Dienstag, 26. März 2013

[Kommentar] Der dunkle Thron - Rebecca Gablé

Erster Satz

"Waringham, du bist einfach hoffnungslos."













Meine Meinung

Rebecca Gablé schafft mit ihren Waringham-Büchern bei mir wirklich immer etwas Besonderes: Ich fühle mich, als würde ich geradewegs heimkommen und dort warten gute alte Freunde auf mich. Auf Waringham fühle ich mich einfach wohl, sowohl auf dem Gestüt als auch im Familiensitz (der alter Bergfried, wundervoll).
Auch bei diesem Band dauerte es nicht lang und ich war schon mitten in der Familie und der Geschichte drin und richtiggehend ergriffen von ihr. Der aktuelle Waringham, Nick oder auch Nicholas mag nicht die politische Gesinnung seiner Vorfahren haben und stur sein und auf manchen stellenweise einfach dickköpfig wirken, aber genau das finde ich sympathisch. Denn so gelingt es Rebecca Gablé, neue Charaktere zu erschaffen, die sich in gewisser Weise zwar ähneln, aber eben keine Kopien sind. Jede Generation denkt anders, das ist doch heutzutage auch so, oder?
Statt dem Mittelalter nähern wir uns der Reformation an... was heißt annähern, der Leser stolpert mitten rein in die englische Reformation. Das beginnt mit Nicks Vater, der dafür büßen muss, und setzt sich dann langsam fort bis in das Königshaus. Und dort sitzt ein interessanter Regent mit vielen Schwächen und falsch getroffenen Entscheidungen: Henry VIII. Und diese Entscheidungen erlebt der Leser an Nicks Seite hautnah.
Ich denke, viele könnten den König und seine Frauen als überzeichnet sehen, oder als einseitig dargestellt. Allerdings ist nun mal auch Tatsache, dass das Ganze aus Nicks Sicht beschrieben wird und man daher seine Position im Blick auf den König einnimmt. Den kann man getrost als nicht wirklich positiv sehen. Gerade bei beispielsweise Anne Bouleyn hätte ich auch gerne die andere Seite gesehen, doch dies ist nicht gegeben. Von Nicholas' Position aus ist dieser negative Blick aber gut verständlich.

Auch wenn ich dieses Buch - wie seine Vorgänger - wirklich sehr, sehr, sehr schätze (für mich hat das einen Süchtig-mach-Faktor, da ich mir jetzt meine zwei fehlenden Gablé-Bücher gekauft habe), kann ich auch verstehen, wenn es Leser gibt, die nicht so begeistert sind, die Erzählung einseitig finden und einige Charaktere überzeichnet. Doch mich stört es nicht, denn es passt zu Nicks ruppigem Charakter und seinem Denken,

Montag, 25. März 2013

[Rezension] Die Welt auf dem Kopf - Milena Agus

Titel: Die Welt auf dem Kopf
Autor: Milena Agus
Original: Sottosopra
Verlag: DTV
Erscheint am: 1.4.2013
ISBN: 978-3423280136
Preis Hardcover: 18,90€
Amazon
Leseprobe

Autorin
in Genua als Kind sardischer Eltern geboren; heute lebt sie in Cagliari auf Sardinien; unterrichtet Italienisch und Geschichte; "Die Frau im Mond" wurde ein Weltbestseller



Inhalt

Wie schön lässt sich von der großen Liebe träumen, in dem einst prächtigen, alten Palazzo. Er liegt in Cagliari, in einem heruntergekommenen Viertel unweit des Hafens. Menschen aus aller Welt leben hier, es ist bunt, lebhaft und laut - eine wilde Mixtur aus Geräuschen, Gerüchen und Zusammengehörigkeitsgefühl. Oben wohnt Mr. Johnson, ein amerikanischer Violinist in den Siebzigern, dem gerade die Frau davongelaufen ist. In der Mitte die träumende Studentin, die uns diese wundersame Geschichte erzählt, unten Anna mit ihrer Tochter Natascia. Ihre Wohnung ist dunkel und ärmlich, und Anna hat drei Jobs, um das nötige Geld zu verdienen. Sie ist herzkrank, doch als die Idee aufkommt, sie könne sich um Mr. Johnsons Haushalt kümmern, steckt sie ihren weichen, nicht mehr ganz jungen Körper in Reizwäsche, um ihn zu verführen. Ein Reigen beginnt, und die Liebe taucht alles in ein sanftes, mildes Licht ...

Cover

Man sieht eine weibliche Silhouette in einem leichten Kleid, die vor einer Balkon- oder Terrassentür im Sonnenlicht steht und nach draußen schaut. Vor ihr sind eiserne Gitter zu erkennen, die geschwungen sind - ich tendiere dadurch eher zu einem kleinen Balkon.
Zwei blaue Holzläden bilden den Rahmen für die Silhouette. Der rechte dient zusätzlich als Untergrund für den Titel, während der Autorennamen einen Boden bildet.

Zitate

Anna findet ihre Wohnung ebenso gewöhnlich wie ihren Namen, er ist ihr zu schlicht und leise.
S.14

Morgens ging ich zum Strand, und abends las ich Bücher mit Kinderreimen, die ich auswendig lernte, weil ich diese Welt liebte, in der alles auf dem Kopf stand und trotzdem alle glücklich waren. Alles war schön hier.
S.21/22

Auch körperlich fand sie ihn nicht attraktiv, was vielleicht an seinen roten Haaren lag, und sie wollte keinen mit einem "Kopf rot wie Tomatensauce" - unu conc''e bagna.
S.62


Meine Meinung

Die Protagonistin lebt in einem großen Haus, das in mehrere Wohnungen unterteilt wird. Unter ihr wohnt Anna, herzkrank und arm, so dass sie mehrere Jobs gleichzeitig annehmen muss. In der Wohnung oben wohnen die Johnsons, er ein amerikanischer Violinist, bereits älter, ein musikalische Genie und ein Wirrkopf, sie eine Sardin, was sie allerdings verleugnet. Als Mrs Johnson auszieht, bittet Mr. Johnson die Protagonistin um Hilfe, da er dringend eine Haushälterin sucht. Sie verschafft Anna diesen Posten und daraus entsteht eine Liebesgeschichte.

Die Protagonistin erzählt in Ich-Form, ihren Namen - Alice - erfährt man erst sehr weit hinten, und ich bin mir nicht unbedingt sicher, ob er so stimmt oder nicht. Warum diese Unsicherheit da ist, werdet ihr noch verstehen, aber zuerst mal zurück zu Alice: Alice ist eine Träumerin, sie träumt beispielsweise davon eine Sexgranate zu werden, schreibt Gedichte, sieht sich gerne Schiffe oder den Kuckuck einer Kuckucksuhr an. Ihre Gedanken sind oft schon als philosophisch zu beschreiben und vor allen Dingen der Selbstmord ihres Vaters sowie der Wahnsinn ihrer Mutter haben deutliche Spuren hinterlassen. So sinniert Alice über das Leben, die Liebe, wie es wohl wäre, eine Sexgranate zu sein und ihre Nachbarn. Tatsächlich erfährt man über sie selbst nicht ganz so viel wie beispielsweise über Anna oder deren Tochter Natasche. Man weiß von Alices tragischer Geschichte, man liest ihre Gedanken, man hat ihre Wohnung vor Augen und doch ist sie etwas verschlossen, weil sie sich so sehr auf ihre Außenwelt konzentriert.
Anna hingegen wird deutlich beschrieben, ihre Art, ihre Wirkung, ihr Aussehen, ihre Reaktionen und auch ihre früheren Beziehungen werden Thema. Sie ist ein offenere, schon als naiv zu bezeichnender Mensch, der sich selbst gegenüber viel zu streng ins Gericht geht. Ich mochte ihre Art und Weise, ihre Begeisterung für die Wohnung oben und diese liebevolle Bezeichnung "das gute Zimmer".
Und auch Mr. Johnson ist ein toller Charakter, ich mag seine Eigenarten und seine Schusseligkeit sehr. Es passt einfach zu diesem Menschen, der sich so sehr in Musik verlieren kann, dass er alles rundherum vergisst.
Dies sind nicht die einzigen Charaktere, auch der Sohn der Johnsons oder Annas Tochter Natascha und Alices Verwandtschaft kommen vor, doch das würde zu viel verraten. Ich möchte nur so viel sagen, dass ich jeden dieser Charaktere auf die ein oder andere Weise ins Herz geschlossen habe.

Allein schon die Aufteilung des Hauses ist hier durchdacht, denn die drei Protagonisten kommen aus drei verschiedenen Welten: Anna ist arm, sie lebt unten in einer Kellerwohnung, Alice, die Ich-Erzählerin, kann man schon als guten Mittelstand bezeichnen, daher lebt sie in der Mitte, und die Johnsons, die sind schlicht und ergreifend reich und leben oben in großen lichten Räumen. Und durch die Mitte vermischt sich dann im Laufe des Buches alles. Ob und wie diese Vermischung endet, will ich euch jetzt nicht vorwegnehmen.
Allgemein ist das Buch sehr feinfühlig und auch sehr philosophisch. Jeder Satz war eine Freude und eine Überraschung zugleich. Es gibt Wendungen, die unerwartet sind, und Wendungen, die einfach unglaublich sind.
Gegen Ende des Buches kann man stellenweise nicht einmal unterscheiden, was ist hier Fiktion und was Fiktion in dieser Fiktion. Milena Agus gelingt es, dies so verschmelzen zu lassen, dass ich am Schluss mit einem Fragezeichen zurückblieb. Es ist somit auch eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, und die lange nachwirkt, weil man einfach darüber grübelt, was denn nun der Wahrheit entsprach. Faszinierend!

