Sonntag, 30. Juni 2013

[E-Rezension] Innerste Sphäre - Sarah Fine

Titel: Innerste Sphäre
Autor: Sarah Fine
Original: Sanctum
Band: 1/3
Verlag: AmazonCrossing
Erschienen am: 26.02.2013
ISBN: 978-1611099225
Preis: 9,99€ (TB); 4,99€ (E-Book)
Leseprobe






Autor

Sarah Fine wurde an der Westküste der USA geboren, ist im Mittleren Westen aufgewachsen und lebt heute fest verwurzelt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern an der Ostküste. Wenn sie gerade nicht schreibt, arbeitet sie als Kinderpsychologin. Nein, Sie müssen sich jetzt nicht auf die Couch legen! Innerste Sphäre ist ihr erster Roman.

Inhalt

Vor einer Woche hat sich Lela Santos’ beste Freundin Nadia das Leben genommen. Heute steht Lela nach einem missglückten Abschiedsritual im Paradies und blickt zu einer gigantischen ummauerten Stadt in der Ferne auf – der Hölle. Niemand durchschreitet freiwillig das Selbstmordtor, um an einen Ort zu gelangen, der in Dunkelheit erstickt und von verkommenen Geschöpfen heimgesucht wird. Aber Lela lässt sich nicht so leicht abschrecken – sie ist entschlossen, die Seele ihrer besten Freundin zu retten, auch wenn sie dafür ihr ewiges Leben opfern müsste.
Bei ihrer Suche nach Nadia wird Lela von den Wächtern gefangen genommen – ungeheuren, unmenschlichen Aufsehern, die in den endlosen Straßen der dunklen Stadt patrouillieren. Ihr menschlicher Anführer Malachi hat nur eins mit ihnen gemeinsam: seine tödliche Effizienz. Als er die mutige Lela kennenlernt, fasst Malachi einen Plan: Er will sie aus der Stadt schaffen, selbst wenn das bedeuten sollte, dass sie Nadia zurücklassen muss. Denn Malachi weiß etwas, das Lela nicht ahnt – die dunkle Stadt ist nicht der schlimmste Ort, an dem Lela enden könnte, und er schreckt vor nichts zurück, um sie vor diesem Schicksal zu bewahren.

Erster Satz

Wenn mir jemand an meinem ersten Tag an der Warwick-Highschool erzählt hätte, dass ich für eine meiner Mitschülerinnen durch die Hölle gehen würde, und noch dazu für dieses Warwick-Alphaweibchen, hätte ich gelacht.
S.7

Meine Meinung

Was für eine Athmosphäre! Was für ein Buch! Ganz ehrlich: Ich bin begeistert von diesem Buch. Und das beginnt wirklich schon bei der Athmosphäre, die hier geschaffen wurde. Doch auch die Themen, so beklemmend und bedrückend sie erscheinen mögen, sind schon an sich etwas Besonderes und dieser Kombination wirklich außergewöhnlich. 'Innerste Sphäre' beschäftigt sich mit dem Selbstmord von Jugendlichen und ihrem Leben nach dem Tod. Wie es ja oft im religiösen Umfeld der Fall ist, wird in dem Buch zwischen den Todesarten unterschieden. Wer den Freitod wählt, landet in der finsteren Stadt, aus der es nur einen Weg herausgibt, das Gericht. Allein schon diese Idee ist wirklich als genial zu bezeichnen, denn diese Stadt ist einfach faszinierend und beängstigend zugleich.

Lela ist die Protagonistin des Ganzen und eine wirklich taffe, starke, junge Frau, die sich durchgekämpft hat und das noch weiter tut. Sie selbst stand bereits an der Grenze der Stadt und kennt diese schon. Was an ihr so beeindruckend ist, ist ihr absoluter Wille zum Kampf für ihre beste Freundin Nadia, die Selbstmord begeht und somit ein Opfer der Stadt wird.
Ich war wirklich beeindruckt davon, wie sie sich - nach ihrem versehentlichen Tod - gegen das Paradies entscheidet und einfach in die Stadt marschiert und nach Nadia sucht. Wer hat schon eine solcher Aufopferungsbereitschaft?

Ihr Gegenpart in der Stadt ist Malachi: groß, attraktiv, stark, ein Bild von einem Kerl eben. Leider muss ich sagen, dass seine Charakterwandlung recht schnell von dannen geht, für mich der einzige kleine Wermutstropfen an der Geschichte. Lela verändert ihn ein bisschen zu schnell und überstürzt. Der Entwicklung dieses Charakters bleibt somit kein großer Zeitraum. Aber an sich ebenfalls ein wirklich toller Charakter, weder Macho noch Feigling, sondern genau das richtige Maß, auch als Partner für Lela. Perfekt getroffen!

Übrigens find ich es auch wichtig zu erwähnen, dass die Liebesgeschichte hier nicht überhand nimmt und nicht Hauptteil der Geschichte wird. Ganz im Gegenteil, sie bleibt neben der Suche nach Nadia und dem Kampf gegen das Böse in der Stadt fast nebensächlich.
Da ist natürlich nicht nur die Stadt der Selbstmörder, die an sich schon grausam und komplex genug ist. Darin gibt es neben den Selbstmördern und den Wächtern ebendieser noch eine dritte Partei, die hier wirklich schon fast als das ultimative Böse bezeichnet werden kann. Zumindest waren die sogenannten 'Mazikin' das für mich. Warum? Lest das Buch, ihr werdet es bestimmt nicht bereuen!

Fazit

Was für ein Buch! Abgesehen von Malachis Charakterentwicklung hat dieses Buch einfach alles, was ein gutes Buch braucht: Spannung, Geschwindigkeit, einen tollen Schreibstil, einen spannenden Hintergrund mit der Stadt, interessante und vor allen Dingen glaubwürdige Charaktere, eine Liebesgeschichte, einen Gegner usw. Einfach alles! Ich persönlich kann Band 2 kaum erwarten und bin gespannt, ob es das halten kann, was Sarah Fine hier begonnen hat. Band 2 erscheint im Oktober auf Englisch.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

Samstag, 29. Juni 2013

[Rezension] Das Testament der Jessie Lamb - Jane Rogers

Titel: Das Testament der Jessie Lamb
Autor: Jane Rogers
Original: The Testament of Jessie Lamb
Verlag: Heyne
Erschienen am: 13.05.2013
ISBN: 978-3453314856
Preis broschiert: 14,99 €
Leseprobe






Autorin

Jane Rogers, mehrfach ausgezeichnete britische Literatin, hat in England bereits sechs Romane veröffentlicht. Sie arbeitet für Radio und Fernsehen und lehrt an der Universität Sheffield. Mit ihren beiden Kindern lebt sie in Lancashire.

Inhalt

Die junge Jessie Lamb lebt in einer Welt, in der jede Frau, die nach ihrem sechzehnten Geburtstag schwanger wird, stirbt. Die Ursache ist ein bisher unerforschtes Virus, die Folgen sind katastrophal: Es werden keine Kinder mehr geboren, die Wissenschaft ist ratlos, und die Menschheit geht langsam, aber sicher ihrem Ende entgegen. Doch das kann und will Jessie nicht akzeptieren: Sie möchte dieser Welt etwas Gutes hinterlassen. Sie möchte neues Leben schenken, auch wenn das bedeutet, dass sie mit ihrem eigenen dafür bezahlen muss ...

