Montag, 20. April 2015

[Rezension] Die Sache mit dem Dezember - Donal Ryan





Titel: Die Sache mit dem Dezember
Autor: Donal Ryan
Original: The Thing About December
Verlag: Diogenes
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-257-86259-1
Preis: 19,90€
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Autor

Donal Ryan, geboren 1976 in Nenagh, im Süden Irlands, studierte Bauingenieurwesen und Jura in Limerick, wo er bei der Staatlichen Behörde für Arbeitnehmerrechte beschäftigt ist. Für seinen zweiten Roman ›The Spinning Heart‹ (2012) wurde Ryan mit dem Irish Book Award und dem Guardian First Book Award ausgezeichnet. Der Roman stand außerdem auf der Longlist des Man Booker Prize 2013. Donal Ryan lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Castletroy, Limerick.

Inhalt

In einer Kleinstadt in Irland soll die Investition eines riesigen Konzerns alle Bewohner zu Millionären machen. Wenn da nicht Johnsey Cunliffe wäre, der seltsame und stille Johnsey, der kaum je ein Wort sagt. Die Farm seiner kürzlich verstorbenen Eltern ist das Kernstück des geplanten Bauprojekts. Gerade als sich ihm das Glück zuwendet, wird Johnsey von allen Seiten unter Druck gesetzt. Er soll verkaufen. Doch genau das will er nicht.

Erster Satz

Mutter sagt immer, der Januar ist ein schöner Monat.

Meine Meinung

Johnsey und ich wurden einfach nicht so ganz warm. Johnsey ist ein eher naiver Charakter und das merkt man in dem Erzählstil sehr. Ich bin mir nicht sicher, ob nicht das unser gemeinsames Problem war. Grundsätzlich war dieses gewollte Naive gut gelungen, insbesondere auch die Beschreibungen der einzelnen Monate, die Weisheiten von Johnseys Eltern, die er uns als Leser nahebringt, aber dennoch ist da dieser Moment, der fehlt. Dieses Klick, das mich vollkommen umhaut, der Moment, der mich komplett in die Geschichte saugt und mitnimmt.

Das ist für mich das größte Problem an dem Buch: Es ist eine ganz nette Geschichte. Johnsey ist ein ganz netter Charakter. Es hat einen ganz netten Schreibstil. Aber ganz nett reicht nun mal nicht. Ganz nett kann für ein Buch nie reichen.
Johnsey ist, wie bereits erwähnt, ziemlich naiv, eher sogar noch etwas zurückgeblieben. Ich hatte ein Bild vor Augen von Johnsey, das ist definitiv eine gute Sache. Nur war ich nicht wirklich in der Lage, mich einzufühlen und davon lebt dieser Stil, eine Geschichte, die so inszeniert wird. Also funktioniert das Buch in dieser Art für mich als Leserin nicht.
Hinzu kommt, dass ich die Entwicklung zu den weiteren Figuren nicht ganz nachvollziehen kann, insbesondere die zu den beiden, mit denen der Kontakt enger wird. Irgendwie hat das etwas von 'Huch, was ist denn da passiert?' und das u.a. eben auch weil Johnsey einem dieses Gefühl vermittelt. Aber, ich geb es zu, ich mag es, wenn es Hintergründe gibt, wenn dafür Gründe da sind.

Übrigens vielleicht noch mit das größte Ding: Wir leben mit Johnsey durch das Jahr, aber jetzt, beim Schreiben hier, frage ich mich, was das Buch eigentlich bezweckt. Klar zeigt es uns, wie es ihm nach dem Verlust seiner Eltern ergeht, aber ist das wirklich alles? Klar entwickelt Johnsey sich auch weiter, aber letztlich dümpelt das Buch einfach so vor sich hin. 

Fazit

Johnsey und ich, das war definitiv keine Liebe auf den ersten Blick. Auch keine auf den zweiten, dritten oder vierten Blick. Eigentlich auf gar keinen Blick. Irgendwie kommt es mir verschwendet vor, dass ich das Buch gelesen habe, weil ich nichts daraus mitnehme, weil ich mich immer noch frage, was das Buch bezweckt... Aber ich muss dem Buch zugestehen: Stil passt zu Protagonist und ist sinnig aufgebaut, auch wenn es eben nicht meins war.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

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