-erfahrene-Thriller-Leserin konnte Melanie Raabe wirklich viel, viel, viel Spannung aufbauen! Und ich mag unblutige Thriller immer noch sehr, ein weiterer Pluspunkt für Die Falle.
Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, dieses Buch hier war definitiv ein Katz-und-Maus-Spiel auf psychologischer Ebene, das meine Neugierde gefesselt hat. Und da ich ein naives Thriller-Dummchen bin, bin ich auf jeden Teil, der als Falle bezeichnet werden kann, reingefallen. Doch hier sind eben nicht nur das Hin und Her, der psychologische Kampf wichtig, sondern auch die Emotionen, die sich aufbauen. Linda hat sehr viele davon, wirklich sehr viele. Linda ist eine unglaubliche Protagonistin. Sie hat Ängste, paranoide Schübe, ist voller negativer Emotionen und dann kommt da diese Person. Der Mörder ihrer jüngeren Schwester und das ist der Auslöser zu allem, was nun geschehen wird. Sie schmiedet einen Plan, bereitet alles vor und dann beginnt es: ein psychologischer Kampf.
Und dazu kommt nach das Buch, das Linda als Autorin schreibt: Da erfährt man, was in ihrer Vergangenheit passiert ist, was mit ihrer Schwester geschehen ist und wie das alles zu der aktuellen Linda geführt hat. Diese Romanauszüge bauen die Spannung noch zusätzlich auf. 
Leute, mich hat es geflasht. Ich habe das Buch verschlungen. Habe mit Linda mitgelitten, habe zugeschaut, wie sie sich selbst überwindet, wie sie gegen ihre Ängste kämpft, wie sie ihren Geist stählt. Habe von der Vergangenheit erfahren und war einfach hin und weg. Das alles ist in einem mitreißenden Schreibstil verpackt, der einen noch mehr in den Bann zieht. Es hat einfach alles gepasst.

Fazit

Dieses Debut ist meiner Ansicht nach großartig. Was für eine Spannung, was für ein Ende, was für ein nervenaufreibendes Buch. Ich war begeistert.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 27. März 2015

[Rezension] Kuss und Kuss gesellt sich gern - Susan Mallery





Titel: Kuss und Kuss gesellt sich gern
Autor: Susan Mallery
Original: Two of a Kind
Band: 11
Verlag: Mira
Erschienen: April 2015
ISBN: 978-3-95649-190-0
Preis: 9,99€
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Autor

New York Times-Bestsellerautorin Susan Mallery wird von der Literaturkritik als mitreißende Autorin gefeiert und unterhält mit ihren witzigen, emotionalen Romanen über Frauen und ihre Beziehungen Millionen von Leserinnen auf der ganzen Welt. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem unerschrockenen Zwerpudel in Seattle, wo das Wetter zwar nicht gut, der Kaffee dafür aber umso besser ist.

Inhalt

Felicia will einfach nur normal sein – und Gideon ist genau der Mann, der ihr dabei helfen kann.
Ein Prickeln erfasst Felicia, als sie die tiefe Stimme hört. Beim letzten Mal hat ihr diese Stimme zärtlich ins Ohr geflüstert … am anderen Ende der Welt, nach der heißesten Nacht ihres Lebens. Nie hätte Felicia gedacht, dass es den coolen Draufgänger Gideon Boylan ausgerechnet in eine Kleinstadt wie Fool’s Gold verschlagen würde! Aber da er schon mal hier ist, kann er ihr auch nützlich sein. Denn eigentlich ist Felicia auf der Suche nach Normalität – und einem Mann, der sich von ihrem überdurchschnittlich cleveren Köpfchen nicht abschrecken lässt. Leider hat die Intelligenzbestie keine Ahnung, wie sie sich so einen Normalo-Mann angeln soll. Die geniale Idee: Gideon stellt sich als Coach zur Verfügung und bringt ihr bei, was Männer an Frauen attraktiv finden! Er selbst ist natürlich zu atemberaubend sexy, um sich ihr wieder zu nähern und als Kandidat infrage zu kommen … oder?

Erster Satz

Logisches Denken und ausgezeichnete Nahkampfkenntnisse halfen leider wenig angesichts der gemeinen Hausspinne.

