Sonntag, 29. März 2015

[Rezension] Die Falle - Melanie Raabe





Titel: Die Falle
Autor: Melanie Raabe
Verlag: btb
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-442-175491-5
Preis: 19,99€
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Autor

Melanie Raabe wurde 1981 in Jena geboren, wuchs in einem 400-Seelen-Dorf in Thüringen und einer Kleinstadt in NRW auf, studierte Medienwissenschaft und Literatur in Bochum und lebt inzwischen in Köln – als Journalistin, Drehbuchautorin, Bloggerin, Performerin und Theaterschauspielerin. Sie betreibt ihren eigenen Interview-Blog (www.biographilia.com) und erhielt bereits mehrere Preise für ihr Schreiben. Die Rechte an ihrem Roman "Die Falle" wurden bereits vor Erscheinen international verkauft, u.a. nach Frankreich, Italien, die Niederlande, Spanien und das englischsprachige Ausland.

Inhalt

Die bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden - sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?

Erster Satz

Ich bin nicht von dieser Welt.

Meine Meinung

Perfide. Das trifft es wirklich ganz gut. Für mich als nicht-so-erfahrene-Thriller-Leserin konnte Melanie Raabe wirklich viel, viel, viel Spannung aufbauen! Und ich mag unblutige Thriller immer noch sehr, ein weiterer Pluspunkt für Die Falle.
Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, dieses Buch hier war definitiv ein Katz-und-Maus-Spiel auf psychologischer Ebene, das meine Neugierde gefesselt hat. Und da ich ein naives Thriller-Dummchen bin, bin ich auf jeden Teil, der als Falle bezeichnet werden kann, reingefallen. Doch hier sind eben nicht nur das Hin und Her, der psychologische Kampf wichtig, sondern auch die Emotionen, die sich aufbauen. Linda hat sehr viele davon, wirklich sehr viele. Linda ist eine unglaubliche Protagonistin. Sie hat Ängste, paranoide Schübe, ist voller negativer Emotionen und dann kommt da diese Person. Der Mörder ihrer jüngeren Schwester und das ist der Auslöser zu allem, was nun geschehen wird. Sie schmiedet einen Plan, bereitet alles vor und dann beginnt es: ein psychologischer Kampf.
Und dazu kommt nach das Buch, das Linda als Autorin schreibt: Da erfährt man, was in ihrer Vergangenheit passiert ist, was mit ihrer Schwester geschehen ist und wie das alles zu der aktuellen Linda geführt hat. Diese Romanauszüge bauen die Spannung noch zusätzlich auf. 
Leute, mich hat es geflasht. Ich habe das Buch verschlungen. Habe mit Linda mitgelitten, habe zugeschaut, wie sie sich selbst überwindet, wie sie gegen ihre Ängste kämpft, wie sie ihren Geist stählt. Habe von der Vergangenheit erfahren und war einfach hin und weg. Das alles ist in einem mitreißenden Schreibstil verpackt, der einen noch mehr in den Bann zieht. Es hat einfach alles gepasst.

Fazit

Dieses Debut ist meiner Ansicht nach großartig. Was für eine Spannung, was für ein Ende, was für ein nervenaufreibendes Buch. Ich war begeistert.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 27. März 2015

[Rezension] Kuss und Kuss gesellt sich gern - Susan Mallery





Titel: Kuss und Kuss gesellt sich gern
Autor: Susan Mallery
Original: Two of a Kind
Band: 11
Verlag: Mira
Erschienen: April 2015
ISBN: 978-3-95649-190-0
Preis: 9,99€
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Autor

New York Times-Bestsellerautorin Susan Mallery wird von der Literaturkritik als mitreißende Autorin gefeiert und unterhält mit ihren witzigen, emotionalen Romanen über Frauen und ihre Beziehungen Millionen von Leserinnen auf der ganzen Welt. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem unerschrockenen Zwerpudel in Seattle, wo das Wetter zwar nicht gut, der Kaffee dafür aber umso besser ist.