Erster Satz

Im Haus ist es ganz still, jetzt, da er weg ist.
S.9

Meine Meinung

Ich muss mit dem Cover beginnen: Natürlich gibt es sicherlich wieder diese Aufschreie wegen einem Mädchenkopf, das gibt es schon tausendfach, usw. Das stimmt. Nichtsdestotrotz fasziniert mich das Coverbild sehr - der intensive Blick, die Sommersprossen, die dunklen Lippen, für mich ein wundervolles Cover, das mich wirklich in den Bann zieht.
Jedoch stelle ich mir so keinesfalls die Protagonistin vor. Jedenfalls nicht die von Jane Rogers beschriebene Jessie. Aber dazu später mehr.
Die Idee des Buches finde ich toll, ein super Ansatz für eine Dystopie und eine schreckliche Vorstellung, oder? Eine Krankheit, die verhindert, dass die Menschheit sich fortpflanzen kann, eine Welt, die langsam dadurch in das Chaos versinkt, in der sich das Benehmen der Menschen ändert. Aber auch eine Welt, die interessant wäre für einen Autor, für 'psychologische Studien' und die Gefühle der Menschen. Und dann kommt Jessie. Protagonistin, Ich-Erzählerin, Egoistin. Mir ist dieser Charakter dermaßen unsympathisch und das Handeln dermaßen unverständlich. Diese tollen Ansätze der Geschichte blitzen immer wieder durch und kommen doch nicht zur Geltung, weil Protagonistin Jessie mit ihrem dumpfen Art alles unterdrückt. Ich kann gar nicht sagen, wo ich anfangen soll, doch hier schon mal ein Fazit meinerseits: Ich hätte mir einen anderen Protagonisten gewünscht.
Jessies Handlungen sind oft sehr abrupt, man kann es auch schon als willkürlich bezeichnen. Obwohl man hier eine Ich-Erzählerin hat, sind die Gefühle angesichts der Krankheit und der damit verbundenen Opfer eher... mager. Ups, jemand gestorben? Macht nichts, interessiert mich ja doch nicht.
Und gerade das Ende... es fehlt mir da einfach etwas. Die Begründungen, die wahren Gründe, die tiefergehenden Gedanken dazu, der Sinn, Jessies Gefühle.
Auch die politischen Gruppen, die angesichts der Katastrophe aktiv werden, hätten mehr behandelt werden können. Plötzlich taucht eine neue Organisation auf, Jessie kennt sie, ich als Leserin war dann eher etwas überrascht. Habe ich was überlesen? Nein.
Übrigens hätte es sogar eine Figur gegeben, die spontan für mich die interessantere Protagonistin gewesen wäre: Lisa. Ihr Hintergrund, ihr Auftreten, ihre Meinung, ihre Pläne - alles deutlich interessanter als Jessies seltsame Gedankengänge.

Fazit

Eine gute Idee, von der ich mehr erwartet hätte (auch wenn ich durch Rezensionen schon ahnte, dass das Potenzial nicht ausgenutzt wird), und eine Protagonistin, die alle guten Ansätze im Keim durch ihren Charakter erstickt.

Bewertung




Mein Dank geht an den Heyne-Verlag sowie Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

Donnerstag, 27. Juni 2013

[TTT] Q als Anfangsbuchstabe

Puh... diese Woche gehts schnell (und mit ohne Bild - habs noch nicht mal geschafft, die Urlaubsbilder von der Kamera zu übertragen ;).

Und hier meine spektakuläre Liste zu dem wundervollen und einzigartigen Q:

1. Rohinton Mistry: Die Quadratur des Glücks

Als geachteter Patriarch der Familie: so würde Nariman Vakeel in Bombay gern seinem Alter entgegensehen. Aber die Harmonie in seiner Familie ist brüchig. Er lebt bei seinen Stiefkindern, die ihm vorwerfen, ihre verstorbene Mutter nie richtig geliebt zu haben. Als er nach einem Unfall gepflegt werden muss, schieben sie ihn zu seiner Tochter Roxana ab, die mit ihrem Mann Yezad und zwei Kindern in einer engen Wohnung lebt. So sehr Roxana ihren Vater liebt, so sehr auch Yezad und die Kinder versuchen, den alten Mann in ihr Leben aufzunehmen, wird die Situation doch zur Belastung - und die Versuche, das Leben zu bewältigen, haben dramatische Folgen. Yezad wird von dem ganz Bombay ergreifenden Lotteriefieber erfasst und verspielt sein knappes Gehalt, dann will er seinen Chef für eine Lokalpolitikerkarriere begeistern, um so selbst befördert zu werden. Nariman flüchtet sich immer mehr in Erinnerungen an seine erste verbotene Liebe zu der Christin Lucy, und Roxana versucht heimlich eine Versöhnung mit den Stiefgeschwistern zu erreichen. Und dann scheint es, als könne alles gut werden.
 
 
 
Ha. Das wars. Wie siehts bei euch aus? 
Ich hab nicht mal einen Manga mit Q... Scheint nicht mein Buchstabe zu sein ;)
 

Dienstag, 25. Juni 2013

[Cosplay] Arbeiten mit Wonderflex

Der Name beinhaltet es schon ein bisschen: Wonderflex ist für mich ein wunderbares Material. In der Zwischenzeit lösen viele es schon durch Worbla ab, aber ich hinke da ein bisschen hinterher ;)
Heute zeige ich euch, wie man damit arbeitet und ganz unten folgt ein Link, den ihr unbedingt anklicken müsst, denn dieser führt zu meiner persönlichen Wonderflex- und Worbla-Königin. Das sind Kostüme, die selbst nicht so Interessierte zum Staunen und Bewundern bringen. Also - ihr, die nicht an Cosplays interessiert seid - scrollt runter und klickt und staunt. Das ist wahre Kunst!

Alle Materalien, die man benötigt

Wonderflex ist ein sehr praktisches Material: Man nimmt einfach nur einen Fön, erhitzt es und es lässt sich wunderbar formen. Schere, Wonderflex, Fön. Das ist alles. (Beachtet dabei bitte meine bezaubernde Schere, die ich seit der ersten Klasse besitze und hege und pflege. Eine echte Linkshänderschere... ich hatte keine andere Schere zum Fotografieren zur Hand)
Bei dem, was ich geformt habe, ist allerdings noch ein Moosgummikern zwischen zwei Wonderflexplatten. Das ist ganz einfach: Zurechtschneiden (geht auch mit ner Schulschere), erhitzen und an den Seiten zusammenkleben. Dann kann man es noch schön formen und fertig ist das Ganze. Und was ich mache, ist echtes Anfängerniveau. Bei meiner Göttin in der Hinsicht seht ihr ganze Rüstungen, die einfach traumhaft sind.
Wenn das Material geformt und wieder kalt und hart ist, kann man es einfach anmalen. Auch darin bin ich nicht unbedingt so gut wie die Cosplayerin, deren Facebookseite ich euch noch verlinke - vergleicht mich also bitte nicht mit ihr ;)

links: silber; rechts: unbemalt; Mitte: fertig mit Schatten

Und zu guter Letzt sieht das Ganze dann so aus:

die fertigen Armbänder und meine hässliche Hand

Ich habe Lederarmbänder genäht, mit praktischem Klettverschluss, dann das Wonderflex an meinen Arm angepasst, bemalt und schließlich befestigt. Fertig. Ein Cosplayaccessoire: erledigt!
Irgendwann diesen oder nächsten Monat zeige ich euch noch ein weiteres Accessoire, für das ich Wonderflex benutzen werde.