Meine Meinung

Woah. Ich glaube, ich brauche bald einen Stammbaum für Fool's Good. Ich bin fasziniert von dieser wundervollen Stadt, die Susan Mallery erschaffen hat. Und ich durfte beim Lesen feststellen, mir fehlen immer noch Bücher der Reihe.
Vielleicht lag es an den beiden Militär-Angehörigen, aber ich persönlich fand diesen Band im Verhältnis zu anderen Büchern besonders anfangs tatsächlich etwas zäh im Lesefluss. Nichtsdestotrotz war die Geschichte wieder einmal... schön. Das trifft es für mich am Besten. Eine Frau, die hochintelligent ist und sich für einen Freak hält, trifft auf einen Ex-Special-Militär-Irgendwas-Menschen, der nach einem Trauma nun in Fool's Good seinen Frieden sucht. Er soll ihr helfen, 'normal' zu werden. Interessante Konstellation, oder? Dazu kommt dann noch eine kleine überraschende Wende, die zusätzliche Würze in die Beziehung der zwei bringt. Selbst mich, als erfahrene Mallery-Leserin, war das tatsächlich überraschend und passierte aus dem Nichts heraus. Aber das war definitiv eine richtig positive Wendung, denn es ändert die Verhältnisse in der Beziehung auf eine so natürliche Art und Weise, der man sich erst gegen Ende richtig bewusst wird. Ab dieser Wende hat sich für mich auch das leicht Zähe vom Anfang gegeben und ich habe den Rest des Buches in einem Rutsch gelesen.
Anfangs waren Felicia und ich nicht ganz kompatibel, doch ich fand auch, dass Susan Mallery es genau darauf angelegt hatte, denn im Verlauf der Geschichte wuchs sie mir - mit all ihren kleinen und großen Macken - ans Herz und ich mochte sie als Charakter wirklich. Je mehr man von ihrer Vergangenheit erfährt, desto mehr versteht man die Figur an sich. Wirklich sehr schön.
Bei Gideon hatte ich immer eine bestimmte Stimme im Kopf, das war für mich immer sehr prägnant, wenn er beschrieben wurde oder dann eben gesprochen hat. Normalerweise verbinde ich Figuren eher mit Aussehen, bei Gideon war das tatsächlich die Stimme. Er ist ein eher verschlossener Charakter, auch dem Leser gegenüber. Und ich muss sagen, mit seiner Entwicklung bin ich insbesondere am Schluss nicht ganz glücklich. Das war für mich nicht ganz so überzeugend dargestellt.
Und der ganze Rest: Fool's Good hat für mich wirklich was von einer großen Buchfamilie, die ich immer wieder gerne treffen. Zur Erinnerung gibt es kleine Informationen, die die Lücken schließen. Außerdem hat mir dieser Band Lust darauf gemacht, die Reihe zum Einen endlich zu vervollständigen und zum Anderen sie noch mal von Beginn an zu lesen! Das spricht für mich wirklich für die Reihe! Und neugierig auf die neuen Paare bin ich auch. Es ist immer ein köstliches Ratespiel, wer nun wohl als Nächstes zusammenkommen wird, welche Figuren zusammenpassen könnten.
Wie immer ist der Stil von Susan Mallery leicht und locker und flockig. Man liest es relativ leicht weg, auch wenn ich eben am Anfang so ein leichtes zähes Gefühl hatte. Auch der militärische Hintergrund, der hier miteingebaut wird, ist insbesondere in Fool's Good mal was Neues. Sehr interessant...

Fazit

Es sind die perfekten Geschichten, um mal abschalten zu können und in eine wundervolle und friedliche Welt abzutauchen. Susan Mallery lese ich immer wieder gern!

Bewertung






Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Vielen Dank an BloggdeinBuch und Mira!

Mittwoch, 25. März 2015

[Rezension] Über uns der Himmel - Kristin Harmel





Titel: Über uns der Himmel
Autor: Kristin Harmel
Original: The Life Intended
Verlag: blanvalet
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-442-38333-7
Preis: 9,99€
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Autor

Kristin Harmel ist Autorin und Journalistin. Mit dem Überraschungsbestseller Solange am Himmel Sterne stehen landete sie ihr sensationelles Debüt in Deutschland und verzauberte auch weltweit ihre Leser. Ihr neuer Roman Über uns der Himmel erzählt wieder eine bewegende Geschichte von Liebe und Verlust, die diesmal die jüngere Vergangenheit mit einbezieht. Kristin Harmel lebt mit ihrem Mann in Orlando, Florida.

Inhalt

Die junge Kate Waithman lebt mit ihrer großen Liebe Patrick in Manhattan. Eines Morgens geht sie am Hudson River joggen, als plötzlich ein Flugzeug den Himmel durchbricht. Momente später ist das World Trade Center in Rauch gehüllt. Es ist das Gebäude, in dem Patrick arbeitet ...

Dreizehn Jahre später fühlt sich Kate endlich bereit, ihr Herz wieder zu öffnen. Doch dann hat sie einen Traum, der realer scheint als alles, was sie umgibt – von dem Leben, das sie mit Patrick gehabt haben könnte. Während sie versucht, an der Vergangenheit festzuhalten, beginnt Kate zu ahnen, dass es für sie einen zweiten Weg zum Glück geben könnte ...

Erster Satz

Es war 23:04 Uhr, als Patrick an jenem Abend zur Tür unserer Wohnung hereinkam.

