Donnerstag, 3. September 2015

[Rezension] Das unvollkommene Leben oder wie das Glück zu Samuel fand - Francesc Miralles





Titel: Das unvollkommene Leben oder wie das Glück zu Samuel fand
Autor: Francesc Miralles
Original: Wabi Sabi
Aus dem Spanischen: Maria Hoffmann-Dartevelle
Band: 2
Verlag: List
Erschienen: August 2015
ISBN: 978-3-471-35115-4
Preis: 14,99€

 
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Autor

Francesc Miralles arbeitete einige Jahre als Indie-Verleger, bevor er zu schreiben begann. 2009 wurde er mit dem renommierten Premio de la Ciudad de Torrevieja ausgezeichnet. Miralles, der auch Musiker ist, lebt in Barcelona.

Inhalt

Den Literaturprofessor Samuel erreicht eine geheimnisvolle Postkarte. Das Bild zeigt eine japanische Glückskatze, die ihm fröhlich zuwinkt, der Text besteht aus bloß einem Wort: Wabi-Sabi. Heißt das, jemand wünscht ihm viel Glück? Das kann er gut gebrauchen. Seine Freundin hat ihn gerade verlassen, die ersten Anzeichen des Älterwerdens setzen ihm zu, und seine Katze kränkelt. Ob Wabi-Sabi ihm weiterhilft? Die uralte Weisheit aus Japan lobt die Unvollkommenheit aller Dinge. Kurzerhand bricht Samuel auf nach Japan, um den Absender der Postkarte zu suchen. Die Größe seines Abenteuers droht den eher schüchternen Samuel immer wieder zu überwältigen. Aber vielleicht kann er das Unerwartete lieben lernen und mehr Gelassenheit aus dem Nicht-ganz-so-Perfekten ziehen?

Erster Satz

Wir kommen aus dem Nichts und ins Nichts kehren wir zurück.

Meine Meinung

Schon das letzte Buch rund um den liebenswerten Germanistik-Professor Samuel hat mich verzaubert. Und auch dieses Mal hat diese kleine, feine Geschichte mich in ihren Bann gezogen. Samuel ist einfach ein wunderbarer Charakter, den ich gerne wie einen alten Freund wieder begrüßt habe.
Das Thema ist natürlich auch sehr interessant, dennoch, obwohl ich Samuel wunderbar finde und Miralles' Schreibstil einfach wunderschön ist (auch einfach nur toll ins Deutsche übertragen!), konnte mich Das unvollkommene Leben nicht ganz so sehr mitnehmen, wie sein Vorgänger. Hauptsächlich lag das tatsächlich am Ende, an der Auflösung des Geheimnisses der Postkarte. Das hat mich nicht zufrieden gestellt und wenn ich ehrlich bin, wirkte es auch lieblos - auch im Vergleich zur vorhergehenden Geschichte. Davor sind bezaubernde Charaktere, die tief sind, da ist die Suche nach dem Wabi-Sabi, was jedoch irgendwo nicht einmal eine Hauptrolle spielt. Doch das Ende hat mir vieles verdorben...
Wobei, das will ich euch nicht vorenthalten, gaaaanz am Schluss gab es eine entzückende Szene, so bezaubernd, dass sie es fast schon wieder wettmachen könnte. Merkt ihr meinen hohen Gebrauch von bezaubernd? Ich mag das Buch und ich finde alles irgendwie bezaubernd, sorry dafür.
Samuel begegnet in Japan wirklich doch eher außergewöhnlichen Charakteren, hinter denen einfach eine Geschichte steckt. Er selbst muss nach der Trennung auch zu sich finden und das geschieht Stück für Stück. Francesc Miralles beschreibt diese Selbstfindung auf so eine wundervoll poetische Art und Weise. Es macht einfach Spaß, das zu lesen.
Die alten Bekannten von Samuel haben ihre Auftritte, doch dieses Mal in kürzerer Form. Immerhin spielt ein Großteil des Buches in Japan und daher kommen sie nicht ganz so häufig vor. Dennoch spielen sie eine entscheidende Rolle. Titus drängt ihn dazu, der geheimnisvollen Karte zu folgen. Gabriela ist ja eigentlich der Auslöser, dass Samuel wirklich in Japan landet. Nur Nishima kommt etwas zu kurz... schade, denn ich mochte dieses Zusammenspiel von Samuel und Nishima davor.

Fazit

Eine poetische Geschichte, die zeigt, wie ein wunderbarer Charakter sich selbst erst wieder finden muss. Samuel geht einem auch hier ans Herz. Schade ist es nur um den Auslöser seiner Reise, die Postkarte, deren Ursprung eher langweilig und nicht überraschend ist.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

1 Kommentar:

  1. Das Cover ist super niedlich. Den Autor kenne ich noch gar nicht.

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