Inhalt

Felicia will einfach nur normal sein – und Gideon ist genau der Mann, der ihr dabei helfen kann.
Ein Prickeln erfasst Felicia, als sie die tiefe Stimme hört. Beim letzten Mal hat ihr diese Stimme zärtlich ins Ohr geflüstert … am anderen Ende der Welt, nach der heißesten Nacht ihres Lebens. Nie hätte Felicia gedacht, dass es den coolen Draufgänger Gideon Boylan ausgerechnet in eine Kleinstadt wie Fool’s Gold verschlagen würde! Aber da er schon mal hier ist, kann er ihr auch nützlich sein. Denn eigentlich ist Felicia auf der Suche nach Normalität – und einem Mann, der sich von ihrem überdurchschnittlich cleveren Köpfchen nicht abschrecken lässt. Leider hat die Intelligenzbestie keine Ahnung, wie sie sich so einen Normalo-Mann angeln soll. Die geniale Idee: Gideon stellt sich als Coach zur Verfügung und bringt ihr bei, was Männer an Frauen attraktiv finden! Er selbst ist natürlich zu atemberaubend sexy, um sich ihr wieder zu nähern und als Kandidat infrage zu kommen … oder?

Erster Satz

Logisches Denken und ausgezeichnete Nahkampfkenntnisse halfen leider wenig angesichts der gemeinen Hausspinne.

Meine Meinung

Woah. Ich glaube, ich brauche bald einen Stammbaum für Fool's Good. Ich bin fasziniert von dieser wundervollen Stadt, die Susan Mallery erschaffen hat. Und ich durfte beim Lesen feststellen, mir fehlen immer noch Bücher der Reihe.
Vielleicht lag es an den beiden Militär-Angehörigen, aber ich persönlich fand diesen Band im Verhältnis zu anderen Büchern besonders anfangs tatsächlich etwas zäh im Lesefluss. Nichtsdestotrotz war die Geschichte wieder einmal... schön. Das trifft es für mich am Besten. Eine Frau, die hochintelligent ist und sich für einen Freak hält, trifft auf einen Ex-Special-Militär-Irgendwas-Menschen, der nach einem Trauma nun in Fool's Good seinen Frieden sucht. Er soll ihr helfen, 'normal' zu werden. Interessante Konstellation, oder? Dazu kommt dann noch eine kleine überraschende Wende, die zusätzliche Würze in die Beziehung der zwei bringt. Selbst mich, als erfahrene Mallery-Leserin, war das tatsächlich überraschend und passierte aus dem Nichts heraus. Aber das war definitiv eine richtig positive Wendung, denn es ändert die Verhältnisse in der Beziehung auf eine so natürliche Art und Weise, der man sich erst gegen Ende richtig bewusst wird. Ab dieser Wende hat sich für mich auch das leicht Zähe vom Anfang gegeben und ich habe den Rest des Buches in einem Rutsch gelesen.
Anfangs waren Felicia und ich nicht ganz kompatibel, doch ich fand auch, dass Susan Mallery es genau darauf angelegt hatte, denn im Verlauf der Geschichte wuchs sie mir - mit all ihren kleinen und großen Macken - ans Herz und ich mochte sie als Charakter wirklich. Je mehr man von ihrer Vergangenheit erfährt, desto mehr versteht man die Figur an sich. Wirklich sehr schön.
Bei Gideon hatte ich immer eine bestimmte Stimme im Kopf, das war für mich immer sehr prägnant, wenn er beschrieben wurde oder dann eben gesprochen hat. Normalerweise verbinde ich Figuren eher mit Aussehen, bei Gideon war das tatsächlich die Stimme. Er ist ein eher verschlossener Charakter, auch dem Leser gegenüber. Und ich muss sagen, mit seiner Entwicklung bin ich insbesondere am Schluss nicht ganz glücklich. Das war für mich nicht ganz so überzeugend dargestellt.
Und der ganze Rest: Fool's Good hat für mich wirklich was von einer großen Buchfamilie, die ich immer wieder gerne treffen. Zur Erinnerung gibt es kleine Informationen, die die Lücken schließen. Außerdem hat mir dieser Band Lust darauf gemacht, die Reihe zum Einen endlich zu vervollständigen und zum Anderen sie noch mal von Beginn an zu lesen! Das spricht für mich wirklich für die Reihe! Und neugierig auf die neuen Paare bin ich auch. Es ist immer ein köstliches Ratespiel, wer nun wohl als Nächstes zusammenkommen wird, welche Figuren zusammenpassen könnten.
Wie immer ist der Stil von Susan Mallery leicht und locker und flockig. Man liest es relativ leicht weg, auch wenn ich eben am Anfang so ein leichtes zähes Gefühl hatte. Auch der militärische Hintergrund, der hier miteingebaut wird, ist insbesondere in Fool's Good mal was Neues. Sehr interessant...