Fazit

Eine Geschichte voller Philosophie und Schönheit über die neue Liebe im Alter und was diese alles bewirken kann. Zugleich verschwimmen hier die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion innerhalb einer Fiktion und dies regt zum Nachdenken an.

Bewertung



Quellen 

Cover
Autorenvita
Inhalt

Die Zitate sind dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

Sonntag, 24. März 2013

[Rezension] Zurück nach Hollyhill - Alexandra Pilz

Titel: Zurück nach Hollyhill
Autor: Alexandra Pilz
Band: 1/?
Verlag: Heyne
Erschienen am:25.02.2013
ISBN: 978-3453534261
Preis Hardcover: 16,99€
Amazon
Leseprobe








Autorin

hat am gleichen Tag wie Jane Austen Geburtstag; liebt England und komplizierte Liebesgeschichten; lebt mit Mann und Katze in München; ihr Traum: ein Cottage in Cornwall

Inhalt

Wie weit würdest du gehen? Um das Geheimnis deiner Herkunft zu lüften, den Jungen deiner Träume zu bekommen und deine Freundin zu retten? Für die 17-jährige Emily werden diese Fragen plötzlich entscheidend, als sie nach dem Abitur in das geheimnisvoll einsame Dartmoor reist, um das Dorf ihrer verstorbenen Mutter zu finden. Ein Dorf, das auf keiner Karte eingezeichnet ist. Das jedoch genau der Junge kennt, der in Emily von der ersten Sekunde an Gefühle auslöst, die irgendwo zwischen Himmel und Hölle schwanken …

Cover

Das Cover hat das intensivste Gelb, das ich jemals an einem Cover gesehen habe. Da kommen nicht mal die Reklambüchlein mit. Kombininert wird das mit Zeichnungen in Schwarz: eine junge Frau unten links, Bäume, Regen, Gebüsch und ein kleines Dorf mit Kirchturm. Die Fenster und der Schirm der jungen Frau sind in Pink gehalten. Das passt gut zum Heyne-Logo sowie dem Autorennamen, die die gleiche Farbe haben.
Auch wenn das Cover recht viele Kleinigkeiten hat, dominiert in der Mitte doch großflächig der Titel des Buches auf dem gelben Untergrund.

Zitat

Ihr erster Blick auf Hollyhill war geprägt vom Licht der orangefarbenen Abendsonne und dem eigenartigen Gefühl, beobachtet zu werden.
S.38 

Meine Meinung

Das Buch erzählt die Geschichte von Emily, die nach dem sehr frühen Tod ihrer Eltern bei ihrer Großmutter aufgewachsen ist. Nach dem Abitur bekommt sie von ihrer Großmutter einen Brief ihrer Mutter überreicht, in dem diese Emily auffordert, nach Hollyhill zu gehen, dem Dorf, in dem sie vor der Heirat gelebt hat. Emily überlegt nur kurz und entschließt sich dann dazu, die Wurzeln ihrer Mutter zu finden, auch wenn Hollyhill auf keiner Karte eingezeichnet ist.

Bisher ist es mir noch nie so schwer gefallen, einen Anfang hierfür zu finden. Daher fang ich mal ganz anders an als sonst: Die Spannung bei diesem Buch war unglaublich hoch, ich bin praktisch durchgehend angespannt gewesen, nur im letzten Teil hat das etwas nachgelassen, obwohl der Inhalt eigentlich auch da nicht langweilig wird, sondern aufregend bleibt. Große Teile von "Zurück nach Hollyhill" habe ich einfach verschlungen, weil ich unbedingt wissen wollte, was passiert. Es gab dabei immer wieder Überraschungen und Wendungen, die ich nicht so erwartet hätte, die aber im Verlauf der Geschichte durchaus Sinn ergaben. Alexandra Pilz hat hier ein Geflecht an Fragen entwickelt, dass ich stellenweise wirklich verwirrt war, weil ich einfach nicht mehr als die Protagonistin wurde.

Und hier liegt für mich der Knackpunkt: die Protagonistin. Obwohl ich durch den Erzähler immer wieder Einblick in Emilys Gedanken und Gefühle hatte, ist sie mir dennoch fremd geblieben. Sie ist verschlossen, zurückhaltend und das kam auch mir als Leserin gegenüber zum Vorschein. Manchmal fand ich das auch übertrieben dargestellt und somit konnte ich einfach kaum Sympathie für die Protagonistin entwickeln.
Die Dorfbewohner hingegen haben es mir zum Großteil angetan: Silly und Joe sind allein schon einfach tolle Charaktere. Joe mit seinem Faible für Kleidung, der besonderen Ladeneinrichtung und dem Wunsch, zu frisieren und ausstaffieren, ist ein herrlicher Charakter. So leicht trotz der Geheimnisse, die Hollyhill umgeben. Und hinter Sillys albernen Fassade verbirgt sich auch eine sehr kluge junge Frau.
Auch die beiden Brüder Josh und Matt finde ich interessant, was für Gegensätze. Josh ist schlichtweg nur sympathisch, ein toller Typ. Matt hingegen empfand ich genauso wie Emily als nicht ganz greifbar. Es ist erstaunlich, obwohl jeder im Dorf ein Geheimnis hat, sind mir die Nebenfiguren hier mehr ans Herz gewachsen als die beiden Protagonisten, weil diese in ihrer Geheimniskrämerei zu weit gehen und darin unsympathisch wirken - jedenfalls für mich.

Doch trotz dieser Kritik fand ich das Buch wirklich unglaublich. Der Verlauf ist so komplex und gut erdacht, insbesondere die verschlungenen Pfade, die die beiden Protagonisten gehen müssen, dass ich auch vergessen konnte, dass ich nicht unbedingt guten Zugang zu den beiden gefunden hatte. Die Geschichte, das Dorf und dessen Bewohner machen das alles wieder wett.
Außerdem habe ich gute Hoffnung, dass sich dies im nächsten Band alles noch etwas ändern wird, denn irgendwas muss diese Distanz sich ja legen und die Geheimnisse gelüftet werden.

Fazit

Obwohl mir persönlich die Protagonisten nicht lagen, ist "Zurück nach Hollyhill" ein gelungenes und überaus spannendes Debüt, das so einige Überraschungen birgt.

Bewertung



Quellen 

Cover
Autorenvita
Inhalt

Das Zitat ist dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden. 

Samstag, 23. März 2013

[Kommentar] Percy Jackson. Die Schlacht um das Labyrinth - Rick Riordan

Erster Satz

Das Letzte, was ich in den Sommerferien wollte, war, noch eine Schule in die Luft zu jagen.
S. 9











Meine Meinung

Es ist schon unglaublich, wie sehr mich Percy Jackson immer wieder fasziniert. Und das, obwohl ich nicht die Gier habe, nach dem Buch, das ich gerade gelesen habe, gleich den Nachfolger zu kaufen. Ganz im Gegenteil, ich möchte erstmal das aktuelle Buch sacken lassen, bevor ich mir das nächste Buch gönne. Percy Jackson ist für mich eine Genuss-Reihe, die ich möglichst lange herauszögern möchte - und jetzt wartet nur noch der fünfte Band auf mich, der hoffentlich bald als Taschenbuch erscheinen wird.

Dieses Buch fängt so an, wie die meisten anderen Bücher der Reihe, Percy jagt erstmal eine Schule in die Luft. Natürlich unfreiwillig wie immer. Aber allein durch diese Konstanz fühle ich mich gleich wieder in die Welt der Halbgötter zurückversetzt. Es ist die Eröffnung zu einem spannenden Abenteuer, das dieses Mal in das Labyrinth des Minos führt.
Hier kommen für mich ganz besonders interessante Charaktere der griechischen Mythologie vor: Minos, Ikarus und vor allen Dingen Dädalus, der geniale Erfinder. Wer kennt nicht die Geschichte von den Flügeln, die er erbaute, um zu fliehen, und mit denen sein Sohn Ikarus der Sonne zu nah kam, um dann abzustürzen?
Die Art, wie Rick Riordan diese Geschichte eingebaut hat, hat mir hier besonders gut gefallen - es ist eine persönliche Vorliebe von mir, wenn Träume als Medium verwendet werden.
Am meisten beeindruckt hat mich jedoch die Idee des Labyrinths, das nun selbstständig wächst und sich immer weiter erneuert. Gruselig, aber auch beeindruckend, ehrlich.

Auch über eine Wiederbegegnung mit alten Bekannten habe ich mich sehr gefreut: Die sterbliche Rachel fand ich schon bei ihrem ersten Aufeinandertreffen mit Percy sympathisch. Nico di Angelo spielt natürlich eine tragende Rolle hierbei und die Umsetzung seiner Trauer, seiner Art, wie er mit dem Tod seiner Schwester umgeht, ist sehr gelungen.
Passend zum Labyrinth und auch zu Dädalus als Erfinder kommt dieses Mal eine weitere Gottheit zu einer tragenden Rolle: Hephaistos. (Ich würde jetzt schreiben, ich habe schon immer ein Faible für diesen nicht sehr gut aussehenden, ausgegrenzten Gott, doch ich habe für fast alle Götter ein Faible...)

