Montag, 21. September 2015

[Rezension] Die Tochter des Malers - Gloria Goldreich





Titel: Die Tochter des Malers
Autor: Gloria Goldreich
Original: The Bridal Chair
Aus dem Amerikanischen von: Kathrin Bielefeldt
Verlag: Aufbau
Erschienen: September 2015
ISBN: 978-3-7466-3182-0
Preis: 12,99€

 
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Autor

Gloria Goldreich ist die von der Kritik hochgelobte Autorin zahlreicher Erzählungen, Kinder- und Jugendbücher sowie mehrerer Romane. Ihr Werk wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie ist die Mutter dreier Kinder und lebt mit ihrem Mann in Tuckahoe, New York.

Inhalt

Paris, 1935: Ida ist die behütete Tochter des Ausnahmekünstlers Marc Chagall und eines seiner Lieblingsmotive. Als sie sich in den Studenten Michel verliebt, steht die innige Beziehung zu ihrem Vater auf dem Spiel. Dann wird Frankreich von den Deutschen besetzt, und ihrer Familie droht tödliche Gefahr, was Chagall jedoch in blinder Hingabe an seine Kunst verleugnet. Schon bald muss Ida sich entscheiden – zwischen ihrem eigenen Lebensweg und der Rettung ihres Vaters.
 
Erster Satz

Ein Grauen erfasst sie, das sie nicht benennen kann, doch sie befindet sich in Gefahr, dessen ist sie gewiss.

Meine Meinung

Nach Madame Picasso, das mich schon ziemlich geflasht hat, war ich neugierig, ob Die Tochter des Malers rund um Ida Chagall mich auch so in den Bann ziehen wird. Kurz gesagt: Ja. Ich finde es einfach faszinierend, diese Romane über diese so bekannten und genialen Künstler und habe mich nach beiden Büchern dabei ertappt, noch mehr über sie wissen zu wollen.
Ida Chagall ist eine verwöhnte kleine Göre, die weiß, was sie will und wie sie es kriegen kann. Und im Laufe des Buches wird sie zu einer erwachsenen Frau, die auch durch den Krieg reifen muss. Sie ist ein interessanter Charakter, ein Charakter, den man nicht unbedingt sofort sympathisch findet, ein Charakter, der viele Ecken und Kanten hat und auch viele unsympathische Seiten. Sie kann arrogant sein in ihrem selbstbewussten Auftreten, liebt ihre Eltern dafür aber heiß und innig. Sie ist faszinierend. Die Ida Chagall, die hier von Gloria Goldreich gezeichnet wird, ist ein spannender, faszinierender, vielschichtiger Charakter. Und das macht einfach nur Spaß.
Ihre Eltern erlebt man aus ihrer Sicht und gerade bei dem großen Marc Chagall schwankt man zwischen Bewunderung und Ratlosigkeit: Ein großer Künstler ist nicht unbedingt ein guter Mensch. Diese menschlichen Untiefen waren, da wiederhole ich mich doch gerne, faszinierend. Auch Idas Mutter und die anderen Menschen, denen sie begegnet, wirklich toll. U.a. fand ich den Bezug zu Varian Fry interessant, zumal ich ja das Buch über ihn als Figur wahnsinnig eindrucksvoll fand. Diese Überschneidungen all der Bücher und Geschichten, die ich in letzter Zeit aus dieser Zeit und Gegend gelesen habe, ergeben ein großes Ganzes. Ich finde das spannend. Daher haben mir eben auch die anderen großen Figuren, denen Ida begegnet gefallen, Picasso, Matisse usw.

Der zweite Weltkrieg ist dieses Jahr wohl eines der größten literarischen Themen. Auch hier rankt sich alles darum. Der Part des Krieges, des Entkommens nach Amerika wird sehr ausführlich beschrieben, danach habe ich das Gefühl, dass alles etwas gehetzt und zusammen gezogen wirkt. Das letzte Drittel beschreibt schon einige Jahre und wirkt daher doch etwas komprimiert. Da hätte Gloria Goldreich doch fast noch Stoff für ein zweites Buch gehabt.



Fazit

Ich war absolut gefesselt von Ida Chagall, einer Frau, die von Autorin Gloria Goldreich so vielschichtig dargestellt wurde, deren vielen Facetten in diesem Buch voll zum Tragen kamen und die mir nicht immer sympathisch in ihren Entscheidungen war.

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

1 Kommentar:

  1. Klingt auf jeden Fall spannend. Mit solchen Büchern habe ich mich noch nicht weiter beschäftigt, aber ich denke, das könnte mir gut gefallen, wenn ich in der richtigen Stimmung bin. :) Werde ich mir merken.

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