Mittwoch, 30. Januar 2013

[Rezension] Liebe unter Fischen von René Freund

Titel: Liebe unter Fischen
Autor: René Freund
Verlag: Deuticke/Hanser
ISBN: 9783552062092
Erschienen am:
28.01.2013
Preis Hardcover: 17,90€
Amazon 
Leseprobe

Autor

Jahrgang 1967; Übersetzer und Autor aus Grünau; Studium der Philosophie, Theaterwissenschaft und Völkerkunde; 2 Jahre Dramaturg am Theater der Josefsstadt



Inhalt

Fred Firneis, Lyriker mit Sensationsauflagen, leidet nach langen alkoholdurchtränkten Jahren an einem Burnout. Seine Verlegerin, die ihn in seiner Berliner Wohnung aufspürt, schickt ihn in eine Holzhütte in die Alpen nach Österreich. In Grünbach am See gibt es weder Strom noch Handyempfang, und Firneis kommt wieder zu Kräften. Doch dann taucht Mara auf, eine junge Biologin aus der Slowakei, die ihre Doktorarbeit über die Elritze schreibt, einen spannenden kleinen Schwarmfisch. Bald interessiert sich Fred für sämtliche Details von Biologie, Verhaltensforschung - und Mara, die jedoch plötzlich verschwindet … Eine alpine Liebesgeschichte mit Humor und Showdown in Berlin.

Cover

Blau. Diese tiefe Blau des Wassers ist das Erste, was einem in das Auge springt. Dieses Cover ist einfach blau. Das passt natürlich - wie der Angelhaken - sehr gut zu dem Titel Liebe unter Fischen sowie dem kleinen See, an dem Fred sich erholen soll.
Der Vergleich zu Glattauer ist ein kleiner Extraeinband, nur die untere Hälfte, den man entfernen kann, wie man am folgenden Bild gut sieht:



Darunter kommt dann das gleiche Bild, nur eben ohne diesen Vergleich zum Vorschein.


Zitate

"Anrufbeantworter von Alfred Firneis. Bitte hinterlassen Sie keine Nachricht. Ich rufe nicht zurück."
Erster Satz - S.7


"Es gibt keine Idylle", hatte Fred geantwortet, "Idylle ist dort, wo man nicht genau genug hinsieht."
S.30

Fred setzte sich an einen Tisch. Auf diesem stand - wie einst in seiner Kindheit - die kulinarische heilige Dreifaltigkeit: Salz (mit Reiskörnern), Pfeffer (jedenfalls ein graues, fein gemahlenes Pulver) sowie eine Flasche Maggi-Würze (mit Geschmacksverstärker).
S.33


Meine Meinung

Fred Firneis ist am Ende: Er trinkt, isst nichts, hat Panikattacken und schreiben kann er auch nicht mehr. Dabei bräuchte seine Verlegerin Susanne Beckmann gerade jetzt dringend neue Gedichte für einen neuen Band von Fred. Denn Fred ist so ziemlich der einzige, der ihren kleinen Verlag jetzt noch retten kann. Nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt und einer kurzen Zeit im Jenseits beschließt Fred, der Aufforderung seiner Herausgeberin zu folgen und Urlaub zu machen - in seiner alten Heimat Österreich an einem kleinen See in einer kleinen Hütte. Dort begegnet er nicht nur dem Förster August mit seinem Nixen-Tattoo, sondern auch Mara, einer Limnologin, die das Fortpflanzungsverhalten der Elritzen untersucht.

Dieses Buch hat mich gefesselt. Als ich die Leseprobe damals gesehen habe, war ich ehrlich gesagt nicht so überzeugt. Der Titel und die Rückseite und das Cover, es hat mich nicht angesprochen, aber ich habe die Leseprobe trotzdem mal anlesen woll - bin ja ein neugieriger Mensch - und dann war ich enttäuscht, als sie fertig war. Es ging einfach nicht mehr weiter. Tja, glücklicherweise liegt das Buch jetzt neben mir und hat mich nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Es hat mich sogar begeistert.

Das fing bereits mit der Charaktergestaltung an: Die vier Protagonisten sind auf ihre Art und Weise einzigartig. Fred wirkt zwar klischeehaft mit dem BurnOut und dem Verlust seiner Schreibfähigkeit, doch seine Aktionen und Reaktionen sind dennoch fantastisch. Allein schon seine Anrufbeantworteransage, die ja den ersten Satz des Buches bildet, hat mich zum Lachen gebracht - so würde ich meinen AB ebenfalls besprechen. Auch seine Abneigung gegen Technik, z.B. gegen den "Tablettencomputer", hat mir sehr gut gefallen. Seine Verlegerin ist die einzige Protagonistin, die mir bis zum Schluss nicht ganz sympathisch wurde. Aber auch wenn ich diese Figur nicht so mochte, konnte ich mich dennoch gut in sie hineinfühlen und hatte auch für ihre Situation Verständnis - ich finde, das ist eine hervorragende Leistung. Auch Mara mit ihrem Sprachfehler und August, der urige Förster, konnten mich mit ihren Eigenarten überzeugen. Von dem Doppel-S-Fehler, wie beispielsweise dann "Wazzer" bis hin zu Augusts Nixe und der Tatsache, dass dieser gesunde, kräftige, sportliche junge Mann nicht schwimmen kann. Alles sehr gut durchdacht und auch sehr gut umgesetzt.

Zum Schreibstil und Aufbau des Buches: Das Buch spielt in einem Zeitraum von etwa anderthalb Monaten. Jeder Tag entspricht hier sozusagen einem Kapitel. Mir hat schon von vornherein gefallen, dass verschiedene Medien für die Erzählung genutzt werden. Das geht von dem eben benannten Anrufbeantworter über SMS und Telefonate bis hin zum guten altmodischen Brief. Diese verschiedenen Medien geben dem Buch etwas Skizzenhaftes. Wer jetzt denkt, bei diesem Durcheinander könnte man den Überblick verlieren, der sei beruhigt, denn René Freund schafft es, trotz dieser Vielfalt eine zusammenhängende Geschichte zu verfassen, die logisch aufgebaut ist. Auch wenn man mal spontan von einem Brief mit zig PS zu einem Gespräch zwischen August und Fred wechselt, behält man den Überblick. Ich war schon immer davon fasziniert, wenn Autoren vom reinen Schreiben aus auch zu solchen Möglichkeiten schreiben und dann das Gefühlsleben vielleicht durch Briefe dargestellt wird.
Der Schreibstil ist den Gegebenheiten angepasst: Freds Briefe an Susanne sind immer poetisch und voller Sprachmagie. Mit vielen Metaphern und schönen Satzfindungen. Teils auch sehr philosophisch. Die Sprache wird einfacher und leichter, wenn dann beispielsweise eine Szene zwischen Fred und Mara beschrieben wird; antwortet Susanne, kann dies trocken und kühl wirken. Der Autor spielt hier mit der Sprache und das wirklich meisterlich. So behält man auch in der medialen Vielfalt den Überblick und kann anhand des Grundtons den momentan redenden oder schreibenden oder handelnden Protagonisten sofort erkennen.

Auch die Eigenarten und Worte aus Österreich fand ich wirklich amüsant, sie haben den Roman aufgelockert und ihm eine besondere Athmosphäre gegeben. Mir hat die Gesamtheit dieses Buches wirklich gut gefallen.

Fazit

Ein Roman, der fließt und mich vom ersten Satz an in den Bann gezogen hat. Humorvoll geschrieben und poetisch zugleich.