Ich kam - wie immer - auf meine Kosten, habe gelacht, mich geärgert, mich gesorgt und mitgefiebert. Und nun warte ich geduldig auf Band 5 als Taschenbuch. Immerhin ist dies das Ende und einerseits will ich ja wissen, wie es weitergeht, auf der anderen Seite... es ist das Ende.

Quelle

Cover

Das Zitat ist dem Taschenbuch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

Freitag, 22. März 2013

[Rezension] Vom Mondlicht berührt - Amy Plum

Titel: Vom Mondlicht berührt
Autor: Amy Plum
Original: Until I die
Band: 2/3
Verlag: Loewe
Erschienen: Januar 2013
ISBN: 978-3785570432
Preis Hardcover: 18,95€







Autorin

geboren in Birmingham, Alabama; Kunsthistorikerin in New York; lebte in London und Paris; zog mit ihrem Mann in die französische Provinz; schreibt ihre Geschichten in dem kleinen Steinhäuschen im Garten

Inhalt

In Kates Leben ist nichts mehr, wie es einmal war. Vincent und sie scheinen die Probleme überwunden zu haben, die sein Dasein als Revenant mit sich bringt. Als ihre Liebe zueinander stärker wird, drängt sich allerdings eine Frage auf: Wie sollen sie zusammenbleiben, wenn es Vincents Schicksal ist, immer wieder sein Leben zu opfern, um das anderer Menschen zu retten? Vincent hat zwar einen Weg gefunden, nicht mehr sterben zu müssen, aber der Preis dafür ist hoch. Kate kann und will es nicht ertragen, ihn derart leiden zu sehen, und sucht nach einem Ausweg aus dieser Situation. Doch dann tauchen plötzlich die skrupellosen Feinde der Revenants wieder auf und Kates Pläne drohen zu scheitern. Wird Vincents und ihre Liebe stark genug sein, um alle Hindernisse zu überwinden?

Cover

Während das erste Cover einen Straßenzug von Paris zeigte, sieht man hier nun ein typisches Café - dies übrigens auch das einzige, was sich auf dem Cover außer der Farbe verändert hat. Statt dem schönen Grün vom ersten Band ist hier ein Fuchsiaton dominierend. Dunkles Pink, das schon eher rötlich ist. Leider gefällt mir dadurch ein Detail nicht mehr, die roten Rosen, weil ich diese Farbkombination nicht sonderlich mag. 
Ansonsten finde ich das Cover wieder sehr gelungen. Ich finde schön, dass Paris und insbesondere die für Kate wichtigen Schauplätze (sie besucht ja oft Cafés) in Skizzenform miteingebracht werden.

Zitate

Das Mondlicht fiel hell in den gesamten Hof und erleuchtete den marmornen Brunnen mit der lebensgroßen Statue eines Engels, der eine Frau in den Armen hielt. Wie jedes Mal erinnerte mich diese Darstellung an Vincent und mich. Für mich war das symbolische Gehalt der Statue so schwer wie der Marmor, aus dem sie geschlagen war.
S.26

"Es gibt eine uralte Prophezeiung, die mal ein ein Revenant zu Zeiten der Römer verfasst hat. Sie besagt, dass eines Tages ein Meister aus unseren Reihen hervorgehen wird, um uns im Kampf gegen die Num zu führen und sie zu besiegen."
S.65

"Aus seinem Stammbaum wird der Seher hervorgehen, der eines Tages den Auserkorenen erkennen wird. Wenn dir je einer den Weg aus deiner Misere weisen kann, wird es ein Heiler sein, der dieser Familie entstammt. [...]
S.175

Meine Meinung

Es geht weiter mit der Geschichte um Kate und ihren Revenant Vincent. Nachdem die beiden im letzten Band gemeinsam den Pariser Numa-Anführer besiegt haben, ist es ruhig um diese geworden. Zu ruhig. Und das macht den Revenants Sorgen, denn sie befürchten einen Angriff aus dem Nichts.
Hinzu kommt, dass Kates einzige weibliche Freundin, Charlotte, zusammen mit ihrem Charles zu Erholung aufs Land geschickt wird. Und Ersatz für die beiden ist auch schnell gefunden: Violette und Arthur, zwei sehr alte Revenants mit viel Erfahrung, komplettieren nun das Team.

Am ersten Band hatte ich ja doch noch einiges, was mir nicht hundertprozentig gefallen hat, doch dieser Band hier hat mich ohne wenn und aber überzeugt. Okay, ein winzig kleines Aber: Ich fand den Rückblick auf Band 1 etwas erzwungen und nicht fließend. Das wars dann aber auch wirklich.

Kate und Vincent haben mir dieses Mal besser gefallen, vermutlich auch, weil der Fokus eben nicht mehr nur auf ihnen lag, sondern auch die anderen Revenants, Georgia und die Großeltern mehr Wörter gewidmet bekamen. Es ist nicht mehr eine reine Liebes-Show, jeder hat hier seinen Raum gefunden.
Auch Violette und Arthur sind sehr interessante Charaktere, die - nichts gegen Charlotte oder Charles - mehr Spannung reinbringen. Allein schon ihre Sprache und ihr Denken bezüglich Revenants und Menschen sorgt schon für einige Konflikte. Und ihre Entwicklung in der Gesellschaft und in diesem Jahrhundert ist interessant zu beobachten.
Ich mag ja Jules als Charakter sehr und habe mich gefreut, dass er in diesem Band viele Auftritte bekommen hat. Seine harmloses Flirten mit Kate fand ich zwar manchmal nicht so harmlos, wie sie es abtut, aber letzten Endes sorgt das doch immer wieder für amüsante Momente. Und gerade wenn er ernst wird, ist Jules eigentlich einer der faszinierendsten Charaktere des Buches.
Freche Sprüche produziert Georgia am laufenden Band und insbesondere der Konflikt zwischen ihr und Violette, dieser Unterschied im Charakter, beweist dies. Georgia ist definitiv ein Charakter mit vielen Schichten, die sie gerne unter oberflächlichem Getue verbirgt.

Dieses Mal war ich sofort in der Geschichte drin und hing an meinem Buch fest, ich war einfach gefesselt. Es stimmte alles: Inhalt, Charaktere, Sprache. Gerade der Inhalt hat mir sehr zugesagt, denn diese unterschwellige Gefahr, die immer von den Numa ausging, hat das Spannungslevel das gesamte Buch über hoch gehalten.
Hinzu kommt etwas, das die Welt der Revenants und der Numa gewaltig aufmischen könnte: die Prophezeiung über den Meister. Anfangs hab ich gezweifelt, ob ich das nicht übertrieben finden soll, aber es passt einfach perfekt in den Verlauf. Vor allen Dingen in Kombination mit Kates eigener Suche, doch darüber will ich nicht allzu viel verraten.
Und das alles vor Paris als wahrer Traumkulisse (auch wenn ich das echte Paris, zumindest den Touristenteil, nicht annähernd als so bezaubernd empfand). Doch die Beschreibungen dieser Stadt sind Amy Plum hervorragend gelungen. Und wo lässt sich so eine Liebesbeziehung besser arrangieren als in Paris? Ich finde sogar, dass die Geschichte der Revenants perfekt nach Paris passt, die Möglichkeit in einem dieser riesigen Häuser zu leben, die aus einer anderen Zeit stammen und eine andere Geschichte erzählen. Nur noch Rom oder Venedig wären hier für mich passende Orte gewesen, doch Paris wohnt natürlich ein ganz anderer Zauber inne.

Aber ich bin immer noch der Ansicht, dass Charlotte und Charles, insbesondere letzterer, ihren eigenen Band als Zusatz zu der Reihe bekommen könnten. Insbesondere Charles' Weg aus diesem Band würde mich noch mehr interessieren!

Fazit

War ich vom ersten Band zwar schon begeistert, habe da aber noch einiges zu bemängeln gehabt, hat mich "Vom Mondlicht berührt" von der ersten Seite an verzaubert und in den Bann gezogen. Eine traumhafte Geschichte voller Romantik, Magie und Überraschungen!

Bewertung





Quellen

Cover
Autorenvita wurde dem Klappentext des Buches entnommen.
Inhalt

Die Zitate sind dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden. 

