Freitag, 27. Februar 2015

[Rezension] Der leichteste Fehler - Lisa Moore





Titel: Der leichteste Fehler
Autor: Lisa Moore
Original: Caught
Verlag: Hanser
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-446-24723-9
Preis: 21,90€
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Autor

Lisa Moore, 1964 in St. John’s, Neufundland, geboren, studierte Kunst am Nova Scotia College of Art and Design und ist eine der erfolgreichsten kanadischen Autorinnen. Bereits ihr Debütroman Im Rachen des Alligators war ein nationaler Bestseller. Bei Hanser erschienen die Romane Und wieder Februar (2011), mit dem sie Finalistin für den Man Booker Prize wurde, sowie Im Rachen des Alligators (2013).

Inhalt


David ist Mitte zwanzig, als er aus dem Gefängnis ausbricht. Er weiß, "dass die schwersten Fehler am leichtesten zu begehen sind", und setzt doch alles auf eine Karte. Mit seinem Jugendfreund Hearn versucht David erneut zwei Tonnen Marihuana durch das Hurrikangebiet zwischen Kolumbien und Neufundland zu schmuggeln. Ein scheinbar hoffnungsloses Abenteuer. Denn den neuen Geldgebern ist nicht zu trauen und Phil, der trinkselige Skipper, weigert sich, ohne seine nymphenhafte Geliebte zu fahren.

Erster Satz

Slaney brach aus dem Wald hervor und rutschte eine weiche Straßenböschung hinunter.

Meine Meinung

Der leichteste Fehler ist ein Roman über das Leben, die Freiheit und wie leicht man einen großen Fehler begehen kann. Protagonist David Slaney ist ein junger Mann, der aus dem Gefängnis entkommt und nun wieder einen großen Fehler begeht. Man kann wirklich sagen, dass Buch ist eine Aneinanderreihung von den verschiedensten Fehlern. Als Leser sieht man so genau, in welche Fallen Slaney läuft, dass er ihnen so leicht entgehen könnte, wenn er das Richtige machen würde, die richtige Entscheidung treffen würde, aber man kann ihm nicht helfen, obwohl man genau das will. Ich zumindest wollte ihn an den Schultern rütteln und sagen: 'Junge, reiß dich mal am Riemen, mach das nicht, das ist der falsche Weg!'
Aber dabei versteht man ihn auch, man fühlt mit ihm und ich habe seine Entscheidungen verstanden. Ich konnte die Schritte, die er geht nachvollziehen, auch wenn ich - natürlich! - einen anderen Weg gesucht hätte. Und das macht das Buch für mich aus: Slaney als Protagonist, dessen Weg/Entscheidung einfach nachvollziehbar ist.
Das Ende war nicht überraschend, das wird einem relativ schnell klar, wie es für Slaney ausgehen wird. Dafür waren die Personen, denen er begegnet, umso interessanter. Das fängt mit seinem Fluchthelfer an und endet wirklich mit Phil und seiner jungen Geliebten. Da sind viele Schicksale vereint, die alle irgendwo Fehler begehen und aus diesen ganzen Fehlern bildet sich dann die Geschichte, die Lisa Moore uns hier erzählt.
Das Buch ist vielleicht nicht das Spannendste und besticht auch sicher nicht durch massig Action, aber dennoch hat es mich fasziniert. Slaneys Geschichte in Kombination mit der schönen Sprache hat doch einen ganz eigenen Charme entwickelt, obwohl ich mich anfangs fragte, was ich mit diesem Buch wohl wirklich anfangen werde. Der Klappentext hat mich jetzt nicht unbedingt gleich fasziniert und es war auch nicht DAS Buch, das ich unbedingt lesen wollte, aber nach dem Reinlesen war dann eben doch diese Faszination, so dass ich dieses doch eher ruhige Buch dann beenden musste und Slaney auf dem Weg begleiten musste.

Fazit

Der leichteste Fehler ist ein eher nachdenklicher Roman, der nicht unbedingt durch rasante Action raussticht, obwohl es hier eben doch einen Gefängnisausbruch gibt, geschmuggelt wird und aus der Verbrecherszene erzählt wird. Stattdessen geht es um Fehler und wie leicht die falsche Entscheidung getroffen wird. Eine doch durchaus lesenswerte Geschichte.

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 25. Februar 2015

[Manga-Rezension] The Book of List - Izuco Fujiya





Titel: The Book of List - Grimm's Magical Items
Autor: Izuco Fujiya
Original: Kataribe no List
Band: 1
ISBN: 978-3-551-77539-9
Genre: Magie, Schulleben, Abenteuer
Verlag: Carlsen
Erschienen: Januar 2015
Preis: 6,95€
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Inhalt

Der antriebslose Highschoolschüler Akitsune gerät in die Welt der Grimmschen magischen Gegenstände, als er dem Mädchen List hilft, ihre Tasche aus der Gepäckablage zu heben. Er kommt zufällig in den Besitz einer Armbanduhr, die Dinge in ihren Zustand von vor 24 Stunden zurückversetzen kann. Die Uhr mit Namen »Aschenputtel« verschmilzt mit ihm und er wird über Nacht zum Gejagten.