Fazit

Es sind die perfekten Geschichten, um mal abschalten zu können und in eine wundervolle und friedliche Welt abzutauchen. Susan Mallery lese ich immer wieder gern!

Bewertung






Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 25. März 2015

[Rezension] Über uns der Himmel - Kristin Harmel





Titel: Über uns der Himmel
Autor: Kristin Harmel
Original: The Life Intended
Verlag: blanvalet
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-442-38333-7
Preis: 9,99€
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Autor

Kristin Harmel ist Autorin und Journalistin. Mit dem Überraschungsbestseller Solange am Himmel Sterne stehen landete sie ihr sensationelles Debüt in Deutschland und verzauberte auch weltweit ihre Leser. Ihr neuer Roman Über uns der Himmel erzählt wieder eine bewegende Geschichte von Liebe und Verlust, die diesmal die jüngere Vergangenheit mit einbezieht. Kristin Harmel lebt mit ihrem Mann in Orlando, Florida.

Inhalt

Die junge Kate Waithman lebt mit ihrer großen Liebe Patrick in Manhattan. Eines Morgens geht sie am Hudson River joggen, als plötzlich ein Flugzeug den Himmel durchbricht. Momente später ist das World Trade Center in Rauch gehüllt. Es ist das Gebäude, in dem Patrick arbeitet ...

Dreizehn Jahre später fühlt sich Kate endlich bereit, ihr Herz wieder zu öffnen. Doch dann hat sie einen Traum, der realer scheint als alles, was sie umgibt – von dem Leben, das sie mit Patrick gehabt haben könnte. Während sie versucht, an der Vergangenheit festzuhalten, beginnt Kate zu ahnen, dass es für sie einen zweiten Weg zum Glück geben könnte ...

Erster Satz

Es war 23:04 Uhr, als Patrick an jenem Abend zur Tür unserer Wohnung hereinkam.

Meine Meinung

Ich muss sagen, es ist seltsam, jetzt eine Rezension zu einem Buch zu schreiben, dass auch den 11. September beinhaltet. Ich habe dieses Buch beendet und direkt danach von dem Absturz des Fluges 4U9525 erfahren. Das finde ich etwas gruselig, wenn ich ehrlich bin. Mein tiefes Beileid an die Verwandtschaft der Opfer...
Das Buch behandelt im Prinzip eben genau diese Verwandtschaft, eine junge Witwe, Kate, die ihren geliebten Ehemann viel zu früh durch das Attentat auf die Twin Towers verloren hat. Es zeigt eindrucksvoll den Moment, in dem ihr bewusst wird, dass Patrick nie wieder zurückkehren wird, ohne zu überdramatisieren. Dieser Moment war einfach nur beeindruckend geschrieben. Und ich habe alles direkt vor Augen gehabt, habe gesehen, wie Kate gelitten hat und versuchte, zu Patrick zu kommen. Noch beeindruckender fand ich jedoch, dass dann dieser Zeitsprung kam. Es gab nicht den Versuch, die ersten Schritte in diesem neuen Leben zu beschreiben und das hat mir richtig gut gefallen.
Bei dem Zeitsprung landet man eben in einer komplett anderen Situation: Kate scheint wieder glücklich zu sein, hat einen wunderbaren Mann an ihrer Seite und einen traumhaften Beruf ergriffen. Doch, ich denke, das ist uns allen klar, tief in ihrem Inneren hat sie Patricks Verlust noch nicht überwunden. Dazu kommt eine ziemliche Hiobsbotschaft, die ihre Zukunft betrifft, und Kates scheinbar nun perfektes Leben fängt an zu wanken. Das alles geschieht einfach auf eine wundervolle Art und Weise: Kristin Harmel gewährt uns einen Einblick in Kates sich veränderndes Leben, doch das wirkt einfach alles wie aus dem Leben gegriffen und normal. Ich wiederhole mich, aber ich schätze hier besonders, dass nicht dramatisiert wird und nicht dauernd die Tränendrüse beansprucht wird (obwohl ich am Ende natürlich trotzdem ein paar Tränchen verdrückt habe, denn es war zu schön!). Ich lese Bücher von Kristin Harmel einfach gerne. Es liest sich gut, für mich kommen keine Längen auf und die Charaktere sind mir einfach sympathisch!

