Freitag, 29. November 2013

[Kommentar] Im Kirschblütenweg - Rupert Mattgey

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Erster Satz

Wir werden zu spät kommen, ich spüre es.














Meine Meinung

Der vollständige Titel lautet ja Im Kirschblütenweg - Die Hölle ist gleich nebenan. Und das sagt schon vieles über den Inhalt dieses wirklich kurzen, aber dafür umso eindringlicher wirkenden Buches aus. Und wenn man da noch diesen Teil der Kurzbeschreibung liest, graust es zumindest mir umso mehr: 

10 Jahre Terror. 33 Notrufe. Nur ein Ausweg.

Nach einer wahren Begebenheit.

Beim Lesen des Buches liefen mir die Schauer über den Rücken und trotz oder gerade wegen dieser unverblümten und direkten Art, in der der Autor das grauenvolle Leben der Familie darstellt, konnte ich es nicht aus der Hand legen. Es war wie ein Zwang, dieses Buch zu Ende zu lesen. 

Und es ist doch immer noch so: Das Leben schreibt immer die grausamsten Geschichten. Eine Mutter, eine behinderte Tochter, ein Sohn mit Legasthenie und Kinder, die ihre eigene nicht minder tragische Familiengeschichte an der kleinen Familie auslassen. Die Art, wie der Autor diese hasserfüllten und eigentlich sinnlosen Taten beschreibt ist wirklich eindringlich. Auch dass er Schriftstücke der Frau, die dies alles wirklich erleben musste, mit einbaut, verstärkt diesen Effekt noch einmal. Doch nicht nur ihre Sicht wird aufgezeigt, das Ganze wird noch emotionaler, weil die Sicht regelmäßig wechselt. Ob nun Sophia, Timmy oder einer der Täter erzählt... Rupert Mattgey schafft es immer, dies perfekt darzustellen und die Gedankenwelt dem Leser nahezubringen. Manchmal war ich wirklich schockiert, dass dies eine wahre Begebenheit ist, manchmal war ich schockiert zu lesen, wie die jugendlichen Täter denken und fühlen - und nicht nur einmal auch angewidert. 
Doch nicht nur die Täter haben mich geschockt, insbesondere die Handlungen des Sozialamts waren wirklich widerwärtig. Anders kann ich es nicht ausdrücken: Rupert Mattgey hat mit der Sozialarbeiterin wirklich eine unglaublich unsympathische Figur geschaffen, die zugleich aber auch ausdrückt, wie man in Schubladen gesteckt wird und wie Hilfe wirklich ankommt. 

Es gibt immer wieder kursiv gedruckte Abschnitte, die einen Hinweis darauf geben, was mit der Familie geschieht, was dieses Mobbing, dieser Terror ihnen antun wird. Man weiß - auch schon durch die Kurzbeschreibung - einfach, worauf es hinaufläuft und doch hofft man irgendwie, dass es vielleicht doch ein besseres Ende nimmt, als man glaubt. Doch die Wirklichkeit ist nicht gnädig.

Fazit

Dieses kleine Werk ist eindringlich, beängstigend, bewegend, beklemmend und vieles mehr. Es hinterlässt zumindest mich sehr nachdenklich und auch ein bisschen geschockt, denn ich neige, wie so viele andere wohl auch, dazu, solche Gräueltaten zu verdrängen. Es ist absolut empfehlenswert zu lesen.

Donnerstag, 28. November 2013

[Kommentar] Lichtinseln - Tarek Siddiqui

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Erster Satz

Endlich wurde er wieder wach, wagte den Blick gen Himmel, und während die Augen noch beschäftigt waren, sich auf die sonnenbeschienene und trotzdem wenig greifbare Szenerie einzustellen, hinkte das Bewusstsein hinterher.





Meine Meinung

Auch nach Beenden des Buch weiß ich leider immer noch nicht genau, wo das Ziel ist. Oder gilt hier der Satz 'Der Weg ist das Ziel'? Ich weiß es nicht. Genau wie Protagonist Maurits bin ich ziemlich planlos und nach dem Sinn fragend durch das Buch gestolpert, es hat mich persönlich einfach nicht erreichen können. Ich behaupte mal, ich lese zwischendurch auch gerne etwas anspruchsvollere Bücher, auch solche mit philosophischem Kern, doch dieses hier konnte mich absolut nicht fesseln, im Gegenteil: Ich kam nur sehr langsam, fast schon schleppend voran, aber ich habe immer weiter gelesen, in der Hoffnung, es kann mich doch noch packen. Aber scheinbar sind Buch und Leserin, also ich, in diesem Fall nicht auf einer Wellenlänge.

Ich kann mir vorstellen, dass andere wirklich Gefallen darin empfinden, denn das Buch hat an sich eine recht schöne Sprache und auch interessante philosophische Gedankengänge. Mir persönlich haben auch die Umgebungsbeschreibungen gut gefallen, die Lofoten sind sehr schön dargestellt worden, auch die Lichtverhältnisse des Winters hat der Autor gut eingefangen.

Die Charaktere an sich sind wirklich Persönlichkeiten, doch für mich kamen sie in dem Buch trotz allem nicht zur Geltung. Ich hatte einfach das Gefühl, dass das Potential noch nicht ausgeschöpft wurde.

Hier kann ich es wirklich nicht genau begründen, warum sich das Buch für mich so hinzog und warum es mich fast schon gelangweilt hat, doch hier ist es einfach so. Vielleicht liegt es tatsächlich an dieser Ziellosigkeit, die ich dabei empfand, vielleicht auch an der Sprache, die zwar - wie bereits erwähnt - an sich recht schön ist, aber manchmal auch recht gestellt und konstruiert wirkt. Ich konnte mich nicht 'fallen lassen' und die Sprache genießen, weil ich einfach nicht das Gefühl hat, dass sie fließend und natürlich ist. Obwohl es doch schöne Konstruktionen sind.

Fazit

Dieses Buch lag mir überhaupt nicht. Zwar habe ich die durchaus guten Ansätze gesehen, konnte mich persönlich aber nicht einfinden, es berührte mich nicht. Schade...

Montag, 25. November 2013

[E-Rezension] Der Rebell. Schattengrenzen II - Tanja Meurer

Titel: Der Rebell. Schattengrenzen II
Autor: Tanja Meurer
Band: 2/3
Verlag: Bookshouse
Erschienen am: 
ASIN: B00EQ8Y2OM
Preis E-Book: 5,99€
Leseprobe
-> Leseprobe für den Kindle







Autor

Tanja Meurer wurde 1973 in Wiesbaden geboren. Sie ist gelernte Bauzeichnerin aus dem Hochbau, arbeitet allerdings seit 2001 nur noch in bauverwandten Berufen und ist seit 2004 bei einem französischen Großkonzern als Dokumentations-/Projektassistenz beschäft. In den für die Baukonjunktur besonders schlechten Jahren nahm sie Stellen als Kurier- und Behindertenbusfahrerin an Nebenberuflich arbeitet sie seit 1997 bis heute als Autorin und freie Illustratiorin für verschiedene Magazine, Internetseiten und Verlage.

Inhalt

Der 16-jährige Oliver und seine jüngeren Brüder Christian und Michael überleben die schlimmste Nacht ihres Lebens. Ihr Vater ermordet Mutter und weitere Geschwister. Das Motiv scheint auf der Hand zu liegen: Untreue.
Doch Oliver und seine Brüder wollen nicht daran glauben, insbesondere als auf Christian ein Anschlag verübt wird.
Fassungslos über die Tat und die Inaktivität der Polizei suchen sie auf eigenen Faust nach der Wahrheit und stoßen auf einen unheimlichen Gegner. Lediglich der unerfahrene Kommissar Daniel Kuhn steht ihnen bei.
Zur selben Zeit werden mehrere Tote im Haus des einzigen noch lebenden Verwandten entdeckt. Die Leichen liegen bereits seit 70 Jahren dort. Die Fälle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, aber Olivers Neugier ist unstillbar. Er glaubt nicht an Zufälle und findet die Gemeinsamkeiten in beiden Fällen.
Doch ihre Gegner scheinen nicht unter den Lebenden zu weilen.

