Freitag, 12. Juni 2015

[Rezension] Kindeswohl - Ian McEwan





Titel: Kindeswohl
Autor: Ian McEwan
Original: The Children Act
Aus dem Englischen von: Werner Schmitz
Verlag: Diogenes
Erschienen: Januar 2015
ISBN: 978-3-257-86253-9
Preis: 21,90€
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Autor

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er für ›Amsterdam‹ den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Sein Roman ›Abbitte‹ wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt. Er ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences.

Inhalt

Familienrecht ist das Spezialgebiet der Richterin Fiona Maye am High Court in London: Scheidungen, Sorgerecht, Fragen des Kindeswohls. In ihrer eigenen Ehe ist sie seit über dreißig Jahren glücklich. Da unterbreitet ihr Mann ihr einen schockierenden Vorschlag. Und zugleich wird ihr ein dringlicher Gerichtsfall vorgelegt, in dem es um den Widerstreit zwischen Religion und Medizin und um Leben und Tod eines 17-jährigen Jungen geht.

Erster Satz

London.

Meine Meinung

Inhaltlich sehr mitreißend: Diese Frage, wie in so einem lebensgefährlichen Fall gehandelt werden muss, ist eine wirklich großartige Frage. Ian McEwan hat sich hier eine großartige Grundsituation ausgedacht, die mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Inhaltlich war das Buch toll.
Doch ich muss sagen, dass da irgendetwas war, dass mich nicht vollkommen gefesselt und mitgerissen hat. Da hat einfach dieser Moment gefehlt, in dem es klick macht und ich so sehr von einem Buch gebannt bin, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich weiß gar nicht genau, woran das lag. Der Schreibstil war definitiv gut lesbar und hat auch nicht gestört. Es gab immer einen guten Lesefluss und ich bin nirgends gestockt.
Die Protagonistin Fiona Maye war ebenfalls gut angelegt. Ihre privaten Probleme waren gut nachvollziehbar. Doch wenn ich darüber nachdenke, habe ich dennoch keinen Draht zu dieser Protagonistin gefunden. Es war nicht störend, aber irgendwie empfand ich so auf empathischer Ebene kein Mitleid oder sonderlich Mitgefühl angesichts dieser Probleme. Vielleicht ist das auch der Punkt, warum das Buch mich trotz der klasse Thematik nicht überzeugen konnte. Als dann noch später die weiteren Szenen mit dem jungen Adam folgen, in denen die beiden interagieren, war ich manchmal doch auch eher... na ja. Nicht unbedingt befremdet, aber doch distanziert. Die eigentlich so eindringliche Thematik konnte mich nicht berühren und da blieb einfach immer diese Distanz zum Geschehen, fast so, als wäre ich eine der Geschworenen und müsste nun mein Urteil über das gesamte Benehmen Fionas fällen. Genau das ist es, was mich an dem Buch irritiert hat: Keine Sekunde lang habe ich mit Adam oder Fiona mitgefiebert. Es sind keine Emotionen hochgekocht, nichts. Ich als Leserin blieb distanziert, das mag durchaus auch Absicht gewesen sein, aber für mich war so dieser Knackpunkt, der nicht überzeugen konnte.

Fazit

Ein unglaublich wichtiges Thema wird hier angesprochen und eigentlich auch gut behandelt. Dennoch nahm mich Kindeswohl emotional nicht mit und deshalb gibt es einen kleinen Abzug.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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