Bewertung




Quellen

Cover
Autorenvita
Inhalt

Die Zitate sind dem Buch entnommen und auf der angegebenen Seite zu finden.








 

Dienstag, 29. Januar 2013

[Rezension] Ynsanter - Pfade des Feuers von Annette Eickert

http://1.bp.blogspot.com/-xUur2-fOj6Y/UH7gwU_KMLI/AAAAAAAAA8M/pmLB3bA1Wgg/s1600/buchcover-ynsanter-annette-eickert.jpgTitel: Ynsanter - Pfade des Feuers
Autor: Annette Eickert
Verlag: Aavaa
ISBN:
978-3862548255
Preis Taschenbuch: 11,95 €
Erschienen am: 01.12.2012
Link: Amazon

Autorin

1978 in Worms geboren; erst Ausbildung zur Arzthelferin, dann zur Bürokauffrau; 2005 erhielt sie die Diagnose Multiple Sklerose; das war der Wendepunkt: seitdem schreibt sie in verschiedenen Genres



 



Inhalt

Zanthera – Eine Welt der Mysterien – die Welt der Raukarii, Iyana, Menschen und Drachen.

Zwanzig Jahre nach ihrer Verbannung taucht Tallex – die verstoßene Tochter des Hohepriesters – wieder auf und sinnt nach Rache. Sie schart Verbündete um sich, darunter den mächtigen Nekromantenzirkel, um das gesamte Land ins Chaos zu stürzen. Aber der Klerus steht ihr im Weg. Denn niemand anderer als ihr Vater ist ihr ein Dorn im Auge, um ihr eigentliches Ziel zu erreichen: das Götterschwert Ynsanter. Mit diesem absoluten Machtsymbol könnte sie über das ganze Volk herrschen. Doch der Feuergott Zevenaar lässt sich von einer Sterblichen nicht vom Thron stoßen. Er benötigt das verschollene Götterschwert, um seine eigene alte Kraft zurückzugewinnen. Aus diesem Grund schickt er eine kleine Gruppe Krieger auf eine gefährliche Reise. Ihre Aufgabe ist es das zu tun, was dem Feuergott verwehrt ist. Dem Vorhaben stehen jedoch viele Hürden und Gefahren bevor. Als plötzlich auch noch die verschwundene Enkeltochter des Hohepriesters auftaucht, nimmt das Schicksal eine unerwartete Wendung.

Eine fantastische Reise für Jung und Alt, über wahrhaften Glauben, Liebe, Mut und Intrigen.


Cover

Auf dem Cover sieht man einen Mann, der seinen Blick in die Ferne streifen lässt. Übrigens, kleine Anmerkung, ich kann mir nicht helfen, aber kennt ihr diese Herkulesserie (und dieses Xena, was früher lief)? Ich fühle mich von dem Mann einfach total an Herkules erinnert, den Schauspieler. Kevin Sorbo. Aber gut... zurück zum Cover. Das Porträt des Mannes ist von Lava umrahmt, die hervorbricht, passt also ganz gut zu dem Feuer im Untertitel. Auch sein Gesicht wirkt wie durch Flammen beleuchtet, ein sehr schöner Effekt. Die Schrift ist sehr verspielt, kann aber aus der Ferne leicht feurig wirken, ein Eindruck, der eben durch die Verspieltheit sowie die Farbgebung entsteht.

Zitate

Sie brauchte keinen Reichtum, um glücklich zu sein, aber darauf lief es immer heraus, auf Macht und Vermögen.
S.23


Der Fluch der Hexenmeisterin Myrvoda hat Malea fest im Griff. Tagsüber konnte sie sich an nichts mehr erinnern, nur schemenhaft geisterten Bilder durch ihren Kopf, die für sie jedoch keinen Zusammenhang ergaben. Nach Sonnenuntergaang war sie wieder ganz sie selbst, doch ohne Erinnerungen an den vergangenen Tag und das brachte sie aufs Neue zur Verzweiflung.
S.48


"Das ist ein... ein...", stammelte Rylance fassungslos.
"Ein Drache", beendete Tallex seinen Satz. "Ein schwarzer Drache und leibhaftiger Wächter Zantheras [...]"
S.70


Meine Meinung

Normalerweise würde ich hier noch einen groben Überblick aus meiner Sicht verfassen, allerdings kriege ich das bei diesem Buch nicht hin. Es gibt zu viele verschiedene Stränge und Aktionen und auch Charaktere. Ich bin mit diesem Buch nicht warm geworden, erst im letzten Drittel fand ich es gut.
Das fäng schon bei den Charakteren an und zwar bei den Namen: Ich habe nichts gegen fantasievolle Namen, ich finde das schön. Aber hier habe ich zwei Probleme: Erstens gibt es wenig ersichtliche Unterschiede zwischen Männer- und Frauennamen. Hier als Beispiel die beiden aus dem oben stehenden Zitat: Rylance und Tallex. Wer ist hier die Frau, wer der Mann? Natürlich wird das aus dem Buch ersichtlich, aber irgendwie verwechsele ich die beiden immer noch. Und zweitens habe ich bei ein, zwei Namen das Gefühl gehabt, die Autorin hat einfach nur auf der Tastatur rumgehauen und geschaut, was dabei rauskam, z.B. Ysophytaasxiv. Ich habe wirklich kein Problem mit fantasievollen Namen, Rylance finde ich beispielsweise wirklich schön, aber Ysophytaasxiv ist unaussprechbar (und beim Schreiben hatte ich auch meine Probleme...). Und dann noch so viele fremdartige Namen auf einen Schlag - das hat es mir wirklich erschwert. Allerdings - das hätte ich vorher mal nachschauen sollen - findet man einen Anhang mit einer Auflistung aller Charaktere, die vorkommen, sowie ein Glossar für Begriffe wie Iyana. Das erleichtert es natürlich, wenn man es vorher bemerkt.


Auch wenn das bisher alles sehr negativ klingt, habe ich großen Respekt vor der Autorin, die dieses komplexe Gefüge langsam miteinander verknüpft und verbindet. Ich hätte da - selbst mit Hilfsmitteln - schon längst den Überblick verloren. Annette Eickert entwickelt hier wirklich eine unglaubliche Welt, so dass ich es auch schade finde, dass ich persönlich mit dieser Welt einfach nicht warm werde. Diese vielen Fäden, die sich durch die ersten zwei Drittel des Buches ziehen, werden am Ende miteinander verknüpft und ergeben langsam einen Sinn.


Fazit

Es ist eine fantastische Welt, eine komplexe Welt, die Annette Eickert sich hier erbaut. Doch für mich war es zu viel auf einmal, das geschah, so dass ich nicht hundertprozentig von der Geschichte gefangen genommen wurde. 


Bewertung

  
Quellen

Cover
Autorenvita 

Montag, 28. Januar 2013

[E-Rezension] Radioactive: Die Verstoßenen von Maya Shepherd

Titel: Radioactive: Die Verstoßenen
Autor: Maya Shepherd
Selbstverlag
ISBN:
978-1481156158
Preis Taschenbuch: 9,98 €
Erschienen am: 03.12.2012
Link: Amazon

Autor

24 Jahre jung; von Kurzgeschichten und Märchen zu Songtexten und Drehbüchern bis hin zu Romanen; erster Roman: "Schneerose"; mehr über Maya


 

Inhalt

Nach dem Dritten Weltkrieg gleicht die Erde einem Trümmerfeld. Die letzten überlebenden Menschen haben sich in Sicherheitszonen verbarrikadiert, um sich vor der radioaktiven Strahlung zu schützen. Ein Überleben ist nur nach strengen Regeln und Gesetzen möglich. Es gibt weder Eigentum noch einen eigenen Willen. Die Legionsführer nehmen den Menschen jede Entscheidung ab. In dieser Welt ist kein Platz für Gefühle. Die Menschen leben nur noch um zu funktionieren, deshalb tragen sie Nummern statt Namen. D518 ist eine von ihnen. Geboren in dieser zerstörten Welt, hat sie nie ein anderes als dieses von Kontrolle bestimmte Leben kennengelernt. Dies ändert sich schlagartig, als sie von Gegnern der Regierung entführt wird. Alles, woran sie bisher geglaubt hat, stellt sich als eine Lüge heraus.


