Donnerstag, 31. Oktober 2013

[Rezension] Gute Geister - Kathryn Stockett

Titel: Gute Geister
Autor: Kathryn Stockett
Original: The Help
Verlag: btb
TB erschienen am: 10.09.2012
ISBN: 978-3442745081
Preis TB: 9,99€
Leseprobe







Autor

Kathryn Stockett ist in Jackson, Mississippi, geboren und aufgewachsen, wo auch ihr Roman spielt. Nach ihrem Studium der englischen Literatur zog sie nach New York. Dort arbeitete sie neun Jahre lang bei Zeitungsverlagen. Sie lebt mir ihrem Mann und ihrer Tochter in Atlanta. 'Gute Geister' ist ihr literarisches Debüt, das gleich zu einem phänomenalen Bestsellererfolg wurde.

Inhalt

Mississippi, 1962: Die junge Skeeter wünscht sich nur eins: Sie will weg aus dem engen Jackson und als Journalistin in New York leben. Um etwas zu verändern, verbündet sie sich mit zwei schwarzen Dienstmädchen: Aibileen zieht die Kinder ihrer Arbeitgeber auf - das Tafelsilber darf sie aber nicht berühren. Und Minny ist auf der Suche nach einer neuen Stelle. Sie ist bekannt für ihre Kochkünste, aber sie ist auch gefürchtet: Denn Minny trägt das Herz auf der Zunge. Gemeinsam beschließen die drei Frauen gegen die Konventionen ihrer Zeit zu verstoßen und etwas zu wagen. Denn sie alle haben das Gefühl zu ersticken und wollen etwas verändern - in ihrer Stadt und in ihrem eigenen Leben.

Erster Satz

Mae Mobley ist im August 1960 geboren, an einem Sonntag in der Früh.
S.7

Meine Meinung

Ich muss sagen (bzw. schreiben), dass dieses Buch mich wirklich geflasht und gefesselt hat. Man liest die Beschreibung und dann fängt man mit den ersten Seiten und kann es einfach nicht mehr weglegen. Ihr habt gelesen, wann das Buch spielt? Wenn ich nicht Worte wie Auto, Geschirrspüler oder Telefon immer wieder darin gesehen hätte, hätte ich doch immer wieder gedacht, ich bin im tiefsten Sklavenzeitalter. Kathryn Stockett beschreibt hier die Zeit Martin Luther Kings, jedoch die Zeit vor dem großen Umbruch, und zeigt deutlich - auch aus eigenen Erinnerungen - die Unterschiede, die zwischen Farbigen und Weißen gemacht werden. Daraus hat sie dann diesen einerseits unterhaltsamen, andererseits aber auch nachdenklich stimmenden Roman erschaffen.

Drei Perspektiven zeigen dem Leser die Leben dreier Frauen: zweier Dienstmädchen und eine von den 'Herrinnen'. Diese wechseln immer wieder, was bereits in der Sprache deutlich wird. Im ersten Satz oben habe ich bei 'Früh' kein 'e' vergessen, das entspricht einfach nur einfach Aibileens Stil. Dadurch wird auch der Unterschied zu Miss Skeeter verdeutlicht. Man sieht die Rassentrennung aus der Sicht der zwei Farbigen, aber eben auch Skeeter zeigt, wie es von ihr aus ist und was ist. Und das sind manchmal doch haarsträubende Dinge, die mich immer wieder den Kopf schütteln lassen. Da fragte ich mich ab und zu, wie es überhaupt so weit kommen konnte: Eine Regel, die sich durchs Buch zieht, ist die Sache mit der Toilettenbenutzung - schwarze Bedienstete sollen nicht die gleichen Toiletten benutzen wie die Weißen, da sie Krankheiten vertreiben und ähnliches. Und dies ist nur eine der wirklich entsetzlichen Regeln, die aufgestellt wurden.
Wie sich die Figuren entwickeln, ist manchmal überraschend, doch im Fall einer Person überhaupt nicht. Es wird ein unglaubliches Ekel beschrieben, welches die Rassentrennung mehr als nur genau nimmt. Trotzdem gibt es dabei immer wieder Charaktere, die einen überraschen, und das oft auch im Positiven. Und dann gibt es letztendlich auch noch die, die einfach nur den Regeln folgen, die nicht selbständig sind und das Denken vermutlich irgendwie schon verlernt haben.
Insbesondere jedoch der Mut von Minny und Aibileen ist beeindruckend, denn wenn man einen Teil des Buches gelesen hat, kann man gut verstehen, was für eine unglaubliche Kraft es verlangt, diesen Weg zu gehen. Und dabei hat Kathryn Stockett hier wirklich nur einen Bruchteil der Gefahren, die es gab, beschreiben können. Doch obwohl da dieser wirklich bittere Beigeschmack ist, hat sie es dennoch geschafft, mich mit dem Buch und den Persönlichkeiten, vor allen Dingen den Persönlichkeiten, zu unterhalten. Zu leicht hätte diese auch als moralische Keule gelten können, doch gerade Minny und Aibileen sind absolut wundervolle Frauen, die mehr als nur das Problem der Rassentrennung zu bieten haben.

Einzig das Ende war so... ja... na ja... 'Was, wirklich schon zu Ende? Da kommt wirklich nichts mehr?' Tja, es kam wirklich nichts mehr. Und je länger ich darüber nachdenke, umso passender finde ich das Ende nun, wenn es für mich persönlich nicht perfekt ist, denn ich hätte gerne mehr gelesen. Ich hätte Aibileen, Minny und auch Skeeter gerne weiter auf ihrer Reise begleitet, denn ich bin mir sicher, sie hätten noch viel zu erzählen gehabt.

Fazit

Die Charaktere haben mich von Anfang an berührt und in den Bann gezogen, und auch ihre Geschichte konnte mich fesseln. Wenn ich das Ende auch nicht befriedigend fand, passt es doch zum Rest und das Ganze ergibt ein definitiv empfehlenswertes Buch!