Erster Satz

Ihr hysterisches Lachen endete in ersticktem Röcheln.
S.7

Meine Meinung

Ich bin mir sicher, dass diese Fortsetzung eine ziemlich gespaltene Leserschaft hinterlässt, dass es sicherlich einige gibt, die das Buch verdammen und finden, dass es keinesfalls mit dem ersten Band Glasseelen mithalten kann. Das würde ich zumindest nicht so sehen, denn Der Rebell ist auch nicht mit seinem Vorgänger zu vergleichen. Während ich den ersten Band als sehr rasant empfand, bei dem die Jagd nach dem Sandmann im Vordergrund stand, dominiert hier nun die Ermittlungsarbeit, die Suche nach den Hintergründen der Morde und der anderen Geschehnisse. Hinzu kommt, dass natürlich das (wundervolle) Ancienne Cologne fehlt, aber eben auch der große literarische Bezug auf E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann. Kein guter Vergleichswert, oder?
Zwar gibt es sicher einen Gesamtzusammenhang, die beiden Bücher unterscheiden sich dennoch sehr voneinander. Jedes gefällt mir auf seine Art und Weise gut. In Der Rebell mag ich die Ermittlungsarbeit, die Suche nach den richtigen Antworten, doch auch das Konzept der Wächter ist ziemlich faszinierend. Der Gedanke, dass Leute mit einer Nahtoderfahrung einen Teil ihrer selbst hinter den Spiegeln lassen, beängstigt und fasziniert zugleich. Auch wenn es zwar nicht so stark ausgeprägt ist, wie bei Glasseelen, findet man auch hier einen mythischen Ansatz, den ich jetzt natürlich nicht verraten werde. Nur so viel: Es fügt sich wieder perfekt in den Gesamtzusammenhang des Buch ein und ist - soweit das möglich ist - eine logische Lösung.

Es tauchen einige Charaktere auf, die der Leser schon beim Vorgänger kennen gelernt hat, die Protagonisten sind nun jedoch andere. Positiv ist hier insbesondere die Beziehung, die sich zwischen Oliver und Daniel entwickelt - sehr langsam, nicht überstürzt, wirkt alles in allem sehr natürlich und nicht aufgezwungen. Allgemein gelingt es der Autorin, die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr schön in Worte zu fassen: Hier denke ich auch insbesondere an die Bruderliebe zwischen den Zwillingen und Oliver, die auch aufgrund des tragischen Mordes etwas Besonderes ist.
Der einzige Charakter, dessen Entwicklung mir nicht ganz so gut gefallen hat, ist Matthias Habicht. Seine Motive liegen immer im Unklaren und oft verstand ich auch sein Handeln (oder auch seine Emotionen) in Bezug auf die Geschichte nicht. Es gab doch einige Szenen, die für mich persönlich nicht zu dem Charakter gepasst hätte.
Aber das Beste ist und bleibt Opa. Hasendame Opa. Ich liebe sie und ihre Interaktionen mit Oliver (und manche ihrer Aktionen haben mich wirklich an unseren eigenen Hasen erinnert, einfach toll!).

Bei Glasseelen hatte ich ja unter anderem bemängelt, dass die Anime-/Manga-Szene zwanghaft eingebaut wurde. Anfangs dachte ich bei Der Rebell, dass es hier doch besser integriert wurde, doch gegen Ende des Buches gibt es wieder eine Szene, die einfach unnötig und aufgesetzt wirkt. Sehr schade, denn wenn es einfach zum Alltag dazu gehören würde und es 'natürlich' wäre, hätte es mir einfach besser gefallen.

Fazit

Dieses Buch unterscheidet sich in vielen Dingen von seinem Vorgänger, gefällt mir auf seine eigene Art und Weise fast genauso gut. Natürlich kann es nicht an die Integration der Geschichte Der Sandmann oder vom Setting her an Ancienne Cologne heranreichen, doch die unermüdliche Suche nach der Wahrheit und vor allen Dingen die bezaubernde Liebesgeschichte zwischen Oliver und Daniel machen das Buch auf seine eigene Art und Weise zu einem sehr lesenswerten Buch.

Aber noch eins: Liebe Tanja... wie kannst du mich auf so einem Cliffhanger sitzen lassen? Ich hoffe, dass alles klappt und ich den dritten Band bald lesen kann :)

Bewertung



Quellen
CoverAutorenvitaInhalt

Samstag, 23. November 2013

[BaBü] Bienen-Stich - Brigitte Glaser

Titel: Bienen-Stich
Autor: Brigitte Glaser
Verlag: Emons
Erschienen: Oktober 2009
ISBN: 978-3897056817
Preis: 10,90€
Leseprobe







Autor

Brigitte Glaser, geboren 1955 in Offenburg, wuchs im Badischen auf. Sie studierte in Freiburg Pädagogik und wechselte nach Köln, wo sie heute als freie Schriftstellerin lebt. Seit 2001 erscheint ihre Krimiserie 'Tatort Veedel' im Kölner Stadt-Anzeiger.
Sie ist auch Urheberin der Projekts 'Achern im Visier', welches ich euch HIER bereits vorgestellt hatte.

Inhalt

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Patentante Rosa erbt Katharina deren Haus und Hof. Bald mehren sich ihre Zweifel an dem angeblich natürlichen Tod der alten Frau. Wer ist in ihr Haus eingebrochen? Warum hat Rosa sich geweigert, ihre Felder als Bauland zu verkaufen? Wohin sind ihre Bienenstämme verschwunden? Oder hat Rosas Tod etwas mit ihrer Rolle in der Mais-Guerilla zu tun, die gegen den Einsatz von tödlichen Insektiziden kämpft? Um die Rätsel zu lösen, muss Katharina tief in Rosas Geschichte eintauchen und damit auch in ihrer eigene Vergangenheit.

BaBü

Okay... dieses Buch motiviert mich wieder so richtig, mehr BaBü-Bücher zu lesen. Warum? Na ja... das liegt sicherlich zu einem großen Teil am Schauplatz dieses Buch: Fautenbach und Achern. Natürlich reist Katharina auch noch nach Freiburg, Kehl oder ins elsässische Scherwiller, aber Fautenbach ist nun mal der Hauptschauplatz. Ein kleiner Ort am Rande des Schwarzwalds, an dessen Ortseingang ihr das hier findet: eine riesige Holzzwiebel. Warum? Wegen dem jährlichen Ziwwlfescht. Allgemein liegt Fautenbach in einer sehr ertragreichen Gegend, aber die meisten Menschen kennen wohl die berühmten Bühler Zwetschgen:


Blau schimmerten die berühmtesten Früchte der Gegend zwischen den Blättern, und die faulen unter dem Baum zeigten an, dass es höchste Zeit war, sie zu ernten. [...] Schnell waren die reifsten gepflückt, und ich dachte an Zwetschgenkuchen mit Kartoffelsuppe, ein Gericht, das Rosa immer aus den ersten reifen Früchten zubereitet hatte.
S.26

Okay... so kennt ihr Zwetschgen vermutlich nicht, oder? ;) Ist aber sehr lecker, auch wenn es seltsam klingt. Aber in der Gegend gibt es noch viel mehr leckere Sachen:

Hast doch alles, das Mittelbadische ist doch ein Garten Eden: Wild und Pilze aus dem Achertal, Obst aus Fautenbach, Gemüse aus Önsbach, Wein aus Waldulm, Rahmkäse aus Kappelrodeck, Zwetschgen aus Bühl, Walnüsse aus Sasbachwalden, Speck aus Seebach.
S.93

Allein das Kulinarische reicht jedoch nicht aus, um Baden zu zeigen, auch der unverwechselbare Dialekt gehört dazu. Ich habe euch jedoch nicht jemanden aus Fautenbach ausgesucht, sondern eine Elsässer Dame aus Fautenbachs Partnerdorf Scherwiller rausgesucht. Allemannisch kombiniert mit französischen Brocken:

"Salut, Catherine", trois grandes bises zur Begrüßung, "long isch's her, dass du hier g'wäse bischd! Oh lá lá, quelle belle dame!"
S.137

Ja, so kann es bei uns klingen. All das macht jedoch auch Baden und gerade unsere Gegend hier aus. Bienen-Stich präsentiert die Gegend rund um Achern sehr gut und wenn ihr euch mal dorthin lesen wollt, kann ich es nur empfehlen.