Erster Satz

Meine korrekte Bezeichnung lautet E518. Ich bin eine Überlebende der fünften Generation.

Meine Meinung

Die Sicherheitszone bedeutete Sicherheit, Frieden und Organisation. Namen sind unwichtig, alle sind gleich, denn wenn jemand sich unterscheidet, dann bedeutet dies Unfrieden, Gefahr, Streit und schließlich Krieg. So bekommt jedes Neugeborene eine Nummer zugeteilt. Die 5 der Protagonistin D518 steht für die Generation, der sie angehört; die 18 zeigt, das wievielte Kind der Generation sie war. Die Buchstaben A bis F haben ebenfalls ihre Bedeutung, so ist E beispielsweise der "Teenager"-Status und ab D aufwärts wird der Rang angezeigt. 
Erst als D518 entführt wird, von den Ausgestoßenen, von Rebellen, bekommt sie einen Namen: Cleo. Sie lernt eine Welt kennen, die anders ist als die ihre und in der sich auch einiges für sie verändert.

Es sind interessante Charaktere, die Maya Shepherd hier entworfen hat, die auch eine interessante Umgebung haben, in der sie agieren. D518, Cleo, ist anfangs distanziert, man lebt mit ihr das Leben der Sicherheitszone, eintönig, vorgeschrieben und in geregelten Bahnen laufend. Doch zugleich sucht sie auch immer nach Besonderheiten, nach etwas zum Wiedererkennen bei ihren Mitmenschen. Man merkt, dass sie sich der Gleichheit der Sicherheitszone nicht ganz anpasst.
Die Rebellen sind auch sehr schön gestaltet, eine liebevolle kleine Familie, in der es jedoch auch kleine Geheimnisse gibt, die mit der Zeit aufgedeckt werden. Ich mag die Eigenarten, die die Charaktere haben und hier ist Finn wohl ein gutes Beispiel: Er trägt viel Potenzial in sich, das von seiner Vergangenheit, seinen Eltern ausgeht. Für mich ist er einer der interessantesten Charaktere in diesem Buch und ich erwarte mit Spannung, wie es mit ihm weitergehen wird.
Allgemein habe ich noch große Erwartungen an die verschiedenen Charaktere, auch D523 und C515 in der Sicherheitszone haben sicherlich noch einiges an Entwicklungen und Spannung zu bieten.

Obwohl eigentlich von der Hauptgeschichte, dem Kampf zwischen Rebellen und Sicherheitszone, noch nicht viel passiert ist, finde ich das Buch wirklich toll. Vielleicht auch gerade deswegen? Cleo muss die Rebellen und das Leben außerhalb der Sicherheitszone erstmal kennen lernen, bevor sie dagegen angehen kann. Das ist realistisch umgesetzt: Es braucht nun mal seine Zeit, bis man diese elementaren Dinge, die einem das ganze Leben lang eingeprägt werden, beiseite legen kann und sich für etwas Neues öffnen kann. Und gerade das ist hier hervorragen dargestellt worden. Es geht eben nicht von der Sicherheitszone in den direkten Kampf, nein, stattdessen entwickelt man sich zusammen mit D518 zu Cleo. 
Dies ist erst der Auftakt zu einer wirklich spannenden Dystopie. Ich bin aber auch gespannt, wie es weitergeht, ob Cleo sich noch weiter entwickeln kann und wie der Plan, den die Rebellen sich ausgedacht haben, umgesetzt wird. So viele offene Fragen, auf die ich am liebsten sofort eine Antwort hätte.

Fazit

Radioactive: Die Verstoßenen verspricht vieles, denn es ist der Auftakt zu einer spannenden Dystopie-Reihe. Das Hintergrundszenario, das atomare Chaos, ist gut gewählt, und könnte leider auch Wirklichkeit werden. Und gerade unter diesem Aspekt finde ich die Geschichte noch spannender. 
Einziger Wermutstropfen ist die Länge von 270 Seiten - ich hätte gerne mehr gelesen. Aber nun erwarte ich den zweiten Band voller Spannung!

Bewertung



Quellen


Das Zitat ist dem Buch entnommen und dort zu finden.

Sonntag, 27. Januar 2013

[Kommentar] Percy Jackson - Der Fluch des Titanen von Rick Riordan

Erster Satz

Am Freitag vor den Weihnachtsferien packte meine Mom mir eine Reisetasche und ein paar tödliche Waffen zusammen und fuhr mich zu einem neuen Internet.
S.7










Meine Meinung

Schon der erste Satz - wie ich gerade eben wieder festgestellt habe - ist ein Genuss. Die Selbstverständlichkeit, mit der Percys Mom ihm ein paar Waffen einpackt, dieser ganze Satz - für mich einfach super.
Aber auch der Rest des dritten Bandes hat mich wieder nicht enttäuscht. Einzig und allein der Sprung von Thalia im letzten Band zu Thalia in diesem Band war mir etwas zu abrupt. Natürlich konnte man nicht alles dazwischen ausführen und letztendlich kam ich dann auch rein, trotzdem blieb dies für mich das einzige kleine Manko.
Ich werde es wohl immer wieder erwähnen müssen, aber ich bin ganz einfach total begeistert von den griechischen Mythologie und der Verwebung mit unserer Zeit heute. Insbesondere die Darstellung der Gottheiten, denen Percy begegnet, finde ich großartig. Artemis und Apollo sind in ihrem Dasein als Geschwister bezaubernd. Gewonnen hat für mich in diesem Band tatsächlich Dionysos - seine "Entwicklung" fand ich sehr gelungen.
Aber hier sticht eine andere Göttin besonders hervor: Athene. Zwar hat sie ihren großen Auftritt erst am Schluss, aber dennoch hat sie mich am meisten beeindruckt. Sie wird genauso dargestellt, wie ich mir diese Göttin vorstellen würde: nicht von Gefühlen geleitet, logisch und in ihrer Logik vielleicht auch etwas kalt wirkend. Doch es passt einfach zu Athene. Weisheit ist nun mal nicht mit Gefühlsduselein gekoppelt.
Alles in allem fesselt mich die Reihe immer mehr. Und ich kann es kaum erwarten, mir Band 4 zu besorgen - allerdings werde ich damit noch ein bisschen warten.