Meine Meinung

Ich muss sagen, es ist seltsam, jetzt eine Rezension zu einem Buch zu schreiben, dass auch den 11. September beinhaltet. Ich habe dieses Buch beendet und direkt danach von dem Absturz des Fluges 4U9525 erfahren. Das finde ich etwas gruselig, wenn ich ehrlich bin. Mein tiefes Beileid an die Verwandtschaft der Opfer...
Das Buch behandelt im Prinzip eben genau diese Verwandtschaft, eine junge Witwe, Kate, die ihren geliebten Ehemann viel zu früh durch das Attentat auf die Twin Towers verloren hat. Es zeigt eindrucksvoll den Moment, in dem ihr bewusst wird, dass Patrick nie wieder zurückkehren wird, ohne zu überdramatisieren. Dieser Moment war einfach nur beeindruckend geschrieben. Und ich habe alles direkt vor Augen gehabt, habe gesehen, wie Kate gelitten hat und versuchte, zu Patrick zu kommen. Noch beeindruckender fand ich jedoch, dass dann dieser Zeitsprung kam. Es gab nicht den Versuch, die ersten Schritte in diesem neuen Leben zu beschreiben und das hat mir richtig gut gefallen.
Bei dem Zeitsprung landet man eben in einer komplett anderen Situation: Kate scheint wieder glücklich zu sein, hat einen wunderbaren Mann an ihrer Seite und einen traumhaften Beruf ergriffen. Doch, ich denke, das ist uns allen klar, tief in ihrem Inneren hat sie Patricks Verlust noch nicht überwunden. Dazu kommt eine ziemliche Hiobsbotschaft, die ihre Zukunft betrifft, und Kates scheinbar nun perfektes Leben fängt an zu wanken. Das alles geschieht einfach auf eine wundervolle Art und Weise: Kristin Harmel gewährt uns einen Einblick in Kates sich veränderndes Leben, doch das wirkt einfach alles wie aus dem Leben gegriffen und normal. Ich wiederhole mich, aber ich schätze hier besonders, dass nicht dramatisiert wird und nicht dauernd die Tränendrüse beansprucht wird (obwohl ich am Ende natürlich trotzdem ein paar Tränchen verdrückt habe, denn es war zu schön!). Ich lese Bücher von Kristin Harmel einfach gerne. Es liest sich gut, für mich kommen keine Längen auf und die Charaktere sind mir einfach sympathisch!

Insbesondere Kate finde ich toll. Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll: Ihr Beruf ist toll und auch gerade die Beschreibungen, die Momente dort, haben mir richtig Spaß gemacht! Die Unsicherheit, die langsam aufkommt, die Entschlüsse, die sie trifft und die ich spoilertechnisch nicht näher nennen möchte, sind für mich alle nachvollziehbar. Das Wechselbad der Gefühle am Ende des Buch... Gänsehautmoment. Ich war so glücklich, als sich ihre Wünsche erfüllen und finde den Weg dahin einfach wundervoll.
Positiv hervorzuheben ist aber eben auch, dass es Charaktere gab, die an ihrem Weg gezweifelt haben, die es ihr ausreden wollten und sie letztlich dennoch dabei unterstützt haben, wenn auch nur widerwillig. Das Beste: Ich fand das nicht nur nachvollziehbar, ich fand diese Figuren dennoch auch sympathisch. Das ist doch eine gute Leistung, oder?
Und dann kam das Ende und ich war so: Woooah! Ja, diese Art von Lösung habe ich nicht erwartet, obwohl dann so am Ende alles logisch war. Wie so oft. Tolles Ende, ernsthaft!

Fazit

Ein wirklich bezauberndes Buch über eine junge Frau, die den Verlust ihrer großen Liebe nur schwer überwinden kann, und dann - nach 13 Jahren - endlich ihren neuen Weg findet. Wundervoll geschrieben, mit Herzensmomenten und viel Gefühl ohne zuviel zu sein!

Bewertung






Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 20. März 2015

[Rezension] Die letzten Tage von Rabbit Hayes - Anna McPartlin





Titel: Die letzten Tage von Rabbit Hayes
Autor: Anna McPartlin
Original: The last Days of Rabbit Hayes
Verlag: Rowohlt
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-499-26922-6
Preis: 12€

 
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Autor

Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Wegen einer Krankheit in ihrer engsten Familie zog sie als Teenager nach Kerry, wo Onkel und Tante sie als Pflegekind aufnahmen. Nach der Schule studierte Anna ziemlich unwillig Marketing, doch sie blieb dabei ihrer wahren Liebe, der Stand-up-Comedy, und dem Schreiben treu. Bei der künstlerischen Arbeit lernte sie ihren späteren Ehemann Donal kennen. Die beiden leben in der Nähe von Dublin.

Inhalt

Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.
Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst ...

Erster Satz

An die Waffen!

Meine Meinung

Ich habe geweint, ich habe gelacht, ich habe noch mehr geweint und dann habe ich geweint und gelacht. Und noch mehr geweint. Dieses Buch... dieses Buch ist mein Herzensbuch 2015. Das kann ich jetzt schon definitiv sagen, denn ich liebe es. Ich liebe jeden einzelnen Satz davon! Gott, ich habe das Buch vor über einer Woche gelesen und dennoch, allein beim Gedanken daran kommen mir schon wieder die Tränen.