Wonderflex kaufen könnt ihr hier.
Das neue und bessere Worbla (das ich noch nicht besitze) kauft ihr bei MyCostumes.
Und meine absolute Wonderflex- und Worbla-Göttin ist Kamui. Sehet und staunet!

Montag, 24. Juni 2013

[E-Rezension] Final Cut - Veit Eitzold

Titel: Final Cut
Autor: Veit Eitzold
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen am: 18.05.2012
ISBN: 978-3404166879
Preis: 8,99€ (TB); 6,99€ (E-Book)
Leseprobe







Autor

Veit Etzold, geboren 1973 in Bremen, studierte Anglistik, Kunstgeschichte, Medienwissenschaften und General Management in Oldenburg, London und Barcelona. 2005 promovierte er zum Kinofilm "Matrix". Während und nach seinem Studium arbeitete er für Medienkonzerne, Banken, in der Unternehmensberatung und in der Management-Ausbildung. Veit M. Etzold lebt in Berlin.

Inhalt

Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und einen Feind.

Die Freunde sind virtuell,
der Feind ist real.

Er wird Dich suchen.
Er wird Dich finden.
Er wird Dich töten.

Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und keiner wird etwas merken.


Ein Killer, der wie ein Computervirus agiert: unsichtbar und allgegenwärtig. Er nennt sich der Namenlose, und seine Taten versetzen ganz Berlin in Angst und Schrecken. Hauptkommissarin Clara Vidalis und ihr Team sind in der Abteilung für Pathopsychologie ohnehin schon für die schweren Fälle zuständig, aber die Vorgehensweise dieses Verbrechers raubt selbst ihnen den Atem. Perfide und genial, lenkt er die Ermittler stets auf die falsche Fährte. Und erst allmählich begreift die Kommissarin, dass der Namenlose sein grausames Spiel nicht mit der Polizei spielen will, sondern nur mit einem Menschen: mit ihr, Clara Vidalis. Während die Ermittler noch verzweifelt versuchen, die Identität des Killers aufzudecken, startet der Medienmogul Albert Torino eine neue Casting-Show. Und es gibt jemanden, der diese Show für seine eigenen, brutalen Zwecke nutzen wird: der Namenlose.

Erster Satz

Nummer 12!
S.7

Meine Meinung

Ab und zu greife ich auch mal zu Thrillern, muss allerdings zugeben, dass es nicht mein bevorzugstes Genre ist - ich bin ein zu empfindliches Gemüt in der Hinsicht. Aber ich habe das Buch gelesen und dabei festgestellt... ich bin wirklich zu zartbesaitet. Es ist ein für mich bedrückender Thriller, mit grauenhaften Phantasien und Vorstellungen, die stellenweise in die Realität umgesetzt werden. Da ist besonders, neben dem Mörder natürlich, die Sendung 'Shebay' hervorzuheben. Diese Vorstellung fand ich fast mit am Gruseligsten, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass das auch zur Wahrheit werden könnte.

Aber auch Fans des Blutigen und raffinierter Morde kommen nicht zu kurz, im Gegenteil: Gerade die Darstellung der Toten ist unglaublich detailliert und... ich wiederhole mich... raffiniert! Aber auch Blut und Gewalt ist viel dabei, mir hats da doch so manches Mal ein bisschen den Magen zusammen gezogen (ich bin aber auch empfindlich).

Spannend fand ich die Einblicke in das Leben von Clara Vidalis, der Ermittlerin, die auch speziell vom Mörder angesprochen wird. Ihre Gedanken und Gefühle sind oft sehr intensiv dargestellt, besonders die ersten Szenen im Beichtstuhl haben mich beeindruckt. Clara fand ich als Person deutlich interessanter als den Mörder - ihre Zweifel, Ängste, Sorgen, Vergangenheit und Reaktionen sind einfach so genial geschrieben und man kann sich richtig in sie herein fühlen und erhält einen Einblick in eine durchaus kaputte Seele.

Übrigens kommt man auch nicht so leicht auf die Spur des Täter, es gibt viele falschen Fährten, man wird oft in die Irre geleitet und zusammen mit Clara und ihren Leuten an der Nase herumgeführt.

Der Schreibstil ist wirklich packend und mitreißend. Das Besondere ist jedoch die Emotionalität, die dadurch entsteht und noch mehr aufgebaut wird. Veit Eitzold gelingt eben insbesondere die bereits genannten Einblick in die Gedanken und Gefühle der Figuren (ich hebe da noch mal Clara hervor). Sehr beeindruckend.

Natürlich muss man auch das Internet in diesem Zusammenhang besonders erwähnen. Beängstigend, was hier mit Hilfe von Facebook und anderen Internetmöglichkeiten geleistet wird. Das ist sicherlich auch für einige Leute als absolutes Warnschuss gedacht, ich fand es einfach nur faszinierend und manchmal auch fast unglaublich, wie das Internet uns eigentlich schon im Griff hat. Ich finde Bücher mit dieser Hintergrundthematik immer spannend, aber das hier hat auch allein durch die Nutzung von Facebook einen absoluten Thriller-Aspekt.

Fazit

Ein Thriller voller Blut, Gewalt, grausamer Morde und genauso grausamer Ideen. Das Ganze ist gepaart mit einem packenden Schreibstil und faszinierenden Einblicke in die menschliche Psyche.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen.  

Samstag, 22. Juni 2013

[Rezension] Der dunkle Wächter - Carlos Ruiz Zafón

Titel: Der dunkle Wächter
Autor: Carlos Ruiz Zafón
Original: Las luces des septiembre
Verlag: FJB
Erschienen am: 23.09.2009
ISBN: 978-3596853885
Preis HC: 17,95 €
Preis TB: 8,99 €
Leseprobe






Autor

1964 in Barcelona geboren; lebt heute in Los Angeles; Autor von sieben Romanen mit Übersetzungen in 40 Sprachen; entwickelt die einzigartige Buchreihe "Friedhof der vergessenen Bücher"

Inhalt

Nach düsteren Tagen wünscht sich Irene das Glück des Sommers. Als sie mit dem Jungen Ismael an der Blauen Bucht liegt, scheint alles perfekt.
Doch der Spielzeugfabrikant, der Irenes Mutter auf seinen Landsitz Cravenmoore geholt hat, hegt ein finsteres Geheimnis. Alle Zimmer seines gewaltigen Hauses stehen voll selbstgebauter Automaten und raffiniertem Spielzeug, und einige Räume dürfen nie betreten werden. Im großen Wald rings um die Villa geht der Besitzer oft spazieren. Aber auch ein sonderbares Geschöpf treibt sich dort herum, das einem Albtraum zu entstammen scheint ...
Bald jagen dunkle Schatten durchs Haus, und im Nebel drohen vom Leuchtturm die gefürchteten Septemberlichter. Cravenmoore entpuppt sich als Ort des Schreckens. Irene und Ismael kämpfen im größten Abenteuer ihres Lebens um ihre Liebe.