Bildquelle

Freitag, 25. Januar 2013

[E-Rezension] Das Sterben der Bilder von Britta Hasler

Titel: Das Sterben der Bilder
Autor: Britta Hasler
Erschienen bei: Dotbooks
ASIN:
B00AQWADKE
Preis E-Book: 6,99 €
Erschienen am: 20.12.2012
Link: Amazon

Autor

Jahrgang 1982; Studium der Germanistik und Kunstgeschichte finanziert als Domina; erstes Buch "Lessons in Black" unter dem Pseudonym Nora Schwarz; lebt aktuell an der Pfälzer Weinstraße





Inhalt

„Glauben Sie, dass es derselbe Täter ist wie bei diesem Mord mit der Giftschlange und bei dem Mann, der letzte Woche mit den Pfeilen im Körper gefunden wurde?“

Wien, 1906. Die Stadt lebt in Angst vor einem Serienmörder, der seine Opfer scheinbar zufällig auswählt – und sie dann brutal und effektvoll tötet. Zur gleichen Zeit wird dem arbeitslosen Julius Pawalet überraschend eine Stelle im Kunsthistorischen Museum angeboten. Julius' Leben wendet sich weiter zum Guten, als er die junge Krankenschwester Johanna kennenlernt – doch schon bald fallen ihm Details der Morde auf, die auf seinen neuen Arbeitsplatz hinweisen, in dem nicht alles mit rechten Dingen zugeht …

Prachtvoll. Morbid. Erschreckend.
Ein Roman wie ein Gemälde.


Erster Satz

Von den frierenden Menschen, die an diesem kalten, nebeligen Novembertag in Wien hastig ihren Besorgungen nachgingen, ahnte keiner, dass der unscheinbare Mann, dessen Weg sie kreuzten, ein Mörder war.

Überblick

Der Verlag dotbooks ist ein E-Book-Verlag, der seit Anfang des Jahre Teile der Programms auch als Printbuch herausgibt; doch von diesem Roman gibt es meines Wissens nach momentan noch  keine Printausgabe.  

Der Roman ist in drei Teile aufgegliedert, deren Titel ich wirklich sehr schön finde: Bilderflut, Bilderwut und Bildertod. Die inhaltliche Spannungsteigerung ist somit auch hier umgesetzt worden. 

Meine Meinung

Julius Pawalet ist am Boden, sein Leben ist miserabel, seine Wohnung auch und er muss sogar - zum ersten Mal in seinem Leben - in die Suppenküche gehen. Aber zumindest der ihm so verhasste Vater, ein Säufer, ist verstorben. Und das bringt Julius dann doch etwas Glück: Es scheint, als hätte der Vater das Trinken aufgegeben und sogar einen richtigen Job bekommen - und diesen bekommt Julius nun angeboten. Er kann im kunsthistorischen Museum beginnen. Doch damit beginnt eine turbulente Zeit.

Julius ist ein Charakter mit Ecken und Kanten: verbittert, unglücklich, voller Hass auf seinen Vater, unsicher und manchmal auch etwas biestig. Doch gerade das macht ihn zu einem liebenswerten Charakter. Im Verlauf des Buches entwickelt er sich auch weiter, wird selbstsicherer und lernt seine eigene Fähigkeit besser zu schätzen und einzuschätzen: Julius hat nämlich ein fotografisches Gedächtnis, wenn es um Bilder geht. Er kann sie sich einmal ansehen und jedes Detail bleibt ihm in Erinnerung. 
Sehr sympathisch fand ich auch die Freundschaft, die sich zwischen ihm und Lischka entwickelt; es läuft so natürlich ab, so ohne große Zwischentöne, eine einfache, aber gute Freundschaft zwischen zwei Männern. Mir gefiel diese Entwicklung mit am Besten in den Buch.
Aber auch Britta Haslers Vergangenheit als Domina findet einen Platz in dem Krimi: Luise von Schattenbach wird dieser Rolle gerecht. Nun, ich muss sagen, dass das zwar durchaus ein amüsanter Aspekt war, mir aber teilweise zu gewollt inszeniert wurde. 
Auch Johannas Entwicklung hat mir nicht ganz so gut gefallen: Vielleicht lag das auch daran, dass der Einblick in ihr Gefühlsleben relativ gering ist und daher die Motive für ihre Wandlung nicht so herausgearbeitet werden konnten.

Das historische Wien um die Jahrhundertwende ist für mich wirklich ein toller Schauplatz. Ich habe mich schon darauf gefreut, dieses Buch zu lesen, einfach auch aufgrund dieser Wahl. Leider ist nicht ganz so viel Wien, wie ich es mir gewünscht hätte, präsent gewesen. Dennoch ist das Buch wirklich hervorragend: Der Aufbau des Inhaltes - diese beiden verschiedenen Verbrechen, die nicht nur im kunsthistorischen Museum, sondern auch mit Hilfe von Julius zusammengeführt werden und sich dort verbinden - ist einfach hervorragend gelungen. Gerade die Toten, deren Inszenierung und die Werke, die damit verbunden sind, stechen aus dem Roman heraus. Ich habe jedes Bild, das hier hervorgehoben wird, erst mal online gesucht, weil ich mich dadurch einfach noch mehr in die Geschichte hinein gefühlt habe.
Man fiebert mit Julius mit, man leidet mit Julius mit, man fühlt sich diesem Charakter einfach verbunden. So hat es mich auch nicht gestört, dass eben für mich die Rolle der Luise überspitzt war.

Fazit

Ein sehr gelungener Kriminalroman, der spannende Fälle bietet. Insbesondere die kunstvolle Inszenierung der Morde nach großen Meisterwerken ist ein wundervolles Merkmal dieses Buches.

Bewertung

Vier Brillen von mir, da nicht alles zu hundert Prozent perfekt war und mir bei einigen Charakteren etwas gefehlt hat.


Mein Dank geht an

Dotbooks
und
Blogg dein Buch 
welche mir das Buch kostenfrei zu Verfügung gestellt haben.
 
Quellen

Cover 
Inhalt
Autorenvita

Das oben genannte Zitat findet man im Buch auf der ersten Seite.

Mittwoch, 23. Januar 2013

[E-Rezension] Dublin Street von Samantha Young

Titel: Dublin Street - Gefährliche Sehnsucht
Autor: Samantha Young
Original: Dublin Street
Erschienen bei: Ullstein
ISBN: 978-
3548285672  
Preis Taschenbuch/E-Book: 9,99€/8,99€
Taschenbuch erscheint am: 15.02.2013
Link: Amazon


Autor
1986 in Stirlingshire geboren; Abschluss an der University of Edinburgh; freie Autorin; bereits Jugendbuchserie veröffentlicht - diese ist nicht auf Deutsch erschienen



Inhalt

Sie will nur eine Nacht des Glücks, aber er legt ihr die Zukunft zu Füßen.
 
Jocelyn Butler ist jung, sexy und allein. Seit sie ihre gesamte Familie bei einem Unfall verloren hat, vertraut sie niemandem mehr. Braden Carmichael weiß, was er will und wie er es bekommt. Doch diesmal hat der attraktive Schotte ein Problem: Die kratzbürstige Jocelyn treibt ihn mit ihren Geheimnissen in den Wahnsinn. Zusammen sind sie wie Streichholz und Benzinkanister. Hochexplosiv. Bis zu dem Tag, als Braden mehr will als eine Affäre und Jocelyn sich entscheiden muss, ob sie jemals wieder ihr Herz verschenken kann.

Erster Satz

Ich langweilte mich.
S.7

Überblick

Wie ihr oben sehen könnt, erscheint das Taschenbuch erst am 15. Februar, wer allerdings einen Kindle besitzt, ist hier im Vorteil, da diese Variante schon veröffentlicht wurde und im Moment für 8,99€ auf Amazon erhältlich ist. Wer lieber die gedruckte Variante möchte, muss also noch ein bisschen Geduld haben.

Das Buch ist aus Jocelyns Sicht geschrieben, der Ich-Erzähler nimmt somit ihre Position ein. Nichtsdestotrotz schafft die Autorin es dennoch, auch die Emotionen der anderen Protagonisten gut herüberzubringen und einen Einblick in deren Gedanken zu gewähren.