Übrigens: Für mich persönlich gab es tatsächlich eine sehr amüsante Stelle, als der Jörger-Metzger auftaucht, denn eine Metzgerei dieses Namens existierte früher tatsächlich und meine Großtante, die dort lange Zeit gearbeitet hat, hat heute noch Kontakt mit Frau Jörger. Solche Momente sind in einem Regio-Krimi oder allgemein einem regionalen Buch natürlich immer sehr toll zu lesen.

Meine Meinung

Statt eines Kommissar ermittelt hier Köchin Katharina, die aufgrund des Todes ihrer Großtante zurück in die alte Heimat kommt. Dadurch hat man auch in Form von Telefonaten etliche Einblicke in ihr nicht ganz glatt laufendes Liebesleben. Doch damit gibt es sich nicht, Familienprobleme, die Ermittlungen und Einblicke in die Maisguerilla sowie das Wiedersehen von alten Bekannten kommen auch noch dazu.

Es ist ein recht unscheinbarer Mord, der nur wenige misstrauisch macht, Katharina und einen alten Freund ihrer Großtante. Dahinter jedoch stecken unterschiedliche kritische Themen: Liebe im hohen Alter, das (auch tatsächlich so stattfindende) Bienensterben und die Sache mit dem Mais. Immer mehr Bauern verlegen sich auf den Anbau von Mais, weil er einfach und sehr pflegeleicht ist. Dies ist ein sehr großes Thema im Buch und wird leider oft auch etwas zu trocken gestaltet. Es gibt sehr lange Passagen, in denen diese Agrarpolitik in Bezug auf Mais und letzten Endes auch auf Genmanipulation dargestellt wird. An sich ein sehr interessanter Ansatz, wenn er nicht zu sehr hingezogen wurde.
Der Mord an sich löst sich dann doch ziemlich überraschend auf und das hat mir wirklich gefallen. Zwar hatte ich auch einige Verdächtige, doch Brigitte Glaser konnte hier am Ende dann doch überraschen. Und auch zwischendurch tauchen einige interessante Indizien und ähnliches auf (eine davon... uh!).

Da ich die vorhergehenden Bände nicht kenne, hatte ich anfangs auch leichte Zweifel, wie sich das Buch wohl liest. Diese haben sich sehr schnell aufgelöst. Es gibt zwar immer wieder Anspielungen auf das Geschehen aus den Vorgängern, doch die wichtigsten Informationen über Katharina und ihr Leben erfährt man auch so. Zwar werde ich irgendwann auch mal die anderen Bücher lesen, doch ich kann sagen, dass es auch ohne geht.
Kulinarische Krimis sind mir die liebsten Krimis: Sie regen den Appetit an (in meinem Fall hatte ich danach Gelüste nach Linzertorte und Quittengelee...) und dabei wird ein interessanter verwickelter Fall aufgelöst, was gibt es Besseres?

Gerade Katharina ist ein vielschichtiger Charakter, der zwischendurch auch Dinge getan hat, die ich persönlich nicht gut heiße, doch das hat sie eindeutig noch interessanter gemacht. Auch ihr guter alter Freund FK ist ein Charakter, von dem ich gerne mehr lesen würde. Er wäre sicher auch ein guter Protagonist eines eigenen Buches, man merkt, wie viel Geschichte in diesem Charakter steckt. Allgemein fand ich alle Figuren sehr durchdacht.

Fazit

Bienen-Stich beschreibt nicht nur Baden, bzw. in dem Fall Fautenbach und Umgebung, wirklich hervorragend (und man hat das echte Baden-Gefühl), auch der Krimi an sich steht nicht zurück. Wenn man von einigen Längen beim Thema Maisanbau absieht, ein wirklich rundes und spannendes Buch!

Bewertung


Quellen
CoverAutorenvitaInhalt
Das Zitate sind dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

Freitag, 22. November 2013

[E-Rezension] Glasseelen. Schattengrenzen I - Tanja Meurer

Titel: Glasseelen. Schattengrenzen I
Autor: Tanja Meurer
Band: 1/aktuell 2
Verlag: bookshouse
Erschienen am: 01.01.2013
ASIN: B00BE515EA
Preis E-Book: 5,99€
Leseprobe








Autor

Tanja Meurer wurde 1973 in Wiesbaden geboren. Sie ist gelernte Bauzeichnerin aus dem Hochbau, arbeitet allerdings seit 2001 nur noch in bauverwandten Berufen und ist seit 2004 bei einem französischen Großkonzern als Dokumentations-/Projektassistenz beschäft. In den für die Baukonjunktur besonders schlechten Jahren nahm sie Stellen als Kurier- und Behindertenbusfahrerin an Nebenberuflich arbeitet sie seit 1997 bis heute als Autorin und freie Illustratiorin für verschiedene Magazine, Internetseiten und Verlage.

Inhalt

Für die 19-jährige Camilla und ihre Freundin Theresa endet ein Museumsausflug mit einem Schock: Ein Mann stürzt sich vor ihren Füßen zu Tode. Seine Augen lösen sich in Staub auf, aus seiner Hand rollen blutige Augäpfel. Steht der Suizid in Zusammenhang mit einem wahnsinnigen Mörder, der sein Unwesen in Berlin treibt? Bereits mehrere junge Frauen sind ihm zum Opfer gefallen. Die verstümmelten Leichen verbindet ein grausiges Merkmal: herausgeschnittene Augen.

Obwohl sich Camilla und Theresa unter der Betreuung einer Psychotherapeutin und der Polizei in Sicherheit wähnen, nimmt der Serienkiller sie ins Visier. Von Panik getrieben gerät Camilla in die Unterwelt der Hauptstadt und stößt auf rätselhafte Menschen. Können der greise Amadeo oder der attraktive Chris sie vor ihrem fanatischen Verfolger retten? Mit dem Namen 'Sandmann' gibt Chris ihr einen entscheidenden Hinweis, doch der Killer ist nicht leicht zu überlisten. Um seinen Attacken zu entkommen, muss sich Camilla nicht nur ihrem Peiniger stellen. Sie entdeckt eine übersinnliche Fähigkeit, die vielleicht besser im Verborgenen geblieben wäre.

Erster Satz

Als sein Schädel auf dem Boden aufschlug und ein Rinnsal hellen Blutes um die Spitze ihres Turnschuhs lief, hörte die Welt für einen Moment auf zu atmen.
S.9

Meine Meinung

Wo soll ich beginnen? Vielleicht mit dem wirklich rasanten und atemlosen Auftakt, der Verfolgungsjagd in die Tiefen Berlins hin zum wunderbaren Ancienne Cologne. Die Autorin hat es recht schnell geschafft, mich mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen. Ausdrucksstark baut sie mit nur wenigen Seiten Spannung auf und fesselt einen. Doch insbesondere die Atmosphäre Ancienne Colognes hat mich dann vom Setting der Geschichte vollkommen überzeugt. Tanja Meurer hat eine wirklich fabelhafte Unterwelt entwickelt, die auch noch logisch und funktionstüchtig ist. Da ich die Idee von Unterwelten dieser Art recht faszinierend finde, hat mir das Setting sehr gut gefallen.

Aber was mir auch wirklich sehr zugesagt hat, ist die Geschichte 'Der Sandmann' von E.T.A. Hoffmann, welche in Glasseelen integriert wurde. Tanja Meurer hat das Original wirklich sehr eng mit ihrer Geschichte rund um Camilla eingewoben, ohne diese zu... 'verschandeln'. Dabei hat sie diese stattdessen noch weiter entwickelt und daraus ein faszinierendes Mystery-Abenteuer in unserer Zeit geschaffen.

Die Charaktere wirkten alle sehr authentisch, insbesondere Camilla mit ihrer harten Schale und dem doch weichen Kern. Auch die Tatsache, dass ihre Trauer um die ermordete Freundin sehr kurz kam, passt eigentlich zu ihr.
Insbesondere hat es mir hier jedoch Chris angetan: Er ist für mich eine Art Teddybär, anders kann ich es nicht sagen. Ich habe sofort Sympathie für ihn empfunden und das bleibt durchweg so. Ein wundervoller Charakter, wirklich.
Doch auch die restlichen Charaktere, angefangen mit Amadeo bis hin zum Sandmann, sind sehr vielfältig gestaltet worden.