Rabbit Hayes' Geschichte ist berührend, bewegend und ermutigend zugleich. Angesichts der Art und Weise, wie sie dem Tod gegenüber tritt, wie sie kämpft und es schafft, ihre Familie zu einen... kann man nicht anders als Respekt vor dieser Person zu haben.
Ich habe das nicht erwartet, ich habe nicht erwartet, was ich angesichts dieses Buches empfinden würde. Ich habe fast 500 Seiten lang durchgehend geweint. Nach den ersten drei Seiten kamen die ersten Tränen und dann wurde aus Chimiko ein Wasserfall. Ab und zu auch ein lachender Wasserfall.

Wo fang ich denn jetzt an, ohne wieder zum Wasserfall zu werden? Vielleicht mit den Fakten: Rabbit hat Krebs. Dieses Mal wird sie ihn nicht mehr besiegen können. Rabbit hat aber auch eine Tochter. Eine Mutter. Einen Vater. Einen Bruder. Eine Schwester. Neffen. Menschen, die sie lieben und die sie zurücklassen wird. Und Rabbit hat nur noch neun Tage zu leben. Rabbit hat auch einen Blog, eine Kolumne. Und wir als Leser erleben nun Rabbits letzte Tage. Anfangs erzählt noch hauptsächlich Rabbit, doch sie wird immer müder, immer schöpfter und so übernehmen zusehends auch die anderen ihre Rolle als Erzählerin. Und das bewegt, das rührt. Dieser Übergang ist perfekt geschrieben... die Charaktere kommen einem dabei nahe und es passt einfach so gut, diese Darstellung von Rabbits Sterben. Und... ach einfach, und überhaupt.
Was ich beeindruckend fand, waren nicht die tiefdramatischen Momente, sondern die kleinen Momente, in denen alles heil scheint, man schmunzeln muss, weil es so wunderschön normale und alltägliche Momente sind. Rabbit ist oft dafür verantwortlich, denn auch im Angesicht ihres Todes bleibt sie ein wunderbarer Mensch. Mir fallen gar nicht genug Adjektive ein, um das alles zu beschreiben!

Das Ende... ein Teil ist definitiv vorhersehbar und ich sage euch, mein Taschentuchverbrauch wurde von Seite zu Seite höher. Doch nicht nur der Tod steht im Mittelpunkt, sondern auch die Folgen, die er mit sich bringt. Denn hier bleibt nicht nur Platz für die Trauer, auch andere Dinge müssen geregelt werden. Und das Ergebnis hier war überraschend, aber schön. Einige der Charaktere sind über sich hinaus gewachsen und haben sich entwickelt und mich als Leserin einfach nur überrascht. Wundervoll.

Fazit

Es gibt nicht viel zu sagen. Dieses Buch spricht für sich selbst, es bewegt, es rührt und verdammt noch mal, lest es! Lest dieses Buch, denn es ist einfach nur wundervoll. Ihr werdet weinen, ihr werdet lachen. Und wenn es euch geht wie mir, werdet ihr dieses Buch lieben. Ein Buch, das mich auch lange nach dem Lesen nur beim Gedanken daran zum Weinen bringt, ist es wert, gelesen zu werden. Lest dieses Buch!

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Montag, 16. März 2015

[Rezension] Die Auslese 2 - Joelle Charbonneau





Titel: Die Auslese. Nichts vergessen und nie vergeben
Autor: Joelle Charbonneau
Original: Independent Study
Band: 2
Verlag: Penhaligon
Erschienen: Januar 2015
ISBN: 978-3-7645-3118-8
Preis: 16,99€
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Autor

Joelle Charbonneau begann mit dem Schreiben, als sie noch Opernsängerin war. Heute ist die Schriftstellerei ihre größte Leidenschaft. Joelle Charbonneau lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Chicago. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Schauspiel- und Stimmtrainerin.

Inhalt

Cia Vale ist gemeinsam mit ihrem Freund Tomas an der Akademie von Tosu City aufgenommen worden. Und obwohl die Regierung ihnen ein Medikament verabreicht hat, das alle Erinnerungen an das brutale Auswahlverfahren der »Auslese« löschen soll, hat Cia nichts vergessen – weder die schrecklichen Todesfälle noch ihre Liebe zu Tomas.

Ab sofort kennt sie nur noch ein Ziel: die »Auslese« zu beenden, indem sie dafür sorgt, dass die ganze Welt die grausame Wahrheit erfährt. Doch damit bringt Cia nicht nur sich selbst, sondern auch alle, die sie liebt, in größte Gefahr ...

Erster Satz

Heute ist der Tag der Prüfung.