Meine Meinung

Joss hat ihre Eltern schon sehr früh verloren und trägt diese Belastung verschlossen in sich seit zehn Jahren herum. Als Folge dieses tragischen Verlustes lässt sie niemanden mehr an sich heran. Nachdem ihre beste Freundin Rhian nun weggezogen ist, sucht Joss eine WG, in die sie einziehen kann, und findet sich schließlich bei Ellie wieder. Schneller als ihr lieb ist, schließt sie Ellie in ihr Herz und öffnet sich ganz langsam. Und dann ist da auch noch Ellies Halbbruder Braden, der sie anzieht und der "laufender Sex auf zwei Beinen" ist.

Jocelyn ist als Protagonistin sehr verschlossen, selbst gegenüber dem Leser. Außerdem hat sie eine verquere Weltansicht: Immer wieder hat sie die Befürchtung, dass die Leute, die sie an sich heranlässt, verflucht sind und sterben, daher lässt sie das nicht mehr zu. Ich fand sehr unwahrscheinlich, dass jemand, der sich so verschließt - und Menschen, die unter eine posttraumatischen Belastungsstörung leiden, können das wirklich hervorragend - plötzlich nach nur einem Treffen von einer anderen Person so angezogen wird. Natürlich haben wir hier einen erotischen Liebesroman, aber dennoch ist es zu plötzlich. Es kann zwar gehen, dass man auf eine Person trifft, die es schafft, einen so zu öffnen, die Wahrscheinlichkeit ist aber gering. Auch geschehen die Veränderungen teilweise sehr schnell, wenn nicht sogar etwas zu schnell. Joss' Entschluss, eine Therapeutin aufzusuchen, kommt von einer Minute auf die andere und ist nicht logisch nachvollziehbar. Aber die Szenen mit eben dieser Psychotherapeutin sind dafür sehr schön eingebaut: Die Übergänge sind so fließend, dass man im einen Moment noch in der Szene ist und im nächsten schon bei der Analyse - ein gut gelungener Wechsel. Dennoch ist Joss' Verhalten für mich nicht immer nachvollziehbar.
Der männliche Protagonist, Braden, ist ein Bild von einem Mann: reich, klug, sexy, kann an jedem Finger zehn Frauen haben und liebt seine Schwester. Er ist beschützend, attraktiv, treu und hat auch noch eine traurige Vergangenheit, die er allerdings schon fast überwunden hat. Kurzum: Für mich ist er langweilig und vorhersehbar. Ich mag Männer, die Ecken und Kanten haben, aber Braden ist nur aufbrausend und besitzergreifend. Und dieses ständige "Babe" hat mich in den Wahnsinn getrieben: Es gab Dialoge, da wurde Joss in praktisch jedem Satz "Babe" genannt, das war zuviel des Guten. Bradens Liebe gegenüber Ellie fand ich übrigens rührend, das hat mich wirklich angesprochen, aber dennoch fand ich ihn etwas langweilig.

Die Geschichte an sich ist nun mal ein erotischer Liebesroman. Er war gut, keine Frage, die Charaktere waren auch durchgeplant, haben aber mich persönlich nun mal nicht vollkommen angesprochen. Der psychologische Hintergrund war definitiv interessant, das Motiv von Joss auch, nur hat es für mich an der Umsetzung eben dieses gehapert. Die Liebesgeschichte an sich war sehr gut, die Anziehung der beiden, dieses Umgarnen ist sehr gelungen. Auch die Emotionalität ist angesichts der vielen Tragödien, die sich hier sammeln, gegeben. Nur bleibt genau deshalb ein bitterer Beigeschmack: Ich habe das Gefühl, jeder Protagonist brauchte seine eigene Tragödie, keiner konnte ein "normales" Leben ohne tragische Vergangenheit führen. So eine Person wäre als Abwechslung in diesem Roman ganz erfrischend gewesen.

Fazit

Dieser erotische Liebesroman zeigt Schwächen bei der Umsetzung des psychologischen Grundmotivs. Wäre dies gelungen, hätte man hier einen sehr interessanten und schönen Liebesroman, doch für mich gibt es da leider noch einige Defizite.


Bewertung




Quellen

Autorenvita
Inhalt
Cover

Zitate sind dem E-Book entnommen.
 



Dienstag, 22. Januar 2013

[Rezension] Dylan & Gray von Katie Kacvinsky

Titel: Dylan & Gray
Autor: Katie Kacvinsky
Original: First comes love
Erschienen bei: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3414820792
Preis Hardcover: 12,99€

Erscheint am: 21.09.2012
Link: Amazon
Leseprobe

Autor
erstes Buch: Die Rebellion der Maddie Freeman
verschiedenste Jobs: vom Modeln über das Kellnern bis zum Schreiben



Inhalt

Gray ist ein cooler Typ. Er läuft nur mit seinem iPod rum und interessiert sich nicht sonderlich für das, was um ihn herum passiert. Dylan ist das pure Gegenteil: Sie sprüht vor Energie, steckt voller Ideen und will aus jedem Tag etwas Besonderes machen. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein – und doch bemerken sie einander, lernen sich kennen, freunden sich an und verlieben sich schließlich ineinander. Doch irgendwann ist der Sommer zu Ende und den beiden ist klar, dass sich ihre trennen werden. Zeit zu erkennen, wie leicht es ist, sich zu verlieben – und wie viel schwerer es sein kann, sich wiederzufinden, wenn man sich einmal verloren hat.

Cover

Auf der Vorderseite des Buches sieht man - wie so oft - das Gesicht eines jungen Mädchens. Der Hintergrund ist schlicht, einfarbig, sonst nichts. Das Einzige, was neben Titel, Autorenname und Verlag noch zu sehen ist, ist ein Zitat von Dylan: "Er ist leicht zu übersehen. Aber als sich eines Tages unsere Blicke tragen, überraschte mich das Blau seiner Augen." Auf der Rückseite des Buches befindet sich das Gegenstück zu Dylan, nämlich Gray. Bis auf die ISBN-Nummer und den Strichcode verrät eigentlich nichts, dass dies die Rückseite ist. Es gibt keinen Klappentext oder ähnliches. Einzig und allein ein weiteres Zitat begleitet das Porträt des jungen Mannes: "Einmal hat sie bemerkt, dass ich sie beobachtet, und gegrinst. Also habe ich weggeschaut."