Der Schreibstil ist sehr detailreich, wer also gerne Raum für die eigene Fantasie und Vorstellung hat, wird den Stil also vielleicht nicht unbedingt wertschätzen.
Ich persönlich habe einige Sätze und Wendungen als nicht ganz flüssig empfunden. Manchmal bin ich einfach etwas hängen geblieben, was den Lesefluss jedoch nur minimal gestört hat. Anders ging es mir bei den Szenen, die sich mit dem Fandom Anime/Manga beschäftigt hat. Ich selbst bin zwar Fan davon, doch das ändert nichts daran, dass es hier (zumindest der spätere Teil im Zusammenhang mit dem Kommissar) keine Rolle für die Entwicklung des Inhalts gespielt hat. Dies war jedoch das einzig größere Manko für mich.

Fazit

Ein wirklich toller Auftakt der Reihe und das Ende macht richtig Lust darauf, den zweiten Band zu lesen. Tanja Meurer entführt den Leser eine fantastische Unterwelt Berlins und lässt den Sandmann zur Wirklichkeit werden. Ein toller Mystery-Thriller.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 20. November 2013

[Rezension] Suna - Pia Ziefle

Titel: Suna
Autor: Pia Ziefle
Verlag: List
HC rschienen am: 29.02.2012
ISBN: 978-3548611655
Preis TB: 9,99€
Leseprobe









Autor

Pia Ziefle, geboren 1974, ist freie Autorin und Bloggerin. Beiträge von ihr erschienen u.a. im Tagesspiegel, der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Tübingen. Suna ist ihr erster Roman.

Inhalt

Sie schläft nicht. Nicht im Arm, nicht im Kinderwagen, nicht in der Wiege. 'Sie kann hier keine Wurzeln schlagen', sagt der Arzt. 'Finden Sie Ihre.' Also trägt die junge Mutter Luisa Nacht für Nacht ihr waches Kind durchs schlafstille Haus und erzählt: von ihrer serbischen Mutter, ihrem türkischen Vater und ihren deutschen Adoptiveltern. Von Liebe, die gefunden wurde und wieder verlorenging. Von der Zeit, als sie erfuhr, dass ihre Eltern nicht ihre leiblichen Eltern sind. Und davon, weshalb sie Suna genannt wird und ihre türkische Familie es für ein Wunder hält, dass es sie gibt. All das erzählt Luisa ihrem Kind und findet im Erzählen eine Heimat für sie beide. Suna ist die Geschichte einer jungen Frau, die lernt, dass zu ihrem Leben Menschen gehören, denen sie nie begegnet ist.

Erster Satz

Niemals schläfst du.
S.11

Meine Meinung

Auch wenn ich die ersten Seiten leichte Probleme hatte, in den Schreibstil hineinzukommen, vergaß ich das alles nach einer Weile und versank vollkommen in die Geschichte Luisas, bzw. in die Geschichte ihrer Herkunft.

Pia Ziefle erzählt hier eine leise Geschichte, präsentiert Luisas Lebensgeschichte und auch die ihrer Vorfahren sehr einfühlsam und ohne große Schnörkel. Wenn sich die Sprache mir gegenüber anfangs zwar ein bisschen gesperrt hat, fand ich sie, je mehr ich davon las, umso poetischer und passender.
Bereits der erste Satz hat sich eingeprägt. Und ich liebe es wirklich, wenn Bücher mit so prägnanten Sätzen beginnen. Drei Worte, sehr kurz, aber ein wundervoller Einstieg.

Das Buch behandelt nicht nur Luisas Identitätssuche, sondern eben dadurch liefert es auch einen Querschnitt der Kulturen, aber auch verschiedenen Zeiten. Dies in Kombination mit den feinfühlig gezeichneten Figuren, mit ihren detaillierten Wesenszügen, ergibt ein Buch, das schlicht und einfach gelungen ist.
Ich habe auch die unterschiedlichen Geschichten, die vielen Strängen und die verbundenen Lebensfäden der unterschiedlichen Vorfahren Luisas wirklich gerne gelesen. Wobei ich zumindest bei Julka und Tanja nicht ganz zufrieden war. Es ist natürlich Luisas Geschichte, aber mich hätte dennoch interessiert, was mit dem dritten Kind passiert ist und wie Julka und Tanja wieder zueinander fanden. Nachdem alles so detailliert erzählt wurde, fand ich es schade, dass das gar nicht mehr thematisiert wurde.

Das Thema an sich ist sicher eines, was viele Menschen anspricht: Identitätssuche ist sicherlich oft ein wunder Punkt. Pia Ziefle hat dies sehr feinfühlig bearbeitet, ohne Anklagen. Es ist einfach die Geschichte einer Familie, die hier erzählt wird. Und gerade das gefiel mir sehr gut. Aber auch ansonsten konnte sie mich in jeder Hinsicht berühren, ich musste lächeln, ich musste gegen Ende weinen, ich habe einfach mitgefühlt.

Fazit

Suna ist ein wirklich wundervoller Roman über Familie, Identität und vieles mehr. Bewegend, emotional, berührend, schlicht und schön.

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 19. November 2013

[Gewinnspiel] 1. Bloggeburtstag ♥

Yay, ein ganzes Jahr blogge ich jetzt schon... Moment, wie? Aber da sind doch Posts von vorher und... und... und... hä? Wer sich jetzt darüber wundert, hat natürlich recht ;)
Allerdings ist der heutige Tag für mich mein persönlicher Bloggeburtstag, denn vor genau einem Jahr habe ich mich entschiedene, Rezensionen zu posten und dann wurde dieser Blog zu einem Bücherblog... mit einer Prise Cosplay. Also genauso wie ich es eben auch bin.


Es stimmt, dass der Blog auch vorher schon ein bewegtes Leben hatte - oder auch nicht. Angefangen hat alles mit einem Blog zu zweit (und das schon 2009), der unseren Cosplay-Progress darstellen sollte. Geführt habe ich ihn dann allein und somit wurde es dann am 11.03.2012 zu meinem alleinigen Blog. Allerdings... wusste ich nicht so recht, was ich machen sollte. Es kamen immer wieder vereinzelte Einträge, zehn Stück, um genau zu sein, bis eben dieser Eintrag hier endlich eine Richtung in mein Blogleben brachte. Kaum zu glauben, aber diese wenigen Worte waren der Ausschlag für... na ja, das hier eben, Chimikos kleine Welt.

Meine erste Rezension war auch eher sehr eigen und heute mag ich sie nicht einmal lesen. Aber für meinen Bloggeburtstag packe ich sie dann doch noch einmal für euch aus: Kate Quinn - Die Hure des Kaisers
Ein Glück sehen meine Rezensionen heute besser aus, auch wenn sie immer noch etwas wirr sind, manchmal jedenfalls. Ab dem 14.12. ging es dann immer mehr los, ab da kamen deutlich mehr Rezensionen und irgendwann entwickelte ich schließlich mein eigenes kleines Bewertungssystem. Brillen!

Und Challenges. Ende Dezember kam ich auf den Geschmack und das ist so eine kleine Sucht von mir - ich liebe Challenges einfach! Ich liebe sie so sehr, dass ich am 15.Mai meine eigene Challenge erstellt habe: die Globus-Challenge! (Neue Teilnehmer sind immer noch willkommen!). So viele Länder haben wir übrigens aktuell bereist:


create your own visited country map or check our Venice travel guide

Nicht schlecht, oder? Und ich hoffe, noch viele Länder mit den Teilnehmer zu erkunden!

Im März entstand es außerdem noch das Projekt BaBü - badische Bücher. Ich wollte gezielt Bücher aus meiner Gegend lesen und es hat auch Spaß gemacht, weil ich so doch Bücher entdeckt habe, die ich sonst vielleicht hätte links liegen lassen. In letzter Zeit lag es etwas brach, wird aber wiederbelebt werden. Es gibt noch so viele tolle Bücher, die mich und somit auch euch erwarten!