Erster Satz

'Liebe Irene, die Septemberlichter haben mich gelehrt, Deine Fußspuren in Erinnerung zu behalten, die von den Gezeiten hingespült wurden.'
S.7

Meine Meinung

Trotz der Bezeichnung als Jugendbuch ist das für mich wieder ein typisches Zafón-Buch. Man merkt auch der etwas einfacher gehaltenen Sprache sofort an, wer dieses Buch geschrieben hat. Nicht nur das, auch die Vorliebe für Maschinen und Spielzeuge sowie die bevorzugte Epoche mussten wieder herhalten. Doch auch wenn das nach bekannten Mustern klingt, ist es dem Autor dennoch gelungen, ein völlig selbständig stehendes Buch zu verfassen, das vielleicht in Teilen an Vorgänger erinnert und dabei doch irgendwie anders ist.

Gerade als ich von den Automaten, bzw. man kann stellenweise wohl schon fast Roboter sagen, gelesen hatte, musste ich sofort an 'Marina' denken - an die Puppen, die hergestellt wurden und wichtiger Bestandteil sind. Es gibt wirklich Parallelen, das kann man nicht verleugnen. Für mich auch ein Grund, dem Buch etwas in der Bewertung abzuziehen, einfach weil ich mir doch gewünscht hätte, diese Ähnlichkeiten eben nicht zu haben, sondern etwas Neues zu lesen. Seltsamerweise hat dies meinem Lesevergnügen letztendlich dennoch keinen Abbruch getan: Ich fieberte mit den Protagonisten mit, litt mit und rätselte immer wieder, was hinter all dem steckt. Wie immer versteckt Zafón Bruchstücke der Geschichte und gegen Ende des Buches setzt sich das Puzzle zusammen und ich dachte einfach nur 'Logisch, da hätte ich auch früher drauf kommen können.'

Auch die Sprache ist wieder wunderschön, daran ändert auch nichts die vermeintliche 'Einfachheit', die aufgrund der Einordnung ist das Jugendbuchgenre vorzufinden ist. Ich finde die Sprache einfach nur wundervoll, stark, bilderreich und faszinierend. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum ich Parallelen hier leicht verschmerzen kann?

Auch die Ausarbeitung der Protagonisten liegt dem Autor. Irenes und Ismaels kleine Romanze ist einfach berührend in ihrer Schlichtheit. Auch Irenes kleiner Bruder bekommt viel Aufmerksamkeit und ist eine wirklich spannende Figur. Doch besonders gut hat mir der Rahmen der eigentlichen Geschichte gefallen, einfach nur wundervoll!

Fazit

An der Geschichte gibt es eigentlich nichts aussetzen, Spannung, tolle Charaktere, wundervolle Sprache - wenn da nicht die Parallelen wären, die mich an andere Werke des Autors erinnern. Nichtsdestotrotz ein wundervolles Buch!

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

Freitag, 21. Juni 2013

[Rezension] Warte auf mich - Philipp Andersen & Miriam Bach

Titel: Warte auf mich
Autoren: Philipp Andersen & Miriam Bach
Verlag: Pendo
Erschienen am: 14.05.2013
ISBN: 978-3866123571
Preis HC: 16,99 €
Leseprobe







Autoren

Philipp Andersen - geboren 1955, Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie. Promotion. Tätigkeit als Übersetzer, freier Verlagslektor, Drehbuchautor, Werbetexter und Unternehmensberater. Verfasste unter Pseudonym Fach- und Sachbücher sowie Ratgeber zur Persönlichkeitsentwicklung. 

Miriam Bach - geboren 1972, Studium der Germanistik und Anglistik, anschließend Volontariat und Ausbildung zur Drehbuchautorin. Veröffentlichte zahlreiche Romane, schrieb mehrere TV-Filme und arbeitet darüber hinaus als Journalistin.
 
Inhalt

Auf einer Feier lernen sich der Erfolgsautor Philipp Andersen und die Schriftstellerin Miriam Bach kennen. Sie verbringen eine Nacht miteinander, in der fast nichts passiert – und in der sich doch alles verändert. Am nächsten Morgen tauschen sie ihre Adressen aus, schicken sich ihre Romane zu und verlieben sich über die Lektüre der Bücher hoffnungslos ineinander. Hoffnungslos, denn Philipp lebt seit vielen Jahren in einer glücklichen Ehe, und Miriam ist nicht bereit, die Rolle der Geliebten einzunehmen. Dennoch leben die beiden ihre leidenschaftliche Amour fou, kämpfen mit sich und ihrer Liebe. In ihrer Not beginnen sie, alles, was zwischen ihnen passiert, aufzuschreiben. Was wird am Ende ihrer Geschichten stehen? Das Scheitern und die unvermeidliche Trennung? Oder gibt es doch eine lebbare Liebe für sie?

Erster Satz

Warten. Ihr schien es, als bestünde ihr Leben seit Monaten nur noch aus Warten.
S.10.

Meine Meinung

Bei dem Buch fällt es mir nicht leicht, meine Meinung zu schreiben, einfach weil ich das Gefühl habe, immer noch etwas verwirrt zu sein - trotz oder gerade aufgrund der Art, wie das Buch endet. Das Ende ist schwer zu beschreiben, aber auch schwer zu begreifen. Egal wie oft ich es versucht habe... es ging einfach nicht mehr weiter.
Schon der Anfang war neugiererweckend: der Brief an den Verleger, das Manuskript, eines gedruckt, eines handschriftlich. Bereits hier musste ich unbedingt weiterlesen, das war ein Anfang, der mich sofort in den Bann gezogen hat.

Ehe man sich versieht, wird man in diese chaotische Liebesgeschichte zwischen Miriam 'Mirchen' und Philipp hineingezogen und sieht, wie sich ihre Gefühle langsam, aber intensiv entwickeln. Es ist tatsächlich faszinierend.
Leider war ich relativ schnell von Philipps Kosenamen für Miriam genervt: 'Süßkind', das Wort konnte ich irgendwann nicht mehr lesen. Fand ich persönlich einfach nur furchtbar und mich hat es wirklich gestört.
Auch Philipps fehlendes Schuldbewusstsein gegenüber seine Frau (aber auch gegenüber Miriam) hätte die Geschichte doch noch etwas aufwerten können. Dass er sich so wenig Gedanken macht, fand ich schade, denn das wäre auch ein spannendes Element gewesen.

Besonders ist hier natürlich die Schreibweise, die beiden Erzählweisen, die sich nicht nur stilistisch, sondern auch in der Perspektive schon unterscheiden. Das ist das, was an dieser Geschichte besonders reizt. Auch die vielen modernen Medien, die mit eingearbeitet wurden - seien das nun SMS, E-Mail oder auch das momentan so beliebte Whatsapp -, geben dem Buch einen Großteil seines besonderen Flairs. Und es ist doch immer wieder unglaublich, wie viel man über diese Medien loswerden kann. Hier fand ich persönlich übrigens auch etwas ganz anderes ziemlich bezeichnend: Über diese anonymen, gesichtslosen Methoden lässt es sich doch oft viel leichter reden als von Angesicht zu Angesicht. Das wurde immer wieder deutlich hervorgehoben und das ist für mich etwas, das mir als Aussage sehr gut gefällt, weil es doch immer mehr der Wahrheit entspricht.

Fazit

Ein wirklich unglaublicher Roman, der mich als Leserin sehr nachdenklich zurückließ. Zwar gab es für mich im Nachhinein auch einige Dinge, die ich 'bemängeln' würde, aber dennoch überwiegt hier die Sprachlosigkeit angesichts der Umsetzung, auch wenn sie eben nicht ganz perfekt ist.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.  