Donnerstag, 21. März 2013

[Rezension] Necare. Verlockung - Juliane Maibach

Titel: Necare. Band 1: Verlockung
Autor: Juliane Maibach
Band: 1/?
Erschienen am: 6.2.2013 (Taschenbuch)
ISBN: 978-1482094862
Preis Taschenbuch: 9,90€
Amazon
Leseprobe









Autorin

wurde 1983 geboren; das Schreiben begann sie bereits in der Grundschulzeit; an Necare arbeitet Juliane seit zehn Jahren, seitdem entwickelt sich die Geschichte immer wieder; ihre Freizeit verbringt sie gerne mit ihrem Freund sowie ihrer Katze und den zwei Hunden


Inhalt

Normalerweise flippt Gabriela nicht gleich wegen eines hübschen Kerls aus, doch Night ist anders. Er ist nicht nur äußerst attraktiv, er raubt ihr den Atem, die Sinne, den Verstand. Leider scheint er unerreichbar und das bleibt nicht ihr einziges Problem, als sie nach Necare, die Welt der Hexen reist. Sie ist an einem Eliteinternat aufgenommen worden, wo sie von nun an leben wird. Doch nicht nur, dass sie als einzige über keine Zauberkräfte verfügt, bald geschehen auch merkwürdige Dinge; Dämonen bedrohen die Welt. Gabriela lernt schnell, dass ihr neues Leben viel gefährlicher ist, als sie es sich je vorgestellt hat. Überall lauern finstere Geheimnisse, die sich auch um sie selbst ranken.

Cover

Das Cover ist sehr dunkel gehalten, nachtblau und schwarz dominieren. Doch gerade dies ergibt einen starken Kontrast, so dass die junge Frau noch mehr hervorsticht. Ihr braunes Haar verschmilzt jedoch (leider) sehr mit der Umgebung. Auch für die extrem blauen Augen muss man genauer hinsehen, doch diese passend sehr gut zu dem Nachtblau, welches sie wie ein seidiger Umhang umgibt.

Zitate

"Ich bin nicht verrückt, aber ich kann verstehen, dass du das denkst. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese andere Welt existiert. Sie heißt Necare und dein Vater stammt aus ihr. Er ist ein Hexer."
S.12

"[...] Immerhin sind Ihre Kräfte noch nicht erwacht, normalerweise ist dies nur bei unseren Grundschülern der Fal.. Dass jemand in Ihrem Alter gar keine Kräfte hat, ist bei uns bislang noch nie vorgekommen."
S.34

Sie hatte Ventus gesagt. Einer der Venari der Radrym. 
S.135


Meine Meinung

Als Gabriela erfährt, dass ihr Vater aus Necare, der Welt der Hexen kommt, und sie dort an einer neuen Schule einen Neuanfang starten könnte, zögert sie nicht lange. In ihren Zimmergenossinnen findet sie auch schnell Freundinnen, denn Céleste, Shadow und Thunder akzeptieren sie so, wie sie ist, auch ohne ihre Zauberkräfte. Doch auch Feindinnen kriegt sie recht schnell, als der absolute Schulschwarm Night ihr hilft. Und dann ist da noch der seltsame Duke, der Night abgrundtief hasst, gleichzeitig aber etwas für Gabriela empfindet.

Gabriela als Protagonistin ist keine Überfliegerin, ganz im Gegenteil: In der Menschenwelt ist sie nicht sehr beliebt und auch in Necare hat sie mit Schwierigkeiten zu kämpfen - in Hinsicht auf Soziales, aber eben auch ihre Probleme mit der Magie. Letzten Endes kriegt sie sogar Nachhilfe und droht, von der Schule zu fliegen. Sie ist ein ganz normaler Mensch, bzw. eine ganz normale Halbhexe, sehr sympathisch, auf dem Boden geblieben, eben wie du und ich. Und ganz ehrlich, welches normale Mädchen würde angesichts dieses absoluten Traumtyps Night nicht ins Schwärmen geraten oder rot werden, wenn er einen anspricht? Wohl die Wenigsten.
Auch ihre Freundinnen sind sehr sympathisch. Ich fand irgendwie ganz amüsant, dass sie Optimismus, Realismus, aber auch Pessimismus verkörpern und diesen Zügen auch weitestgehend entsprechen. Insbesondere Thunder, die ja absolut nicht in Sky verliebt ist, muss ich hervorheben, weil sie für mich von den dreien am meisten Profil bekommen hat. Ich hoffe ja, dass Céleste (ich hoffe, ich verdrehe die ` und ´ nicht, das passiert mir nämlich ständig) und Shadow im nächsten Band noch mehr Persönlichkeit bekommen und somit auch noch mehr herausstechen werden.
Night. Der perfekte Typ. Sieht gut aus, ist super begabt, ist kein Betthüpfer, sondern treu und immer höflich und nett. Ich muss gestehen, obwohl er manchmal Sachen macht, die vielleicht nicht so ganz den Schulregeln entsprechen und bei den Lehrern nicht immer beliebt ist, ist mir Night zu perfekt. Ich mag Männer mit Ecken und Kanten, die nicht dauerfreundlich sind, die nicht supernett sind und eben auch mal Probleme haben. Und Night war mir in dieser Hinsicht nicht ganz greifbar.
Dagegen muss ich aber auch wieder positiv anmerken, dass die beiden Protagonisten nicht praktisch in eine Beziehung hereinfallen und nach einem Blick schon unzertrennlich sind, sondern sich die Geschichte wirklich langsam entwickelt - und Night auch manchmal Charakter zeigt, was mir gefällt. Schade, dass das nicht durchgehend ist (wobei das auch sehr subjektiv ist).

Zur Geschichte an sich: Manchmal, gerade am Anfang, habe ich mich wirklich an Harry Potter erinnert gefühlt. Gabriela erfährt von einer Welt, die sie nicht kennt, in der sie aber schon in einer Schule angenommen ist. Dementsprechend weiß sie auch noch nichts von ihren Fähigkeiten. Und es gibt einen Antagonisten, der wohl die ganze Reihe begleiten wird. Das war es dann aber auch schon mit den Ähnlichkeiten, doch gerade am Anfang habe ich unwillkürlich verglichen.
Umso mehr hat es mich gefreut, als die Geschichte sich immer weiter entwickelt hat und das definitiv auf eine sehr schöne Art und Weise. Es gab interessante fantastische Geschöpfe, deren Beschreibung genau richtig war: nicht zu detailliert, genauso dass man sich eben noch selbst ein Bild von ihnen machen kann. Die Fantasie kann hier wunderbar wirken und ich habe so manch gruselige Gestalt vor mir gesehen.

Was mir jedoch nicht so gefallen hat, sind die Namen. Auch das ist zwar wieder sehr subjektiv und die Idee mit dem Buch, welches den Schülern passende Namen gibt, ist zwar sehr schön, war für mich aber ein überflüssiges Detail. Ich habe mich gefreut, dass Gabriela eben Gabriela heißt, denn ich bin nicht so der Fan von so Namen wie Night, Sky oder auch Thunder. Letztendlich war es allerdings auch nicht störend und ist eher eine persönliche Vorliebe.

Fazit

"Necare" ist eine gute Fantasygeschichte mit romantischen Elementen und dem klassischen Internatinhalt. Dabei lässt sie jedoch Raum für die eigene Vorstellungskraft und stellt einem sehr interessante, außergewöhnliche fantastische Gestalten vor. Außerdem bleibt noch viel Raum für weitere spannende Bände und ich freue mich auf eine Fortsetzung.


Bewertung



Quellen
 
Autorenvita 
Die Zitate sind dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.

Dank
 
Mein Dank geht an Juliane Maibach, die mir das Buch zur Verfügung gestellt hat. 

Mittwoch, 20. März 2013

[Rezension] Von der Nacht verzaubert - Amy Plum

Titel: Von der Nacht verzaubert
Autor: Amy Plum
Original: Die for me
Band: 1/3
Verlag: Loewe
Erschienen: April 2011
ISBN: 978-3785570425
Preis Hardcover: 18,95€







Autor
geboren in Birmingham, Alabama; Kunsthistorikerin in New York; lebte in London und Paris; zog mit ihrem Mann in die französische Provinz; schreibt ihre Geschichten in dem kleinen Steinhäuschen im Garten

Inhalt

Als Kate Merciers Eltern bei einem tragischen Unfall sterben, zieht sie zusammen mit ihrer Schwester Georgia zu den Großeltern nach Paris. Jede versucht auf ihre eigene Weise, ihr altes Leben und ihre schmerzvollen Erinnerungen hinter sich zu lassen. Während Georgia sich in das Nachtleben stürzt, sucht Kate Zuflucht in ihren Büchern – bis sie eines Tages Vincent trifft, der es schafft, ihren Schutzpanzer zu durchbrechen. Bei Spaziergängen entlang der Seine und durch die spätsommerlichen Gassen von Paris beginnt Kate, sich in ihn zu verlieben – nur um kurze Zeit später zu erfahren, dass Vincent ein Revenant ist. Die Liebe der beiden steht unter einem schlechten Stern: Vincent und seine Freunde sind in einen jahrhundertealten Kampf gegen eine Gruppe rachsüchtiger Revenants verstrickt. Schnell begreift Kate, dass ihr Leben niemals wieder sicher sein wird, wenn sie ihrem Herzen folgt.