Doch auch mein zweites großes Hobby hat sich im Laufe der Zeit wieder eingeschlichen, ich kann es einfach nicht ganz loslassen. Am 8.5. postete ich eines meiner Lieblingsbilder von mir in einem Kostüm, nämlich Ranma-chan, nur um dann am am 21.5. tatsächlich den Cosplay-Dienstag einzuführen. Eigentlich wollte ich euch an dem Tag nur meine Perücken zeigen, doch dann entschied ich mich dafür, den Dienstag regelmäßig dafür zu nutzen. Da habt ihr in der Zwischenzeit schon einiges zu sehen bekommen: Bastelarbeiten, Näharbeiten, Zubehör, Shootings und immerhin schon eine Cosplayervorstellung. Nicht immer fällt es mir leicht, ein Thema zu finden, denn bei den Cosplays habe ich auch gerne mal ein Tief. Trotz allem mache ich es zu gerne (ob es euch gefällt oder nicht :D).

Fotografin: Arii


Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so viele Leser habe (auch wenn es kein Vergleich zu anderen Blogs ist) und bin doch ein bisschen stolz auf mich. Mir macht es Freude, egal ob bei zehn Lesern oder bei... 120 auf Blogger, 62 auf Blog-Connect und 24 auf Bloglovin ;) Ich freue mich sehr über euch alle ♥
Genauso wie über die Zahl der Seitenaufrufe.
Und nebenbei dieser Post mein 424. Post. Obwohl ich einige der vergangenen Posts aus alten Blogzeiten gelöscht habe.
Natürlich freut es mich, dass meine Globus-Challenge mit 790 Aufrufen die meisten hat. Die am meisten besuchte Rezension ist die zu Schicksalsrelikte von Lena Minkus (102 Aufrufe), nicht ganz so dicht gefolgt von Die drei Leben der Tomomi Ishikawa von Benjamin Constable (61 Aufrufe).
Im Übrigen lest ihr am Liebsten die Seite Über mich (378 Aufrufe) - danach folgt mein Challengesüberblick (128 Aufrufe). Ich bin wohl nicht der einzige Challenge-Fan, nicht wahr? ;)

Kommen wir zu meinem Lieblingsteil, den Suchbegriffen: Leider gibts da nicht so viel Lustiges, da die meisten mich tatsächlich mit Blogtitel suchen. Gleich danach kommt die Globus-Suche.
Auch das Cosplay führt einige her - entweder wird nach Gwen Tennyson oder Sindbad oder Digimon Cosplay gesucht.
Buchtechnisch ist eigentlich hauptsächlich die Suche nach Zitaten aus Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes vorhanden. Indirekt jedoch betrifft auch die Suche nach Contra zum Thema Nationalpark Schwarzwald ein Buch, nämlich den Mordschwarzwald von Bernd Leix, Teil meines Projekt BaBü
Beliebt scheint jedoch eine meiner Basteleien zu sein, die Ohrringe-Pinnwand. Dabei hab ich auch so eine schöne Ohrring-Kiste D:
Die lustigste Suche jedoch ist die nach Idee dieses Brotteigs. Wie man da bei mir drauf kommt, das weiß ich wirklich nicht ;)

Puh... lange Rede, kurzer Sinn: Ich freu mich über ein Jahr Chimikos kleine Welt und mag meine Freude auch mit euch teilen ♥ (Übrigens Glückwunsch, wenn ihr alles brav durchgelesen habt!)
Also... was wäre da besser geeignet, als ein tolles Buch zu verlosen? Richtig: Drei tolle Bücher verlosen. Yay!

Nun, was könnt ihr bei mir gewinnen?

1. Wen der Rabe ruft von Maggie Stiefvater

2. Necare 1 von Juliane Maibach

3. Gute Geister von Kathryn Stockett

Zu allen drei Büchern findet ihr auch Rezensionen, und zwar hier, hier und hier.
Und wie könnt ihr bei mir gewinnen? Ganz einfach. Zum Einen füllt ihr das Formular unten aus und zum Anderen beantwortet ihr mir in den Kommentaren folgende Frage: Da ich ja die Globus-Challenge als mein kleines Baby habe, würde mich interessieren, welches Buch ihr bisher gelesen hat, das in einem wirklich außergewöhnlichen Land gespielt hat.
Ich werde die Länder dann sammeln, samt Büchern natürlich, und euch bei der Auslosung präsentieren. Ich bin sehr gespannt, welchen interessanten Ländern wir hier begegnen werden!



Zu den Teilnahmebedingungen:
  • Jeder, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt, kann sein Glück versuchen.
  • Wenn ihr noch nicht 18 seid, braucht ihr die Erlaubnis eurer Eltern, um hier teilzunehmen.
  • Eure E-Mail-Adresse für den Kontakt nicht vergessen ;)
  • Das Gewinnspiel endet am 26.11. um 23.59 Uhr. Auslosen werde ich am 27.11.
  • Es wird keine Haftung für den Versand übernommen.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Montag, 18. November 2013

[Kommentar] Das Ticket zum Glück - Brendon Burchard

Quelle
Erster Satz

Ich stand im Badezimmer vor dem Spiegel und rasierte mich.
S.17













Meine Meinung

Ich könnte mein ganz persönliches Fazit gleich mal vorweg schicken: Ich möchte auch einen Henry. Ich finde, jeder Mensch braucht seinen eigenen persönlichen Henry. Und seinen eigenen verlassenen Abenteuer- und Freizeitpark mit Rummelplatz. Ich zumindest hätte dagegen nichts einzuwenden.
Okay, ihr fragt euch jetzt sicher zurecht, was ich hier schreibe, also... alles auf Anfang: Das Ticket zum Glück ist ein sehr philosophischer Roman, eine Geschichte, die uns Leser ansprechen und sicher auch motivieren soll. Das alles beruht auf einem persönlichen Erlebnis des Autors, als er selbst nach einem Autounfall seine eigene negative Haltung erkannt hat. Wenn man dies nun liest (und auch das Vorwort von Brendon Burchard), kann man natürlich nun befürchten, dass hier der moralische Zeigefinger erhoben wird - mir ging es jedenfalls so. Daher begann ich das Buch mit gemischten Gefühlen und habe sie - trotz der positiven Einleitung - immer noch.

Der Protagonist wird von seiner schwer verletzten Verlobten Mary zu einem verlassenen Vergnügungspark geschickt, der Ort, an dem ihr Bruder starb. Und dort beginnt die Geschichte erst richtig. Er erlebt seine Vergangenheit, bekommt seine Fehler vorgeführt und muss auch... ja, ich würde es fast als Mutproben bezeichnen, die er bestehen muss, um herauszufinden, was Mary zugestoßen ist.
Dabei durchlebt er wirklich fast alles, was einen guten Rummel ausmacht: Spiegelkabinett, Riesenrad, Löwenbändigen, Wahrsagen, Seilakrobaten und was es sonst noch alles gibt. Jede dieser Attraktion hat eine Lehre, die er manchmal erkennt, manchmal jedoch auch nicht akzeptieren will. Was anfangs als Suche nach dem, was Mary passiert war, begann, endet schließlich in seiner eigenen Suche nach dem Glück.
Auch wenn auf dem Buch selbst eine Meinung gedruckt ist, die sagt, dass es 'Anleitung zum Glücklichsein' ist, finde ich das nicht. Es ist eher eine Anregung, sein Leben vielleicht mal zu überdenken, aber letztlich gibt es da keine allgemeinen Anleitungen.
Manchmal fand ich die Attraktionen und Lehren zu sehr auf die Spitze getrieben, aber andererseits passt das zum Eigenanspruch, dem Protagonisten und den Lesern den Weg zum Glück nahebringen zu wollen.

Dennoch hätte ich gerne meinen eigenen Henry, der mich in die richtige Richtung schiebt, falls ich mal vom Weg abkomme. Das wäre doch sehr praktisch.
Aber im Ernst: Die Figurengestaltung gefiel mir ausnehmend gut. Henry sticht da eben hervor, weil er den Protagonisten auf seinem Weg begleitet und für ihn da ist. Doch auch die anderen Charaktere des Vergnügungsparks hätten in ihrer Gestaltung auch mehr Raum einnehmen können, wenn sie ihn gehabt hätten.
Was mich fasziniert hat, war die Tatsache, dass ich als Leserin auch Mary, die eigentlich kaum aktiv am Buchgeschehen beteiligt ist, näher kennen gelernt habe - sowohl ihre Fassade als auch ihr Inneres.

Ein bisschen Kitsch findet sich dann am Ende des Buches, jedoch nicht zu viel, sondern genau die richtige Menge, um sentimentale Menschen wie mich zu Tränen zu rühren. Ein wundervolles Ende, ein richtiges Happy-End - was natürlich perfekt zum Sinn des Buches passt, zu zeigen, dass jeder Mensch sein Glück findet.

Noch eine Kleinigkeit zu den Covern. Ich habe selbst das Hardcover-Buch, dessen Cover ihr oben seht. Wer sich also beim Taschenbuch über das andere Cover wundert - mir hat dieses hier deutlich besser gefallen und ich hatte das Glück, das HC recht günstig zu bekommen.

Fazit

Dieses Buch dient als Anregung, nicht immer die negativen Seiten des Lebens zu sehen. Es ist ein Buch, nachdem man sicherlich nachdenklich wird - mir zumindest geht es tatsächlich so. Allerdings sind auch einige der Lehren etwas übertrieben dargestellt worden, auch wenn es für den Protagonisten des Buches vielleicht doch der richtige Weg ist.



Sonntag, 17. November 2013

[E-Rezension] Caras Gabe - Maya Trélov

Titel: Caras Gabe
Autor: Maya Trélov
Band: 1/3
Erschienen am: 1.3.2012
ASIN: B007GDVDNC
Leseprobe


Autor
Geboren wurde Maya im hohen Norden und aufgewachsen ist sie in Hessen im Taunus. Seit sie vor vier Jahren mit dem Geschichtenerzählen begonnen hat, weiß sie, dass sie niemals wieder damit aufhören kann.


Inhalt

Das Land Moorwin leidet unter den weißen Priestern und ihren übermächtigen Herren, den Lichtträgern - strahlend schöne Wesen mit Flügeln aus Glas, die die Menschen grausam unterdrücken und jeden vernichten, der sich ihnen in den Weg stellt.

Vor zehn Jahren wurde Caras Vater Opfer der Lichtträger und vor ihren Augen dem Feuer übergeben. Seitdem hat das Mädchen Rache geschworen. Als sie die Schreckensherrschaft der Priester nicht länger erträgt, bricht Cara auf, um eine Waffe zu schmieden, die als einzige den Lichtträgern schaden kann: ein Schwert aus Glas, gefertigt aus den Schwingen eines Lichtträgers. Doch zuvor muss sie eines dieser furchtbaren Wesen töten. Eine Aufgabe, die unmöglich scheint. Bis sie dem Dämon Arun begegnet...

Erster Satz

Die hölzernen Scharniere meines Zimmerfensters knarrten, als ich es vorsichtig mit einer Hand aufschob.

Meine Meinung

Es ist eine wirklich interessante Welt, die Maya Trélov erschaffen hat, eine Welt, die sicherlich noch viele spannende Geschichten bietet. Ich liebe die Idee der Lichtträger mit ihren gläsernen Flügeln als Wesen der 'bösen' Seite (ich finde, auch hier muss man einige Grauabstufungen beachten) und die Dämonen der Nacht, die hier an Caras Seite sind, also auf der Seite der Guten. Der Gedanke, dass weiße Engel eigentlich böse sind, hat mich schon immer gereizt, und gerade ihre Darstellung hier finde ich einfach nur faszinierend. Die Autorin hat sie so gut beschrieben, dass ich das Klirren der Flügel geradezu hören konnte, genauso wie ich mir dieses kalte weiße Licht vorstellen konnte.

Leider hatte ich dafür meine Probleme mit der Protagonistin Cara. Während ich die Welt und eigentlich auch die meisten Charaktere gut fand, ist sie... eher schwierig: Zum Einen verstand ich ihr Handeln nicht immer, konnte es nicht jedes Mal nachvollziehen und zum Anderen ist sie nur auf Rache aus. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass diese ihre einzige Motivation war. Hinzu kommt die Tatsache, dass sie sich nach kaum Kampftraining gegen einen ganz Saal voll Lichtträgern antritt... für mich nicht ganz verständlich, auch wenn sie das geschmiedete Glasschwert hat. Das erinnerte mich so ein bisschen an die schlechten Filme, in denen ein Held gegen zig Gegner antritt und diese immer schön brav warten, bis sie an der Reihe sind. Noch dazu hat sie für das wenige Training einfach zu gut gekämpft - gefühlte fünf Minuten Kampftraining und sie wird zu einer Lichtträger-Killermaschine? Das war für mich etwas unrealistisch.
Ich hatte auch zu hohe Erwartungen an den letzten großen Kampf. Trotz allem möchte ich betonen, dass die Kampfszenen an sich gut geschrieben sind, jedoch die Kämpfe selbst mich eben nicht überzeugen konnten. Inhalt nein, Schreibstil ja - kurz und knapp gesagt.

Bedauert habe ich stellenweise auch, dass den Nebencharakteren so wenig Raum eingeräumt wurde. Ich hätte gerne mehr über Lurian oder auch über Arun gelesen. Insbesondere der Dämon bleibt für mich etwas farblos, nicht geheimnisvoll - wie es vermutlich beabsichtigt war.

Ich hätte auch ein überraschenderes Ende bevorzugt, so arbeitet von Anfang an alles darauf hin und auch wenn das Ende okay war...die Autorin hätte mich, wie bereits gesagt, gerne überraschen dürfen. Einzig und allein die Zeit zwischen dem letzten Kampf Caras sowie dem Happy End war tatsächlich eher unerwartet, alles andere lief doch ziemlich pfeilgerade so, wie ich es mir gedacht hatte.

Dennoch habe ich das Buch wirklich schnell runtergelesen, was nicht nur an dem tollen Setting der Gesamtwelt lag, sondern vor allen Dingen auch an den angenehmen Schreibstil.

Fazit

An und für sich fand ich die Geschichte eigentlich sehr gut, doch die Protagonistin war mir noch nicht ausgereift genug - dennoch würde ich wieder ein Buch aus dieser Welt lesen, wenn ich die Gelegenheit hätte, da mir die Grundidee dieser wirklich zusagt.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Samstag, 16. November 2013

[Manga-Rezension] Brynhildr in the Darkness - Lynn Okamoto

Titel: Brynhildr in the Darkness
Autor: Lynn Okamoto
Original: Gokukoku no Brynhildr
Bände: 1/aktuell 6 in Japan
Verlag: Tokyopop
ISBN: 978-3842009240
Preis: 6,95€
Genre: Drama, Fantasy, Mystery, Sci-Fi, Action, Romantik
Leseprobe






Inhalt


In seiner Kindheit musste Murakami ein dramatisches Ereignis verarbeiten: Seine Freundin Kuroneko, die fest davon überzeugt war, dass es Außerirdische gibt, kam bei einem Versuch, Murakami deren Existenz zu beweisen, auf dramatische Weise ums Leben. Seit dieser Zeit setzt Murakami seinerseits alles daran, die Existenz von Aliens zu beweisen.
Als eine Tages eine neue Mitschülerin in seiner Klasse auftaucht, die Kuroneko bis aufs Haar gleicht, gerät Murakamis Welt aus den Fugen. Er ist sicher, dass es sich bei Kuroha um die totgeglaubte Freundin seiner Kindheit handelt...

Zeichenstil

Lynn Okamoto ist vielen deutschen Fans sicherlich bereits von Elfenlied bekannt und wie auch schon in diesem Manga richtet sich auch 'Brynhildr in the Darkness' an das männliche Publikum: Fanservice wird immer mal wieder geboten - lange Beine, große Brüste und es gibt auch immer wieder Szenen, in denen die Kleidung fehlt oder zerfetzt ist. Jedoch empfand ich den Fanservice nicht als übertrieben oder aufdringlich.

Die Panels sind klar aufgeteilt und nehmen manchmal auch eine komplette Seite ein. Allgemein wirkt die Stimmung sehr düster, es werden viele dunkle Grautöne und Schwarz verwendet. Auch die ersten Seiten, die in Farbe gehalten sind, bilden da keine Ausnahme - allein die dunkle Gestaltung Kurohas und der blauschwarze Sternenhimmel sorgen dafür.

Meine Meinung

Ein Mädchen taucht nach langer Zeit wieder auf, auf der Flucht vor einer mysteriösen Organisation, ohne Erinnerung und stetig in Gefahr schwebend. Erinnert das Leser von Elfenlied vielleicht grob an etwas? Ja, tatsächlich finden sich doch einige Elemente aus Elfenlied auch in diesem Manga wieder.

Der Beginn, der farbige Prolog, ist im Prinzip ein Blick auf die Zukunft der beiden Protagonisten und so stellen sich nach diesen vier Seiten schon viele Fragen. Ein geschickter Zug, um den Leser neugierig zu machen und vielleicht auch an den Manga zu binden. Ich jedenfalls frage mich schon, was alles passieren muss, damit es so weit kommen konnte...

Die beiden Protagonisten sind definitiv auch sehr interessante Charaktere: Kuroha erinnert sich an nichts, was früher war, kann nicht schreiben und kaum lesen, doch ihre Fähigkeiten sind zwar schwierig, passen aber auch zu ihrem liebenswürdigen Charakter. Ryouta Murakami ist sehr intelligent und geprägt von seiner Vergangenheit, dem Unfall, bei dem Kuroneko starb - es fällt ihm schwer mit Mädchen umzugehen, er konzentriert sich lieber auf die Schule und die Sterne.
Die beiden in Kombination haben sowohl ernste als auch manchmal amüsante Momente, insbesondere wenn Ryouta feststellt, dass Kuroha die einfachsten Dinge nicht beherrscht. Außerdem fällt es ihm sehr leicht, sie zu durchschauen, was einerseits die Geschichte zwar voran treibt, aber auch im weiteren Verlauf etwas langweilig machen könnte, wenn alles sofort gelöst wird.

Die Einstufung und Empfehlung, erst ab 18 Jahren zu kaufen, ist durchaus gerechtfertigt, da es doch einige sehr blutige und auch... für mich eher eklige Momente gab, wie z.B. wenn Kuroha die Tabletten ausgehen. Wer jedoch von Blut und Gewalt nicht abgeschreckt wird, sollte sich davon nicht abhalten lassen.

Eine kleine Beigabe ist eine Charakter-Karte von Kuroha, auf der ein paar Daten über die stehen und ein Kommentar des Autors.

Fazit

Ein durchaus gelungener Manga-Auftakt, der sicherlich in Zukunft noch einiges bereit hält. Schöne Zeichnungen, eine interessante Geschichte, gelungene Charaktere und (für mich ein bisschen zu viel) Blut sind die Zutaten für einen actionreichen Band.

Bewertung




Quellen:


CoverInhalt

Donnerstag, 14. November 2013

[Rezension] Die Quadratur des Glücks - Rohinton Mistry

Titel: Die Quadratur des Glücks
Autor: Rohinton Mistry
Original: Family Matters
Verlag: Fischer
Erschienen am: 11.12.2003
ISBN: 978-3596156351
Preis TB: 9,95€







Autor

Rohinton Mistry wurde 1952 in Bombay geboren und lebt nun in Toronto, Kanada. Für seine Romane erhielt er viele Auszeichnungen, u.a. den kanadischen Staatspreis, den Commonwealth-Preis und zuletzt, für die "Die Quadratur des Glücks", den Kiriyama-Preis.

Inhalt

Als geachteter Patriarch der Familie: so würde Nariman Vakeel in Bombay gern seinem Alter entgegensehen. Aber die Harmonie in seiner Familie ist brüchig. Er lebt bei seinen Stiefkindern, die ihm vorwerfen, ihre verstorbene Mutter nie richtig geliebt zu haben. Als er nach einem Unfall gepflegt werden muss, schieben sie ihn zu seiner Tochter Roxana ab, die mit ihrem Mann Yezad und zwei Kindern in einer engen Wohnung lebt. So sehr Roxana ihren Vater liebt, so sehr auch Yezad und die Kinder versuchen, den alten Mann in ihr Leben aufzunehmen, wird die Situation doch zur Belastung - und die Versuche, das Leben zu bewältigen, haben dramatische Folgen. Yezad wird von dem ganz Bombay ergreifenden Lotteriefieber erfasst und verspielt sein knappes Gehalt, dann will er seinen Chef für eine Lokalpolitikerkarriere begeistern, um so selbst befördert zu werden. Nariman flüchtet sich immer mehr in Erinnerungen an seine erste verbotene Liebe zu der Christin Lucy, und Roxana versuchte heimlich eine Versöhnung mit den Stiefgeschwistern zu erreichen. Und dann scheint es, als könne alles gut werden.

Erster Satz

Ein Sonnenfleck hatte sich am Fuß von Narimans Bett niedergelassen, als er von seinem Nachmittagsschläfchen aufwachte und auf die Uhr sah.
S.7

Meine Meinung

Es ist nicht mein erstes Buch von Rohinton Mistry und es wird wohl auch nicht mein letztes Buch von ihm sein. Seit über einem halben Jahr lag das Buch auf meinem SuB und jetzt, nachdem ich es gelesen habe, frage ich mich doch, warum ich nicht früher danach gegriffen habe.
Herr Mistry erzählt eine wirklich ergreifende Geschichte über den Alltag einer indischen Familie und zeigt dabei die Welt, die außerhalb der bunten Bollywoodfilme stattfindet. Ein Großvater und Vater mit Parkinson, dessen Geld zu wenig für die Medikamente ist. Zwei Stiefkinder, von denen die Tochter dem Stiefvater immer noch grollt und dessen Parkinsonerkrankung sie persönlich nimmt. Eine Tochter, die mit zwei Kindern und Ehemann in zwei kleinen Zimmern plus Küche und Bad lebt, dann aber noch den Vater aufnimmt, nachdem die Stiefschwester ihn los werden will. Der Ehemann ist ein Sauberkeitsfanatiker und manchmal sehr aufbrausend. Doch man lernt nicht nur die Familie kennen, auch Nachbarn und Freunde, Kollegen und Geschichten von völlig Fremden werden vom Autor geschickt in diese Hauptgeschichte verwoben.
Jeder Charakter hat seinen Moment, in dem er seine Sicht der Situation erzählt und im Vordergrund steht. War es anfangs oft der erkrankte Nariman, werden es mit zunehmender Krankheit und immer stärker werdendem Verlust seiner Sprach- und Bewegungsfähigkeit, die anderen.

Jeder der Charaktere entwickelt sich auch weiter, manchmal auf eine gute, manchmal auf eine schlechte Weise und manchmal geht diese Entwicklung sogar in beide Richtungen zugleich. Die Extremsituation der Krankheit schafft es, dass jeder sich neue Gedanken macht und sich der Situation stellt.
Da wäre beispielsweise Jal: Er ist Narimans Stiefsohn und wird von seiner Schwester eher unterdrückt, Coomy ist sozusagen die Chefin im Haus. Jal ist für mich am meisten im Gedächtnis geblieben, mit seinem immerwährenden Griff zum Hörgerät, um es richtig einzustellen. Es sind keine großen Sprünge, die er macht, aber dennoch entwickelt er sich und verändert sich auf einer sehr realistische Weise.
Yezad hingegen ist der Geldverdiener, der Ehemann von Roxana, auf Sauberkeit bedacht, albern und etwas gehässig gegenüber der religiösen Coomy und auch den religiösen Wünschen seiner Frau. Als der bettlägerige Nariman bei ihnen einzieht, muss er sich einer ganz anderen Wirklichkeit stellen: ein alter Mann, ans Bett gefesselt, gezwungen Bettpfanne und Urinflasche zu benutzen, Gerüche nach Krankheit und allem.

Dies ist der zweite Teil... Mistry erzählt eben nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch die Geschichte einer Krankheit und ihrer Wirkungen. Ob es nun der Umgang der anderen damit ist oder Narimans Flucht in seine Vergangenheit... dem Autor gelingt es, beides darzustellen.