Zitate

Normale Schönheit kann jeder sehen, doch inzwischen bleibt mein Blick an den Kleinigkeiten hängen, die man nur mit Geduld entdeckt. Man muss sich die Zeit nehmen, sie wie einen archäologischen Fund zu entstauben. Was Risse, Schwachstellen und fühlbare Kanten hat, ist so viel interessanter als glatt polierte Perfektion. Das gilt auch für Menschen.
S.13

Er geht anderen Menschen aus dem Weg. Für dieses Verhalten fallen mir verschiedene Erklärungen ein: Er spielt gerne cool und unnahbar. Er ist ein asozialer Griesgram. Er hat eine ansteckende Hautkrankheit, die er nicht verbreiten will.
S.15

Ich habe eine Menge Zeit damit verbracht, meine Vergangenheit sorgfältig zu verpacken. zu verschnüren und luftdicht zu versiegeln. Das fertige Paket habe ich im hintersten Winkel meines Bewusstseins verstaut, doch Brandons Anblick lässt es wieder aufplatzen, sodass die Erinnerungen herausquellen und mir vor die Füße fliegen.
S.26

Überblick

An diesem Buch fand ich besonders schön, wie die Kapitel bezeichnet waren: Jeder Kapitelname begann mit "erste/r/s" und das konnte dann "erste Begegnung" oder auch "erste Konfrontation" sein. Das passt sehr gut zum eigentlichen Titel des Buches, da auch noch ein zweiter Band hierzu erscheinen wird. Ich finde daher auch den deutschen Titel nicht ganz so gelungen, die Umsetzungen mit den Kapiteln jedoch sehr.
Irritierend fand ich den Schluss. Auf einer Seite endet nämlich das Ganze (logisch, oder?), aber ich dachte, die nächste Seite gehört auch noch dazu. Dem war aber nicht so. Nachdem ich Blitzmerker das verstanden hatte, muss ich aber sagen, dass die Seite, die auf den Schluss folgt, aber eben nicht richtig gekennzeichnet ist, trotzdem eine tolle Idee ist: Im Roman selbst spielt Musik eine große Rolle und die Autorin hat auf eben dieser Seite die Playlists, die sie sich während des Schreibens zusammengestellt hat, für den Leser noch einmal aufgeführt. Sehr schöne Idee!

Das Buch wird von zwei Ich-Erzählern gestaltet: Dylan und Gray. Diese wechseln sich immer wieder ab, mal ein paar Seiten Dylan, dann ein paar Seiten Gray. Die Wechsel sind gelungen und nicht zu abrupt oder alles doppelt. Die Perspektiven-Wechseln sind allerdings nicht von den Kapiteln abhängig, in einem Kapitel können die Perspektiven sich mehrmals abwechseln.

Meine Meinung

Gray ist ein verschlossener, junger Mann, der sein Päkchen mit sich trägt und mit niemandem näheren Kontakt haben möchte. Er grenzt sich bewusst von anderen Menschen ab, seinen ehemaligen Freunden, seiner Familie, aber auch von einer guten Zukunft.
Dylan hingegen ist lebensfroh, offen und etwas verquer. Sie ist es auch, die Gray anspricht und ihn so langsam in ihren Bann zieht. Es kommt, wie es kommen muss, die beiden verlieben sich langsam ineinander.
Die Charaktere sind sehr einfühlsam beschrieben und man bekommt trotz der Ich-Perspektive nur langsam einen Einblick in ihr Leben, die Hintergründe und ihre Gefühlswelt; doch gerade diese Vorgehensweise, die sehr sensibel ist, macht das Buch zu etwas Besonderem. Es ist schön, nicht gleich die grausame Vergangenheit von Gray aufgetischt zu bekommen und die Gründe, warum er sich zu einem Einsiedler entwickelt hat. Aber ich muss sagen, im ganzen Buch hatte ich das Gefühl, Gray besser zu kennen als Dylan. Er ist mir auch - obwohl ich die gesamte Charaktergestaltung wirklich bezaubernd und anrührend und toll finde - etwas mehr ans Herz gewachsen. Ich habe das Gefühl, über seine Gefühlswelt mehr zu erfahren, Dylan blieb mir immer etwas fremder im Verhältnis dazu.

Der Inhalt ist - und das sollte jedem bei diesem Titel, der Inhaltsbeschreibung und der Covergestaltung bewusst sein - eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen. Und zwar eine wirklich sehr schöne Liebesgeschichte. Die beiden treffen sich nicht und verlieben sich Hals über Kopf ineinander, nein, es dauert seine Zeit und hat auch eine sinnvolle und schöne Entwicklung. Es liegt nicht nur am Aussehen, sondern die beiden lernen sich gegenseitig schätzen und finden so zueinander.
Auch Gespräche und ihre Gedankengänge über Gott und die Welt machen einen großen Teil dieser bezaubernden Geschichte aus. So stellen sie sich Fragen, die sehr banal, aber auch sehr tiefsinnig sein können. Das Buch regt somit auch zum Nachdenken an - auf eine positive Art und Weise. Der Blick, gerade von Dylan, auf diese Welt ist verquer und schön zugleich.
Eine der vielen Fragen habe ich mal rausgesucht, weil ich finde, dass gerade Leseratten sie sicherlich ganz interessant finden werden: Stell dir vor, du könntest eine einzige Person aus einem Buch zum Leben erwecken. Welche würdest du dir aussuchen? (S.122)
Dies ist wirklich nur eine Frage von vielen, aber ich finde sie sehr interessant und habe festgestellt, ich hätte keine Antwort darauf. Auch Dylan und Gray beantworten nicht jede Frage, was ich auch zu viel fände, aber sie stellen wirklich interessante und erfrischende Fragen, die man sich ruhig mal selbst fragen könnte.

Fazit

Eine bezaubernde Liebesgeschichte, die jedoch auch durch ihre interessanten Fragenstellungen und Gedankengänge und durch die liebevoll gestalteten Charaktere besticht.

Bewertung

Fünf fabelhafte Brillen für diese sensible und zauberhafte Romanze

    
Quellen

Cover
Inhalt
Autorenvita
Die Rebellion der Maddie Freeman

Alle Zitate sind der Druckausgabe des Buches entnommen und auf den angegebenen Seiten zu finden. 

Montag, 21. Januar 2013

[Rezension] Ausgelacht - Steffi von Wolff

Titel: Ausgelacht
Autor: Steffi von Wolff
Erschienen bei: Rowohlt
ISBN: 978-3499216152
Preis Paperback: 12,99 €
Erscheint am: 01.08.2012
Link: Amazon
Leseprobe 








Inhalt

Britt soll 90 Tage lang auf einen Haufen bekloppter Tiere aufpassen, und das ausgerechnet in Bad Nauheim – kein Spaß, wenn man bekennende Tier-feindin und Provinzhasserin ist. Der Albtraum beginnt: mit verrückten Nachbarn, einem cholerischen Tierarzt und dem wohnsitzlosen Callboy Harald, der sich kurzerhand als Untermieter einschleicht. Wild und witzig! Schräg und skurril – es lebe die Provinz!

Autorin

Steffi von Wolff, geboren 1966, landete Anfang der 90er beim Radio. Zuerst als Moderatorin, Redakteurin und Reporterin bei hr3, dann bei der Jugendwelle YOU FM. Ihr erstes Buch «Fremd küssen» erschien 2003 und war sofort erfolgreich, und dann ging es immer so weiter. Steffi von Wolff lebt mit ihrem Mann in Hamburg.  

Cover

Es ist ein sehr farbenfrohes Cover, pink, türkis, grün und gelb sind die dominierenden Farben. Statt des momentanen In-Mädchenkopfes sieht man eine junge Frau mit einem bunten Fisch als Kopf. Ist doch mal eine schöne Abwechslung, oder? Im Hintergrund sieht man bunte Kreise aus den bereits genannten Farben. Titel und Autorennamen sind auf pinkem Hintergrund. 

Zitate

Und Britt - nun ja, Britt hatte noch nichts Richtiges auf die Beine gestellt, außer ihr Abitur zu machen. 
S.9

"Eine der Schlangen. Helfried war als Kind mal längere Zeit in einen Kühlschrank eingesperrt, seitdem leidet er unter Platzangst. Ihm ist auch ständig kalt."
S.20

"Dann bitte Rotkäppchensaft, und zwar Rotbäckchen Klassik, Bio Rotbäckchen immunstark, Bio Rotbäckchen knochenstark, Bio Rotbäckchen multirot, Lernstark Bio Rotbäckchen Ruhe und Kraft, dann noch ein paar Rotbäckchen Tetra Pak, da sind glaube ich immer 200 Milliliter drin, das ist ganz praktisch für zweischendurch, falls ich einen Schwächeanfall zwischen den Anwendungen bekomme, ach ja, dann bitte noch Winterbäckchen, das ist besonder lecker. Und noch ein paar von den Rotbäckchen Bio-Schorlen. Hast du das?"
S.123/124

Überblick

Die 223 Seiten Story sind in 24 Kapitel aufgeteilt. Direkte Überschriften findet man keine vor, nur eine Nummerierung.    
Ein personaler Erzähler lässt uns alles aus der Sicht von Britt erleben. 