Cover

Das ist eines der schönsten Cover, die ich je gesehen habe. So detailreich und liebevoll gestaltet. Grundfarbe hier ist ganz klar Grün. Doch dies wird durch rote Rosen aufgelockert. Man sieht nicht nur den Eiffelturm, sondern auch einen kleinen Ausschnitt aus Paris, eine Skizze in Schwarz und Weiß, die von den eben genannten Rosen umrahmt wird. An der Seite findet man noch zwei Frauenköpfe, wie sie in den gerade so beliebten Camée-Schmuckstücken zu finden sind.
Ich denke, jeder sollte dieses bezaubernde Cover auf sich selbst wirken lassen, es gibt viel zu sehen :)

Zitate

Mama hat immer gesagt, ich wäre im Grunde meines Herzens ein Wirklichkeitsflüchtling ... dass mir erdachte Welten lieber wären als die echte.
S.42

"Du bist nicht... aber du warst tot!" Ich musste diese absurden Worte richtig herauspressen.
"Und wenn ich dir sage, dass ich einfach nur sehr fest schlafe?"
S.108

"Aber mal im Ernst. Wir sind Zombies."
"Wir sind keine Zombies", sagte Charlotte genervt.
"Die korrekte Bezeichnung wäre wohl, wenn ich recht unterrichtet bin, Untote", warf Gaspard mit zitternde Stimme ein.
"Gespenster."
S.116

Meine Meinung

Kates Eltern sind verstorben und als Folge muss sie ihre alte Heimat verlassen, um nach Paris zu ziehen, denn dort leben ihre Großeltern. Doch das macht ihr nichts aus, irgendwann bricht sie den Kontakt vollkommen ab, weil sie einfach nicht mehr schauspielern möchte. Stattdessen besucht sie Museen, vergräbt sich in ihre Bücher, bis sie von ihrer Schwester rausgejagt wird, dass sie endlich mal unter die Leute soll, um Freunde zu finden. Und in einem Café trifft sie dann Vincent, einen absoluten Traummann.

Kate trauert um ihre Eltern und hat das Gefühl, dass sich das Leben ohne sie nicht lohnt. Auch Paris hilft ihr da nicht weiter, sie zieht sich in ihre eigene Welt zurück. Das ist eine Reaktion, die ich gut verstehen kann, in dieser Situation würde ich vermutlich ähnlich handeln - nur dass mir dabei nicht ein solcher Traumtyp begegnen würde.
Allgemein sind Kates Reaktionen sehr logisch, sie verliebt sich in Vincent, doch als sie von seinem wahren Wesen erfährt, ist sie so geschockt, dass sie sich absondert. Nur gegen Ende wird sie mir etwas zu sehr ein "Superweib", doch davon möchte ich nicht allzuviel verraten.

Vincents Charakter lernt man nur über Kate kennen und weiß daher nicht allzu viel über ihn. Seine Gefühle drückt er zwar recht deutlich aus, so dass sie immer rüberkommen, und er erzählt Kate auch von seiner Vergangenheit, doch es fehlt mir etwas. Zum Beispiel seine Beweggründe, sich ausgerechnet in Kate zu verlieben, nach dieser langen Zeit. Manchmal ist er einfach zu perfekt in seiner Art, seinem Wesen, in allem. Ich bin nicht so der Fan von zu perfekten Protagonisten.

Die anderen Revenants sind jeder auf seine persönliche Art und Weise sympathisch und sehr einzigartig. Ich habe sie eigentlich alle ins Herz geschlossen. Jules' Wandlung fand ich zwar zu extrem, aber das ändert nichts an meiner Sympathie für ihn.

Ich finde, das mit den Revenants ist in diesem Band noch etwas schwammig, es ist ein bisschen zu sehr das Zufallprinzip, denn es gibt sicher viele Menschen, die dafür geeignet wären. Auch JB's Fähigkeit, werdende Revenants aufzuführen, fand ich etwas an den Haaren herbeigezogen. Doch der Rest der Geschichte hat mich begeistert. Gerade die Numa als Gegner hätten für mich persönlich sogar noch mehr einbezogen werden können, denn das hätte dem Roman noch mehr Pfeffer gegeben. Aber auch Charles' persönliches Schicksal ging in dem Liebesdrama zwischen Kate und Vincent etwas unter. Schade.

Trotzdem hat mich diese Geschichte vor dieser traumhaften Kulisse Paris verzaubert. Und ich habe das Buch in einer Situation zu lesen begonnen, in der ich nicht sicher war, ob ich mich überhaupt auf das Lesen konzentrieren kann - dennoch ist es Amy Plum gelungen, mich in den Bann zu ziehen und mit nach Paris zu nehmen, in den ewigen Kampf zwischen Revenants und Numa, in die romantische Beziehung zwischen Kate und Vincent.

Fazit

Amy Plum ist gelungen vor der absolut romantischsten Kulisse der Welt, nämlich Paris, eine ebenso romantische Geschichte zu erschaffen. Doch auch das Opfer der Revenants und ihr ständiger Krieg mit ihren Gegner passen gut hier rein und geben dem Roman mehr Spannung.


Bewertung


Quellen

Autorenvita - dem Buch entnommen

Die Zitate sind dem Buch entnommen und auf den angegebenen Seiten zu finden.

Montag, 18. März 2013

[Rezension] Beta - Rachel Cohn

Titel: Beta
Autor: Rachel Cohn
Original: Ananda-Series 1: Beta
Band: 1/3
Verlag: CBT-Jugendbuch
Erschienen am: 25.02.2013
ISBN: 978-3570161647
Preis Hardcover: 17,99€
Amazon
Leseprobe

Autor
renommierte Autorin für Jugendbücher mit zahlreichen Veröffentlichungen; schrieb gemeinsam mit David Levithan; keine Hobbies - bis auf die Suche nach dem perfekten Cappuccino


Inhalt

Elysia ist eine Beta, ein geklonter Teenager, und sie lebt als Dienerin der Menschen auf der paradiesischen Insel Demesne. Ihr einziges Ziel ist es, ihren »Eltern« zu gefallen – bis sie entdeckt, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint. Die heile Welt auf der Insel wird von Klonen gestört, die Gefühle und eine eigene Meinung haben, sogenannten defekten Klonen. Und dann entdeckt Elysia, dass auch sie Gefühle hat. Sie verliebt sich und hat Erinnerungen an ihre First, den Menschen, von dem sie geklont wurde und der längst tot sein muss. Ist sie selbst defekt? Dies würde ihren Tod bedeuten, doch Elysia ist bereit zu kämpfen, für ihre Freiheit und für ihre Liebe zu dem geheimnisvollen Tahir ...

Cover

Nicht schon wieder ein Cover mit Mädchenkopf oben drauf, das lese ich in letzter Zeit oft und es stimmt eigentlich auch, das ist gerade eine absolute Welle. Doch ich finde, dass zu diesem Buch kein Cover besser gepasst hätte, als ein Bild, wie man sich Elysia vorstellen kann.
Wie jeder Klon besitzt die junge Frau auf dem Cover eine Schwertlilie, welche sie als Klon kennzeichnet, ebenso wie die fuchsiafarbenen Augen. Das gesamte Cover ist in Violett und dunklem Pink gehalten.
Die Schriftart, die für den Titel genutzt gefällt mir sehr gut, warum genau, kann ich euch aber nicht mal sagen.

Zitate

Ich bin auch als Klon erschaffen worden. Ich gehöre zu ihnen, aber ich bin trotzdem anders. Ich bin ein Teenager.
Ich stelle die Zukunft des Klonens dar.
S.25

Wärme von Mutters Umarmung durchströmt mich. Ich bin für sie nicht nur eine Gesellschafterin, ich bin für sie eine Tochter, wie ihre wirkliche Tochter, die Astrid heißt. Mutter erzählt mir, dass sie von jetzt an für mich sorgen wird. Was für ein Glück ich doch habe!
S.35  

Meine Meinung

Elysia dient als Klon auf der Insel Demesne, einer perfekten Welt, so perfekt, dass die Menschen die Arbeit ablehnen und einfach nur noch entspannen wollen. Genau aus diesem Grund wurden die Klone entwickelt. Sie sollen die menschlichen Arbeiter ersetzen und durch die herausragendes Aussehen und Benehmen die friedliche und ästhetische Welt Demesnes verstärken.
Doch im Paradies ist nicht alles perfekt. Elysia fängt langsam an Gefühle zu entwickeln und je mehr sie fühlt, umso mehr erfährt sie über diese Welt, über die Revolte im Hintergrund und über defekte Klone wie sie selbst einer ist.

Elysias Blick auf die Welt kann man schon als naiv bezeichnen, denn unsere menschlich unterschwelligen Anmerkungen sind nicht auf ihrem Chip gespeichert und so nimmt sie viel zu viel wörtlich. Das zieht sich manchmal auch durch das gesamte Buch, da einfach niemand sie aufklärt.
Das Buch entwickelt sich zusammen mit Elysia, denn am Anfang entspricht ihr Wesen dem eines Babies, das noch nichts kennt. Durch diese langsame Entwicklung, dass sie zuerst als normaler Klon auf der Insel dient und ihre sogenannten Defekte nur langsam zum Vorschein kommen, wird die Geschichte glaubwürdige.

Die Menschen Demesnes empfinden die Klone nicht mehr als Menschen, sie sind Gegenstände, die man verleihen kann, die einfach da sind und machen, was man ihnen empfiehlt. So kam es mir manchmal so vor, als würde die Familie, der Elysia gehört, sie als eine Art lebendes Tagebuch verwenden: Man kann ihr alles erzählen, denn sie kann und wird es niemandem mitteilen.