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 29. Oktober 2013

[Cosplay] Ergebnisse der letzten Woche

Ja, es ist nicht so viel passiert, aber was ich euch in diesem Beitrag vorgestellt habe, habe ich nun halbwegs beendet. Ansonsten lerne ich ja noch nebenbei und komme daher noch nicht zu allem, was ich mir wünschen würde ;)
Trotzdem bin ich erstmal zufrieden damit.
Ich hatte ja von einem Alt-Neu-Vergleich gesprochen und diesen seht ihr nun hier:

Alt und Neu
Was denkt ihr? Ich finde, das war wirklich notwendig, die Schuhe neu zu gestalten. Ganz fertig bin ich zwar noch nicht, aber ich denke, man sieht den Unterschied doch schon... minimal, oder? ;)

Und mein zweites kleines Projekt war eine Tasche. Und eine Gürtelkombination dazu. Auch diese ist noch nicht ganz fertig, aber hier:

Tasche mit Gürteln

So sieht es aktuell aus. Die Gürtel sind noch nicht aneinander befestigt und die Gürtelschnalle in der Mitte fehlt auch noch. Das kann ich aber erst machen, wenn ich ein Grundgerüst des eigentlichen Kostüms habe, nicht dass die Gürtel zu hoch oder zu niedrig sitzen.
Beim Fotografien hatte ich übrigens ein kleines, fauchendes Model. Seht mal nach, ob ihr die junge Dame auf dem folgenden Bild findet:

Die kleine Giftnudel Ottilie
Ganz schön giftig ist dieser kleine Zwerg. Und fressgierig ;)

So siehts bei mir also aus. Aber ich plane schon immer fleißig weiter :D Ich bin grad gut drauf und hab Spaß dran.


Montag, 28. Oktober 2013

[E-Rezension] Nicht mein Märchen - E.M. Tippetts

Titel: Nicht mein Märchen
Autor: E.M. Tippetts
Original: 
Band: 1/aktuell 2
Verlag: via Amazon
ASIN: B009D35AO6
Preis E-Book:
aktuell nur 0,99€
Leseprobe



Autorin

Emily Mah Tippetts schreibt Liebesromane als E.M. Tippetts und Science Fiction und Fantasy als Emily Mah. Sie ist ehemalige Anwältin.
Ursprünglich aus New Mexiko lebt sie mittlerweile mit ihrer Familie in London. Sie ist hingebungsvolles Mitglied der Kirche Jesu Christ der Heiligen der Letzten Tage und bindet deshalb oft mormonische Charaktere ein. Wenn sie nicht gerade schreibe, designt sie handgemachten Schmuck für Etsy.

Inhalt

Stellt euch vor, Robert Pattinson taucht an eurer Haustür auf und will euch mit Eiscreme füttern, aber ihr hattet nie Interesse daran, die Twilight-Filme zu sehen. Eure Mitbewohnerin und jede andere Frau in der Nachbarschaft werden fast ohnmächtig, aber irgendwie fühlt ihr euch zu dem Typen einfach nicht hingezogen.
So ähnlich ergeht es auch Chloe Winters. Gezeichnet von einer schweren Kindheit war sie gezwungen, ihr Leben sehr pragmatisch anzugehen, sie schlägt sich als Studentin in Albuquerque durch und gehört nicht zu den Leuten, die an Märchen glauben.
Eines Tages aber kommt Hollywood-Superstar Jason Vanderholt zurück in seine Heimatstadt Albuquerque, um dort einen Film zu drehen. Er entschließt sich bei den Statisten vorbeizuschauen, zu denen auch Chloe gehört. Die sieht in dem Schauspieler, der bei jeder anderen Frau die Knie weichen lässt, aber nicht gerade ihren Traummann. Sie nimmt nur einen Typen mit einem seltsamen Job und eigener Entourage wahr, der sie zweifellos in fünf Minuten wieder vergessen haben wird.
Aber Jason sieht in ihr mehr als nur ein weiteres hübsches Gesicht. Chloe kommt ihm bekannt vor und er hat eine Menge Fragen an sie, die sie lieber nicht beantworten möchte. Diese ganze Geschichte ist einfach nicht ihr Märchen.

Erster Satz

Ich trat durch die Haustür hinaus in die kühle Albuquerque-Nacht.

Meine Meinung

Es ist sicherlich nicht das neu erfundene Rad, das in diesem Buch präsentiert wird. Dennoch ist es eine bezaubernde Liebesgeschichte, bei der man wirklich von märchenhaften Szenen sprechen kann.
Es gibt wahrscheinlich viele Fangirls, die sich vorstellen, dass ihnen genau das passiert, was Chloe passiert ist (ich gehöre nicht dazu und vor allen Dingen, wenn mir das passiert, dann bitte nicht Robert Pattinson!), von daher ist das Grundsetting der Geschichte schon traumhaft und eben auch märchenhaft. Filmstar verliebt sich in hübsche, uninteressierte Studentin, die nur Freundschaft will.

Für mich lebt die Geschichte durch die Charaktere, die E.M. Tippetts hier entwirft. Chloe ist eine interessante Protagonistin, weil sie durch ihre eigene traumatische Vergangenheit eben nicht an oberflächlichem Dasein und Geld interessiert ist, sondern eine selbstständige, starke und selbstbewusste junge Frau geworden ist. Sie steht auf ihren eigenen Beinen und hat das Trauma der Kindheit mehr oder weniger überwunden. Im Rahmen der Geschichte wird sie nochmal damit konfrontiert. Da habe ich persönlich dann gedacht: 'Nein, irgendwie passt das nicht.' Es lief zu glatt ab und Chloe war für mich noch zu wenig davon beeinflusst. Diesen Moment und vor allen Dingen die Gefühle, die sich in der Regel mit solchen Situationen verbinden, war einfach zu schnell abgehandelt. Da hätte die Autorin noch deutlich mehr hervor holen können. Es war mir zu oberflächlich. Das wäre der Moment gewesen, um doch noch etwas mehr Tiefe in die Geschichte zu bringen.
Jason ist auch ein lesenswerter Charakter: Er ist oberflächlich der typische Jungstar, der aber auch nicht unbedingt eine reine Weste hat, sondern Phasen hatte, in dem der Ruhm ihm nicht unbedingt gut tat. Seine Entwicklung am Ende des Romans ging mir dann doch irgendwie zu schnell, aber das ist etwas, womit ich gut leben kann.
Aber Jasons Familie war für mich eigentlich mit das Beste. Sehr sympathische, bodenständige und warmherzige Menschen, die ich recht schnell ins Herz geschlossen hatte. Sie hätten für mich ruhig mehr Szenen haben können, denn es hat Spaß gemacht, diese zu lesen!