Meine Meinung

Vom ersten Band war ich ja nicht so überzeugt. Eigentlich fand ich ihn sogar ziemlich enttäuschend, aber schon da muss ich Joelle Charbonneau eines zu Gute halten: Mich hat es dennoch interessiert, wie es mit Cia, Tomas und auch Will weitergeht. Auch wenn ich einiges an Kritikpunkten hatte, spricht diese Neugier dennoch für die Reihe.
Tatsächlich werde ich mit der guten Cia immer noch nicht warm. Ich denke auch nicht, dass sich das im dritten Band ändert. Für mich fällt ihr alles zu leicht und sie wird zu schnell zu einer zu großen Gefahr für Teile der Regierung. So etwas langweilt mich als Charakterdesign leicht. Es ist vorhersehbar und macht zumindest Cias Entwicklung ziemlich... bescheiden. Bei Cia bleiben wenig Überraschungen, wie z.B. die Zuordnung in ihren Studienbereich. Es gibt fünf Studienbereiche. Cia teilt dem Leser ihren Wunsch mit, aber... es ist klar, wo sie landen wird. Auf gut Deutsch: Ich finde den Charakter Cia langweilig, vorhersehbar und zu perfekt. Ich würde mir ein paar mehr Macken und Charakterzüge wünschen, die sie hervorheben und noch mehr gestalten.
Durch die Tatsache, dass Cia die Ich-Erzählerin ist, hatte ich dieses Mal auch das Gefühl, die anderen Charaktere nicht in ihrer vollen Tiefe erfassen zu können. Grad bei Tomas war dies im letzten Band natürlich deutlich präsenter. Dafür kommen interessante neue Charaktere hinzu, insbesondere von Enzo verspreche ich mir da noch einiges. Insgesamt finde ich hier die Unsicherheit, wie die Figuren/Kommilitonen sich wohl entwickeln werden, spannender. Das erzeugt einfach eine gewisse Neugier auf mehr, auf das Weitergehende. Werden die Charaktere wirklich auf Cias Seite stehen? Werden sie sich überraschend gegen sie wenden? Steht das vielleicht allgemein noch die ein oder andere Überraschung in der Entwicklung bevor? Auch hier wäre zwar etwas mehr Ausarbeitung ins Detail wünschenswert gewesen, aber nicht ganz so störend wie bei Cia.
Inhaltlich konnte mich das Ganze doch noch in den Bann ziehen, trotz der Kritikpunkte an der Protagonistin. Joelle Charbonneau schafft es also eher, mich mit ihrem Stil in den Bann zu ziehen als mit dem Charakterdesign. Zwar hat das Buch eine etwas längere Anlaufzeit, aber Cia entdeckt so einige Details, die mich neugierig gemacht haben. Und gerade gegen Ende gab es doch die ein oder andere Überraschung, die für Aha-Momente gesorgt hat! Da konnte die Autorin mich mal so richtig überraschen. Bezeichnenderweise war es hier aber auch nicht Cia, die dafür gesorgt hat, sondern eben Charaktere, mit denen sie interagiert (ein Vorteil: sie war mal nicht perfekt). Und damit war dann auch dafür gesorgt, dass ich nun... total neugierig auf den dritten Band bin! Auch wenn es immer noch extrem viele Ähnlichkeiten zu anderen Dystopien, die groß wurden, gibt, bin ich dennoch gespannt darauf, wie die Geschichte um die Auslese gelöst werden wird.

Fazit

Auch wenn Die Auslese für mich nie an andere Dystopien rankommen wird, konnte mich dieser zweite Band doch etwas mehr überzeugen. Cia und ich, das wird keine Kombination mehr, aber obwohl sie Ich-Erzählerin ist, kommt dennoch auch für mich Spannung auf und die Autorin konnte mich mit der ein oder anderen Überraschung vom Inhalt her überzeugen konnte!

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 10. März 2015

[Rezension] Lieber Mr. Salinger - Joanna Rakoff





Titel: Lieber Mr. Salinger
Autor: Joanna Rakoff
Original: My Salinger Year
Verlag: Knaus
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-8135-0515-3
Preis: 19,99€
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Autor

Nach ihrem Studium an renommierten amerikanischen Universitäten stürzte sich Joanna Rakoff in die Welt der Literatur. Sie arbeitete als Kritikerin für die „New York Times“, die „Los Angeles Times“ und die „Vogue“ und veröffentlichte einen Roman („A Fortunate Age“), der zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Joanna Rakoff lebt in Cambridge, Massachusetts.

Inhalt

Von ihnen gibt es Hunderte: blitzgescheite junge Frauen, frisch von der Uni und mit dem festen Vorsatz, in der Welt der Bücher Fuß zu fassen. Joanna Rakoff war eine von ihnen. 1996 kommt sie nach New York, um die literarische Szene zu erobern. Doch zunächst landet sie in einer Agentur für Autoren und wird mit einem Büroalltag konfrontiert, der sie in eine längst vergangen geglaubte Zeit katapultiert. Joanna lernt erst das Staunen kennen, dann einen kauzigen Kultautor – und schließlich sich selber.

Erster Satz

Wir waren Hunderte, Tausende.

