Mittwoch, 23. September 2015

[Rezension] Wintergäste - Sybil Volks





Titel: Wintergäste
Autor: Sybil Volks
Verlag: dtv
Erschienen: Oktober 2015
ISBN: 978-3-423-26080-0
Preis: 14,90€

 
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Autor

Sybil Volks lebt als freie Autorin und Lektorin in Berlin. Sie hat zahlreiche Erzählungen und Gedichte in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Ihr historischer Berlin-Krimi ›Café Größenwahn‹ war nominiert für den Glauser-Preis 2008 als bestes Krimidebüt. 2012 ist ihr hochgelobter Familien- und Berlin-Roman ›Torstraße 1‹ erschienen.
 
Inhalt

Die Nachricht von Inge Boysens Tod war ein Fehlalarm. Doch da haben sich Kinder und Kindeskinder bereits in dem kleinen Haus hinter dem Deich versammelt. Kurz vor dem Jahreswechsel schneidet ein Schneesturm Haus Tide und seine Bewohner von der Außenwelt ab. Während draußen die Welt vereist, kochen im Innern alte Feindseligkeiten und neue Sehnsüchte hoch.

Erster Satz

All das schwindelerregende Kommen und Gehen in unserer Familie begann mit einem angekündigten Tod und einem unangekündigten Sturm.

Meine Meinung

Der Klappentext klingt wirklich super, doch irgendwie habe ich mir ein bisschen was anderes vorgestellt gehabt. Es dauerte doch recht lange, bis die Familie sich letztlich wirklich auf der Insel trifft und bis dann der Schneesturm eintrifft, vergeht noch mehr Buch. Dieser extreme Teil, indem viele unterschiedliche Charaktere eingesperrt aufeinander treffen, ist somit verhältnismäßig kurz. Dabei war das genau dieser Teil, auf den ich mich gefreut habe, da er psychologisch gesehen der wohl spannendste ist. Sehr, sehr schade.
Es gibt viele unterschiedliche Charaktere und eigentlich auch viel Konfliktpotential, doch auch da hätte ich mir etwas mehr vorgestellt. Es sind letztlich die drei, vier immer gleichen Konflikte, die aufgewärmt werden. Und die Intensität, die ich mir dabei gewünscht hätte, war auch nicht da. Dadurch wurde das Buch gut, aber eben nicht herausragend und so ausdrucksstark, wie ich es mir beim Klappentext vorgestellt hatte.
Das klingt bisher alles recht negativ, aber im Ernst: Das Buch liest sich dennoch gut, da die einzelnen Charaktere ganz interessant sind. Insbesondere Berit war für mich eine Überraschung, eine positive. Doch da ergibt sich auch das Problem bei so vielen Charakteren: Es bleibt doch weniger Raum für die Entwicklung einer einzelnen Figur. Und bei den Beziehungsstreits bliebt Berit doch etwas auf der Strecke. Das war aber auch vielleicht persönliches Empfinden, weil ich ihre Geschichte spannender als Ehestreitigkeiten fand.
Entzückend war die alte Dame, die das ganze Drama ausgelöst hat: Inge. Eine Frau am Ende ihrer Tage, die das Bedürfnis hat, die Probleme ihrer Lieben doch noch einmal zu lösen und diese auch noch einmal zu sehen. Dabei hat sie auch noch ein Geheimnis, das mich verblüfft hat - ebenfalls im positiven Sinne. Auch hier finde ich es schade, dass es eben doch nicht weiter ausgeführt werden kann.
Ich merke gerade, dass ich immer wieder auf das Gleiche eingehe, dass es nicht genug Raum für einzelne Personen gibt. Dann kommt auch noch Inges Sohn Boy dazu, der weit weg von allem ist und nur langsam mitkriegt, was mit seiner Mutter passiert. Da fand ich das Ende seiner Geschichte auch irgendwie... komisch. Na ja...

Fazit

Der lange Einstieg sorgt dafür, dass zum Schluss raus doch recht wenig Raum für die einzelnen Schicksale bleibt, dabei hat jeder einzelne eine Geschichte, die definitiv mehr Seiten verdient hätten. Dennoch ein gutes Buch über eine Familie voller Probleme, aber auch voller Liebe.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

1 Kommentar:

  1. Solche Geschichten reizen mich irgendwie, aber dann hab ich immer Angst, dass sie langweilig werden.

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