Okay... für mich war bei 61 Prozent auf dem Kindle die Geschichte an sich fast schon vorbei. Beziehungsweise hätte sie für mich auch da schon enden können. Es ist nur Kyras Geschichte, die mich danach noch richtig interessiert hat. Aber trotzdem war es nicht so, dass ich mich gelangweilt hätte oder ich mir gewünscht hätte, dass jetzt endlich mal eine Ende kommt. Es fehlt einfach nur der inhaltliche Aspekt. Trotz allem eine wirklich niedliche Geschichte.

Schade, dass dieses wirklich romantische moderne Märchen doch einige Rechtschreibfehler enthält, die mir immer wieder extrem auffielen. So etwas stört den Lesefluss, obwohl der Schreibstil an sich wirklich sehr ansprechend und leicht zu lesen war.

Fazit

Wenn man von den Rechtschreibfehlern absieht, hat sich diese Geschichte einfach nur so runtergelesen, denn es war eine niedliche kleine Geschichte. Zwar gab es doch auch Szenen, die mir nicht ganz gefielen und die ich anders gedacht hätte, doch es ist einfach eine romantische, schöne Geschichte.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 27. Oktober 2013

[Kommentar] Dreizehn Stunden - Deon Meyer

Quelle des Covers
Erster Satz

Um 05:36 Uhr rannte sie den steilen Hang des Leeukops hinaus.















Meine Meinung

Ich bin immer etwas misstrauisch gegenüber Kriminalromanen, weil es einfach nicht mein bevorzugtes Genre ist, doch Deon Meyer hat mich mit seinem Roman komplett in den Bann gezogen. Nach nur wenigen Seiten konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und musste es so schnell wie möglich beenden. Schon das Prinzip der dreizehn Stunden - auch die einzelnen Abschnitte sind nach Uhrzeiten gegliedert - haben dafür gesorgt, dass meine Nerven immer angespannt waren und ich nur dachte: 'Die Zeit wird immer knapper.' Jedes Mal, wenn ich ein Buch oder eine Geschichte mit einem derartigen Aufbau finde, bin ich eigentlich immer recht fasziniert davon.

Auch die Charaktere sind ein absoluter Pluspunkt: Deon Meyer beschreibt seine Polizisten sehr feinfühlig und detailliert. Dabei kommt besonders auch die Problematik Schwarze - Weiße - Farbige hervor. Auf diesen Konflikt geht er u.a. mit Hilfe des Farbigen Fransman Dekker ein. Für mich als relativ unbedarfter und unwissender Mensch war es dank dessen Gedanken und Gefühle nicht schwierig, einen Einblick in diese Welt zu erlangen und stellenweise war es dann doch überraschend bis schockierend. Rassismus gibt es nicht nur in den wohlhabenderen Ländern, auch in Südafrika ist er ein großes Thema.
Natürlich ist der Protagonist Bennie Griessel. Er ist weiß, lebt gerade getrennt von seiner Frau und ist ein trockener Alkoholiker. Und insbesondere die Szenen, in denen er sich nach Alkohol sehnt, waren sehr eindrucksvoll geschrieben. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so erfahren zu haben, was ein trockener Alkoholiker empfindet. Doch auch seine Ermittlungen sind sehr interessant, er ist ein sehr spezieller Ermittlertyp und hängt sich komplett in seinen Fall hinein. Insbesondere die Entführung der jungen Amerikanerin macht ihm zu schaffen - hier wird wohl intertextuell auf ein Vorgängerbuch des Romanes, das ich nicht gelesen haben.
Grundsätzlich ist jeder Charakter sehr durchdacht und einfühlsam dargestellt. Es sind vielfältige Charaktere, detailliert beschrieben, die einen in ihrer Handlung immer wieder überraschen.

Die zwei Grundstränge der Geschichte sind auf der einen Seite die Jagd nach der Rucksacktouristin sowie der Mord an ihrer Freundin und auf der anderen Seite der Mord an einem bekannten Musikproduzenten. Es ist eine wirklich komplexe Story, die hier langsam aufgebaut wird, und ich als Leserin habe immer mitgerätselt und Vermutungen angestellt. Einige wenige haben sich als wahr herausgestellt, doch die meisten waren letztendlich ein Schuss in den Ofen. Es hat mir Spaß gemacht, mitzurätseln, doch gleichzeitig habe ich auch mitgefiebert, wenn wieder die Flucht thematisiert wurde.

Das einzige, was mir ein bisschen Schwierigkeiten bereitet hat, waren die Afrikaansausdrücke, bzw. wenn die Charaktere sich in ihrer Sprache unterhalten haben. Beim Lesen auf dem Kindle habe ich nicht an ein Glossar gedacht und dies dann auch erst gegen Ende entdeckt. Doch trotzdem hat sich dieses Buch einfach nur so heruntergelesen und hat mich einfach in den Bann gezogen.

Fazit

Ein wirklich komplexer Kriminalroman, der mich sofort gefesselt hat und den ich unbedingt zu Ende lesen musste. Auch das Setting in Südafrika hat sicher seinen Teil dazu beigetragen, weil die ganze Polizeistruktur dort einfach faszinierend anders ist.