Meine Meinung

Ich hätte nicht gedacht, dass Joanna Rakoffs Geschichte mich so fesseln kann, aber Lieber Mr. Salinger hat mich einfach mal komplett in den Bann gezogen und verzaubert. Interessanterweise haben Protagonistin Joanna und ich eine Gemeinsamkeit: Wir sind Salinger-Jungfrauen. (Nach diesem Buch erscheint mir das absolut unverzeihlich und das muss ich unbedingt ändern!)
Und Joanna begegnet in der Literaturagentur, in der sie - angehende Autorin - als Assistentin der Chefin anfängt, Jerry, bzw. eben dem berühmten Autor Salinger. Und diese ganze Geschichte rund um Joannas Arbeit in der Agentur, den Anderen Autor, ihre Chefin und eben die Arbeit mit Jerry und seinen Eigenarten hat mich... nicht direkt geflasht, sondern einfach überzeugt. Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen, so sehr war ich vertieft. Es hat schlicht und einfach Spaß gemacht, Joanna auf ihrem Weg zu begleiten.
Wo soll ich da anfangen? Die Zeit vor dem Wandel ins Digitalen, bzw. dieser Umbruch, der hier dargestellt wird, erzeugt eine besondere Atmosphäre, da gehört auch die Politik der Literaturagentur dazu. Ich liebe die Atmosphäre, die erzeugt wird, insbesondere auch durch die Nutzung von Schreibmaschinen. Da hatte ich das Büro gleich richtig vor mir, mit dunklen Holzvertäfelungen, Regalen mit Massen an Büchern, die großen Schreibmaschinen auf den dicken Schreibtischen. Mit nur wenig Worten hat Joanna Rakoff ein Szenario vor meinen Augen erschaffen. Eigentlich fehlen da ja nur noch die Zigaretten und der Scotch im Glas, oder?

Doch nicht nur die Agentur an sich, auch die Briefe an Mr. Salinger, welche zu Joannas Händen landen, da passt einfach alles zusammen. Dann noch die privaten Hintergründe, das Zusammenleben mit dem ebenfalls angehenden Autor Don, ohne viel Geschwafel und ausschweifende Umschreibungen erschafft Joanna Rakoff diese Welt, in der sie gelebt hat, sehr nachvollziehbar auf diesen 300 wundervollen Seiten.
Toll fand ich übrigens auch die Bezeichnungen: meine Chefin, mein College-Freund, der Andere Autor. Die Begriffe werden einem genauso vertraut wie ein Name - eine richtig gute Leistung, wie ich finde.

Fazit

Joanna Rakoff verbindet das nicht immer leichte Leben in New York mit der ebenfalls nicht leichten Arbeit in der Agentur und erschafft eine wundervoll leichte Lektüre, die einem auch insbesondere natürlich J.D. Salinger näher bringt.

Bewertung





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Cover; Autorenvita; Inhalt

Donnerstag, 5. März 2015

[Rezension] Die Sache mit dem Glück - Matthew Quick





Titel: Die Sache mit dem Glück
Autor: Matthew Quick
Original: The Good Luck of Right Now
Verlag: Kindler/Rowohlt
Erschienen: Dezember 2014
ISBN: 978-3-463-40084-6
Preis: 18,95€
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Autor

Matthew Quick wurde 1973 in Oaklyn, New Jersey geboren. Er studierte Anglistik, arbeitete als Englischlehrer, schmiss seinen Job und reiste anschließend lange durch Südamerika und Afrika. Die Verfilmung seines Debüts „Silver Linings“ gewann einen Golden Globe und den Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin. Auch die Filmrechte an seinem neuen Roman „Die Sache mit dem Glück“ wurden bereits verkauft. Matthew Quick lebt mit seiner Frau in Holden, Massachusetts.

Inhalt

Bartholomew hat immer bei seiner Mutter gelebt. Als sie stirbt, muss er plötzlich allein zurechtkommen. Aber das sagt sich so leicht. Bartholomew ist 39. Beim Aufräumen ihres Schlafzimmers findet er einen Brief von Richard Gere wieder. Darin ruft der Hollywoodstar zum Boykott der Olympischen Spiele in Peking auf, wegen Tibet. Der Brief muss Mom viel bedeutet haben, sonst hätte sie ihn nicht in ihrer Unterwäscheschublade aufbewahrt. Nun versteht Bartholomew auch, warum sie ihn in ihren letzten Tagen, als sie schon sehr durcheinander war, immer nur «Richard» genannt hat. Er beschließt, dem Schauspieler Briefe zu schreiben. Über Moms Theorie vom Glück, über Außerirdische, Buddhismus und die Liebe zu Katzen. Und über die junge Bibliothekarin, die er schon seit Jahren einmal ansprechen möchte. Bis jetzt hat Richard Gere noch nicht geantwortet, aber Bartholomew ist sicher, er wird ihm bei seinem Neuanfang helfen.
 
Erster Satz

Lieber Mr. Richard Gere, in der Unterwäscheschublade meiner Mom - als ich aus ihren "persönlichen" Sachen die "wenig getragenen" aussortierte, um sie zur Altkleidersammlung zu bringen - fand ich einen Brief von Ihnen.