Meine Meinung

Britt ist eine furchtbar verwöhnte Göre. Sie unsympathisch, egoistisch, selbstsüchtig und interessiert sich nicht für andere - oberflächlich ist sie noch dazu. Und das rächt sich alles, als sie für ihre Patentante deren Tiere sitten soll. Leider sind die Tiere nicht nur die üblichen Haustiere, nein, stattdessen finden sich dort eine grüne Mamba, ein Zwergflusspferd und eine Papagei, der ziemlich sexistisch ist. Einen Hund namens Otto gibt es zwar auch, aber die außergewöhnlichen Haustiere überwiegen. Noch dazu muss Britt dafür drei Monate in der kleinen Stadt Bad Nauheim bleiben - kein Vergleich zu ihrer Heimat München. Und schon am ersten Tag gerät sie in ordentliche Schwierigkeiten und Streit mit den Einheimischen.

Britt ist wirklich ein furchtbar unsympathischer Charakter, ich konnte mich bis zum Schluss nicht mit ihr anfreunden und trotz Einblick in ihre Gedankenwelt blieb sie mir verschlossen. Das hat sich natürlich auch auf den Rest des Buches ausgewirkt - durch diese verwöhnte Protagonistin, an der mir nichts sympathisch war, konnte mich das Buch nicht fesseln. Und Britts Wende am Schluss - damit spoilere ich, denn ganz ehrlich, damit rechnet man ab der ersten Seite - war für mich an den Haaren herbeigezogen und zu grob. 
Allgemein fand ich die Charaktere dieses Buches sehr cholerisch und nicht unbedingt sympathisch. Der Einzige, den ich gut fand, Julian, dessen Motive konnte ich wiederum gar nicht nachvollziehen. Für mich hat dieses Buch also schon durch die Charaktere eigentlich keine große Chance.
Der cholerische Tierarzt, der so groß angepriesen wurde, hat vielleicht zwei Auftritte und die waren gar nicht so schlimm, wie der Klappentext es sagt.

Die Idee fand ich eigentlich ganz amüsant, auch wenn ich mich frage, woher Tante Dora diese Tiere herbekommt. Vom Grundsatz her ist es auch wirklich nicht schlecht, doch hat die Autorin es meiner Meinung nach nicht geschafft, das durchzuziehen, was versprochen wird. Und die Tiere hätten beispielsweise auch noch für mehr Aufregung sorgen können. Die grüne Mamba und Emil, das Flusspferd, stechen zwar heraus, aber trotzdem war dort noch mehr Potenzial. 

Steffi von Wolff hat hier einen sehr leichten Schreibstil gewählt, der natürlich auch zu der angestrebten, aber nicht erreichten Atmosphäre passt. Toll fand ich allerdings die Verwendung des Dialektes: Äppler und gell nur mal als Beispiel genannt. Sehr authentisch und gut umgesetzt.

Fazit

Ein Buch, das hinter meinen Erwartungen zurückbleibt. Ich hatte mir mehr Humor und mehr Lacher erhofft, aber Tatsache ist, dass es mir höchstens ein müdes Schmunzeln abgerungen hat, mehr allerdings nicht. Die Charaktere waren überzeichnet und leider sehr unsympathisch. Das Potenzial wurde hier überhaupt nicht genutzt.


Bewertung




Quellen

Cover
Inhalt
Autorenvita

Alle Zitate sind dem Buch entnommen und an den angegebenen Stellen zu finden.

 

Freitag, 18. Januar 2013

[Zwischenspiel] Schnee

Um meiner Erkältung mal ein bisschen frische Luft zu verpassen, habe ich mich vorgestern dick eingepackt und bin einmal vor das Haus in Richtung Abfall und zurück spaziert. Danach war ich hinüber, aber dafür habe ich ein paar schöne Schneefotos gemacht. Glücklicherweise hat es bei uns nur nachts geschneit und tagsüber war es wunderschön. Gut getan hat der kleine Spaziergang auch noch (ja, das ist tatsächlich ein Spaziergang bis zum Abfall (;).

Ein kleiner Frühlingsgruß, der zwischen unseren Rosen neugierig hervorschaute.


Die große Wiese vor dem Haus. Seht es euch in groß an, dann seht ihr das traumhafte Glitzern in der Sonne. (Übrigens ist das ein großes Feld und nicht nur ein Stückchen Schnee).


Der Sonnenuntergang Richtung Schwarzwald. Der war wirklich wunderschön. Da habe ich mich abends noch mal eingemummelt und von der Terrasse aus fotografiert.


Eingeschneite Tanne und blauer Himmel und so ziemlich die einzige Wolke, die während meines Spaziergangs am Himmel war.


Meine Schuhe danach auf unserer Terrasse.


Und ein einsamer Rosenzweig im Zweig. Okay, so einsam ist er nicht, da sind noch viele Rosen um ihn herum ;)


Ich sehe mir den Schnee gerne an. Ich mach auch gerne kurze Spaziergänge. Vielleicht sollte ich mal in die Reben hochklettern, solange der Schnee noch liegt. Aber im Moment habe ich noch nicht das Bedürfnis nach einem längeren Spaziergang. Dazu bin ich noch zu wackelig auf den Beinen.

Was ist mit euch? Schneefans oder Sommerverehrer?


[Kommentar] Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen von Rick Riordan

Erster Satz

Mein Albtraum fing so an: 
Ich stand auf einer verlassenen Straße in einem kleinen Ort am Meer.
S.7 











Kommentar

Nachdem ich schon den ersten Band verschlungen hatte, habe ich mich wirklich darüber gefreut, dass Band 2 auch noch auf meinem SUB gewartet hat. Zuerst habe ich mich zurückgehalten, weil, wenn es gelesen ist, dann ist es leider gelesen, aber das ging auch nur ein Buch lang ;)
Die Charaktere sind für mich immer noch toll, ich kann mit jedem mitfühlen, für jeden Verständnis haben - auch für Luke. Die Szenen mit Luke fand ich auch besonders interessant, da sie doch einiges preisgegeben haben. Ich bin gespannt, was die restlichen Bücher in dieser Hinsicht mit sich bringen werden. Schön fand ich auch die Entwicklung, die Clarisse meiner Ansicht nach gemacht hat. Sympathisch ist sie mir zwar immer noch nicht, aber ihre Handlungsmotive und die Gründe dafür sind doch deutlich geworden. Sie bleibt allerdings dennoch eine Tochter des Ares.
Aber, mein neuer liebster Charakter ist definitiv Hermes. Ich hab irgendwie ein Faible für ihn. Von allen Göttern scheint er bisher der "Menschlichste" zu sein. Da bin ich wirklich gespannt, wie sich das entwickeln wird. Auch die Fabelwesen, die dieses Mal eingeführt wurden, finde ich toll. Diese griechische Welt in unserer heutigen, das gefällt mir immer noch wahnsinnig gut. Griechische Mythen fand ich einfach schon immer spannend. C.C. erkannte ich sofort; die Idee mit den Meerschweinchen fand ich besonders amüsant, super Idee.
Rundum gelungenes Buch :)
Ich kann kaum Band 3 abwarten, mein Geldbeutel dagegen kann dies geduldig tun :D


Quellen

Bildquelle

Das Zitat wurde dem Buch entnommen und ist an der angegebenen Stelle zu finden.

Donnerstag, 17. Januar 2013

[Rezension] Rockoholic - C.J. Skuse

Titel: Rockoholic
Autor: C.J. Skuse
Originaltitel: Rockoholic
Erschienen bei: Chicken House
ISBN: 978-3551520404
Preis Hardcover: 16,95 €
Erscheint am: 24.01.2013
Link: Amazon








Inhalt

Kreisch! Jodys Lieblingsband ist in der Stadt. Klar, dass sie schon 13 Stunden vor Konzertbeginn da ist. Denn sie muss unbedingt ganz vorne stehen. Es geht schließlich um Jackson, den tollsten aller Leadsänger. Allerdings ist Jody nicht die Einzige und in dem ganzen Gedränge und Geschubse kippt sie einfach um, knallt auf den Boden und anstatt vor der Bühne zu stehen, wacht sie Backstage auf einer Liege auf. Schlimmer kann es nicht werden. Außer - man entführt einen Rockstar, versteckt ihn in der Garage und versucht so zu tun, als habe man alles im Griff.

Autor

C.J. Skuse wurde 1980 im englischen Badeort Weston-super-Mare geboren und lebt heute in Burnham-on-Sea. Sie liebt Sitcoms aus den 80er Jahren, Gummibärchen und die Band "My Chemical Romance". An der Bath Spa University studierte sie Kreatives Schreiben und erhielt eine Auszeichnung für ihre Masterarbeit im Fach "Writing for Young People". Zurzeit beschäftigt sie sich für ihr drittes Jugendbuch mit Eidechsen, Leichenhallen und 80er-Jahre-Elektropop.

Cover

Die Hauptfarbe dieses Cover ist ganz klar eine Mischung aus pink und rot. Untergrund bildet ein helles Rot, das schon fast rose ist. Darauf sieht man rote Kopfhörer, die den Titel, der ausnahmsweise nicht das klassische von links nach rechts Format besitzt, sondern vertikal verläuft. Die Kabel der Kopfhörer sind mit kleinen Herzchen verziert. Die Rottöne gehen dabei immer leicht ins Pinke und Rosane.
Insgesamt ein sehr auffälliger Cover, das einem ins Auge fällt, obwohl die Idee an sich eher schlicht ist.

Zitate

Die Luft ist geschwängert von Mayonnaise, Lachsschnittchen, Hähnchenbrusthappen und Törtchen; der Fußboden ist ein Schlachtfeld von Körpern, niedergestreckt von Wackelpudding und Eiscreme, und alle kriechen geduckt aus der Schusslinie. Das ist keine Beisetzung mehr. Das ist ein Buffet-Massaker.
S.15

Mac rückt den Spiegel zurecht und knipst die Innenbeleuchtung an. "Was zum..." Er knipst das Licht wieder aus und wieder an. Dann knipst er aus und sagt kein Wort mehr.
S.89

"Die meisten Leute geben sich mit 'nem T-Shirt oder 'nem Poster zufrieden. Aber nicht Jody, nein. Jody schnappt sich gleich ein Bandmitglied."
S.94  

Überblick

Die 439 Seiten reine Geschichte sind in 25 Kapitel sowie einen Epilog unterteilt. Jedes Kapitel ist zum einen mit "Kapitel..." und einem Titel überschrieben. "Kapitel..." steht dabei - wie der Titel auf dem Cover - zwischen Kopfhörern. Eine Besonderheit sind die Seitenzahlen, da diese nicht unten, sondern am Rand mittig stehen.
Das Buch ist aus Jodys Sicht geschrieben, in Form eines Ich-Erzählers. Somit erlebt man alles aus ihrer Sicht. Alles ist in Präsens verfasst worden.

Meine Meinung

Jody ist ein typischer Teenager, wenn nicht manchmal sogar noch etwas extremer. Immer wieder stellt sie Dummheiten an, so dass ihre Mutter teilweise glaubt, sie würde Drogen werden. Und überhaupt, ihre Mutter versteht sie überhaupt nicht und zieht immer ihre Schwester vor, ihre kleine, perfekte, liebe Schwester. Dann ist auch noch Jodys Opa gestorben, der einzige aus ihrer Familie, der sie verstanden hat und zu 100 Prozent hinter ihr stand. Jetzt hat sie nur noch ihren besten, aber vermutlich schwulen Freund Mac(Kenzie) und ihre heißgeliebten "The Regulators", eine Band, die Jody verehrt, und deren Leadsänger sie auf einen Thron setzt.
Eines Tages, kurz nach der Beerdigung ihres Opas, ist Jody auf einem Konzert der "Regulators" und gerät durch unglückliche Zufälle in den Backstagebereich. Und dann passiert etwas Unglaubliches: Jody weiß selbst nicht genau, wie, aber sie entführt Leadsänger Jackson, ihr großes Idol. Aber was nun?

Ich muss sagen, dass ich zu Jodys Charakter anfangs überhaupt keinen richtigen Zugang fand. Diese übertriebenen Fangirls, die alles für ihre Stars tun, von Hungern über die gleichen Bücher lesen bis hin zu teuren Artikeln ersteigern, habe ich allerdings noch nie verstanden, ich bin da einfach ein ganz anderer Typ Mensch ;) Erst im zweiten Teil konnte ich sie dann so langsam verstehen und mich einfühlen. Da wurde Jody mir auch langsam sympathisch, doch streckenweise blieb sie eine egoistische kleine Zicke. Mac, ihren besten Freund, fand ich von Anfang an super. Ein ruhiger Charakter, der Jody aus allen Situationen hinaus hilft, aber nicht alles gut heißt. Und seine kleine Schwester Cree ist einfach super niedlich geschrieben worden. Zu Jackson möchte ich jetzt mal nichts schreiben, da ich sonst zu viel von der Geschichte verraten würde. Alle Charaktere sind liebevoll bis in das letzte Detail gestaltet - dass ich mit Jodys Charakter nichts anfangen konnte, hat damit also gar nichts zu tun.

Die Story ist... zwar gut, aber die Möglichkeit, Jackson wirklich zu entführen, sehr unrealistisch, würde ich sagen. Wenn man von dieser Realitätsferne mal absieht, es ist ja auch ein Teenie-Buch, da passt das schon, ist das Gesamtkonzept stimmig geschrieben. Die Entwicklungen, die die Charaktere durchmachen, sind nachvollziehbar und teilweise war ich echt froh darum. Der erste Teil, der viel mit dem Konzert und Jodys fast schon stalkerartigem Verhalten zu tun hat, hat mich noch nicht so in den Bann gezogen, der zweite Teil dagegen vollkommen.

Fazit

Ein guter Jugendroman, der zeigt, dass die Idole der Teenager nicht immer das sind, was sie zu sein scheinen. Die Grundidee mag realitätsfern sein, doch die Umsetzung ist dennoch gut gelungen.

Bewertung

3 Brillen hierfür. Nicht herausragend, aber auch nicht schlecht.


 
Quelle

Autorenvita
Inhalt
Bildquelle 

Die Zitate sind dem Buch entnommen und auf den angegebenen Seiten zu finden.

Danke an

Buchbotschafter
Chicken House