Donnerstag, 11. Dezember 2014

[Rezension] Bienensterben - Lisa O'Donnell





Titel: Bienensterben
Autor: Lisa O'Donnell
Original: The Death of Bees
Verlag: Dumont
Erschienen: November 2014
ISBN: 9783832162924
Preis: 9,99€
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Autor

Lisa O’Donnell wurde für ihr Drehbuch ›The Wedding Gift‹ mit dem Orange Screenwriting Prize ausgezeichnet.
Für ihren Debütroman ›Bienensterben‹ (DuMont 2013) erhielt sie 2013 den Commonwealth Writers’ Prize. Lisa O’Donnell lebt mit ihren zwei Kindern in Schottland.

Inhalt

Heiligabend in Glasgow: Die fünfzehnjährige Marnie und ihre kleine Schwester Nelly haben gerade ihre toten Eltern im Garten vergraben. Niemand sonst weiß, dass sie da liegen und wie sie dahin gekommen sind. Und die Geschwister werden es niemandem sagen. Irgendwie müssen sie jetzt allein über die Runden kommen, doch allzu viel Geld verdient Marnie als Gelegenheits-Dealerin nicht. So ist es ihnen ganz recht, als ihr alter Nachbar Lennie, stadtbekannter (vermeintlicher) Perversling, sich plötzlich für sie interessiert. Lennie merkt bald, dass die Mädchen seine Hilfe brauchen. Er nimmt sich ihrer an und gibt ihnen so etwas wie ein Zuhause. Als die Leute jedoch beginnen, Fragen zu stellen, zeigen sich erste Risse in Marnies und Nellys Lügengebäude, und es kommen erschütternde Details aus ihrem Familienleben zum Vorschein, was ihre Lage nur noch komplizierter macht.

Erster Satz

Izzy hat mich Marnie genannt, nach ihrer Mutter.

Meine Meinung

Beeindruckend. Definitiv ein Buch, das einen fesselt und bewegt. Ich fand es beeindruckend mit seiner düsteren Seite und diesen Lügen, die sich aufbauen. Einfach nur beeindrucken. Marnie ist die erste Ich-Erzählerin, zwei weitere, darunter ihre Schwester, folgen noch. Und ihre Schwester, Nelly, ist eigentlich mein einziger Wermutstropfen. Eigentlich ein genial angelegter Charakter mit ihrer Sprache und ihren Ansichten, aber dennoch hatte ich beim Lesen ihrer Passagen nicht dieses Mitfühlen und Mitleiden, dass sowohl Marnie als auch der dritte Erzähler, den ich euch nicht vorweg nehmen möchte, ausgelöst haben. Sprachlich gesehen war Nelly sicher die Interessanteste und charakterlich gesehen eigentlich auch, doch ich brauche - gerade bei Ich-Erzählern - einfach dieses Identifikationsgefühl. Da Nelly eben ein sehr verquerer und eigenwilliger Charakter ist, konnte ich persönlich dieses Gefühl eben nicht finden. Aber im Ernst, das ist Meckern auf sehr hohem Niveau und wirklich das Einzige, was mich gestört hat.

Die Sprache an sich, nicht nur Nellys Wortwahl, gefällt mir richtig gut. Es ist teilweise echt derb, aber es passt einfach zu der Geschicht und hat etwas Ehrliches, etwas Wahrhaftiges. Auf alle Fälle verstärkt die Sprache der Ich-Erzähler die Eindringlichkeit und die Düsterkeit und auch das Verlorene der Geschichte. Genau so empfinde ich es speziell bei Marnie: Da ist so eine Verlorenheit, ein Alleingelassensein, ein Verzweifeln und das bringt die Autorin richtig eindringlich an mich als Leserin rüber!

Inhaltlich bleibe ich dabei, diese Geschichte ist einfach beeindruckend. Sie lebt mit wenig Charakteren, dafür sind sie umso intensiver. Diese gesamte Geschichte ist einfach intensiv, da fällt es mir doch schwer euch das zu beschreiben, was ich beim Lesen von Bienensterben erlebt habe. Ich habe einfach so mitgefühlt und wurde so in den Bann dieser dunklen, dramatischen, aber teils fast zu realistischen Geschichte gezogen, das lässt sich einfach nicht in Worte fassen. Lisa O'Donnell hat hier ein richtiges Lesehighlight verfasst.

Fazit

Was für ein Buch! Auch wenn ich wegen dem Charakter Nelly etwas abziehen werde, war das Buch einfach unglaublich. Mir wurde teilweise schlecht, weil ich so mit Marnie und ihrer Schwester mitgelitten habe und mich dieses Schicksal so bewegt habe. Unglaublich und unglaublich bewegend!

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Kommentare:

  1. Huhu,
    das Buch hört sich gut an. ;)
    Liebe Grüße
    Mandy

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    1. Es ist auch gut. Es wirkt immer noch bei mir nach, so viel Eindruck hat schon lange kein Buch mehr hinterlassen, wirklich! Einfach nur toll :3

      Alles Liebe, Chimiko

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  2. Huhu Chimiko,

    ich muss zugeben, dass ich das Buch etwas aus den Augen verloren habe. Aber nach deiner gut geschriebenen Rezi und dieser ansteckenden Begeisterung, wandert es direkt auf meine Weihnachtswunschliste. Ich bin wirklich sehr gespannt was mich da erwartet.

    LG
    Anja

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    1. Liebe Anja,

      dann solltest du dir es unbedingt wieder ins Gedächtnis rufen und ich hoffe, es bleibt nicht nur auf der Wunschliste, denn dieses Buch ist einfach nur toll! Unglaublich beeindruckend und einfach nur intensiv.

      Alles Liebe, Chimiko

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