Meine Meinung

Nicht mein Fall. Ganz kurz gesagt. Nicht herausragend, auch nicht richtig schlecht, aber wieder eines der Bücher, die Mittelmaß für mich sind und mehr nicht. Erstaunlicherweise schon wieder ein Problem: Der Protagonist.
Es ist einfach so, wenn die Chemie zwischen Protagonist und Leser nicht stimmt, wird das auch mit dem Rest des Buches nichts. Bartholomews Beschreibung auf dem Klappentext hat bei mir die Hoffnung geweckt, dass er einer dieser sympathischen Eigenbrötler ist, die einen leicht von sich überzeugen, weil sie eben doch diesen gewissen Charme in ihrer Skurrilität haben. Leider kommt das hier nicht rüber. Bartholomew ist nur ein Eigenbrötler. Er ist mir nicht unsympathisch, er ist mir nicht sympathisch, er ist einfach nur Mittelmaß. Und das ist tatsächlich das Hauptproblem des Buches für mich. Diese Geschichte lebt von Bartholomew. Bartholomew konnte mich als Protagonist nicht überzeugen. Die Geschichte kann mich nicht überzeugen.
Ein bisschen Weltfremdheit, ein bisschen Naivität, Liebe zur Mutter und Sehnsucht nach etwas Bestimmten. Das sind wirklich tolle Zutaten für ein tolles Buch, aber - ich kann mich jetzt nur noch wiederholen - es passt einfach nicht, wenn der Hauptcharakter nicht passt. Ich bin eigentlich ziemlich überzeugt, dass es Leute da draußen gibt, für die ist es das perfekte Buch, weil Bartholomew sie überzeugen kann. Bei mir stimmt da die Chemie eben nicht.

Grundsätzlich bleibe ich dabei: Hier gibt es alle Zutaten für ein bezauberndes Buch. Der Schreibstil liest sich gut (bis auf die Briefe, nur... da kommen wir zu meinem aktuellen Lieblingsproblem: Sie sind von Bartholomew geschrieben, mit ihm werde ich nicht warm, also sprechen die Briefe mich auch nicht an), es gibt eine gute Geschichte, mit ein bisschen Liebe, einer Suche und einigen skurrilen Charakteren und das Ende fand ich auch ganz amüsant.

Fazit

Für mich war es nur ein mittelmäßiges Buch, doch es hat das Zeug zu bezaubern. Ich persönlich wurde einfach mit Bartholomew nicht ganz warm (falls es jemand noch nicht verstanden hat...), aber ansonsten hat mir alles drum herum gefallen. Schade eigentlich...

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 3. März 2015

[Kommentar] Inferno - Dan Brown

Bildquelle





Erster Satz

Ich bin der Schatten.











Meine Meinung
 
So ein Dan Brown ist nicht die Neuerfinden der Thriller-Welt. Definitiv nicht, aber dennoch tauche ich immer wieder gerne in Robert Langdons Geschichten ein, weil mich die vielen Zeichen und Symbole jedes Mal aufs Neue faszinieren. Diese ganzen religiösen Hintergründe und Verwicklungen... einfach nur faszinierend. Außerdem mag ich Robert Langdon als Charakter, weil er nicht unbedingt der Mutigste ist, meistens eher in diese Situationen reinschlittert und seine Micky-Mouse-Uhr über alles liebt. Allein für den letzten Punkt ist Robert Langdon für mich einer der liebsten Charaktere überhaupt.

Dieses Mal geht es um Dante. Genau den Dante, den mit der göttlichen Komödie. (Irgendwie passend dieses Jahr, oder?) Und einen Robert Langdon, der sein Gedächtnis verloren hat, weil er einen Streifschuss abbekommen hat. Man startet also völlig planlos in die Geschichte und das finde ich super. Anfangs muss man sich mit Robert erstmal erarbeiten, was passiert ist, während später dann doch einige Hinweise dazu kommen, in dem aus anderen Perspektiven berichtet wird. Und so kommt man langsam der Lösung näher, bis plötzlich - bäääm! - eine Überraschung kommt und die kleine, naive Chimiko echt dumm aus der Wäschen geguckt hat. Ja, ich habe das irgendwie nicht kommen sehen. Es hat mich überrascht. Aktuell weiß ich immer noch nicht, ob mir das einen Ticken zu viel war oder doch noch im Rahmen. Auf alle Fälle war es doch ziemlich raffiniert. Das mag ich an Dan Brown, er überrascht mich immer wieder mit einer Wendung, die ich so tatsächlich nicht erwartet hätte. Ob diese immer so perfekt ist, ist eine andere Sache, aber es gelingt ihm - zumindest bei mir - immer wieder.
Wie immer hat Herr Langdon eine schöne Frau an seiner Seite, die ihn mit ihrem Intellekt unterstützt und auch aus der ein oder anderen Situation retten kann. Das wiederum war keine große Überraschung, aber auch nicht so schlimm, denn wirklich amourös war diese Beziehung nicht, so viel sei gesagt.

Inhaltlich hatte es dieses Mal neben dem guten alten Dante eine Thematik, die ich persönlich beängstigend finde, wenn man sich mal wirklich Gedanken darüber macht. In so viel Symbolik ein so aktuelles Problem verpackt, das wirklich... ja, ein wirklich großes Problem werden kann. Ein Thema, über das ich eigentlich gar nicht so nachdenken mag, über das aber jeder nachdenken sollte!