Dienstag, 18. Juni 2013

[Cosplay] Sailor Mars

Hallo alle miteinander, na? Gehts gut?
Es ist wieder Dienstag und Dienstag ist... was? Genau, Cosplay-Zeit. Letzte Woche gab es einen kleinen Einblick in meine Stoffe und vor allen Dingen meine Reststoffe. Davon habe ich ja doch einige.
Heute habe ich wieder ein Kostüm für euch, eines meiner liebsten Kostüme sogar: Sailor Mars aus Sailor Moon.

Ich denke, viele haben Sailor Moon gesehen oder zumindest davon gehört. Ich wollte unbedingt etwas aus dieser Serie cosplayen und es ist Sailor Mars geworden, sie passt von den Farben gut zu mir und auch ansonsten mag ich ihren Charakter sehr.


Sailor Mars

Das ist sie also, Sailor Mars. Und das wäre dann wiederum meine Wenigkeit als Sailor Mars:

Sailor Mars

Und nochmal aus der Nähe

Bis auf die Handschuhe, die auf dem Bilder leider etwas verrutsch sind, bin ich mit dem Cosplay sehr zufrieden.
Die Frage wäre ja jetzt noch, warum ich mich für Mars entschieden habe und nicht Merkur oder Venus oder schlag mich tot, oder? Der Kommentar meiner Mutter, nachdem sie ein Sailor-Moon-Musical angesehen hatte und nachdem ich das Cosplay allerdings auch schon besaß: 'Da passt aber auch nur Mars oder Venus zu dir.'
Okay... das mit Venus hat mich überrascht... aber es stimmt, Mars ist und bleibt der Charakter, der am besten zu mir passt. Angefangen mit der Haarfarbe. Mars war mir auch immer der liebste Charakter, ihre etwas herbere Art, ihre Zusammenstöße mit Sailor Moon, ihr Ernst, ihr erwachsene Art ab und an, das passt zu mir. Und das fand ich sympathisch. Und mal ehrlich... für Jupiter oder Uranus wäre ich zu klein gewesen. Neptun ist zu sanft. Moon ist zu abgedreht, Merkur zu wissenschaftlich. Pluto zu braun. Gut, Venus wäre gegangen, mir steht blond zwar nicht so gut, aber je länger ich über den Kommentar meiner Mutter nachdachte, umso mehr musste ich zustimmen. Und dann ist da noch Saturn. Die wäre auch problemlos gegangen (steht übrigens sogar für mein Sternzeichen mit ihrem Planeten). Aber irgendwie habe ich immer vor Saturn zurückgeschreckt, weil ich sie so mag.
Das Einzige, das ich an Mars nicht mag, ist die Farbkomination rot und lila. Aber gut, damit konnte ich dann auch leben.

Und, kennt ihr Sailor Mars noch?

Montag, 17. Juni 2013

[Kommentar] Jenseits der Sehnsucht - Nora Roberts

Erster Satz

Er kannte die Risiken.













Meine Meinung

Zu der Hornblower-Geschichte gibt es auch noch einen zweiten Teil, der sich dieses Mal mit Sunbeam und Jacob, den Geschwistern von Liberty (Libby) und Cal, beschäftigt. Das konnte man sich natürlich bereits im ersten Teil denken, denn zu offensichtlich wurden diese Geschwister auch noch geschlechtertechnisch passend, eingeführt. Nicht auszudenken, wenn auch noch der kleine Bruder von Libby und Sunny ein kleines Gegenstück bei den Hornblowers in der Zukunft hätte - dem ist aber nicht so.

Wer bei Nora Roberts viel Tiefe und unvorhersehbare Wendungen erwartet, ist hier definitiv fehl am Platz. Ich lese ihre Bücher, wenn ich eben nichts Derartiges brauche, sondern etwas Schlichtes und Herzliches, ein bisschen Liebe, ein bisschen Kitsch, ein bisschen viel Romantik und Happyend. Denn genau das bietet sie mit ihren Büchern, so auch hier.
Sobald man weiß, dass Jacob nach seinem Bruder sucht, ist dem Leser auch bereits bewusst, welches Ende einen erwartet. Er wird auf Sunny treffen, sich verlieben, die beiden werden umeinander herum tanzen und irgendwann doch zusammen im Bett landen, sich noch mehr verlieben, sich die Liebe gestehen und dann wird irgendwas Dummes passieren, sie streiten sich und am Ende wird alles gut. Sind nicht fast alle Liebesromane so aufgebaut? Und dennoch schafft es Nora Roberts, dass man ein bisschen mitleidet und mitfühlt. Das ist das Schöne an diesen Liebesromane, darum liest man sie doch.

Fazit

Ein Roberts wie immer, voller Liebe, Romantik und großen Gefühlen. Natürlich vorhersehbar, aber dennoch liest man ihn gerne.

Samstag, 15. Juni 2013

[BaBü] Das Blumenorakel - Petra Durst-Benning

Titel: Das Blumenorakel
Autor: Petra Durst-Benning
Verlag: Ullstein
Band: 2/2
TB erschienen am: 11.02.2009
ISBN: 978-3548280479
Preis TB: 9,95 €
Leseprobe







Autorin

Petra Durst-Benning ist eine der erfolgreichsten und profiliertesten deutschen Autorinnen. Seit über 15 Jahren laden ihre historischen Romane die Leserinnen ein, mit mutigen Frauenfiguren Abenteuer und große Gefühle zu erleben. Auch im Ausland und im TV feiern ihre Romane große Erfolge. Petra Durst-Benning lebt mit ihrem Mann bei Stuttgart.


Inhalt

Baden-Baden, 1871: Die junge Flora trifft in der weltoffenen Kurstadt ein. Ihr größter Traum geht in Erfüllung: Sie wird das Handwerk der Blumenbinderei erlernen. Die vornehmen Kunden sind begeistert von ihren geschmackvollen Arrangements. Doch als Flora sich unsterblich verliebt, fordert sie das Glück heraus.

Meine Meinung

Zuerst mal vorweg: Die Protagonistin dieses Buches ist gebürtige Schwäbin. Ein Alptraum für jeden Badener, mich störts jedoch gar nicht. Der Großteil des Buches spielt in Baden-Baden Ende des 19. Jahrhunderts. Das ist für alle, die Baden-Baden bereits kennen, wirklich faszinierend. Es wird die Stadt beschrieben und so vieles erkennt man dabei wieder. Natürlich am Bekanntesten: die Trinkhalle in Baden-Baden.