Insbesondere Kate finde ich toll. Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll: Ihr Beruf ist toll und auch gerade die Beschreibungen, die Momente dort, haben mir richtig Spaß gemacht! Die Unsicherheit, die langsam aufkommt, die Entschlüsse, die sie trifft und die ich spoilertechnisch nicht näher nennen möchte, sind für mich alle nachvollziehbar. Das Wechselbad der Gefühle am Ende des Buch... Gänsehautmoment. Ich war so glücklich, als sich ihre Wünsche erfüllen und finde den Weg dahin einfach wundervoll.
Positiv hervorzuheben ist aber eben auch, dass es Charaktere gab, die an ihrem Weg gezweifelt haben, die es ihr ausreden wollten und sie letztlich dennoch dabei unterstützt haben, wenn auch nur widerwillig. Das Beste: Ich fand das nicht nur nachvollziehbar, ich fand diese Figuren dennoch auch sympathisch. Das ist doch eine gute Leistung, oder?
Und dann kam das Ende und ich war so: Woooah! Ja, diese Art von Lösung habe ich nicht erwartet, obwohl dann so am Ende alles logisch war. Wie so oft. Tolles Ende, ernsthaft!

Fazit

Ein wirklich bezauberndes Buch über eine junge Frau, die den Verlust ihrer großen Liebe nur schwer überwinden kann, und dann - nach 13 Jahren - endlich ihren neuen Weg findet. Wundervoll geschrieben, mit Herzensmomenten und viel Gefühl ohne zuviel zu sein!

Bewertung






Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 20. März 2015

[Rezension] Die letzten Tage von Rabbit Hayes - Anna McPartlin





Titel: Die letzten Tage von Rabbit Hayes
Autor: Anna McPartlin
Original: The last Days of Rabbit Hayes
Verlag: Rowohlt
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-499-26922-6
Preis: 12€

 
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Autor

Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Wegen einer Krankheit in ihrer engsten Familie zog sie als Teenager nach Kerry, wo Onkel und Tante sie als Pflegekind aufnahmen. Nach der Schule studierte Anna ziemlich unwillig Marketing, doch sie blieb dabei ihrer wahren Liebe, der Stand-up-Comedy, und dem Schreiben treu. Bei der künstlerischen Arbeit lernte sie ihren späteren Ehemann Donal kennen. Die beiden leben in der Nähe von Dublin.

Inhalt

Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.
Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst ...

Erster Satz

An die Waffen!

Meine Meinung

Ich habe geweint, ich habe gelacht, ich habe noch mehr geweint und dann habe ich geweint und gelacht. Und noch mehr geweint. Dieses Buch... dieses Buch ist mein Herzensbuch 2015. Das kann ich jetzt schon definitiv sagen, denn ich liebe es. Ich liebe jeden einzelnen Satz davon! Gott, ich habe das Buch vor über einer Woche gelesen und dennoch, allein beim Gedanken daran kommen mir schon wieder die Tränen.