Es ist eine stille Geschichte, die einem die nicht schöne Wirklichkeit Indiens zeigt, am Beispiel einer Familie. Melancholisch, ergreifend, emotional, bewegend - das sind nur ein paar Worte, die meine Gefühle angesichts dieser bewegenden Familientragödie ausdrücken. Es ist ein Buch, das mich nicht mehr losgelassen hat und das ich bedingungslos weiterempfehlen kann.

Fazit

Ich bin einfach hin und weg von diesem Roman, der so vielfältig ist, der die Kultur Indiens so unglaublich detailliert an einer Familie darstellt und dabei so wundervolle Figuren entwickelt, die man gleich vor dem inneren Auge sehen kann. Rohinton Mistry ist für mich einer der besten Autoren, die ich bisher gelesen habe und dieses Buch konnte ich nicht weglegen, ich musste es einfach immer weiter lesen, so sehr nahm die Familie und ihre Geschichte mich gefangen.

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 13. November 2013

[Manga-Rezension] Iris Zero 01 - Takana Hotaru & Piroshiki

Titel: Iris Zero
Autor: Takana Hotaru & Piroshiki
Original: Iris Zero
Bände: aktuell 5 in Japan
Verlag: Kazé
ISBN: 978-2889214006
Preis: 6,50€
Genre: Mystery, Shoujo, Schulmanga
Leseprobe




Inhalt


Toru sieht nichts. Also nichts Besonderes. Seine Mitschüler, die mit ihrer 'Iris' besondere Dinge sehen können, schauen bei ihm jedoch ganz genau hin und fragen sich: Warum bittet ihn ausgerechnet die süße Koyuki in aller Öffentlichkeit um ein Date? Ihn, einen minderwertigen 'Iris Zero'! Die Schule entpuppt sich als Ort voller Geheimnisse und Intrigen - das ruhige Leben von Toru ist mit einem Schlag vorbei.

Zeichenstil

Iris Zero hat einen sehr klaren Zeichenstil, den ich persönlich als angenehm empfinde. Zwar haben die Mädchen auch hier ziemlich große Augen und sehr detaillierte Figuren, wirken allgemein aber nicht so verspielt wie in einem typischen Shoujo-Manga (z.B. ein Arina-Tanemura-Manga).
Dennoch muss man auch sagen, dass die Figuren jünger wirken als sie sind, was allerdings in Zusammenhang mit der Geschichte und den Genres nicht dramatisch ist. Wer jedoch eher realistische Zeichnungen bevorzugt, sollte da von vornherein bedenken.
Die Hintergründe werden zwar stellenweise auch mit Rasterfolien ausgefüllt, doch es gibt auch Szenen, in denen darauf komplett verzichtet wird, um die Story im Vordergrund zu betonen.

Meine Meinung

Iris Zero ist mein persönliches kleines Manga-Highlight. Leider war es tatsächlich so, dass der Manga aufgrund von Krankheitsgründen längere Zeit nicht fortgesetzt wurden und es bis vor kurzem nur 29 Kapitel davon gab. Jetzt, wo der Manga in Japan endlich das dreißigste Kapitel erhält, möchte ich euch dieses kleine Highlight doch mal ans Herz legen - auch wenn noch nicht feststeht, wann Band 6 in Deutschland erscheint.

Im Vordergrund steht Toru, der auch als Iris Zero bezeichnet wird. Er gehört zu den sehr wenigen Menschen (der einzige auf seiner Schule), die keine besondere Fähigkeit haben und mit ihrer Iris etwas sehen. Diese Fähigkeit kann vom Enttarnen von Lügen bis hin zum Erkennen, ob jemand bald stirbt oder nicht. Jeder Schüler hat eine andere Fähigkeit und diese sind alle ziemlich faszinierend und sehr durchdacht.

Das ist somit die Grundidee der Geschichte und die hat mich schon ziemlich gefesselt und gebannt. Da das Ganze eben nicht in einer Fantasywelt spielt, sondern sozusagen in 'unseren' Alltag eingebaut ist, gefällt es mir noch besser - solche Geschichten können grundsätzlich bei mir punkten. Für die Schüler sind ihre Fähigkeiten etwas vollkommen Alltägliches, wohingegen der Iris-lose Toru der Außenseiter ist und dies auch oft zu spüren bekommt.

In diesem ersten Band werden die Protagonisten und ihre Fähigkeiten erst einmal langsam eingeführt. Dabei liegt das Augenmerk natürlich hauptsächlich auf Toru und seiner Devise 'Bloß nicht auffallen'. Diese wird durch Koyuki ziemlich durcheinander gebracht. Natürlich hat dieser Manga allein durch das Mobbing an Toru, das teilweise ziemlich extreme Maße annimmt, einen deutlichen moralischen Eindruck, was das Lesevergnügen jedoch nicht mindert.

Wie auch 'Die Schokohexe' ist Iris Zero eher aus einzelnen Episoden aufgebaut und hat im ersten Band noch kein Ziel, das erreicht werden muss. Habe ich bei 'Die Schokohexe' bemängelt, dass man nichts über Protagonistin Chocola erfährt, ist dies hier nicht der Fall. Fast jede der kleinen Geschichten dreht sich um die Protagonisten und man lernt sie näher kennen.

Fazit

Iris Zero ist ein wirklich empfehlenswerter Manga, der mich insbesondere durch seinen angenehmen und nicht überzogenen Zeichenstil überzeugt hat. Dazu eine tolle Hintergrundidee und sympathische Charaktere ergeben einen runden Manga. Also: Lesen ;)

Bewertung





Quellen:
CoverInhalt

Dienstag, 12. November 2013

[Cosplay] Pläne...

Heute stelle ich euch mal meine Pläne für nächstes Jahr vor... es sind nicht so viele, aber mir reicht es auch, wenn ich nur zwei neue Kostüme habe ;)
Wünsche habe ich dennoch viele! So ist es auch nicht, es gibt einfach zu viele tolle Sachen. Aber erst mal zu meinen konkreten Plänen.

Zuerst mal werde ich eines meiner alten Kostüme, zu dem es auch keinerlei gescheite Bilder gibt, neu machen. Das Oberteil wurde mir angenäht und zwar so, dass es zerschnitten werden musste (weil es an der Con zu groß war... eine Woche vorher saß es noch perfekt):

Quelle
Meg aus Burst Angel. Außerdem hatte mir damals noch die Tasche gefehlt, die ich nun auch noch nachholen werde. Stulpen, Rock, Hut und Kleinzeug sind noch da und vollkommen in Ordnung. Nur das Oberteil entsteht komplett neu. Die Gürtel sind bereits vorbereitet.
Die Armreifen habe ich euch HIER schon einmal gezeigt.

Das nächste Cosplay entstand durch ein spontanes 'Immer-wenn-ich-die-Jasminda-als-Schwester-Joy-sehe-will-ich-Officer-Rocky-cosplayen' und dann kam auch noch ein Rocko dazu und tada... ich werde nun Officer Rocky aus Pokemon cosplayen:

Quelle
Und zwar noch in der wundervollen Originalversion. Aber... die Haare! Die Haaaaare! Die machen mich jetzt schon irre, bin gespannt, wie viele Flüche, Tränen und Blut darin stecken werden ;) Aber auch die Mütze wird mich auf Trab halten. Und dann werde ich mal wieder Handschuhe nähen... ich verabscheue Handschuhe nähen...
Das Gürtelsystem habe ich euch in diesem POST schon einmal gezeigt.
Als nächstes werde ich an einer alten, ungenutzen Perücke einen kleinen Test machen, ob das so funktionieren kann, wie ich es mir vorstelle ;)
Und dennoch freue ich mich wie Bolle speziell auf dieses Kostüm und meine Schwester Joy und meinen Rocko ♥

Das dritte und letzte anstehende Kostüm für nächstes Jahr ist Tsunade aus dem Anime Naruto:

Quelle

Was soll ich dazu groß sagen? Es ist Tsunade. Und ich mag sie irgendwie und so hat sich das ergeben. Außerdem kenne ich zwei Cosplayer, die immer Naruto und Sakura machen und ich wollte schon immer mal mit ihnen zusammen was machen ♥ Daher freue ich mich auch da drauf!
Da habe ich bisher immerhin die Schuhe. Erschien mir sinnvoller im Sommer danach zu suchen ;)

Meine bescheidenen Pläne! Und das reicht mir auch ♥

Was denkt ihr?