Es ist ethisch gesehen ein großes, wirklich großes Problem, das hier thematisiert wird: Haben Klone wirklich keine Gefühle? Können sie wirklich nichts empfinden? Darf man sie einfach so besitzen?
Und ich hab das ein oder andere Mal schon einen bitteren Geschmack im Mund gehabt, als ich so Sätze gelesen habe, in denen Klone als "Ökotrend" oder "biologisch abbaubar" bezeichnet werden. Dieser unmenschliche Umgang hat mich bedrückt. Auch die Krankenstation im Labor fand ich von Anfang beängstigend, und das nicht nur, weil ich die Geschichte aus Elysias Sicht erlebt hat, für die es natürlich der blanke Horror ist.
Wenn das eine mögliche Zukunft von uns Menschen wäre, ich könnte dankend darauf verzichten. Der Gedanke, nach dem Tod Material für einen Klon zu werden...

Doch noch einmal zurück zur Geschichte an sich: Beta ist natürlich ein Jugendbuch und war an manchen Stellen vorhersehbar. Aber gerade der Schluss hat noch einmal eine unglaubliche Spannung aufkommen lassen und hat viele Überraschungen und ein oder zwei unvorhersehbare Wendungen genommen. Diese haben dann auch das Vorhersehbare mehr als nur wett gemacht (auch wenn ich auf die eine Überraschung gut hätte verzichten können).

Ich hoffe, dass in den nächsten Bänden die Water Wars noch mehr thematisiert werden, denn bisher waren das nur so kleine Appetithäppchen, mit denen ich als Leserin da gefüttert wurde und ich würde doch noch gerne mehr darüber lesen, wie es dazu kam und was genau passiert ist. Auch das Mainland interessiert, nachdem diese heile Scheinwelt Demesne nun starke Risse bekommen hat. So gibt es auch noch offene Charaktere, die mich reizen würden, ich möchte z.B. wissen, was mit Astrid, der Tochter, die Elysia ersetzen sollte, geschehen ist und ob sie sich vielleicht sogar der Revolte angeschlossen hat. Durch den fiesen Cliffhanger im letzten Satz bin ich natürlich doppelt gespannt darauf, wie es weitergeht und freue mich schon auf den nächsten Band.

Fazit

Dieses Jugendbuch thematisiert das Klonen, für mich ein großer Punkt in der ethischen Diskussion. Und gerade dieser Punkt war gut durchdacht und umgesetzt, so dass ich das Buch stellenweise beängstigend und erschütternd fand - aber eben durchaus im positiven Sinn.

Bewertung


Quellen

Cover
Autorenvita
Inhalt

Die Zitate wurden dem Buch entnommen und sind auf der angegebenen Seite zu finden.

Sonntag, 17. März 2013

[Rezension] Hier könnte ich zur Welt kommen - Marjorie Celona

Titel: Hier könnte ich zur Welt kommen
Autor: Marjorie Celona
Original: Y
Verlag: Suhrkamp/Insel
Erschienen am: 11.03.2013
ISBN: 978-3458175629
Preis Hardcover: 19,95€
Amazon
Leseprobe

Autor
wuchs auf Vancouver Island auf; lebt in Cincinnati und lehrt an der dortigen Universität; studierte am Iowa Writer's Workshop




Inhalt

Vancouver Island, ein kühler Morgen im August, früh um fünf: Eine schmale junge Frau im groben Arbeitsoverall legt ein winziges Bündel auf einer Türschwelle ab und eilt davon. Das Bündel ist ein neugeborenes Mädchen, eingewickelt in ein graues Sweatshirt, ein Schweizer Messer zu ihren Füßen als einzige Erinnerung an ihre Mutter. Shannon findet schließlich bei der warmherzigen Miranda und ihrer Tochter Lydia-Rose ein Zuhause. Doch sie fühlt sich dort stets wie eine Fremde – von wem hat sie den blonden Lockenbusch auf dem Kopf, woher die kleine Statur? Die Frage danach, warum sie ist, wie sie ist, und die drängende Sehnsucht, ihre Mutter zu finden, lassen sie nicht los, und so macht sie sich mit sechzehn auf die Suche nach der Unbekannten im Overall, das Schweizer Messer in der Tasche. Ihr Weg führt sie zu einem Ort in den Urwäldern von Vancouver Island, deren Kronen sich mächtig und uralt wie ein Gewölbe über den Menschen aufspannen, ihnen Geborgenheit und Schutz geben. Was Shannon dort findet, ist eine ergreifende Geschichte von wilden Herzen, beschädigten Helden und von leisem Schmerz.

Cover

Das Cover ist fast schwarz gestaltet, nur der Mond - der übrigens auch als Fassung für Titel, Autorenname sowie Verlag dient - und eine Frau durchbrechen dieses Schema. Diese Frau schwebt über dem Gras, sie scheint zu schlafen, vielleicht ist sie in einem Traum gefangen.
Ein ganz persönlich Eindruck von mir: Die Kleidung dieser Frau wirkt jung, strahlend, doch ihr Gesicht passt nicht dazu.

Zitat

Dann tragen die Kinder mich rein und sagen, ich soll mich nicht rühren. Für sie bin ich ein Meerschweinchen oder ein Lausfisch - etwas Fremdartiges, das man anstupsen, mit dem man experimentieren kann -, eine Kuriosität, aber auf gar keinen Fall, nicht eine Sekunde lang, ein Mensch.
S.24

Meine Meinung

Shannon hatte mehrere Namen, bevor sie zu Miranda kam, und sie war auch bei mehreren Pflegefamilien, nachdem ihre Mutter sie am großen Ypsilon von YMCA ausgesetzt hatte. Sie ist nicht einfach, ihre Kindheit auch nicht, und so richtig angekommen fühlt sie sich auch bei Miranda nicht, denn auch für deren Tochter Lydia-Rose ist die Situation nicht einfach.
Immer wieder wird Shannon von der Frage gequält, wo sie her kommt und sie macht Dummheiten, die sie nicht richtig bereut. Erst mit sechzehn Jahren macht sie sich endlich auf die Suche nach ihrer Mutter und fängt an, die Hintergründe ihrer Geburt kennenzulernen.

Shannon ist kein leichter Charakter, weder vom Äußeren noch vom Inneren. Sie ritzt sich Sterne in die Wade, durchstöbert das Schlafzimmer ihrer Ziehmutter und läuft auch einmal weg - eine Entschuldigung ist nicht drin. Sie ist eigenwillig, störrisch und kann Miranda auch nicht als Mutter akzeptieren. Sie ist klein, hat Haare wie Zuckerwatter und eine Figur wie ein Boxprofi. Sie ist anders.
Und sie ist kein sympathischer Charakter - ich als Leser wollte den Kopf schütteln, angesichts ihres unmöglichen Benehmens. Doch das macht Shannon eben aus und Shannon ist es auch, die diese Geschichte erzählt. Das mutet manchmal etwas seltsam an, wenn sie in Ich-Form von ihrem Aussetzen und den ersten Pflegeeltern erzählt. Anfangs ist dies wirklich ungewohnt, doch es gibt sich mit der Zeit, und nicht nur, weil Shannon älter wird.

Doch nicht nur ihr eigenes Leben, ihre Reise von Pflegeeltern zu Pflegeeltern, die Probleme, Gewalt und was sie sonst noch erlebt, teilt die Protagonistin mit, denn im Verlauf des Buch gibt es immer wieder Kapitel, die von der Zeit vor ihrer Geburt erzählen. Meist beginnen diese ungefähr so: "Es war sieben Tage vor meiner Geburt" oder "Vier Tage vor meiner Geburt".
Shannon beschreibt hier, warum ihre Mutter sie ausgesetzt hat. Der Leser erfährt jedoch nur quälend langsam in kleinen Fetzen, was geschah und warum es geschah. Man bekommt die tragische Geschichte ihrer Geburt häppchenweise vorgesetzt und stellt immer Theorien auf, was geschehen sein könnte.

Nicht alles wird klar, manches bleibt verschwommen, zumindest kam es mir manchmal so vor. Und das passt in die Geschichte, denn es wird immer klarer, dass Shannon trotz der Tatsache, dass sie ihr Leben von der Geburt an erzählt, scheinbar nicht alles weiß. Dinge verschwimmen und werden nur umrissen oder gar verdreht. So beispielsweise die Sache mit Julian, einem ihrer Pflegeväter.
Das Ganze macht die Geschichte doch noch realistischer, denn wer kann schon alles so detailreich wiedergeben?

Fazit

Marjorie Celona erzählt hier feinfühlig die Suche einer jungen Frau nach ihren Wurzeln, nach ihrer Herkunft. Dabei malt sie diese Suche und vor allen Dingen Shannon nicht in den schönsten Farben. Die Geschichte birgt viele Schicksale, viel Heruntergekommenes, eine Gesellschaft wird gezeichnet, die man positiv sehen kann. Und Shannon ist das Produkt dieser Welt - stur, eigensinnig und verschlossen. 

Bewertung


Quellen

Autorenvita
Inhalt

Das Zitat wurde dem Buch entnommen und ist auf der angegebenen Seite zu finden.