Samstag, 26. Oktober 2013

[E-Rezension] Am dreizehnten Tag - Regina Mengel

Titel: Am dreizehnten Tag
Autor: Regina Mengel
Verlag: via Amazon
ASIN:  B00EVQZ3HE
Preis E-Book:
4,99€
Leseprobe










Autor

Die Autorin erblickte 1966 in Wuppertal das Licht der Welt, zog aus, das Glück zu finden und landete in Köln. Dort verdiente sie lange Zeit ihr täglich Brot als Wortjongleurin im Vertrieb. Geschichten begleiteten ihr Leben, doch erst im Jahr 2010 machte sie ernst, sie nahm teil an einem Schreibkurs bei Rainer Wekwerth. Ehrenamtlich gibt sie Flüchtlingskindern Nachhilfe in der Deutschen Sprache und wirkt beim Ulla-Hahn-Haus in Monheim mit. Einige ihrer Texte hat sie in Anthologien, Literaturzeitschriften oder als Hörbuch veröffentlicht.

Inhalt

Stell dir vor, du bist etwas ganz Besonderes, und niemand hat es dir gesagt!

Seit Susannas dreizehntem Geburtstag überschlagen sich die Ereignisse. Wildfremde Menschen munkeln von einer Bestimmung und streuen Blütenblätter vor Susannas Füße. Ein Päckchen ohne Absender, ein Brief, der in Rätseln spricht, eine geheimnisvolle Flasche und ein Teeladen, der nicht von dieser Welt zu sein scheint. Doch das ist erst der Anfang.

Stell dir vor, das Märchenland aus deinem Buch existiert wahrhaftig, und eine wichtige Aufgabe wartet dort auf dich!

Susanna stößt auf eine magische Welt voller Abenteuer und außergewöhnlicher Wesen. Und dann ist da ja auch noch Patrick, der ihr besser gefällt, als sie es sich zunächst eingestehen möchte.

Erster Satz

Nur selten verirrte sich ein Fremder in die Ruelle-Gasse am Ende der Rue Münster.

Meine Meinung

Da hat die Autorin Regina Mengel mich in eine Welter voller Magie und märchenhafter Elemente entführt, die doch schwer an 1001 Nacht erinnern. Kis-Ba-Shahid heißt die Welt, von der Susanna erfährt und die der Leser mit ihr zusammen erkundet und kennen lernt. Und ich denke, diese Welt wird auch nach der abgeschlossenen Geschichte Susannas sicher noch einige überraschende Geschichten bereit halten.
Aber zurück zum Eigentlichen: Das gesamte Setting, das die Autorin entwirft, ist einfach wundervoll. Das beginnt im Teeladen der Aschems und setzt sich dann in Kis-Ba-Shahid fort. Das Cover ist da ja schon aufschlussreich und ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie es ungefähr aussehen wird. Doch auch wenn es Ähnlichkeiten gibt, entwickelt diese Welt eigenartige Gestalten und Wesen, die nicht immer das sind, was ich erwartet hätte: Karamele, Zweigen und das Hurn. Das sind nur einige Märchenwesen, die die Autorin entwickelt hat und ich fand sie wirklich super! Es hat Spaß gemacht, diese ganzen Anspielungen zu sehen, aber dann doch etwas zu 'erhalten', das anders ist. Überraschungsmomente gab es somit einige.

Auch die Geschichte an sich ist innovativ und traditionell zugleich. Man merkt, wie viel Liebe zum Detail in den Hintergründen steckt. Einige Dinge sind auch etwas vorhersehbar, wie beispielsweise die Tatsache, dass Susanna sich in Patrick verlieben wird. Dennoch bin ich froh, dass diese Liebesgeschichte eben nicht so viel Raum einnimmt und die eigentliche spannende Suche nach Susannas Bestimmung im Vordergrund steht. Auf der anderen Seite gab es auch einen Teil, der mir etwas zu klischeehaft war: Ich wünschte sehr, die Autorin hätte mich bei der Geschichte mit dem Wesir etwas mehr überraschen können. Man liest den ersten Satz über ihn und weiß eigentlich schon, was passieren wird.
Dafür sind die Geschichten über Übel, Glück, Schicksal und Zufall wesentlich interessanter und ich fand diese Idee einfach nur herrlich. Anfangs hat es mich beim Lesen zwar irritiert, aber das ist nur eine Frage der Gewohnheit. Wie? Ihr wisst nicht, was ich meine? Dann solltet ihr vielleicht selbst einen Blick in das Buch werfen, denn dazu will ich nicht zu viel zu verraten.
Von der Logik her waren da doch auch ein, zwei Gegebenheiten, wo ich mich gewundert habe. Unter anderem die Sache mit der Schule, das interessiert keinen Beteiligten: weder Susanna noch Patrick oder dessen Onkel, aber auch nicht die Eltern der zwei. Es sind tatsächlich diese Kleinigkeiten, die mich doch immer ein bisschen stören und mich aufhalten, weil ich rum rätsele.

Fazit

Ein Buch, das sich fantastisch liest und wirklich empfehlenswert ist. Neue Kreaturen, Märchenelemente und eine faszinierende Geschichte über Dschinns, eine besondere Welt und Magie - das alles beinhaltet 'Am dreizehnten Tag'. Etwas Abzug für das Wesir-Klischee und die paar Details, die für mich persönlich nicht stimmig waren ;)

Bewertung





Mein Dank geht an die Autorin Regina Mengel für das Rezensionsexemplar. 

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 23. Oktober 2013

[Rezension] Das Zeichen der Athene - Rick Riordan

Titel: Das Zeichen der Athene
Autor: Rick Riordan
Original: The Mark of Athena
Band: 3
Verlag: Carlsen
Erscheint am: 25.10.2013
ISBN: 978-3551556035
Preis HC: 17,90€
Leseprobe






Autor

Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen lebt er in San Antonio, USA, und widmet sich inzwischen ausschließlich dem Schreiben. Seine Percy-Jackson-Serie hat den Buchmarkt im Sturm erobert und ist in 32 Ländern verkauft worden. Auch seine nachfolgenden Serien, "Die Kane-Chroniken" und "Helden des Olymp", schafften auf Anhieb den Sprung auf die New-York-Times-Bestsellerliste.