Zeichenstil


Das hier ist ein Manga, bei dem mich nicht nur der Inhalt neugierig gemacht hat, sondern tatsächlich auch die Cover-Zeichnung. Dieses Scherenschnittartige im Hintergrund, die Zeichnungen der Frisuren... Die Farbgebung. Da musste ich doch glatt mal reinschauen und auch innen gefällt mir der Stil ziemlich gut.
Oft ist der Manga recht schlicht gehalten und der Fokus liegt auf den Figuren. D.h. es gibt wenig Rasterfolie im Hintergrund und allgemein wirkt der Manga nicht so verspielt und das obwohl Protagonistin List ja definitiv noch nicht sooo alt ist.
Bei den Figuren fällt auf, dass Lists Gesicht oft sehr vereinfacht dargestellt wird, was aber hervorragend zu ihrer Persönlichkeit passt, wirklich. Auch Akitsunes Gesichtsausdruck ist manchmal einfach zu köstlich. Sein Charakter wird einfach hervorragend dargestellt.
Was positiv heraussticht, sind die Artefakte, die List sucht, so z.B. Aschenputtel. Ich finde die Zeichnung der Uhr einfach wunderschön und könnte mir diese Seiten immer wieder anschauen.
Es passt einfach alles zusammen, ist ein angenehmer Stil und ich mag die Tatsache, dass die Hintergründe nicht zu überladen, aber dennoch ausgearbeitet sind. Dabei kommen die Charakterzüge der Protagonisten nur noch mehr zur Geltung, denn hier ist es tatsächlich so, dass mit wenigen Zeichenstrichen tolle Ausdrücke hervorgearbeitet wurden.

Meine Meinung

Grimms Magical Items. Allein das hat mich ja schon mal neugierig gemacht. Ich finde die Faszination der Japaner für die guten alten Grimmschen Märchen immer wieder... faszinierend. Und die Idee gefällt mir in diesem Band schon mal ganz gut, aber man merkt, dass da noch viel mehr dahinter steckt und ernsthaft, das macht neugierig!
Die Charaktere sind sehr einprägsam und schön gestaltet. Akitsune fand ich gleich sympathisch, ich kann verstehen, dass er manches wirklich als zu anstrengend empfindet und lieber entspannt. List ist außergewöhnlich... und ich bin gespannt, was noch alles über sie rauskommen wird, denn im ersten Band erfährt man tatsächlich nicht allzu viel über ihren Charakter und ihre Hintergründe, da bleibt vieles offen.
Auch inhaltlich gibt natürlich, kein Wunder bei einem mehrbändigen Manga, noch viele Frage, die geklärt werden müssen. Positiv ist aber, dass man dabei auch wirklich Lust hat, diesen Manga dann eben doch weiterzulesen und man wissen will, was noch passieren wird.

Fazit

Man merkt diesem ersten Band an, dass erzähltechnisch noch Luft nach oben ist für weitere spannende Abenteuer! Es ist ein guter Einstieg und ich hatte schon hier das Gefühl, dass dieser Manga mir noch viel Spaß bereiten wird. Ich bin auf die nächsten Bände gespannt!

Bewertung


Quellen:

Montag, 23. Februar 2015

[Rezension] Eleanor & Park - Rainbow Rowell





Titel: Eleanor & Park
Autor: Rainbow Rowell
Original: Eleanor & Park
Verlag: Hanser
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-446-24740-6
Preis: 16,90€

 
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Autor

Rainbow Rowell studierte Journalismus an der University of Nebraska-Lincoln und arbeitete danach mehrere Jahre als Kolumnistin beim Omaha World-Herald. Mit ihrem ersten Jugendroman Eleanor & Park gewann Rowell 2013 den Boston Globe Horn Book Award und den Printz Award. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen im Bundesstaat Nebraska. Sie schreibt Jugendliteratur und Romane für Erwachsene. Ihr Bestseller Eleanor & Park (2015) ist ihr erster Jugendroman bei Hanser.

Inhalt

Sie sind beide Außenseiter, aber grundverschieden: Die pummelige Eleanor und der gut aussehende, aber zurückhaltende Park. Als er ihr im Schulbus den Platz neben sich frei macht, halten sie wenig voneinander. Park liest demonstrativ und Eleanor ist froh, ignoriert zu werden. In der Schule ist sie das Opfer übler Mobbing-Attacken und zu Hause hat sie mit vier Geschwistern und einem tyrannischen Stiefvater nur Ärger. Doch als sie beginnt, Parks Comics mitzulesen, entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden. Zögerlich tauschen sie Kassetten, Meinungen und Vorlieben aus. Dass sie sich ineinander verlieben, scheint unmöglich. Doch ihre Annäherung gehört zum Intensivsten, was man über die erste Liebe lesen kann.

Erster Satz

Er versuchte nicht mehr, sie zurückzuholen.