Samstag, 16. März 2013

[Rezension] Die Kane-Chroniken. Der Feuerthron - Rick Riordan

Titel: Der Feuerthron
Autor: Rick Riordan
Original:
Band: 2/?
Verlag: Carlsen
Erschienen am: 15.03.2013
ISBN: 978-3551555892
Preis Hardcover: 17,90€
Amazon
Leseprobe

Autor
lange Zeit Lehrer für Englisch und Geschichte; lebt mit seiner Familie in San Antonio (USA); widmet sich jetzt auschließlich dem Schreiben



Inhalt

Der finstere ägyptische Gott Seth ist besiegt! Carter und Sadie Kane könnten sich also ganz ihrer neuen Aufgabe widmen: der Ausbildung von Nachwuchs-Magiern. Doch schon wieder kommt etwas dazwischen. Die Chaos-Schlange Apophis erhebt sich und strebt nach der Weltherrschaft. Der Einzige, der sie zurückschlagen könnte, ist der Sonnengott Ra. Sadie und Carter müssen ihn unbedingt auf ihre Seite bringen. Allerdings wirkt der Gott etwas – nun ja – unmotiviert. Um ihn aus seiner Lethargie zu wecken, brauchen die Kane-Geschwister mehr als ihre magischen Kräfte.

Cover

Auf dem Cover sieht man eine typisch altägyptische Barke, die mit einem Thron versehen ist. Darauf sitzt ein sehr alter Gott, der anhand seiner Kopfbedeckung leicht als Re zu erkennen ist. Denn dieser spezielle "Hut" trägt immer die Sonne in sich und diese leuchtet da auch hell und warm. Sein Gesicht ist... sagen wir mal, er wirkt eher nicht so begeistert, vielleicht sogar ein bisschen genervt.
Im Hintergrund sieht man New York, und zwar die Freiheitsstatue sowie ein paar der Hochhäuser.

Zitate

Da er ein Pavian ist, konnte das von "Hey, da unten gibts was zu fressen" über "Die Scheibe ist dreckig"  bis zu "Mann, diese Nummer mit den Stühlen ist echt bescheuert" alles Mögliche heißen.
S.12

Leider erinnerte mich die Erwähnung von Desjardins daran, dass wir außer Apophis noch ein paar andere Probleme hatten. Sobald wir mit unserer Suche begannen, würde ein magischer russischer Eisverkäufer namens Wlad der Inhalator versuchen, uns zu ermorden.
S.107

"Ach, stell dich nicht so an. Das ist doch Standardkram. Zu Cheops' Zeiten kannte ich einen Magier, der den Nil teilte, damit er auf dem Grund nach der Halskette eines Mädchen suchen konnte. Und da war noch dieser Israelit, Mickey."
"Moses."
"Genau der. [...]"
S.273

Meine Meinung

Nachdem Sadie und Carter Seth erfolgreich besiegt haben, haben sie nun ihr Nomos zu einem Ausbildungslager für begabte Jugendliche ausgearbeitet. doch sie lehren nicht den Weg des Lebenshauses, nein, der alte Weg der Götter wird hier gelehrt.
Doch es wären die Sadie und Carter, wenn hier alles glatt laufen würde. Sie haben nur noch fünf Tage Zeit die drei Rollen der Sonnenlitanei zu finden und somit Re zu erwecken, bevor das Chaos, die Schlange Apophis erwacht und sich befreit. Nur Re kann ihrer Ansicht nach die Welt noch retten. Und so begeben sie sich zusammen mit ihrem Schüler, dem Amulettmagier Walt und dem Zwergengott Bes auf die Suche nach den Litaneiteilen. Dabei geht nicht immer alles glatt.

Man wird gleich ins richtige Geschehen hinein geworfen, denn Sadie, Carter, Walt und eine weitere Schülerin, Jaz, sind gerade dabei, die erste Rolle aus einem Museum zu stellen. Dabei werden Geister freigesetzt, die Krankheit und Verderben bringen, ein Greif wird lebendig und das Museum, das leer sein sollte, beherbergt eine Hochzeitsgesellschaft. Band 2 fängt also genauso chaotisch an, wie Band 1 war. Und genau das macht das Buch oder eher die Reihe für mich so sympathisch. Die beiden Kanes finden sich zwar mit ihrem Schicksal ab, doch nicht ganz. Sie bleiben Teenager, bei denen eben nicht alles perfekt läuft und die ohne die göttliche Unterstützung von Horus und Isis auch nicht allmächtig sind. Bei wem von uns würde denn bitte so etwas reibungslos ablaufen?

Die beiden behalten aber auch ihre Persönlichkeit, Sadie ärgert Carter immer noch, während der wiederum manchmal sehr unsicher wirkt. Und als Sadies Geburtstag kommt, ist dieser für sie wichtiger als die Suche. Und Beziehungsprobleme hat sie auch: Walt oder Gott Anubis? Insgesamt finde ich, dass dies eher ein Sadie-Band ist, denn Carter ist zwar darauf konzentriert, Zia zu finden, doch Sadies Gefühle werden hier mehr thematisiert und im gemeinsamen Erzählen habe ich das Gefühl, dass ihr Teil überwog. Ich denke, das wird sich im nächsten Band wieder ausgleichen.

Auch Amos, Bastet und vor allen Dingen Seth haben hier wieder ihre Auftritte. Leider unterstützt Bastet die Kanes diese Mal nicht, schickt dafür aber Bes, der ein würdiger Ersatz und dessen "hässliches Kostüm" ich schon ins Herz geschlossen habe. Der Zwergengott ist wirklich super gelungen. Ich mag übrigens auch Seth, auch wenn er eigentlich ein hinterhältiger Kerl ist, hat er einen super schwarzen Humor. Seine Charakterisierung in dem Buch trifft auch die Schwierigkeit, die er bereitet, denn er ist zwar böse, aber reicht darin noch lange nicht an Apophis, die Chaos-Schlange heran, und im Gegensatz zu dieser hat er schon fast ein gutes Herz.

Mir hat bereits im ersten Band zugesagt, dass Sadie und Carter abwechselnd erzählen und auch immer wieder Kommentare in eckigen Klammern abgeben. Auch die grundsätzliche Idee, dass die beiden ein Band aufnehmen, um so vor der ägyptischen Apokalypse zu waren, finde ich sehr außergewöhnlich. Notizbücher, Erzählungen, Gespräche, ja, aber eine altmodische Kassette? Das ist neu. Und man merkt den Erzählungen auch immer wieder deutlich an, welches der beiden Geschwister in diesem Moment spricht - nicht nur daran, dass dies auf den Seiten oben angegeben ist. Sadie spricht viel freier von der Leber weg, manchmal auch sarkastisch und mit einem sehr ironischem Unterton, was gerade hier in diesem Buch deutlich wurde.

Die Umsetzung des ägyptischen Mythos ist einfach faszinierend. Und detailreich. Und wahnsinnig gut recherchiert - fast noch besser als bei der Percy-Jackson-Reihe. Es gibt unglaublich viele Geschichte und Varianten, doch Rick Riordan gelingt es hier, die ägyptische Geschichte in unsere Zeit zu integrieren und logisch aufzubauen, was bei den vielen Möglichkeiten tatsächlich schwierig hätte werden können.

Fazit

Wieder ein gelungenes Buch, das nicht für an ägyptischer Mythologie Interessierte interessant sein dürfte. Rick Riordan schafft es jedes Mal aufs Neue, mich zu faszinieren und eine Welt zu ziehen, in der Magie, Götter und unser Alltag Hand in Hand gehen.

Bewertung


Quellen

Freitag, 15. März 2013

[Kommentar] Die Kane-Chroniken. Die rote Pyramide - Rick Riordan

Erster Satz

Wir haben nur ein paar Stunden, also hört gut zu.

Meine Meinung

Nachdem ich der Percy-Jackson-Reihe ja schon verfallen bin, haben mich jetzt die Kane-Chroniken in den Bann gezogen.
Carter und Sadie sind zwei vollkommen unterschiedlichen Geschwister, der eine dunkelhäutig wie sein Vater, die andere so hellhäutig wie ihre Mutter. Und getrennt wachsen die beiden auch auf, denn Carter reist mit seinem Vater, einem Archäologieprofessor durch die Welt, während Sadie nach dem Tod ihrer Mutter bei ihren Großeltern in London aufwächst. Zwei Mal im Jahr sieht sie ihren Vater und ihren Bruder und dieses Mal passiert etwas, mit dem keiner gerechnet hätte.
Beim Besuch im Museum lässt ihr Vater den weltberühmten Rosettasteine explodieren und für die ungleichen Geschwister ändert sich mit einem Mal alles. Ihr Vater ist tot, die Polizei will sie verhaften und dann ist da auch noch dieser seltsame Mann, der sie mitnimmt nach New York.