Inhalt

Sieben Halbgötter werden den Olymp vor dem Untergang bewahren - so sagt es die alte Prophezeiung. Als Annabeth und Percy zusammen mit ihren neuen Freunden wieder aufeinandertreffen, scheinen sich die sieben endlich gefunden zu haben. Mit ihrem Schiff, der Argo II, machen sie sich auf den Weg ins antike Rom. Aber können sie die alte Feindschaft zwischen den Nachkommen der griechischen und römischen Götter überwinden?
Und Annabeth hat noch eine eigene, wenn auch etwas unklare Mission zu erfüllen: 'Folge dem Zeichen der Athene', hat ihre Mutter ihr aufgetragen. Aber was ist das und wohin wird es sie führen?

Erster Satz

Ehe sie auf die explodierende Statue gestoßen war, hatte Annabeth geglaubt, auf alles vorbereitet zu sein. 
S.7

Meine Meinung

Vorweg muss ich sagen, ich habe die beiden ersten Bände der Reihe noch nicht gelesen, was ich aber unbedingt noch nachholen muss und sicher auch bald nachholen werde.
Obwohl mir die Vorgeschichte eben fehlt, ist es mir nicht schwer gefallen, mich in das Buch einzulesen. Rick Riordan reicht die wichtigsten Sachen nach, so dass auch ich das Buch fast problemlos lesen konnte. Und dabei habe ich noch mehr Lust bekommen, bald die fehlenden Bände zu kaufen und zu verschlingen.

Was für mich natürlich neu war, war die Perspektive und die Erzählerform. Sind die Percy-Jackson-Bücher ja aus Percys Sicht geschrieben und in Ich-Form, kommen hier nun unterschiedliche Halbgötter zur Sprache. Finde ich wirklich super!

Was soll ich jetzt großartig schreiben? Ich bin zugegebenermaßen ein Rick-Riordan-Fan, weshalb ich eigentlich auch einfach nur ein "Oh mein Gott, ich will meeeehr!" hier stehen lassen könnte. Aber das wäre doch ein bisschen wenig.
Grundsätzlich finde ich das Aufeinandertreffen dieser zwei Götterpantheons und Glaubenswelten, die sich einerseits so ähnlich und dann doch so unterscheiden, wirklich interessant. Ich persönlich habe das griechen Pantheon immer ein wenig bevorzugt, was hier natürlich ganz gut passt, denn die Römer präsentieren sich stellenweise für mich eher unsympathisch. Aber ich bin schon sehr darauf gespannt, wie sich dies auflösen wird. Mit Annabeth' Aufgabe, die sie von ihrer Mutter bekommen hat, scheint da ein Stein ins Rollen zu kommen - ich bin jetzt schon total neugierig, was genau das nun bewirken wird.
Doch auch, wie sich die unterschiedlichen Halbgötter hier zusammenraufen müssen, um eben die Welt zu retten, zeigt, dass sie eigentlich gar nicht so unterschiedlich sind. Wie die Freundschaften untereinander langsam entstehen, hat mir gut gefallen. Es wirkte nicht zu schnell, nicht übertrieben, sondern sehr natürlich. Besonders die Geschichte von Hazel und Leo (und in gewisser Weise auch Frank) sticht hier hervor. Eine wundervolle Nebengeschichte, die mir auch ein bisschen ans Herz ging!
Man muss jedoch auch sagen, dass es viele Stränge sind, die hier zusammenlaufen und das sicherlich stellenweise etwas verwirrend wirkt, doch das legt sich auch bald wieder.

Zusätzlich zu den Beziehungskisten der Halbgötter gibt es jede Menge spannende Kämpfe, viele neue interessante mythische Figuren und jede Menge rasante Szenenwechsel. Also alles in allem wieder alle Zutaten für eine spannende Geschichte! Ich liebe ja besonders die unterschiedlichen Sagengestalten, die Rick Riordan einbaut und deren Hintergründe ich meistens nur grob kenne. Es macht einfach Spaß, seine modernen Interpretationen ebendieser zu lesen. Ein Highlight für mich in diesem Buch war die Begegnung mit Herkules, aber da will ich auch nicht zu viel verraten, lest es selber nach, wenn euch Herkules interessiert.

Und die Kirsche auf dieser ganzen Angelegenheit ist natürlich die Bonusgeschichte am Ende: Carter Kane und Percy Jackson treffen aufeinander. Ich hoffe auch weitere Boni dieser Art in zukünftigen Büchern des Autors.

Fazit

Noch immer schafft es Rick Riordan, mich mit seinem Universum zu begeistern: Wie auch die Percy-Jackson-Bücher habe ich dieses Buch förmlich verschlungen und kann es kaum erwarten, die Fortsetzung (und in meinem Fall auch die Vorgänger zu lesen). Wechselnde Teams, viele neue Monster und auch die Begegnungen mit Göttern sind immer wieder lesenswert und dem Autor gelingt es doch immer wieder, mich manchmal zu überraschen.

Bewertung





Mein Dank geht an Carlsen für das Rezensionsexemplar via Vorablesen.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 22. Oktober 2013

[Cosplay] Auch der Cosplayteil von mir lebt noch

Nachdem ich jetzt langsam wieder mit Rezensionen (und normalem Leben) anfange, habe ich heute auch einen Cosplay-Energieschub gehabt und kann euch ein bisschen was präsentieren :D
Aktuell überarbeite ich bei einem Kostüm die Schuhe (wenn sie fertig sind, gibt es ein Vorher-Nachher-Vergleich). Bei einem muss ich das Oberteil neu machen. Komplett neu. Warum? Es war eine Woche vor der Convention fertig. Ich habe in der Woche unglückliche zwei Kilo abgenommen. Ich war so eingenäht, dass ich rausgeschnitten werden musste. Da passierte das Unglück. Und dann mache ich noch an einem neuen Kostüm, was ich gerade schon machen kann, weil ich Stoffe und Materialien da habe. Dieses Kostüm wird auch viel Flüche bei der Perücke beinhalten. Freut euch auf genervte Einträge ;)

Ich habe jetzt nur vier Bilder von euch.