Meine Meinung

Das ist eines dieser Bücher, die du einfach nur lesen und lesen und lesen willst. Und die dann leider schon zu Ende sind. Man liest einen Satz, einen Absatz, ein Kapitel und ist den Charakteren schon verfallen. Am Ende dann kann man ein Tränchen nicht unterdrücken, auch weil man die Protagonisten nun ans Ende begleitet hat und... es einfach nichts mehr zu lesen gibt. Kurzum, es ist ein wahres Herzensbuch!

Eleanor und Park. Park mochte ich schon nach dem kurzen Prolog. Eleanor auch. Und mit jedem Satz mehr sind sie mir ans Herz gewachsen. Immer mehr. Park ist ein asiatischer Nerd. Anders kann frau es nicht ausdrücken und dafür mag ich ihn. Und wie ich ihn dafür mag! Und Eleanor ist kein leichter Charakter, eine Außenseiterin, kein Heile-Welt-Mädel. Das Problem ist: Ich will nicht verraten, was die zwei prägt, was die zwei noch mehr ausmacht, denn ich will, dass ihr dieses Buch lest! Ihr müsst diese zwei wundervoll geschriebenen, detaillierten, sympathischen, menschlichen, einfach nur geniale Charaktere selbst kennen und lieben lernen.

Es ist eine Liebesgeschichte, das ist ja klar, oder? Es ist eine wirklich bezaubernde Liebesgeschichte, die von den Charakteren und ihrer Interaktion getragen wird. Es geschieht nichts überstürzt, sondern entwickelt sich angemessen und ist dabei so dermaßen rührend, aber unkitschig. Ich bin auch verliebt, allerdings in das Buch. Und mir fehlen die Worte, um dieses unglaublich tolle Buch vernünftig zu umschreiben. Also komme ich zum...

...Fazit

LEST das Buch! Es ist eine wunderbare Teenager-Liebesgeschichte, in die ich mich echt verliebt habe, die tolle Charaktere hat und einfach nur wundervoll ist. Also... LEST Eleanor & Park, ihr werdet es sicher auch toll finden ;)

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Samstag, 21. Februar 2015

[Rezension] Hart auf Hart - T.C. Boyle





Titel: Hart auf Hart
Autor: T.C. Boyle
Original: The Harder They Come
Verlag: Hanser
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-446-24737-6
Preis: 22,90€
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Autor

T. Coraghessan Boyle, 1948 in Peekskill, N.Y., geboren, unterrichtete an der University of Southern California in Los Angeles.

Inhalt

Absoluter Freiheitsanspruch und Verfolgungswahn – T. C. Boyle erkundet in seinem neuen Roman die dunkle Seite der USA. Adam, den seine Eltern nach etlichen Schulverweisen und Therapiesitzungen aufgegeben haben, ist eine wandelnde Zeitbombe: In der Wildnis, wo er ein Schlafmohnfeld angelegt hat, führt er ein Einsiedlerleben und hortet Waffen gegen imaginäre Feinde. Aber es gibt jemanden, der sich in ihn verliebt. Sara hat ebenfalls ausreichend Feindbilder: Spießertum, Globalisierung, Verschwörer und die Staatsgewalt. Als sie Adam am Straßenrand aufgabelt, beginnt eine leidenschaftliche Liaison. Doch bald merkt Sara, dass Adam es ernst meint mit den Feinden, sehr ernst.

Erster Satz

Die Sonne stand senkrecht, sie war einfach da, direkt über ihnen, glühend heiß und ließ ihn schwitzen, so dass die Unterhose scheuerte und das Hemd am Rücken klebte, als wäre es mit der Haut verleimt, und warum er sich von Carolee zu dieser Sache hatte überreden lassen, würde ihm für immer ein Rätsel bleiben.

Meine Meinung

Das hier war tatsächlich mein erster T.C. Boyle, zumindest kann ich mich nicht bewusst daran erinnern, schon mal ein Buch von ihm gelesen zu haben. Am Anfang musste ich mich an seinen Stil gewöhnen, so die ersten drei, vier Seiten fand ich einfach gewöhnungsbedürftig. Aber danach hat mich das Buch dann doch gepackt und ich fand es... kurz gesagt: Ziemlich abgefahren.
T.C. Boyle vermittelt dem Leser ein Amerika, wie es in den wenigsten Romanen beschrieben wird. Ein Amerika mit Außenseiter, auf dem Land... so wie ich es mir persönlich tatsächlich eher vorstellen kann als die heile Welt in anderen Romanen. Aber streckenweise fand ich es auch beängstigend und unglaublich. Manche Dinge konnte ich mir so gar nicht vorstellen. Auf alle Fälle hat es ziemlich viele Gefühle in mir geregt: Mitleid, Ungläubigkeit, Verwirrung, Angewidertsein und so weiter. Das ist kein Buch, was man mal einfach runterliest, ohne viel dabei zu empfinden. Auch wenn die meisten meiner Gefühle eher negativ waren, was aber nicht am Buch lag, sondern an dieser Vorstellung, die der Autor da erschafft.

Der Anfang... was soll ich dazu sagen. Beim Prolog habe ich öfters mal den Klappentext noch einmal zu Rate gezogen, weil das einfach so überhaupt nichts mit dieser Beschreibung zu tun hatte. Trotzdem hat es mich fasziniert und die Geschichte, die da gezeichnet wurde, hätte ich auch weiter gelesen. Doch nach dem Prolog kam dann doch die angekündigte Story und irgendwann im Verlauf des Buch klärt sich auch der Zusammenhang auf.