"Plötzlich war ihm, als sehe er auch alles zum ersten Mal: die eleganten Säulen, die den langen Gang der Trinkhalle säumten und dem Gebäude den Eindruck von Unendlichkeit verliehen. In dem Moment war jeder Gedanke daran, wie schwer der helle Sandstein zu säubern war, vergessen. Friedrich sah nur, in welch lebhaftem Kontrast die Säulen zu den farbigen Wänden standen, die aus verschiedenartigen Steinen - Backstein, Terrakotta und Marmor - gearbeitet waren. Er dachte nicht daran, wie mühselig es war, die rauen Oberflächen von Staub und Spinnweben zu befreien, sondern sah, wie alles im einfallenen Sonnenlicht zu einem einzigen farbigen Fluss verschmolz."
S.112

Auch erwähnenswert ist das superleckere Heilwasser, das man dort ausgeschenkt bekommt. Direkt aus der Quelle hoch. Flora, unsere Protagonistin, beschreibt dieses einzigartige Erlebnis recht interessant:

"Tapfer nippte sie an dem Glas - das Wasser schmeckte scheußlich! Heiß und ölig und salzig."
S.120

Ich denke, jeder, der schon ein Glas dieses Wasser probiert hat, wird Flora darin zustimmen, ich zumindest definitiv. Aber es ist auch das Erlebnis wert, wenn man schon in Baden-Baden ist, sollte man auch davon probieren.
Insgesamt finde ich die Beschreibung von Baden-Baden so lebendig und perfekt getroffen, wirklich fantastisch: Vom Casion bis hin zu den reichen Russen, die die Sonnenstadt bevölkern, lauter Kleinigkeit, die Baden-Baden auf den Punkt getroffen. Auch der Klassenunterschied, der gemacht wird. Das ist Baden-Baden.

Und die Geschichte an sich fand ich einfach nur wundervoll. Die Charaktere sind so lebendig gezeichnet worden, dass ich das Gefühl hatte, sie springen bald aus dem Buch heraus. Erzählt anfangs nur Flora, vermehren sich die Sichten der verschiedenen Protagonisten mit der Zeit: Konstantin, Ernestine... fast alle kommen zu Wort.
Das Besondere an diesem Buch ist natürlich nicht der badische Aspekt, sondern zum Einen das Blumenorakel (das kennt wohl fast jeder, Blütenblätter abzupfen, er liebt mich, er liebt mich nicht) und zum Anderen die bezaubernden Blumenbedeutungen. In der Mitte des Buch findet man nämlich Floras Blumen-ABC, welches mit schönen Illustrationen und interessanten Bedeutungen aufwarten kann - in Farbe, so dass alles noch besser zur Geltung kommt. Auch am Schluss findet man noch einmal eine lange Liste mit Blumen sowie ihren Bedeutungen. Das Ganze ist liebevoll gestaltet und wertet das Buch wirklich auf.

Wie schon erwähnt, sind die Protagonisten einfach nur lebendig gestaltet worden. Jeder hat seine Eigenheiten und jeder wird ausführlich beschrieben. Mir persönlich hat es Ernestine Sonnenschein angetan, deren Nachname so überhaupt nicht zu ihrem Gemüt passt. Ihre Entwicklung ist die größte und interessanteste des Buches. Aber grundsätzlich ist einfach jeder Charakter so detailliert ausgearbeitet worden und jeder einzelne spannend.

Der Vorgänger dieses Buch spielt in Württemberg und heißt 'Die Samenhändlerin'.

Fazit

Ein wundervolles Buch, welches die wohl spannendste badische Stadt überhaupt als Handlungsort hat. Das bezaubernde Blumen-ABC macht es zu etwas ganz Besonderem. Außerdem zeichnet es sich durch tolle Charaktere aus, die voller Leben und kleiner Details sind.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Die Zitate sind dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.  

PS: Darüber gehen die Meinungen jetzt sicher auseinander, aber Baden-Baden in seiner Vielfalt, seiner Versnobtheit, seiner Lage und seiner Menschen sowie Häuser ist für mich tatsächlich die spannendste Stadt in Baden. Nichts gegen andere Städte wie Freiburg oder Karlsruhe (als Beispiel), die ich sehr schätze, aber Baden-Baden ist einfach einzigartig. Und einen Besuch wert! 

Freitag, 14. Juni 2013

[Kommentar] Diesseits der Liebe - Nora Roberts

Erster Satz

Er stürzte ab.

















Meine Meinung

Auf den ersten Blick klingt dieser Nora-Roberts-Band doch etwas außergewöhnlich: Science-Fiction? Raumschiffe? Menschen aus der Zukunft? Nicht das, was man bei einem 'normalen' Liebesroman der Autorin erwarten würde. Aber letzten Endes verbirgt sich hinter dem etwas außergewöhnlicheren Setting nun mal genau das: eine Liebesgeschichte zwischen Libby und Cal.
Auch der große Altersunterschied, das kann man ja hier getrost sagen, denn Libby ist ein paar Jahrhunderte älter als Cal, hindert die beiden nicht daran, einander zu verfallen. Und das mit dem typischen Nora-Roberts-Charme.
Es kommt, wie es kommen muss und das ist das, was ich an diesen Büchern schätze. Wenn mein Kopf durch den Regen so matschig ist, dass nicht viel reinpasst, wenn ich müde bin, wenn ich krank bin, wenn ich einfach anderes im Kopf habe und ein bisschen Ablenkung brauche, dann greife ich nach einem Liebesroman wie diesem.

Ich persönlich mochte das Setting ja sehr, insbesondere Cals Ansichten über das zwanzigste Jahrhundert (das Buch spielt in den 90ern), die elektrischen Gegebenheiten und ihre Tücken für jemanden, der das alles nicht kennt. Das ist einfach amüsant und sehr treffend beschrieben. Auch seine leicht überhebliche Art und Weise gegenüber unseren in seiner Sicht wirklich primitiven Mitteln fügt sich perfekt ein und sorgt immer wieder für komische Situationen.

Fazit

Trotz des auf den ersten Blick eher außergewöhnlicheren Settings hat Nora Roberts eines ihrer typischen Werke geschaffen, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Humor, die aufgrund des großen Zeitunterschieds entsteht. 



Mittwoch, 12. Juni 2013

[E-Rezension] Das Konzil von Atragon - Rainer Stecher

Titel: Das Konzil von Atragon
Autor: Rainer Stecher
Band: 3/3
Verlag: Asaro
Erschienen am: Oktober 2007
ASIN: B006QY1LW0
Preis E-Book: 2,68 €
Leseprobe







Autor

Geboren 1955 in Thüringen. Das Schreiben erlernte er autodidaktisch und 2005 erschien "Die Flamme von Atragon". 

Inhalt

Man sagt, erlittener Schmerz bewahrt die Erinnerung an das Erlebte. Doch die Zeit verrinnt ohne Rast und tilgt die Schreckensherrschaft der Wächter und Sammler aus dem Gedächtnis der Menschen.
Kaum dass sie den eisigen Gefängnissen von Trong entronnen sind und die Grenzen alter, gefallener Königreiche überschreiten, nehmen sie das Land in Besitz und raffen die Trümmer zu neuer Macht und Größe. Doch die Zahl der Menschen ist klein und das weite Land braucht Zeit, um die dunklen Schatten von einst abzustreifen.
So fechten die Menschen blutige Kämpfe um Macht und Einfluss, um Wasser, Vieh und Ackerflächen – Oasen des Lebens, in einer Welt des Hungers. Während sich die zwei Mächtigsten dieser Welt auf eine Schlacht vorbereiten und der Menschheit mit ihrer Vernichtung drohen, beruft Adinofis eilig das Konzil von Atragon ein. Denn sie weiß, macht der Mensch nicht Frieden mit sich selbst, wird er ihn anderswo nicht finden.

Erster Satz

Tag für Tag strahlte die Sonne am blauen Himmel, als wollte sie nachholen, was das Leben in den Jahren der Dunkelheit an Licht und Wärme entbehren musste.

Meine Meinung

Ich war ja bereits mit den letzten beiden Teilen nicht unbedingt glücklich, aber dieser Teil unterbot das noch. Für mich war dieses dritte Teil stellenweise ganz einfach unnötig. Das hätte in wesentlich weniger Worten und Kapiteln erzählt werden können.

Zuerst einmal wird ein weiterer Charakter eingeführt, bei dem ich mich doch fragte: Warum? Wieso? Wo kommt er her? Rogan kommt für mich aus dem Nichts, hat dann noch verwandtschaftliche Verbindungen, die mir eher seltsam herbeigeführt vorkamen und seine Geschichte ist einfach unnötig. Nicht einmal Adinofis versteht, woher er kommt und ist erstaunt darüber - was bei seiner Herkunft eigentlich eher verwunderlich ist. Aber gut...
Was ich damit ausdrücken möchte, ist auch, dass der dritte Teil etwas lustlos wirkt. Es wird nicht weiter ausgeführt, woher Rogan kommt oder auch warum er überhaupt eingeführt wird. Rogan ist einfach da. Punkt. Interessiert ja eigentlich auch nicht, wo er herkommt, aber man braucht ja doch einen Gegenspieler, noch dazu plötzlich einer der mächtigsten Männer des Landes. Warum da auch groß einen Zusammenhang mit den Vorgängerbänden finden?

Aber auch die anderen Charaktere wirken eher träge und agieren nicht wirklich spannend. Und überhaupt: Spannung findet man in diesem Band keine. Die Szenen, die ausführlich beschrieben wurden, haben eigentlich keinen richtigen Einfluss auf die eigentlich (seltsam anmutende) Geschichte. Szenen, die Spannung hätten aufbauen können und noch dazu relevant wären, werden kurz und knapp gehalten. Hier stimmt einfach nichts in meinen Augen.

Hätte Rainer Stecher lieber den letzten Band etwas ausführlicher enden lassen und die darin begonnenen losen Fäden verknüpft und beendet. So bleibt vieles offen, vieles unlogisch und unglaublich vieles einfach nur unnötig.

Einzig und allein der Schluss war überraschend und hat mir eigentlich ganz gut gefallen. Leider hätte die Wirkung dieses Schlussaktes vielleicht noch etwas detaillierter ausfallen können. So gab es einen Auslöser und plötzlich: Friede, Freude, Eierkuchen. 

Fazit

Es bleibt dabei: Diese Trilogie hat eine spannende Welt und eine spannende Grundidee, doch es gelingt Rainer Stecher einfach nicht, dies auch umzusetzen. Dieses Buch ist voll von unnötigen Handlungen und Charakteren, vieles wird angefangen, wenig richtig beendet. Unnötiges wird ausschweifend behandelt, relevante Szenen knapp abgespeist.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen.  

Dienstag, 11. Juni 2013

[Cosplay] Stoffe, Stoffe, Stoffe

Heute gibt es mal einen etwas anderen Einblick in meine Cosplay-Welt: die Stoffe. Bevor ich mit dem Nähen begonnen habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich angesichts eines Stoffes mal so in Freudenstürme ausbrechen kann, wie es zwischenzeitlich der Fall ist. Unglaublich.

Ich habe bei Stoffen sehr großes Glück. Viele Cosplayer müssen ja online bestellen oder warten, dass der berühmte und beliebte Stoffmarkt Holland in einer Stadt in ihrer Nähe Halt macht. Zwar besuche ich den Stoffmarkt auch immer mal wieder, dort gibt es einfach so tolle Stoffe und stellenweise so günstig, das man nicht widerstehen kann, aber ich habe hier guten Zugriff auf Stoffläden. Zum Einen gibts im Nachbarort eine Stofffabrik, die auch einen kleinen Laden hat. Die Preise vom Stoffmarkt werden zwar nicht unterboten, aber es gibt viele Stoffe, die noch mal billiger sind. Und eine ganz ordentlich Auswahl habe ich dort auch. Wenns mal etwas außergewöhnlicher sein darf, gibt es in Karlsruhe einen großen Stoffladen mit einer hervorragenden Auswahl. Kostet natürlich mehr, aber immerhin hat man den Vorteil, den Stoff in der Hand halten zu können und das ist einfach praktischer.

In der Zwischenzeit habe ich eine kleine Sammlung an unverarbeiteten Stoffen:

Stoffsammlung

Es gibt Cosplayer, die haben da deutlich mehr, ich versuche immer wieder abzuarbeiten. Unter dem cognacbraunen Kunstleder liegt übrigens auch noch mal schwarzes Kunstleder, sieht man nicht so gut. In der Tüte, die man auch nur teilweise sieht, sind weitere neun Meter Stoff. Es sammelt sich einfach.
Aber schlimmer sind die Stoffreste:

Stoffrestesammlung

In der Zwischenheit haben wir einen dieser kleinen Hocker, die zur Couch passen und die man befüllen kann. Er ist voll. Sehr voll. Und ihr seht hier die verschiedensten Stoffarten: Fanz links findet ihr schwarzen Tüll, recht mittig hellgrünen Fleecestoff, ganz rechts Futterstoffe, ein bisschen weiter links als ganz rechts Schaumstoff. Und so weiter. Und so weiter. Ich habe hier nur eine kleine Auswahl meiner Reste fotografiert. Viel mehr wäre auch nicht stapelbar gewesen ;)

Und, was denkt ihr über die Stoffsammlung? Auch sie gehört beim Cosplayen dazu und wie viele andere Cosplayer nähe ich oft Probestücke aus diesen Reststoffen. Vielleicht zeige ich euch demnächst mal eines dieser... genialen Werke.

Montag, 10. Juni 2013

[E-Rezension] Stolen Mortality - Jennifer Benkau

Titel: Stolen Mortality
Autor: Jennifer Benkau
Verlag: Sieben-Verlag
Erschienen: Juni 2013
ISBN: 978-3864431111
Preis E-Book: 8,99 €
Preis broschiert: 14,90 €
Leseprobe






Autorin

Jennifer Benkau ist Jahrgang 1980, was ihr selten jemand abkauft. Sie lebt mit Ehemann und ein paar Kindern, Hunden, Katzen, lauter Musik und vielen hundert Büchern in einem chaotischen Haus im Rheinland, wo sie so einige der peinlichsten Schriftsteller-Klischees erfüllt. Zu ihren Veröffentlichungen gehören die Nybbas-Trilogie und Phoenixfluch im Sieben Verlag sowie die Dark-Canopy-Dilogie und Himmelsfern bei script5.

Inhalt

Jamian Bryonts steht mit dem Rücken zur Wand. Um seinen jüngeren Bruder zu schützen, nimmt er die Schuld für einen Fehler auf sich, den er nicht begangen hat, und unterwirft sich damit einem ewigen Fluch: Mittels eines Giftes raubt der Senat der Vampirjäger ihm die Sterblichkeit. Doch warum gerade diese diabolische Strafe für ihn gewählt wurde, stellt Jamian vor ein Rätsel. Und was hat es mit der Vampirfrau Laine auf sich, die zeitgleich in seinem schottischen Dorf auftaucht und über Gesetze nur lacht? Klar ist nur eins – sie ist die Letzte, der Jamian vertrauen darf. Denn Laine hat einen tödlichen Auftrag. 

Erster Satz

Flüsterworte in einem Wald, irgendwo in den Highlands.
S.8 

Meine Meinung

Das Erstlingswerk der Autorin ist zugleich auch mein erstes Buch, das ich von ihr gelesen habe. Daher habe ich auch keine Vergleichsmöglichkeiten, fand aber Kathrineverdeens Rezension in dieser Hinsicht sehr interessant.
Der Auftakt des Buches war wirklich rasant, die Charaktereinführung war super, denn es hat gleich das Typische gezeigt, dass die Rassen in diesem Buch ausmacht. Außerdem war mir Jamian von Beginn an gleich ans Herz gewachsen, durch die Emotionen, die Aufopferungsbereitschaft und seine grundsätzliche Art und Weise. Es gelingt der Autorin, die Charaktere lebendig und vielschichtig zu gestalten, sie einem ans Herzen wachsen zu lassen, so dass man selbst für die eigentliche Gegenspielerin Laine schnell Sympathien entwickelt. Dabei ist keiner der Protagonisten einer dieser perfekten Figuren, denen alles gelingt, denen die Fähigkeiten scheinbar nur so zufliegen, ganz im Gegenteil: Diese viele Ecken und Kanten, allein von Junias' Tat, die so viel auslöst, sind für mich das, was einen Charakter sympathisch macht und diese hier sind verdammt sympathisch.
Was ein bisschen fehlt, ist die Ausarbeitung von Jonathan, dem großen Unbekannten hinter Laines Auftrag. Von ihm geht vieles aus, aber über ihn erfährt man fast nichts. Dadurch verliert für mich auch gerade dieser Auftrag mitsamt seinen Hintergründen etwas. Allerdings muss ich sagen, dass auch eben diese Hintergründe etwas kurz geraten. Allgemein fand ich, dass das Buch abflacht, die Inhaltstiefe ist nicht immer gegeben. Das wird gerade im Endkampf ersichtlich. Dieser ist für meinen Geschmack sehr kurz geraten und ich hatte das Gefühl, den spannenden Kampfteil überlesen zu haben, dem war aber nicht so. Die 'Beziehung' zwischen Laine und Jamian fand ich einfach hervorragend gelungen, auch Junias' Einblicke waren fantastisch (Junias ist mir auch der Sympathischere, seine Erzählungen, seine Sicht auf das Leben war das Faszinierende, das besser Gelungenere). Aber sobald es an den Inhalt ging, fehlt mich für einfach der Tiefgang und die ausführlichere Umsetzung.
Aber die Welt, in der das Buch spielt, ist einfach wundervoll. Die Beschreibungen wirken so lebendig und so konnte ich mir den Wohnort der Brüder bildlich vorstellen. Da würde ich auch gerne mal Urlaub machen... wenn man von den Vampiren absieht.
Schreibstil = fantastisch, keine Frage. Sehr schöne Sprache, liest sich sehr leicht und sehr schnell. Da greife ich doch sicher im Buchladen mal zu einem weiteren Buch der Autorin, vor allen Dingen, wenn ich bedenke, dass dies das erste Buch, das sie geschrieben hat (und nach der oben verlinkten Rezension).

Fazit

Am Schluss und im rein inhaltlichen Teil fehlte mir noch etwas Tiefgang, etwas mehr von allem, aber die Charaktere, die Landschaft, das Zwischenmenschliche ist einfach traumhaft und hat mich überzeug.t

Bewertung



Danke an den Sieben-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

Samstag, 8. Juni 2013

[E-Rezension] Necare. Verlangen - Juliane Maibach

Titel: Necare. Verlangen
Autor: Juliane Maibach
Band: 2/3
Erschienen am: 24.05.2013
ASIN: B00CLGVAS2
Preis TB: 9,90 €
Preis E-Book: 2,99 €
Leseprobe





Autorin

wurde 1983 geboren; das Schreiben begann sie bereits in der Grundschulzeit; an Necare arbeitet Juliane seit zehn Jahren, seitdem entwickelt sich die Geschichte immer wieder; ihre Freizeit verbringt sie gerne mit ihrem Freund sowie ihrer Katze und den zwei Hunden

Inhalt

Force und Night kommen sich näher, das Glück ist greifbar nahe, doch eine alte Bedrohung scheint alles auf den Kopf zu stellen. Force spürt die Gefahr, etwas verfolgt sie und eine Botschaft direkt aus der Hölle versetzt ganz Necare in Angst und Schrecken: „Der Untergang wird kommen, hier wird es beginnen.“ Der Occasus erhebt sich, bereit die Welten zu zerstören.

Erster Satz

Die Sonnenstrahlen drangen auch an diesem Tag kaum durch die dichten Blätter der Bäume. 

Meine Meinung

Leider konnte mich der erste Teil dieses Buches nicht so überzeugen. Lange Zeit fehlt mir persönlich irgendwie der Gesamtzusammenhang, auch der zum ersten Band. Erzählt wird von Forces Alltag und dem großen Problem mit einem ihrer Lehrer. Letztendlich leitet es doch noch zu dem großen Ganzen hin, aber erst recht spät. Und dann wird das Buch richtig spannend! Am Anfang habe ich oft unterbrochen und eher langsam gelesen, gegen Ende jedoch habe ich das Buch wieder richtiggehend verschlungen.
Es gibt innerhalb des Buches immer wieder Kapitel, die aus der Sicht des 'Gejagten' und der 'Person' geschrieben sind. Gegen Ende passen diese wieder wunderbar rein, am Anfang wirkten sie für mich etwas deplatziert, obwohl sie einem viel verraten und auf den Schluss hinzielen.

Die Charaktere gefallen mir an sich immer noch recht gut, nur mit den Namen komme ich weiterhin nicht zurecht, vor allen Dingen mit dem Namen 'Force'. An die anderen konnte ich mich mit der Zeit ja gewöhnen, doch dieser Name ist ein Element, bei dem mein Lesefluss immer stockte.
Und leider muss ich sagen, dass mir Forces neue Kraft in diesem Buch überhaupt nicht zusagt. In der Fanfictionszene wird man mit solchen Charakterentwicklungen bereits als Mary Sue abgecancelt. Die Kraft, die sie erlangt, finde ich an und für sich ja schon schön und interessant, aber die Hintergründe dazu... es ist einfach ein bisschen zuviel. Sie stammt nur halb aus Necare, hat schon so recht starke Kräfte, einen sehr bekannten und berühmten und starken Vater und jetzt noch die neuen selten auftretenden Kräfte (für die sie ganz am Anfang zufällig einen Zauberspruch findet, der ihr nach der Entdeckung dieser helfen kann). Das sind so Dinge, die für mich auffällig zufällig sind und bei einer Charakterentwicklung stören.

Bis auf ein paar kleinere Rechtschreib- und Satzzeichenfehler ist das Buch gut gelungen, schöner Stil, schöne Sprache, es fließt alles (bis auf das Problem, das ich persönlich mit dem Namen 'Force' habe) vor sich hin. Gerade zum Schluss hin wird die Spannung durch die Sprache noch verstärkt und man verschlingt das Buch.
Fazit

Ich finde nicht, dass das Buch so gut ist wie sein Vorgänger: Ein eher nicht so spannender erster Teil sowie die Charakterentwicklung von Force dämpften hier mein Lesevergnügen doch stark. Schade. Dennoch bin ich auf den dritten Band gespannt - der Schluss ließ viele Fragen offen.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt
Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.