Rabbit Hayes' Geschichte ist berührend, bewegend und ermutigend zugleich. Angesichts der Art und Weise, wie sie dem Tod gegenüber tritt, wie sie kämpft und es schafft, ihre Familie zu einen... kann man nicht anders als Respekt vor dieser Person zu haben.
Ich habe das nicht erwartet, ich habe nicht erwartet, was ich angesichts dieses Buches empfinden würde. Ich habe fast 500 Seiten lang durchgehend geweint. Nach den ersten drei Seiten kamen die ersten Tränen und dann wurde aus Chimiko ein Wasserfall. Ab und zu auch ein lachender Wasserfall.

Wo fang ich denn jetzt an, ohne wieder zum Wasserfall zu werden? Vielleicht mit den Fakten: Rabbit hat Krebs. Dieses Mal wird sie ihn nicht mehr besiegen können. Rabbit hat aber auch eine Tochter. Eine Mutter. Einen Vater. Einen Bruder. Eine Schwester. Neffen. Menschen, die sie lieben und die sie zurücklassen wird. Und Rabbit hat nur noch neun Tage zu leben. Rabbit hat auch einen Blog, eine Kolumne. Und wir als Leser erleben nun Rabbits letzte Tage. Anfangs erzählt noch hauptsächlich Rabbit, doch sie wird immer müder, immer schöpfter und so übernehmen zusehends auch die anderen ihre Rolle als Erzählerin. Und das bewegt, das rührt. Dieser Übergang ist perfekt geschrieben... die Charaktere kommen einem dabei nahe und es passt einfach so gut, diese Darstellung von Rabbits Sterben. Und... ach einfach, und überhaupt.
Was ich beeindruckend fand, waren nicht die tiefdramatischen Momente, sondern die kleinen Momente, in denen alles heil scheint, man schmunzeln muss, weil es so wunderschön normale und alltägliche Momente sind. Rabbit ist oft dafür verantwortlich, denn auch im Angesicht ihres Todes bleibt sie ein wunderbarer Mensch. Mir fallen gar nicht genug Adjektive ein, um das alles zu beschreiben!

Das Ende... ein Teil ist definitiv vorhersehbar und ich sage euch, mein Taschentuchverbrauch wurde von Seite zu Seite höher. Doch nicht nur der Tod steht im Mittelpunkt, sondern auch die Folgen, die er mit sich bringt. Denn hier bleibt nicht nur Platz für die Trauer, auch andere Dinge müssen geregelt werden. Und das Ergebnis hier war überraschend, aber schön. Einige der Charaktere sind über sich hinaus gewachsen und haben sich entwickelt und mich als Leserin einfach nur überrascht. Wundervoll.

Fazit

Es gibt nicht viel zu sagen. Dieses Buch spricht für sich selbst, es bewegt, es rührt und verdammt noch mal, lest es! Lest dieses Buch, denn es ist einfach nur wundervoll. Ihr werdet weinen, ihr werdet lachen. Und wenn es euch geht wie mir, werdet ihr dieses Buch lieben. Ein Buch, das mich auch lange nach dem Lesen nur beim Gedanken daran zum Weinen bringt, ist es wert, gelesen zu werden. Lest dieses Buch!

Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Montag, 16. März 2015

[Rezension] Die Auslese 2 - Joelle Charbonneau





Titel: Die Auslese. Nichts vergessen und nie vergeben
Autor: Joelle Charbonneau
Original: Independent Study
Band: 2
Verlag: Penhaligon
Erschienen: Januar 2015
ISBN: 978-3-7645-3118-8
Preis: 16,99€
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Autor

Joelle Charbonneau begann mit dem Schreiben, als sie noch Opernsängerin war. Heute ist die Schriftstellerei ihre größte Leidenschaft. Joelle Charbonneau lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Chicago. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Schauspiel- und Stimmtrainerin.

Inhalt

Cia Vale ist gemeinsam mit ihrem Freund Tomas an der Akademie von Tosu City aufgenommen worden. Und obwohl die Regierung ihnen ein Medikament verabreicht hat, das alle Erinnerungen an das brutale Auswahlverfahren der »Auslese« löschen soll, hat Cia nichts vergessen – weder die schrecklichen Todesfälle noch ihre Liebe zu Tomas.