Sara und Adam. Die zwei Außenseiter. Ein Außenseiter, ein Freak, so viel kann ich vorweg verraten. Ich kann nicht behaupten, dass ich einen der beiden sonderlich sympathisch fand oder mehr als etwas Mitleid für ihn empfand. Eine Figur war abgewrackter als die andere und dieses Bild, das sich dann ergab. Das lässt mich echt den Kopf schütteln. Gott, das war teilweise so abstoßend! Die zwei Protagonisten erzählen ja abwechselnd (mit einer dritten Person noch dazu), und eine war ganz interessant zu lesen, die andere war wirklich... ja, ich bleibe dabei, abstoßend. Und beängstigend. Ich will jetzt auch nicht großartig auf Sara und Adam eingehen, denn Leute, davon müsst ihr euch selbst ein Bild machen. Das, was T.C. Boyle hier zeichnet, kann ich keinesfalls in so wenigen Sätzen sinnvoll zusammenfassen.

Das Ende. Das war so: Woah. Nicht wahr. Nach einer Weile war es vorherzusehen, aber das war dann wieder richtig abgefahren.

Fazit

Was für ein abgefahrenes Buch. Abgefahren. Amerika von einer ganz anderen Seite, die ich groteks und beängstigend fand. Trotzdem hat es sich gut gelesen und irgendwie fasziniert...

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Donnerstag, 19. Februar 2015

[Rezension] Die Quelle - Catherine Chanter





Titel: Die Quelle
Autor: Catherine Chanter
Original: The Well
Verlag: Scherz
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-651-02195-2
Preis: 16,99€
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Autor

Catherine Chanter ist im ländlichen Südwesten Englands aufgewachsen und lebt seit vielen Jahren in Oxford, wo sie auch studierte. Neben ihrer Arbeit als Lehrerin und mit psychisch kranken Jugendlichen hat sie schon immer geschrieben, zum Beispiel für Radio 4, und Kurzgeschichten und Lyrik veröffentlicht, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Ihr erster Roman ›Die Quelle‹ wurde mit dem Lucy Cavendish Fiction Prize prämiert und erscheint weltweit in über 20 Ländern.

Inhalt

Neu anfangen, draußen auf dem Land. Doch ihr Traum wird zum Albtraum.
Der große internationale Bestseller, der mit seiner verstörenden Aktualität und atmosphärischen Kraft die Leser über alle Grenzen hinweg fesselt.

Was ist grausamer, die Natur oder die Menschen? Ruth wollte mit ihrer Familie neu anfangen, draußen im Haus an der Quelle. Doch als es im ganzen Land nicht mehr regnet, nur noch bei ihnen, wird das Paradies zum Albtraum, der das Leben eines Kindes kostet – und bald kann Ruth nicht einmal mehr sich selbst trauen.

In England regnet es nicht mehr, eine Dürre überzieht das ganze Land. Nur auf dreißig Morgen Land im Westen der Insel fällt noch Regen. Ruth und Mark, denen »die Quelle«, dieses noch fruchtbare Grundstück gehört, haben als Einzige Wasser und könnten sich glücklich schätzen. Doch das vermeintliche Paradies, in dem sie leben, wird zu ihrer ganz persönlichen Hölle.


Erster Satz

Die Quelle hat mich wieder.

Meine Meinung

Dieses Buch habe ich mit den Worten 'Lies das mal!' in die Hand gedrückt bekommen. Ich hatte vorher nichts davon gehört und hatte dementsprechend auch keine Ahnung, was mich erwartet. Und es war überraschend anders, als ich es mir nach dem Klappentext vorgestellt habe.

Die Geschichte fängt schon mit einem fesselnden Satz an. Die Quelle hat mich wieder. In diesem Satz steckt schon sehr viel Tiefe und diese fünf Worte haben für mich den perfekten Auftakt gebildet. Da wollte ich doch gleich wissen, was die Protagonistin erlebt hat und warum sie die Quelle verlassen hat.
Die Autorin bildet hier ein Geflecht aus den verschiedenen Zeiten der Vergangenheit, welche Ruth, so der Name der Protagonistin, erlebt hat sowie der Gegenwart. Und so erfährt man langsam, welche... ja, teilweise würde ich es schon Tragödie nennen, welche Tragödie sie erleben musste. Es entspinnt sich ein psychologisch tiefgehender Roman, der sich tatsächlich auch auf einer religiösen Ebene entfaltet.

Doch von Anfang an: Ruth und Mark ziehen von der Stadt auf das Land, auf ein Grundstück, das die Quelle genannt wird. Das gesamte Land leidet unter einer Dürreperiode, doch auf diesem Grundstück fließt das Wasser noch und das bildet die Grundlage für alles, was nun passieren wird. Catherine Chanter hat mich beeindruckt. Alles ist so durchdacht und fügt sich so gut ineinander, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Ich wollte einfach wissen, was passiert ist, was Ruth miterlebt hat und dabei wurde ich immer tiefer in diesen Sog gezogen, der auch die Protagonistin langsam gefangen nimmt. Und dabei steckt dann auch noch so viel Wahrheit in dieser Geschichte. Eine Notsituation für die Bevölkerung, eine scheinbare Lösung, die sie in den Bann zieht und dabei viel Hass.
Die Hintergründe dieser Not sind nicht das primär Wichtige, doch das stört bei der Lektüre absolut nicht. Hier ist eine andere Ebene einfach interessanter und das ist die psychologische. Ruths Innenleben, ihr Erleben ist das, was zählt und es ist so unglaublich faszinierend!

Fazit


Ich möchte euch jetzt wirklich nicht so viel verraten, aber eines sei gesagt: Wer Interesse an tiefgehenden Romanen hat, die eine Hintergrundbotschaft haben und ohne große Action fesseln, macht hier nichts verkehrt. Wer gerne psychologische Porträts fiktiver Figuren liest, ist hier auch nicht falsch. Ein hervorragendes Buch!


Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 17. Februar 2015

[Rezension] Dancing Queens - Jana Fuchs





Titel: Dancing Queens - Alle Wege führen nach Waterloo
Autor: Jana Fuchs
Verlag: Droemer Knaur
Erschienen: April 2014
ISBN: 978-3-426-51491-7
Preis: 8,99€
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Autor

Hinter dem Pseudonym Jana Fuchs verbergen sich Heike Abidi und Tanja Janz. Die beiden Autorinnen schwärmen von Kindesbeinen an für die gleiche Musikgruppe: ABBA. Mit Dancing Queens – Alle Wege führen nach Waterloo erfüllen sie sich den Traum vom gemeinsamen Buch über die Poplegenden aus Schweden.

Inhalt

Linda ist Single aus Überzeugung, Helen gewissenhafte Ehefrau und Mutter. Sie sind die weltgrößten ABBA-Fans – und kennen sich nur »online«.
Als eine Feier zum 40. Grand-Prix-Jubiläum in Stockholm angekündigt wird, besteht kein Zweifel: Genau da müssen sie sich treffen!
So verschieden die zwei Frauen sind, so unterschiedlich fallen auch ihre Pläne aus: Helens Mann wird gar nicht erst eingeweiht, dann kann er auch nicht protestieren. Und Linda spekuliert auf einen smarten Schweden als Reisebegleitung, statt auf die korrekte Route zu achten. Aber was soll da schon passieren? Im schlimmsten Fall ein Waterloo.

Erster Satz

Es war kurz nach unserem einundzwanzigstem Hochzeitstag, als ich meinen Mann zum ersten Mal belog.

Meine Meinung

Was für eine leichte und amüsante Lektüre. Das perfekte Buch für ABBA-Fans und das perfekte Buch für Zwischendurch, wenn man einfach mal abschalten will! Man merkt, dass das Buch von zwei Autorinnen geschrieben wurde, aber das ist definitiv positiv in diesem Fall. Helen und Linda sind zwei grundverschiedene Charaktere, die von der Liebe zur Band ABBA geeint werden. Und als ich den Klappentext gelesen hatte, war mir klar: Das Buch muss ich lesen. Und das gesamte Buch über hatte ich die Songs von ABBA als Dauerschleife im Kopf. Leseerlebnis mal anders!

Helen und Linda, zwei - wie erwähnt - sehr unterschiedliche Charaktere. Ich kann euch nicht sagen, wessen Gestaltung mir besser gefallen. Bei Helen mochte ich ihren zögerlichen Charakter, den sie nur im Internet ablegen kann. Auch die Entwicklung, ihre Bedenken und Ängste auf der Reise finde ich sehr passend für sie. Ich habe sie richtig vor Augen gehabt. Aber Linda fand ich auch super. Sie war so offen, so lebenslustig, stellenweise naiv und einfach nur ein Riesenfan. Ihre Leichtigkeit ist einfach ansteckend und hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Allgemein waren das einfach Charaktere, die man mögen muss.

Die Reise läuft natürlich nicht wie geplant, wen überrascht das denn hier? Mich nicht. Vielleicht ist sie manchmal sogar etwas übertrieben, aber der liebenswerte Charme der Protagonistinnen hat das Überzogene wieder wett gemacht. Die beiden stolpern wirklich von einem Problem in das nächste und am Ende, na ja, es fügt sich alles zusammen. Übrigens finde ich nicht nur die beiden Damen in der Hinsicht toll, auch die Herren der Schöpfung bringen die Geschichte super voran. Die beste Überraschung kam da am Schluss, ich fand es sooooo genial. Und süß. Und überhaupt.

Fazit

Eine wunderbare Geschichte mit viel Leichtigkeit und vielen ABBA-Songs im Kopf, die sich einfach wegliest und die ich wirklich entzückend fand. Hat Spaß gemacht, das Buch zu lesen!