Schuhe. Bevor ich am Werk war.
Das ist meine Grundlage. Aktuell bin ich noch alles andere als gut darin, Schuhcover zu machen. Daher mache ich es mir leichter, wenn es auch nicht perfekt ist ;)

Rechts bearbeitet, links noch nicht
Hier bin ich schon einen Schritt weiter. Ihr seht, was ich bezwecke? Aktuell sind beide Schuhe so weit fertig, morgen geh ich nochmal drüber, einige Stellen sind noch nicht ganz abgedeckt. Aber sie sind bei weitem nicht mehr so wie auf dem Bild oben. Leider habe ich kein aktuelles Bild für euch :P

Dann habe ich einen Energieschub vorhin genutzt:

Leder :D
Ich habe mein Leder ausgepackt und auf gut Glück ein Taschenschnittmuster entworfen.

Einzelteile zusammen gesteckt

Jetzt ist alles geheftet und wartet darauf, morgen oder so genäht zu werden.
Für diese Tasche und das Oberteil habe ich auch bereits Ledergürtel vorbereitet. Das hier wird eine Art Gürteltasche, wenn sie fertig ist. Und am Oberteil gibt es diesen auch.

Wie ihr seht, komme ich so langsam wieder auf Touren :) Die Grippe wird besser und ich muss nicht mehr nur lernen, sondern kann mir meine Zeit einteilen.
Ich freu mich drauf, euch Ergebnisse zu präsentieren (und nicht nur Progress wie hier).



[Rezension] Abaton. Im Bann der Freiheit - Christian Jeltsch & Olaf Kraemer

Titel: Abaton. Im Bann der Freiheit
Autor: Christian Jeltsch & Olaf Kramer
Band: 3
Verlag: Mixtvision
Erschienen am: 15.10.2013
ISBN: 978-3939435686
Preis HC: 16,90€
Leseprobe


Autor

Christan Jeltsch, geboren 1958 in Köln, versuchte sich als Fußballspieler, im Studium der Psychologie, als Filmtechniker, als Regieassistent am Theater und beim Film. Im Anschluss konzentrierte er sich aufs Drehbuchschreiben. Dafür erhielt er u.a. den Adolf-Grimme-Preis.

Olaf Kramer studierte Ethnologie und Publizistik in Berlin, war Sänger und Texter in einer Garagen-Band und arbeitete zwölf Jahre als Journalist und Übersetzer in Los Angeles. Aufsehen erregte er mit der Uschi-Obermaier-Biografie "High Times". Sein erster Roman "Ende einer Nacht" erschien 2008, ist jedoch nur zensiert erhältlich.


Inhalt

Edda und Simon landen auf einer geheimnisvollen Plattform mitten im eiskalten Meer. Von hier aus planen hoch spezialisierte Rebellen den ultimativen Schlag gegen Gene-Sys und die Macht des Geldes. Edda, Simon und Linus sind der wichtigste Teil dieser Aktion, doch Linus bleibt verschwunden...

Erster Satz

Rau schlug der Sturm in sein Gesicht, als Bernikoff an Deck des kleinen Schiffs wankte.
S.14

Meine Meinung

Was für eine Trilogie. Wirklich außergewöhnlich und ich habe das Gefühl, mit einem Mal Lesen einfach nicht alles darin erfassen zu können. 'Im Bann der Freiheit' schließt die Abaton-Reihe nun ab und steht seinen Vorgängern in nichts nach.

Der dritte Band schließt recht nahtlos am zweiten an und man hat somit keine große Lücke. Wieder ist das Ganze durch Zeitsprünge und Perspektivenwechsel geprägt - es hat mir einfach Spaß gemacht, das zu lesen. Bemerkenswert fand ich, dass sich hier Kreise geschlossen haben, von denen ich erst hier erfahren habe, dass sie existieren. In den ersten zwei Bänden geschieht wirklich nichts ohne Absicht und somit finden einige Handlungen hier ihren Abschluss, sie werden neu aufgenommen und mit dem neuen Wissen wirkt es ganz anders. Die Hintergrundgeschichte empfinde ich immer noch als recht komplex und eine ziemlich beängstigende wie faszinierende Vorstellung. Und ich hab schon jetzt große Lust, die ganze Trilogie noch mal zu lesen ;)
Offiziell hat die Reihe zwar das Prädikat Jugendbuch - und auch die Protagonisten sind recht jung gestaltet -, aber dennoch kann man Abaton auch getrost älteren Lesern empfehlen.

Wer findet, dass die Rezension bis jetzt etwas chaotisch ist, hat vollkommen recht. Mir schwirren so viele unterschiedliche Gedanken durch den Kopf, das ich gar nicht mehr weiß, wo ich ansetzen soll. Aber zugleich ist das auch das Tolle an diesem Buch (und der gesamten Reihe): Es regt zum Nachdenken an. Vor allen in diesem letzten Band werden auch viele aktuelle Themen angesprochen und verarbeitet, die einen dann doch vielleicht beschäftigen. Wirtschaftspolitisch ist das unglaublich viel Spannendes dabei, das im ersten Moment möglicherweise wie Zukunftsmusik klingt, aber bei näherem Betrachten... ist das alles schon Realität und eigentlich zum Greifen nahe. Beängstigend!

Die Charakterentwicklung. Linus, Simon und Edda sind ja ziemlich jung, was man anfangs auch merkt. Doch durch diese ganzen Ereignisse wirken sie am Ende viel erwachsener. Manchmal war es mir sogar zu erwachsen, gerade der Abschluss des Epilogs... hat mir persönlich nicht ganz zugesagt. Das ist jedoch nur eine Kleinigkeit und sehr subjektiv.
Dennoch eine sehr realistische Entwicklung, dieses abrupte Erwachsenwerden, das hier dargestellt wird. Von allen Charakteren hat mich Simon am meisten beeindruckt. Linus' spezielle Entwicklung in diesem Buch ist zwar schon fast unglaublich, aber etwas zu viel für mich. Daher fand ich Simons Weg den eindeutig faszinierenderen.