Ging es bei Percy Jackson noch um die Kinder griechischer Götter, setzt Julius Kane, Vater von Sadie und Carter, hier ägyptische Götter frei, die gefangen waren. Darunter auch Seth, der die Erde beherrschen will, und Professor Kane samt Osiris gefangen nimmt - die alte Geschichte also. Auch Carter und Sadie werden in diese ägyptische Welt hineingezogen und müssen lernen, mit Magie umzugehen, sie begegnen Götter und kämpfen gegen deren Diener. An ihrer Seite die Katzengöttin Bastet, die ihrem Vater den Schutz seiner Kinder versprochen hatte, sowie der Pavian Cheops.
Es ist faszinierend, die altägyptische Welt hier zu sehen, wie sie unsere Welt übernehmen will. Mich faszinieren Götter schon immer und neben dem griechischen und römische Götterpantheon mochte ich schon von früh an die ägyptische Götterwelt mit am Liebsten (ich wollte auch lange Zeit Archäologie mit Schwerpunkt Ägyptologie studieren, bis das Asthma kam). Daher spricht mich diese Reihe auch sehr an, denn hier werden die alten Geschichten neu belebt und dabei so logisch in unsere Welt integriert, dass es eigentlich real sein könnte.
Pyramiden, Portale in andere Erdteile und Magier, die die Erde in Nomoi unterteilt haben, nach dem altägyptischen System. Die Erzählung ist unglaublich detailreich und gut recherchiert.

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass Sadie und Carter abwechselnd erzählen. Jeweils ihre Sicht auf die Dinge, dabei zögern sie jedoch auch nicht, sich über sich gegenseitig lustig zu machen. Doch nicht nur das sorgt für einige belustigende Momente, auch wenn sie sich in ihrer Erzählung unterbrechen, um Kommentar abzugeben, ist das doch immer amüsant. 

Wer sich für andere Kulturen und Religionen interessiert, gegen ein bisschen Fantasy nichts einzuwenden hat, ist hier sicher nicht verkehrt.

Quellen:

Cover

Das Zitat entstamm dem Hardcoverbuch und ist auf der angegebenen Seite zu finden.

Donnerstag, 14. März 2013

[Rezension] Antonia Lucia Labellas brillanter Plan - Donna Freitas

Titel: Antonia Lucia Labellas brillanter Plan
Autor: Donna Freitas
Original: The Possibilities of Sainthood
Verlag: Gabriel-Verlag
Erschienen am: 8.2.2013
ISBN: 978-3522303132
Preis Hardcover: 14,95€
Kaufen beim Verlag
Amazon
Leseprobe
Autor
geboren in Rhode Island; studierte Spanisch & Philosophie; Doktor-Titel der Theologie & Professur an der Boston University




Inhalt

Was tun, wenn man unter dem Regiment einer erzkatholischen, äußerst italienischen Mutter lebt, auf eine von Nonnen geführte Mädchenschule geht und sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich von Andy Rotellini geküsst zu werden? Für Antonia ein klarer Fall: Sie betet zu den Heiligen. Doch für Liebesdinge gibt es leider keinen. Um Abhilfe zu schaffen, schreibt Antonia Briefe an den Papst, in denen sie die Ernennung neuer Heiliger vorschlägt und sich gleich selbst als Heilige zur Verfügung stellt. Bis es so weit ist, muss sie sich mit allerlei Weltlichem herumschlagen: Rocklängen, Ausgehverboten, Andy Rotellini, der sie nicht beachtet, und Michael McGinnis, der ihr eindeutig zu viel Beachtung schenkt – oder? 

Cover

Das Cover wird von dem langen Titel dominiert. Der Hintergrund ist pink mit rosa Punkten - etwas, das mir persönlich momentan gut gefällt. Unter dem Titel findet man noch die Liste, die Antonia erfüllen will: den ersten Kuss von Andy und als erste Lebende heilig gesprochen zu werden. Die Schrift ist dem Lesealter angepasst, würde ich sagen, zumindest hätte ich mit 15 sicher diese Schrifart gerne genutzt. 
Man sieht übrigens auch noch eine kleine Figur, die mit einem Heiligenschein und einem geschrieben "Ich" verziert ist. Allerdings passt sie meiner Ansicht nach nicht zu Antonia, da diese mit langem schwarzen, lockigem Haar beschrieben wird.

Zitate

"Veronica", fauchte ich und drehte mich wütend zu meiner Cousine um. Sie ist meine größte Erzfeindin und das ist kein bisschen übertrieben. Veronica ist nicht nur böse, sie ist die Bosheit in Person!
S.12

Ich wurde nach meinem Lieblingsheiligen, dem heiligen Antonius von Padua, benannt. Jedes Mal, wenn bei uns zu Hause jemand etwas verlegt hatte - sei es das Heft mit den Hausaufgabern, Schmuck oder die Zuckerdose (in diesem Fall garantiert von Oma) - forderte Mom uns aus auf, zum heiligen Antonius zu beten.
S.35

Womöglich war Schwester Noella gar keine echte Lehrerin. Vielleicht war sie in Wirklichkeit eine Sondergesandte des Vatikans, die mein Potenzial als zukünftige Heilige beurteilen sollte.
S.41

Meine Meinung

Antonia hat wie ihre Mutter und Großmutter den zweiten Vornamen Lucia, nach der heiligen Lucia. Und wie ihre beiden Vorfahrinnen ist auch sie gläubig, insbesondere die Heiligen haben es ihr angetan. Schon seit mehreren Jahren schreibt sie regelmäßig Briefe an den Vatikan, in denen sie Vorschläge für neue Heilige unterbreitet, wie z.B. einen Heiligen für Feigen und Feigenbäume - immerhin muss sie jedes Jahr die familieneigenen Feigenbäume abdecken und vor dem Winter schützen. Aber Antonia Lucia möchte nicht nur einen neuen Heiligen "erfinden", sie schlägt sich auch immer selbst als Heilige vor - Ziel 1 ihrer Liste. Ziel 2 ist der scheinbar unerreichbare, einfach nur superattraktive und ausgesprochen sexy Andy Rottellini. Ihren ersten Kuss möchte sie unbedingt von ihm ergattern.

Antonia ist ein Charakter, den ich sofort sehr mochte. Allein schon ihre E-Mail-Adresse, die sie in den Briefen an den Vatikan angibt, ist einfach phänomenal: HeiligeInSpe@live.com
Diese Adresse drückt einfach Antonias Charakter schon aus. Ihr Streben nach einer Heiligsprechung und ihr Selbstbewusstsein.
Ich persönlich bin ja nicht religiös und kenne mich auch nicht unbedingt gut im Katholischen aus - falsche Konfession. Aber trotzdem haben mich diese vielen Heiligen, die Antonia allesamt kennt und zu denen sie betet, fasziniert. Sie scheint praktisch für jede Situation den richtigen Heiligen zu finden, den sie um Hilfe bitten kann. Dazu führt sie noch ein Heiligentagebuch, indem sie ihre Ideen für neue Heilige, aber auch ihre Gebete und Bitten an bereits Heiliggesprochene sammelt. Und in ihrem Eifer übersieht sie doch manchmal die wahren kleinen Wunder.
Ihr Interesse und unbeirrbarer Glaube führen zu manch amüsanter, aber auch skurriler Situation - so wie sie anfängt BHs zu tragen, weil sie ihren Körper damit quält und Heiligen so etwas gut steht.
Allerdings hat Antonia nicht nur mit dem Vatikan zu kämpfen, da sind auch noch diese beiden Jungs: Andy und Michael. Und das führt zu weiteren inneren Konflikten. Diese Zweifel und Gedanken und Sorgen, die jedes junge Mädchen wohl in so einer Situation hat, sind sehr schön dargestellt, man fiebert doch ein bisschen mit Antonia mit und drückt ihr die Daumen. Man kann ihre Empfindungen einfach sehr gut nachvollziehen.

Wer absolut nichts mit der katholischen Religion und vor allen Dingen mit dem Glauben an Heilige anfangen kann, wird das Buch vermutlich nach einer Weile genervt zur Seite leben. Für mich war das hier eine unglaublich tiefe Gläubigkeit, die ich gar nicht kenne und ehrlich gesagt auch nicht ausleben wollte. Aber trotzdem, wie schon erwähnt, fand ich das Buch sehr interessant. Die Religion und der Konflikt zwischen diesem Glauben und Teenager in dieser Zeit zu sein ist glaubwürdig beschrieben und äußerst logisch. So gehen Antonia und ihre beste Freundin Maria auf eine katholische Mädchenschule, gehen in die Kirche und rebellieren zugleich mit kleinen Veränderungen ihrer Schuluniformen. Außerdem erzählt Antonia auch nur ihrer besten Freundin von den Heiligen, die sie so verehrt, vor den anderen Klassenkameradinnen verheimlicht sie dies mehr oder weniger erfolgreich, da die sich doch mehr für Sportler in ihrem Alter interessieren.

Doch trotz ihrem tief verwurzeltem Glauben ist Antonia ein normales Mädchen mit ganz normalen Bedürfnissen, nämlich dem Wunsch nach dem ersten Kuss. Und so muss sie einen schwierigen Balance-Akt leisten, immerhin sollten Heilige sich eigentlich mit diesen niederen Dingen beschäftigen oder sich gar danach sehnen.

Fazit

Leute, die sich nicht für Religion interessieren, sollten hier auch nicht zugreifen, denn es ist und bleibt der rote Faden dieses Buchs. Doch der Konflikt eines jungen Mädchen zwischen Religion und Teenagerdasein ist gut dargestellt und sorgt für so manch amüsante Begebenheit.

Bewertung


Quellen

Cover
Autorenvita
Inhalt

Die Zitate sind dem Hardcover entnommen und auf der angegeben Seite zu finden.

Mein Dank

geht an den Gabriel-Verlag sowie Blogg dein Buch für dieses Leseexemplar.