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Montag, 16. Februar 2015

[Rezension] Umweg nach Hause - Jonathan Evison





Titel: Umweg nach Hause
Autor: Jonathan Evison
Original: The Revised Fundamentals of Caregiving
Verlag: KiWi
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-462-04659-5
Preis: 19,99€
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Autor

Jonathan Evison, 1968 in San Jose, Kalifornien, geboren, wurde mit seinem Roman »Alles über Lulu« bekannt, für den er den Washington State Book Award erhielt. »Umweg nach Hause« ist sein neuer Roman.

Inhalt

Ben geht’s nicht gut – weder persönlich noch finanziell. Nach einem Crashkurs in »häuslicher Pflege« heuert er bei Trevor an, einem zynischen Jugendlichen, der im Rollstuhl sitzt. Gemeinsam fahren sie mit dem VW-Bus quer durch die USA, um Trevs Vater zu besuchen – eine Reise voller skurriler Abenteuer beginnt. Ben hat einen schrecklichen Schicksalsschlag hinter sich und besitzt keinen Penny mehr, als er die Pflege von Trev übernimmt, der unheilbar krank ist. Sein Vater Bob, ein hoffnungsloser Tollpatsch, sucht gleich nach der Diagnose das Weite, was ihm in der Familie natürlich keiner verzeiht. Doch Ben fühlt mit dem verstoßenen und reuigen Vater und überzeugt Trev, im Auto von Washington State nach Salt Lake City zu fahren, um ihn zu besuchen. Auf dem Weg nehmen sie die Anhalterin Dot mit und kommen an den verrücktesten Sehenswürdigkeiten vorbei. Sie gabeln eine reifenwechselnde Schwangere auf, werden von einem Auto verfolgt, in dem ganz jemand anderes sitzt als vermutet, und lernen schließlich, dass man sich irgendwann seinen Problemen stellen muss. Ein bewegender Roman voller skurriler Situationskomik, der glücklich macht.

Erster Satz

Als ich beschloss, mich um Menschen zu kümmern, die weniger Glück im Leben haben als ich, war ich pleite, also bin ich nicht gerade Florence Nightingale.

Meine Meinung

Das ist eines der wenigen Bücher, bei denen ich das Cover gesehen habe und mir dachte: Das musst du lesen. Schlicht, effektiv und hebt sich wirklich von den anderen Covern ab, die aktuell so im Umlauf sind. Der Klappentext hat mich auch angesprochen und... ich habe es nun gelesen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich etwas anderes erwartet, aber dennoch hat mir das Buch richtig gut gefallen.
Es ist ein intelligentes Buch, das mir nicht nur gefallen hat, sondern mich wirklich berührt hat. Umweg nach Hause ist kein Feuerwerk, aber es heißt ja nicht ohne Grund, dass stille Wasser tief sind. Es dauert eine Weile, bis der Road Trip beginnt - von dem ich eigentlich dachte, dass er wirklich den Großteil des Buches einnehmen wird -, aber man lernt hier insbesondere Protagonist Ben besser kennen. Als Ich-Erzähler ist er natürlich absolut im Fokus, gibt mit seiner präzisen, trockenen Art auch gute Einschätzungen der Menschen um ihn herum an. Man weiß von Anfang an, dass da ein Schicksalsschlag in Bens Leben war, hat auch eine Ahnung, was passiert wird, aber das genaue Geschehen liefert er einem selbst in Rückblicken auf sein Leben bevor dem großen Schicksalsschlag. Ich mag Ben. Er ist ruhig, macht seinen Job als Pflegehilfe wirklich - in meinen Augen - hervorragend und ja, ich mag seinen trockenen Humor und den Blick, den er für seine Umwelt hat.
Trev, Bens Schützling,... was soll ich sagen? Das könnte einen jetzt an schon bekannte Bücher erinnern, denn Trev sitzt im Rollstuhl, für ewig daran gebunden. Er bekommt durch Ben Charakter, aber ich habe das Gefühl (sicher nicht unbegründet), dass da noch mehr dahinter steckt als Ben erfassen könnte. Ein personeller Erzähler kann das Leid einer anderen Person niemals vollkommen aufnehmen.
So hätten die anderen Charaktere natürlich auch noch mehr Tiefe bekommen können, wenn ein allwissender Erzähler hier agieren würde, aber... dann würde etwas fehlen, dann hätte es nicht diese warme Intelligenz und Note, die mich hier echt hingerissen hat. Irgendwie fehlen mir teilweise die Worte dafür, um dieses Buch richtig beschreiben zu können. Es ist nicht der Road Trip, den ich erwartet hatte, aber dafür habe ich wirklich ein wunderbares Leseerlebnis gehabt. Das Ende war dann so... woah, woah. Nein, kann nicht sein, ist aber so. Woah. Mit anderen Worten, für mich war es das perfekte Ende.

Fazit

Umweg nach Hause ist ein eher ruhigeres Buch, das mich dennoch total geflasht hat. Es hat mich sehr tief innen berührt (okay, das klingt seltsam, aber ist so) und ist einfach wundervoll.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Samstag, 14. Februar 2015

[Kommentar] A long way down - Nick Hornby

Bildquelle
Erster Satz

Ob ich erklären kann, warum ich von einem Hochhaus springen wollte?















Meine Meinung 

Ich gestehe euch jetzt was: Das hier war mein erster Nick Hornby... Und das war eher Zufall, aber ein guter Zufall. Ich finds gut. Fertig. Hach, wenn das so einfach wäre, ne? ;)
Aber das ist es einfach: Ein richtig gutes Buch. Schon die Grundsituation ist einfach mal spannend. Ich meine, vier Leute wollen Selbstmord begehen und treffen sich auf einem Hochhaus zufälligerweise? Da kann doch nur eine interessante Geschichte dabei rauskommen. Als ich den Klappentext gelesen hatte, habe ich einige Ideen gehabt, doch letztlich hat sich die Geschichte ganz anders entwickelt. Ich meine, wäre ja auch unwahrscheinlich gewesen, dass ich bei den vielen Möglichkeiten, die diese Ausgangssituation bietet, die richtige treffe, oder?

Ich mag auch den Aufbau, dass jeder der vier Charaktere immer wieder dazu kommt, zu erzählen. Es sind vier grundverschiedene Charaktere, die hier aufeinander treffen, von denen der eine einen besseren und der andere einen nicht ganz so guten Grund hat, sich umzubringen. Maureen, JJ, Jess und Martin... vier so verschiedene Charaktere, die eigentlich nur durch ihren Pakt verbunden werden. Diese schwarzhumorige Darstellung von diesen vier Menschen, die eine sehr eigenartige Beziehung zueinander aufbauen, ist einfach großartig. Es macht Spaß zu lesen, wie sie sich durch verschiedenen Irrungen und Wirrungen kämpfen. Und am Ende gibt es eine Szene, die mich ziemlich beeindruckt hat, aber auch die einzige war, die einen leicht... belehrenden Unterton hat.
Auffällig ist auch, dass jeder Charakter sofort am Stil zu erkennen ist, insbesondere Jess' manchmal etwas schnodderige Art sticht hier hervor. Doch auch JJs manchmal arrogant wirkenden Gedanken sind sofort identifizierbar. Nick Hornby hat somit wirklich vier sehr eigene Charaktere erschaffen, die mit ihren zwischenmenschlichen Spannungen eben auch für die Spannung beim Lesen verantwortlich sind, denn der Lesespaß an diesem Buch liegt eindeutig an den Charakteren.

Fazit

Gut, dass ich das Buch durch Zufall bekommen habe und es gelesen habe, denn es liest sich richtig gut. Hervorragendes Buch für zwischendurch!

Donnerstag, 12. Februar 2015

[Rezension] Der Drohnenpilot - Thorsten Nesch





Titel: Der Drohnenpilot
Autor: Thorsten Nesch
Verlag: mixtvision
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-95854-024-8
Preis: 13,90€
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Autor

Thorsten Nesch wurde in Solingen geboren und lebt in der BRD und Kanada. Für seine Romane erhielt er nationale und internationale Förderungen, Stipendien und Preise. Einsicht in seine Arbeitsweise gibt er auf seiner Homepage www.thorsten-nesch.com

Inhalt

Darius ist 17 Jahre alt, hat einen Schulabschluss in der Tasche aber keine Perspektiven. Da erhält er eine unglaubliche Chance: Am Ende eines Computerspiels wird ihm ein Job als Drohnenpilot angeboten. Plötzlich hat Darius Geld, eine eigene Wohnung, führt das Leben eines Siegers. Aber um welchen Preis?


Erster Satz

Vor meiner XT-17 tauchte am Horizont das Gebirge von Amai auf.

Meine Meinung

Ja, das Buch ist vorhersehbar, nach dem Klappentext ist euch das klar, oder? Ich hatte es dennoch im Nu verschlungen und wollte es nicht zur Seite legen, das liegt aber nicht an den Hintergründen. Die sind mir echt zu wenig: Darius ist ein sogenannter Grundi... das klärt sich erst sehr spät und ich fragte mich einfach jedes Mal, wenn das Wort wieder vorkommt, was das nun zu bedeuten hat. Normalerweise habe ich nichts dagegen, wenn sich die Hintergründe erst langsam erschließen, doch hier gibt es so viel, was als selbstverständlich vorausgesetzt wird und sich dabei eigentlich nicht richtig erklärt. Gut, ich kann mir hervorragend vorstellen, was ein Device ist, aber so grundlegende Dinge wie eben Grundi sollten vielleicht doch etwas früher mit einem Nebensatz erklärt werden. Allgemein hat die Welt, in der Darius lebt, sich dadurch erst sehr langsam erschlossen.
Das ist der springende Punkt. Die Arbeit von Darius, er selbst, seine Familie, Freunde, sein Leben, damit hatte ich gar kein Problem. Das fand ich interessant, auch wenn es jetzt nicht so überraschend endet. Es hat Spaß gemacht, das Ganze aus Darius' Sicht zu erleben und vor allen Dingen zu erleben, wie er daran reift und sich entwickelt. Doch dadurch dass mir der Zugang zu der Welt, in der all das stattfindet, fehlt, fehlt eben auch etwas beim Lesen.
Dabei ist die Aktualität der Drohnen doch wirklich absolut grandios! Ich finde diese Idee fantastisch, aber wenn ich etwas über die Drohnen lese, dann erwarte ich auch in einem Jugendbuch etwas mehr Hintergrund!

Dann kam das Ende und ich war so: Was? Fehlt da noch ein Stück Buch, ich will mehr! Also ich hätte echt gerne mehr gelesen, vor allen Dingen glaube ich, dass das, was noch kommen könnte, auch superspannend sein könnte! Natürlich kann jetzt mein eigenes Kopfkino rattern, aber... aber... ich hätte trotzdem gern mehr gelesen!

Fazit

Ich habe nicht viel zu klagen, außer dass der Hintergrund fehlt. Alles andere passt super: Toller Charakter, aktuelle Bezüge mit den Drogen und eine Entwicklung, die sich interessant liest. Gutes Jugendbuch, wenn man nicht ganz so viel Wert auf ausgearbeitete Welten legt.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 10. Februar 2015

[Rezension] Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki - Haruki Murakami





Titel: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
Autor: Haruki Murakami
Original: Shikisai wo motanai Tazaki Tsukuru to, kare no junrei no toshi
Verlag: DuMont
Erschienen: Januar 2014
ISBN: 978-3-8321-9748-3
Preis: 22,99€
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Autor

Haruki Murakami, 1949 in Kyoto geboren, lebte über längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung im DuMont Buchverlag.

Inhalt

Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos, denn anders als seine Freunde hat er keine besonderen Eigenheiten oder Vorlieben, ausgenommen vielleicht ein vages Interesse für Bahnhöfe. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt.
Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen.

Erster Satz

Vom Juli sein zweiten Jahres an der Universität bis zum Januar des folgenden Jahres dachte Tsukuru Tazaki an nichts anderes als an den Tod.

Meine Meinung

Dieser erste Satz. Ein Satz und Haruki Murakami hat mich. Es ist kein Geheimnis, dass ich Murakami einfach unglaublich gerne lesen. Zugleich hab ich jedes Mal die Hemmschwelle, ein neues Buch von ihm zu lesen. Klingt verwirrend, oder? Aber ich hab einfach jedes Mal Angst, dass er mich nicht so flasht wie mit den anderen Büchern... daher lag auch dieses Buch eine Weile auf meinem SuB und jetzt habe ich es - ein Glück! - endlich gelesen und frage mich, warum ich so lange gezögert habe, denn Murakami hat mich auch dieses Mal überzeugt. Für mich ist Haruki Murakami ein absoluter Meister des Alltags-Zaubers! Ich kenne keinen Autor, der etwas vollkommen Alltäglichem, wie hier den Verlust einer Freundschaft, so eine Magie einhauchen kann. Wenn ich Murakami lese, passiert etwas Magisches und ich verliere mich vollkommen in seinen Büchern.
Hier geht es eben um Freundschaft, bzw. den Verlust ebendieser, der sich eingräbt und einen das Leben lang nicht loslässt. Wer kennt das nicht, eine Freundschaft, die zerbricht und über die man einfach nicht hinweg kommt? Es ist eben etwas so Alltägliches, doch durch seine Sprache zeichnet Haruki Murakami hier etwas ganz Besonderes. Allein schon die Tatsache, dass Tsukuru farblos ist. Nicht nur sein Name, auch seine Persönlichkeit empfindet er so. Seine farbigen Freunde... ich könnte stundenlang von dieser Idee schwärmen. Dann der wahre Grund für das Ende der Freundschaft - ich kann euch sagen, dass ich ja meine eigene Theorie hatte, aber so was von auf der falschen Fährte war! Auf das, was nun tatsächlich geschehen ist, wäre ich nicht gekommen. Ich verrate euch nicht, was es ist, doch ich sage euch, dass ich grundsätzlich nicht der Fan davon bin, das nicht gerne lese, aber bei Murakami war das in diesem Fall kein Problem.
Doch zurück zur Geschichte: Man erlebt nun eben, wie Tsukuru auf die Suche geht, tatsächlich in gewisser Weise nach sich selbst, aber eben auch nach den Hintergründen. Diese Suche ist immer verwoben mit Geschichten, die teilweise ein mythisches Gefühl erzeugen, fantastisch sind sie allemal. Das fließt alles so ineinander... meisterhaft, einfach nur meisterhaft, kann ich dazu sagen!
Ich weiß gar nicht, was ich noch dazu sagen soll, es ist einfach so schwierig, diese Großartigkeit für euch zusammenzufassen, ohne zu viel zu verraten. Es gibt so viele unglaublich fantastische Details, so viele tolle Dinge, die passieren und Geschichten... es ist zu viel...

Fazit

Wie immer bin ich total fasziniert von Haruki Murakami und dieses Buch hat mich irgendwie besonders berührt, weil ich auch Freundschaften hatte, die unschön geendet habe und die ich tatsächlich vermisse. Dazu noch Murakamis unglaubliche und gewaltige Sprache und diese vielen Details... das Buch ist eine Wundertüte, je öfter ich es lesen werde, umso mehr werde ich entdecken, was mir davor entgangen ist.

Bewertung





Quellen
Cover; Inhalt