Ich denke, die vielen schnellen Wechsel und Schnitte sind wirklich Geschmackssache. Mir gefällt es, denn dadurch erhält die Geschichte etwas Rasantes, Atemloses und manchmal Gehetztes. Also genau das, was Linus, Simon und Edda erleben.

Fazit

'Im Bann der Freiheit' ist ein wirklich gelungenes Finale der Abaton-Trilogie: Es schließen sich langsam die Kreise und man hat erst jetzt diesen 'Natürlich. Ist doch logisch!' - Moment, der in vielen anderen Büchern fehlt. Dazu dann noch die aktuellen Themen und der fantastische Schreibstil ergeben einfach ein tolles Buch. Punkt. Ich persönlich bekam dabei richtig Lust, die gesamte Reihe noch einmal zu lesen und nochmal zu entdecken, denn ich glaube, hier kann man bei jedem Lesen Neues entdecken.

Bewertung






Mein Dank geht an den Mixtvision-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Donnerstag, 17. Oktober 2013

[Rezension] Die Tochter eines Arztes - Martina Frey

Titel: Die Tochter eines Arztes
Autor: Martina Frey
Verlag: Dryas
Erschienen: September 2013
ISBN: 978-3940855428
Preis TB: 9,50€
Leseprobe








Autor

Martina Frey, geboren 1971 in Wiesbaden, begann bereits in der Schule, Geschichten zu schreiben. Inzwischen verfasst sie seit vielen Jahren historische Romane.

Inhalt

Man schreibt das Jahr der badischen Revolution, 1848, als sich die wohlbehütete Arzttochter Eugenia in den Bauernsohn Matthias verliebt. Doch die gesellschaftlichen Unterschiede lassen ihre Liebe unmöglich erscheinen.
Matthias' verzweifelter Versuch, seine Familie durch Wilderei vor dem Verhungern zu bewahren, führt zur Katastrophe. Als kurz darauf die Revolution losbricht, wird Eugenias Leben von Grund auf erschüttert und neu bestimmt - kann sie ihr Glück doch noch finden?

Erster Satz

Der Abend war hereingebrochen, sodass kaum noch Licht durch die hohen Fenster fiel.
S.5

Meine Meinung

Martina Frey hat hier wirklich ein historisch solides Buch abgeliefert, das den Umbruchcharakter der Zeit sehr schön in Worte fasst. Leider hat es mich persönlich einfach nicht gepackt und mitgerissen. Aktuell beschäftige ich mich mit Literatur dieser Zeit recht intensiv und fand es daher oft sehr vorhersehbar. Nur mit einer einzigen, dafür aber wirklich großen Wende konnten Autorin und Buch mich überraschen. Danach jedoch war es wie zuvor - keine Überraschungen für mich.

Dennoch - und das will ich wirklich betonen - ist historisch nicht viel zu bemängeln. Im Gegenteil: Es ähnelt doch sehr den Geschichten, die zur Zeit der badischen Revolution modern waren und hat eben diesen Zeitgeist eingefangen und mit moderner Sprache bestückt. Die Charaktere sind entsprechend der zeitlichen Gewohnheiten wundervoll beschrieben worden, ohne zu sehr modernisiert zu werden.
Schönes Beispiel ist hier Protagonistin Eugenia: Sie hat zwar ihre eigenen Wünsche und ihren eigenen Kopf, ordnet sich aber letztlich doch dem Vater unter. Ich finde es schön, dass sie zwar träumt und hofft, aber dann immer wieder auf den Boden der Tatsachen ihrer Zeit zurückgeholt wird. Sehr authentisch.

Was mir allerdings missfallen hat, war das große Geheimnis um den Patienten des Arztes und dessen Krankheit: Es wirkte leider so, als hätte die Autorin nicht gewusst, welche Krankheit sie hier nehmen soll, welche Krankheit zu den Symptomen passt und der damit verbundenen Hintergrundgeschichte. Das nimmt dem gesamten Buch wieder sehr viel ab und ich hatte tatsächlich große Probleme damit. Immerhin beruht auf dieser 'kleinen' Geschichte so viel und dann wird sie über das ganze Buch nie richtig beschrieben oder benannt. Ein großes Manko, so zumindest sehe ich das. Es fehlen Details, um die Situation glaubhafter wirken zu lassen, um überzeugender zu sein.
Vielleicht war dies auch mit ein Grund, das mich die Geschichte nicht mitreißen konnte, denn ich gebe zu, dass ich daran immer wieder gedacht habe. Wenn eine Geschichte schon im Prolog eine solche Lücke zeigt, bleibt da dieses ungute Gefühl das gesamte Buch über - wirklich sehr schade, ansonsten ist es nämlich wirklich super ausgearbeitet.

Fazit

Ich finde es wirklich schade, dass dieses eigentlich den Zeitgeist perfekt einfangende Buch an einer Vorgeschichte solche Lücken hinterlässt - daher konnte es mich nicht überzeugen.

Bewertung




Mein Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares geht an den Dryas-Verlag und Blogg dein Buch.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 8. Oktober 2013

[Cosplay] Shooting Engel Lily - Wedding Peach

Hach, ich langweile euch nun etwas, aber im Moment geschieht nicht so viel, dass ich euch viel Neues präsentieren könnte, gerade im Bereich Cosplay. Allerdings gab es dafür eine kleine Shooting-Session mit Arii. Dabei sind einige tolle Fotos rausgekommen... es fiel mir richtig schwer, mich zu entscheiden, was ich euch zeigen werde.

Fotograf: Arii
Liebe ist eine Blüte der Anmut! Das sieht doch aus, als hätte ich mich gerade verwandelt und würde gleich gegen einen Dämonen kämpfen, oder?

Fotografin: Arii
 Auch einer meiner Favoriten. Ich weiß gar nicht, was ich großartig zu diesem Bild sagen soll - es spricht für sich selbst. ;)


Fotografin: Arii
 Das hier ist eines der Favoritenbilder meiner Mutter :)


Fotografin: Arii
Ist es nicht wundervoll? Hach ♥


Fotografin: Arii 
Groooße Augen!

Fotografin: Arii
Kampfpose mit... einem Lippenstift. Aber sehr schönes Bild, eines der letzten, wenn nicht sogar das Letzte, weil die Sonne dann weg war. Hat gleich eine ganz andere Atmosphäre, nicht wahr?

Fotografin: Arii
Sehr schön finde ich hier wirklich die Lilie, das passt einfach so perfekt zu Lily ♥

Fotografin: Arii
 Und zum Abschluss noch einmal mein wehender Schleier. Der Wind hat an dem Tag so schön geweht... immer dann, wenn wir am Herrichten waren... nie, wenn wir am Fotografieren waren. Epische Lippenstiftpose.

Ich finde, Arii sind da echt tolle Bilder gelungen ♥ Oder was denkt ihr? Wie findet ihr die Bilder?






Sonntag, 6. Oktober 2013

[Rezension] Wen der Rabe ruft - Maggie Stiefvater

Titel: Wen der Rabe ruft
Autor: Maggie Stiefvater
Original: The Raven Boys
Band: 1/4
Verlag: Script5
Erschienen am: 9.10.2013
ISBN: 978-3839001530
Preis HC: 18,95€
Leseprobe


Autor

Maggie Stiefvater, geboren 1981, hatte glücklicherweise immer Schwierigkeiten, ihren Hang zu Tagträumereien und Selbstgesprächen mit ihren Jobs zu vereinbaren. Anstatt also als Kellnerin, Kalligraphielehrerin oder technische Redakteurin zu arbeiten, versuchte sie es mit der Kunst. Heute lebt die New York Times-Bestsellerautorin in den Bergen Virginias, ist verheiratet, hütet zwei kleine Kinder sowie zwei neurotische Hunde und hofiert eine verrückte Katze.

Inhalt

Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen - bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird.
Seit Blue sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwas Gansey gemeint?

Erster Satz

Blue Sargent wusste mittlerweile schon gar nicht mehr, wie oft ihr gesagt worden war, dass sie ihrer wahren Liebe den Tod bringen würde.
S.9

Meine Meinung

Nach einem Kapitel hatte Maggie Stiefvater mich schon im Sack. Nach der Leseprobe wollte ich das Buch unbedingt lesen. Und nach dem Buch frage ich mich jetzt, wie es und vor allen Dingen wann es weitergeht.

Die Beschreibung klingt doch sehr nach einer Liebesgeschichte, doch das Buch hat mich in der Hinsicht überrascht. Es ist nicht die scheinbar obligatorische Liebe auf den ersten Blick, es ist ein schleichender Prozess, mit Streit, Gesprächen und vor allen Dingen auch Antipathie gespickt. Dadurch wirkt die Liebesgeschichte viel natürlich und steht vor allen Dingen nicht total im Vordergrund. Das wäre angesichts der eigentlichen Geschichte auch wirklich schade gewesen.
Die beinhaltet neben Wahrsagerei und viel Mystik auch Magie und Magieglauben. Ich wüsste gar nicht, wo ich da anfange sollte, denn mich hat so viele fasziniert: Von den Ley-Linien über die Geschichte von König Glendower bis hin zu Noahs Geschichte, die Wahrsagerei in Blues Familie und Ronans kleinen Raben. Der Rabe, also das Bild, welches der Titel heraufbeschwört, ist in vielerlei Hinsicht vertreten und es scheint alles zu ihm zu führen. Ein Detail, das mir sehr gefällt, denn ich mag Raben wirklich sehr. Sehr passend war es, dass unsere zwei hauseigenen Raben im Hintergrund immer mal wieder gekrächzt haben - sorgt für die passende Stimmung.
Die Stimmung ist nicht locker-leicht und fröhlich, da gibt es nur vereinzelte Momente, in denen die vier Raven Boys und Blue so unbeschwert und heiter sind, wie man es von Schülern doch zwischendurch erwarten würde. Alle Charaktere haben an einem kleinen oder großen Päckchen zu tragen - manchmal eher offensichtlich, sehr offensichtlich und manchmal kommt dann doch auch die große Überraschung und tatsächlich auch ein kleiner Schock.
Die Protagonisten sind allesamt sehr einzigartig gestaltet worden: Ob das nun Gansey ist, der reich ist, klug ist und manchmal aus einer anderen Zeit zu stammen scheint - zumindest von der Sprache her, oder der genauso kluge Adam mit Stipendium, der arrogante, laute, rüpelhafte Ronan mit einem weichen Herz, der geheimnisvolle, stille, unscheinbare Noah oder eben Blue. Bei ihr fängt es mit dem Namen an und hört bei der Familie auf. Alle sind eigen, sind Persönlichkeiten, die sich einprägen und die einem ans Herz wachsen.
Genauso wie Blues Familie. Wobei gerade bei Blues Familie für mich persönlich auch ein Haken des Buchs liegt. Die Frauen des Hauses sind total durchgedreht und dabei auch sehr liebenswert, zumindest die, die eigentlich dort wohnen. Doch dann gibt es da noch Neeve, diese ist gekommen, um etwas zu suchen. Sie gibt sich sehr geheimnisvoll, sehr leise. Nur... ich fand die Stellen mit ihr am Schlechtesten. Nicht schlecht, aber sie haben sich gezogen, sie hatten eine Länge, die andere Buchszenen nicht hatten. Und ehrlich gesagt... weiß ich auch nach dem Schluss des Buches nicht, was dieser Charakter bezwecken sollte. Ja, das ist persönliches Empfinden, aber Neeve... ist nicht meins.

Fazit

Ein wirklich tolles Buch, das Lust auf mehr hat und mich mit dem Schreibstil gleich in den Bann gezogen hat. Die Hintergrundgeschichte ist einfach nur faszinierend und die Charaktere habe ich auch ins Herz geschlossen. Dennoch gibt es Längen in dem Buch und einen Geschichtsteil, dessen Sinn sich mir nicht ganz geöffnet hat.

Bewertung




Mein Dank geht an Script5 via Vorablesen für das Rezensionsexemplar.

Quellen
Autorenvita; Inhalt