Ab sofort kennt sie nur noch ein Ziel: die »Auslese« zu beenden, indem sie dafür sorgt, dass die ganze Welt die grausame Wahrheit erfährt. Doch damit bringt Cia nicht nur sich selbst, sondern auch alle, die sie liebt, in größte Gefahr ...

Erster Satz

Heute ist der Tag der Prüfung.

Meine Meinung

Vom ersten Band war ich ja nicht so überzeugt. Eigentlich fand ich ihn sogar ziemlich enttäuschend, aber schon da muss ich Joelle Charbonneau eines zu Gute halten: Mich hat es dennoch interessiert, wie es mit Cia, Tomas und auch Will weitergeht. Auch wenn ich einiges an Kritikpunkten hatte, spricht diese Neugier dennoch für die Reihe.
Tatsächlich werde ich mit der guten Cia immer noch nicht warm. Ich denke auch nicht, dass sich das im dritten Band ändert. Für mich fällt ihr alles zu leicht und sie wird zu schnell zu einer zu großen Gefahr für Teile der Regierung. So etwas langweilt mich als Charakterdesign leicht. Es ist vorhersehbar und macht zumindest Cias Entwicklung ziemlich... bescheiden. Bei Cia bleiben wenig Überraschungen, wie z.B. die Zuordnung in ihren Studienbereich. Es gibt fünf Studienbereiche. Cia teilt dem Leser ihren Wunsch mit, aber... es ist klar, wo sie landen wird. Auf gut Deutsch: Ich finde den Charakter Cia langweilig, vorhersehbar und zu perfekt. Ich würde mir ein paar mehr Macken und Charakterzüge wünschen, die sie hervorheben und noch mehr gestalten.
Durch die Tatsache, dass Cia die Ich-Erzählerin ist, hatte ich dieses Mal auch das Gefühl, die anderen Charaktere nicht in ihrer vollen Tiefe erfassen zu können. Grad bei Tomas war dies im letzten Band natürlich deutlich präsenter. Dafür kommen interessante neue Charaktere hinzu, insbesondere von Enzo verspreche ich mir da noch einiges. Insgesamt finde ich hier die Unsicherheit, wie die Figuren/Kommilitonen sich wohl entwickeln werden, spannender. Das erzeugt einfach eine gewisse Neugier auf mehr, auf das Weitergehende. Werden die Charaktere wirklich auf Cias Seite stehen? Werden sie sich überraschend gegen sie wenden? Steht das vielleicht allgemein noch die ein oder andere Überraschung in der Entwicklung bevor? Auch hier wäre zwar etwas mehr Ausarbeitung ins Detail wünschenswert gewesen, aber nicht ganz so störend wie bei Cia.
Inhaltlich konnte mich das Ganze doch noch in den Bann ziehen, trotz der Kritikpunkte an der Protagonistin. Joelle Charbonneau schafft es also eher, mich mit ihrem Stil in den Bann zu ziehen als mit dem Charakterdesign. Zwar hat das Buch eine etwas längere Anlaufzeit, aber Cia entdeckt so einige Details, die mich neugierig gemacht haben. Und gerade gegen Ende gab es doch die ein oder andere Überraschung, die für Aha-Momente gesorgt hat! Da konnte die Autorin mich mal so richtig überraschen. Bezeichnenderweise war es hier aber auch nicht Cia, die dafür gesorgt hat, sondern eben Charaktere, mit denen sie interagiert (ein Vorteil: sie war mal nicht perfekt). Und damit war dann auch dafür gesorgt, dass ich nun... total neugierig auf den dritten Band bin! Auch wenn es immer noch extrem viele Ähnlichkeiten zu anderen Dystopien, die groß wurden, gibt, bin ich dennoch gespannt darauf, wie die Geschichte um die Auslese gelöst werden wird.

Fazit

Auch wenn Die Auslese für mich nie an andere Dystopien rankommen wird, konnte mich dieser zweite Band doch etwas mehr überzeugen. Cia und ich, das wird keine Kombination mehr, aber obwohl sie Ich-Erzählerin ist, kommt dennoch auch für mich Spannung auf und die Autorin konnte mich mit der ein oder anderen Überraschung vom Inhalt her überzeugen konnte!

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt