Montag, 3. August 2015

[Rezension] Kaninchenherz - Annette Wieners





Titel: Kaninchenherz
Autor: Annette Wieners
Band: 1
Verlag: Ullstein
Erschienen: Juni 2015
ISBN: 978-3-548-61258-4
Preis: 9,99€
Leseprobe
 
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Autor

Annette Wieners, geboren in Paderborn, hat für ARD, ZDF und WDR als Drehbuchautorin gearbeitet. Sie lebt als Autorin und Journalistin in Köln. Kaninchenherz ist ihr Krimidebüt.

Inhalt

Friedhofsgärtnerin Gesine Cordes ist schockiert, als sie sieht, für wen die Beerdigung am heutigen Tag ist: Ihre eigene Schwester Mareike wird begraben. Seit zehn Jahren haben sich die beiden Schwestern nicht mehr gesehen. Seit Gesines Sohn unter bis heute ungeklärten Umständen ums Leben kam. Beide gaben sich gegenseitig die Schuld an seinem Tod. Gesine hat damals alles verloren. Ihre Arbeit als Kriminalkommissarin, ihre Wohnung, ihre Familie. Warum musste ihre Schwester sterben? War es Mord? Was wissen die Eltern? Als Gesine nachforscht, stößt sie auf eine Mauer des Hasses.

Erster Satz

Der Asphalt war bucklig, durchzogen von Baumwurzeln, und die Trauerkränze auf der Ladenfläche gerieten ins Rutschen.

Meine Meinung

Definitiv bildet Kaninchenherz einen ganz interessanten Auftakt zu dieser neuen Reihe. Doch gleichzeitig ist auch noch Luft nach oben, was die Spannung angeht. Dieses Buch führt einen erst einmal in die Vergangenheit von Protagonistin Gesine ein. In verschiedenen Abschnitten erfährt man ganz langsam, was mit ihrem Sohn geschehen ist und wie es zum Bruch mit ihrer Schwester kam. Diese Stücke fand ich stellenweise etwas zäh. Manchmal hatte ich dabei das Gefühl, dass die Geschichte da überhaupt nicht voran kommt, sondern überwiegend das Gleiche noch einmal erzählt. Ich denke, dass der nächste Band da deutlich spannender sein wird und sein kann.
Man lernt in diesem Band Gesines Umfeld richtig kennen und erlebt dabei gegen Ende doch noch eine kleine Überraschung. Doch hier in diesem Buch sind Gesine, ihre Vergangenheit und ihre verstorbene Schwester der Dreh- und Wendepunkt.
Gesine ist eine gefallene Polizistin, die durch den Tod ihres Sohnes in eine Abwärtsspirale gefallen ist und schließlich als Friedhofsgärtnerin eine Art von Berufung erfährt. Dann trifft sie auf ihre tote Schwester und - bums - sind all ihrer schlechten Erinnerungen, die Fragen und die Wut zurück. Dass sie ihrer Familie gegenüber kalt und zurückhaltend ist, das ist in gewisser Weise verständlich. Doch umgekehrt war ich oft irritiert: Warum hassen ihre Eltern sie so sehr und sind so extrem abweisend? Das wirkte doch sehr überzogen. Das war so ein kleines Problem, denn obwohl sich das Buch eigentlich um Gesine und ihre Umgebung dreht, wirken alle Personen sehr kalt, sehr neutral und nicht nahbar. Ein Nachteil bei dieser Geschichte. Man kann sagen: Die Figuren leben nicht. Sie sind Figuren, aber keine Charaktere.
Eigentlich wäre es der richtige Krimi, wenn man nicht so sehr der Fan von blutrünstigen Krimis und Thrillern ist, dennoch gibt es einfach ein paar Unstimmigkeiten. Insbesondere was den Tod von Gesines Sohn angeht. Der Mord an sich war in Ordnung, hatte eben doch ein paar kleine Wendungen am Ende. Doch dieser Vergangenheitsteil... war teilweise wirklich fragwürdig überzogen. Es gibt einige Punkte, die ich nennen könnte, aber das würde euch spoilern.

Fazit

Ein netter Auftakt, der jedoch noch einige Schwächen hat. Allerdings bleibt ja bei den kommenden Bänden doch noch die Hoffnung, dass die Charaktere menschlicher werden und an Tiefe gewinnen.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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