Was ich übrigens auch echt an Browns Büchern mag, ist das Fernweh (insbesondere nach Italien), dass er in mir erzeugt. Ich habe nach diesem Buch so Lust, mal nach Florenz zu reisen... oder mal wieder nach Venedig, das könnt ihr auch gar nicht vorstellen.
Außerdem habe ich auch das Bedürfnis, die ersten Bänden zu greifen und einfach nochmal zu lesen. Das ist ein gutes Zeichen, wie ich finde!

Fazit

Sicherlich hat Dan Brown das Rad nicht neu erfunden, aber das würde auch nicht zu Robert Langdon passen, oder? Dennoch gibt es spannende Elemente und die Hintergründe der Symbolik sind faszinierend wie eh und je. Dann noch eine überraschende Wende und ein Ende, das vielleicht etwas over the top ist, aber trotzdem ein wesentliches und beängstigendes Thema anspricht.

Sonntag, 1. März 2015

[Rezension] Extinction - Kazuaki Takano





Titel: Extinction
Autor: Kazuaki Takano
Original: Jenosaido
Verlag: C. Bertelsmann
Erschienen: Januar 2015
ISBN: 978-3-570-10185-8
Preis: 14,99€
Leseprobe
 
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Autor

Kazuaki Takano, geb. 1964 in Tokio, arbeitet in Hollywood und Japan als Drehbuchautor. Für seine Romane erhielt er renommierte Preise. »Extinction« stand in Japan monatelang auf den Bestsellerlisten und wurde u.a. als bester Thriller des Jahres ausgezeichnet.

Inhalt

Jonathan Yeager wird im Auftrag der amerikanischen Regierung in den Kongo geschickt. Bei einem Pygmäenstamm sei ein tödliches Virus ausgebrochen. Die Verbreitung muss mit allen Mitteln verhindert werden. Doch im Dschungel erkennt Yeager, dass es um etwas ganz anderes geht: Ein kleiner Junge, der über unglaubliche Fähigkeiten und übermenschliche Intelligenz verfügt, ist das eigentliche Ziel der Operation. Kann es sein, dass dieses Geschöpf die Zukunft der Menschheit bedroht? Yeager weigert sich, das Kind zu töten. Er setzt alles daran, den Jungen in Sicherheit zu bringen. Eine gnadenlose Jagd auf die beiden beginnt.

Erster Satz

Diese Villa war nie ein Zuhause für ihn, auch wenn er schon jahrelang darin wohnte.

Meine Meinung

Insgesamt fand ich diesen Thriller ziemlich beeindruckend, doch es gab auch einige Schwächen. Zum Einen der Beginn: Das erste Drittel fand ich persönlich langweilig und es hat sich einfach hingezogen, doch dann hat es Autor Kazaki Takano doch noch geschafft, mich als Leserin zu fesseln und danach ging es deutlich schneller. Aber immer noch nicht schnell. Dieses Buch liest sich nicht schnell. Das ist kein negatives Kriterium, aber wenn ihr es lest, solltet ihr euch Zeit dafür nehmen, denn die werdet ihr brauchen. Es ist kein Thriller für zwischendurch, sondern er braucht die Aufmerksamkeit des Lesers. Vielleicht war das auch der Grund, warum ich erst nach einer Weile mit dem Buch warm wurde, ich musste mich an mein deutlich langsameres Lesetempo gewöhnen.

Es gibt unterschiedliche Erzählperspektive in diesem Buch. Zum einen der im Klappentext erwähnte Joanathan Yeager. Er wird hier somit deutlich herausgehoben, aber so spannend fand ich seine Geschichte nicht, erst gegen Ende habe ich auch da richtig mitgefiebert. Dennoch, rein erzähltechnisch gemacht, superspannend. Die Wendung wird ja leider vorweg genommen, auch wenn man sich das auch denken könnte, wenn man Yeagers Charakter und Hintergrund näher kennen lernt.
So tun sich im Laufe der Geschichte immer mehr Perspektiven auf, die sich zu einem großen Ganzen verknüpfen. Da gibt es die Regierung, die ich persönlich als am Uninteressantesten empfand, die aber dennoch viel zum Verständnis beiträgt. Mir die liebste war die Sicht aus Japan, aber den Teil nehme ich nicht vorweg, den müsst ihr euch brav selbst erlesen, wenn ihr interessiert seid.
Obwohl hier sehr viele naturwissenschaftliche Fakten und Daten vorkommen, fand ich das eigentlich ganz interessant. So Thriller lese ich in der Regel lieber als die rein blutigen Thriller. Dazu kommt hier noch jede Menge Gesellschaftskritik. Und eine interessante Idee. So verpackt ergibt das doch einen interessanten Thriller, der eben auch seine Längen hat.

Fazit

Für dieses Buch braucht man seine Zeit, aber wenn man sich die nimmt, hat man einen ganz interessanten Thriller, der mit gesellschaftskritischen Elementen und außergewöhnlichen naturwissenschaftlichen Hintergründen neben einer spannenden Verfolgungsjagd punkten kann.

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt