Donnerstag, 30. April 2015

[Rezension] Fernsehen gernsehen - Alexander Emmerich





Titel: Fernsehen gernsehen
Autor: Alexander Emmerich
Verlag: Zauberberg
Erschienen: Februar 2015
ISBN: 978-3-945662-00-7
Preis: 19,90€

 
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Autor

Alexander Emmerich (*1974) ist promovierter Historiker und Autor von Hörbüchern, Drehbüchern und Krimis. Er gehört der Generation an, die unbedingt in den Medien arbeiten wollte und tat dies für das ZDF, RTL und den WDR.
Er arbeitete zunächst intensiv als Sachbuchautor zur deutschen und amerikanischen Geschichte. FERNSEHEN GERNSEHEN ist sein Debütroman. Er erscheint im Februar 2015.
Inhalt

Ben Kaspari ist Jahrgang ’74 und hat eine große Liebe: Das Deutsche Fernsehen. Es begleitet ihn durch seine einsame Kindheit und wilde Jugend in Mannheim, bringt ihn nach Köln und zum ZDF nach Mainz.
Er trauert, hasst und liebt mit den Helden der Achtziger und Neunziger Jahre und erlebt das, was um ihn herum passiert, stets durch das Fernsehen: So wird der Mauerfall zu einer Soap-Opera, als Teenager liegt Ben verliebt zu Bill Cosby vor der Flimmerkiste, bis er als Erwachsener eine Big-Brother-Party überstehen muss, sein ganz privates Dschungelcamp erlebt und schließlich von Jürgen von der Lippe vor die Frage gestellt wird: Geld oder Liebe?

Erster Satz

Ich fand eine Liebe, die mein Leben beherrschte.

Meine Meinung

Das hier ist wahrlich eine Hommage an das Fernsehen der Achtziger und Neunziger Jahre, nur... nur fehlte mir etwas mehr Zielgerichtetheit, etwas mehr Story. So plätschert Bens Leben einfach vor sich hin und das Ganze erinnert mehr an eine Autobiographie als an einen Roman.
Dennoch muss ich sagen, dass mich das Buch fasziniert hast, denn ganz ehrlich, gerade in den Neunzigern kommt mir das vieles bekannt vor und es waren einfach auch Erinnerungen, die man damit auffrischt. Aus diesem Buch spricht wirklich die Liebe, die Protagonist Ben Kaspari zum Fernsehen entwickelt. Das spürt man wirklich an jedem Satz. Ich wüsste ehrlich gesagt gar nicht, wie ich Ben beschreiben soll, denn hauptsächlich erlebt man ihn als Fernseh-Fan und -Liebhaber, der jedoch auch mal von seiner großen (ersten) Liebe enttäuscht wird. Denn es ist doch auch wirklich so, dass Liebe nicht immer nur positiv ist.
Ganz amüsant fand ich die Verbindungen, die zwischen dem 'echten' Leben sowie dem aktuellen Fernsehprogramm ist. Allgemein ist ein sehr feiner Humor in diesem Buch verborgen, ich mochte schon die Beschreibungen ganz am Anfang, als der Fernseher der Großeltern dargestellt wurde. Diese Beschreibungen beherrscht der Autor wirklich gut, das habe ich immer gleich bildlich vor mir gesehen.

Übrigens ist meine Lieblingsstelle diese hier: Es war 1988. Das Jahr begann mit einem Paukenschlag. An Silvester hatte es noch keiner geahnt, doch ab dem 5. Januar sah die Welt anders, denn ALF lief an jemden Tag zum ersten Mal im deutschen Fernsehen.
Das bleibt auf alle Zeit eine meiner liebsten Buchstellen, auch wenn ich - Achtung, Schocker - kein ALF-Fan bin. Doch das Zitat zeigt auch den feinen Schreibstil, der Spaß gemacht hat.

Fazit

Hm, ich würde ja gerne noch mehr sagen, aber alles ist schon geschrieben: Ich-Erzähler Ben, etwas mehr Story mit Zielführung, mutete eher autobiographisch an, feiner Humor und feiner Schreibstil. Es war trotz allem einfach nur eine tolle Hommage an der gute alte Fernsehen.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Kommentare:

  1. Wenn ich meinen Kindern erzähle, wie das in meiner Kindheit war, nur zwei Programme und natürlich nicht rund um die Uhr Fernsehen, dann glauben sie mir das kaum.

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  2. Ich kann von diesem Autor auch noch den Roman "Mauerfall" empfehlen.

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