Samstag, 23. Mai 2015

[Rezension] Die sechste Farbe des Glücks - Johanna Wasser





Titel: Die sechste Farbe des Glücks
Autor: Johanna Wasser
Verlag: Petit Coeur
Erschienen: November 2014
ISBN: 978-3-9816515-2-2
Preis: 9,99€
 
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Autor

Johanna Wasser wurde 1978 auf der Seidenstraße geboren und verbrachte den Großteil ihres Lebens in München. Seit Kurzem lebt und arbeitet sie in Hessen. »Die sechste Farbe des Glücks« ist ihr erster Jugendroman.

Inhalt

Die öffentlichkeitsscheue Bestseller-Autorin Isabell lässt sich von ihrem Verlag zu einem Buchblogger-Treffen überreden. Zwei Dinge ahnt sie dabei nicht einmal: Sie wird bald auf den wichtigsten Menschen ihres Lebens treffen. Und ihr Leben wird sich dadurch für immer verändern. Was sie dagegen weiß: Sie benötigt dringend Inspiration, um den dritten Teil ihres Erfolgsromans „Rainbowland“ zu schreiben. Und: Seit langer Zeit liebt sie wieder. Doch was passiert, wenn die Liebe nicht reicht?

Erster Satz

Der Traum war grau und schwer.

Meine Meinung

Die sechste Farbe des Glücks war nach meiner Miniflaute ein perfektes Buch. Johanna Wasser erzählt eine bezaubernde Geschichte, die ans Herz geht und zumindest mich wirklich zu Tränen gerührt hat.
Das Buch war vorhersehbar und unvorhersehbar zugleich. Einige Erzählstrange haben sich einfach relativ schnell offenbart und dann kam das Ende, das mich ergriffen hat und sehr überraschend war.
Erzählt wird hier aus zwei Perspektiven, eine davon übernimmt Isabell, unsere scheue Autorin, die gerade versucht, ihr Buch zu beenden. Sie ist menschenscheu, lebt zurückgezogen und leidet an einer absoluten Schreibblockade. Außerdem werden ihre Parts in der Ich-Form erzählt. Die zweite Erzählperspektive verrate ich euch noch nicht komplett, denn sobald ich diesen Teil gelesen hatte, ahnte ich, wohin der Weg führen wird. Nur so viel sei gesagt: Hier wird nicht mehr in der Ich-Form erzählt, somit bleibt Isabell einfach der Hauptpart für uns als Leser, diejenige, mit der man sich am ehesten identifizieren kann. Ich finde sie richtig sympathisch und auch wenn ich keine Autorin bin, kann ich das mit der Schreibblockade einfach nur zu gut verstehen und nachvollziehen. Und auch ansonsten hatte ich wenig Schwierigkeiten, mich in Isabell reinzuversetzen, das hat Johanna Wasser hervorragen hingekriegt. (Das gilt übrigens auch für den zweiten Erzählstrang, den fand ich ebenfalls sehr gelungen und die Charaktere super!).

Besonders angenehm fand ich die Liebesgeschichte von Isabell. Es war nicht überzogen, sehr natürlich und einfach sympathisch. So Liebesstories würde ich gerne mehr lesen!
Es ist schwierig, viel zu sagen, denn die Geschichte ist schön und nimmt überraschende Wendungen und je nachdem, was ich schreibe, nehme ich viel zu viel vorweg. Und das möchte ich natürlich mit.
Vielleicht noch kurz was zu den Bloggern: Hallo?! Voll unser Thema hier, oder?! Welcher Blogger träumt denn nicht davon, seinen absoluten Lieblingsautor mal so hautnah zu erleben? Das war natürlich gleich noch mal mehr Identifikationsmaterial und so ein bisschen ein Neidfaktor war auch dabei, es war einfach eine zu tolle Vorstellung, eine Woche mit seinem Lieblingsautor zu verbringen.
Auch noch definitiv mehr als eine Erwähnung wert ist Rainbowland, die Trilogie, die Isabell zu beenden versucht. Man merkt, wie durchdacht diese Welt ist, obwohl sie ja nur immer wieder ausschnittsweise gezeigt wird. Aber Johanna Wasser hat eine vielschichte Welt in einer Welt erfunden und das ist nicht leicht. Ich verstehe, warum die Blogger das Rainbowland so lieben, ich verstehe, warum Isabell es geschrieben hat und ich verstehe, warum sie es nicht beenden kann. Und dann das Ende... Gänsehaut, sag ich da nur!

Fazit.

Eine wundervoll leichte Geschichte, die Vorhersehbares mit Unvorhersehbarem aufwiegt und Wendungen schafft. Definitiv eine Empfehlung wert!

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mein Dank geht an Johanna Wasser sowie Blogg dein Buch.

Donnerstag, 21. Mai 2015

[Rezension] Der goldene Schwarm - Nick Harkaway





Titel: Der goldene Schwarm
Autor: Nick Harkaway
Aus dem Englischen: André Mumot
Original: Angelmaker
Verlag: Knaus
Erschienen: März 2014
ISBN: 978-3-8135-0534-4
Preis: 19,99€
Leseprobe
 
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Autor

Nick Harkaway, 1972 in Cornwall geboren, studierte Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaft und hat bereits als Drehbuchautor, Blogger und Werbetexter gearbeitet. "Der goldene Schwarm" wurde ebenso wie Harkaways Debüt "Die gelöschte Welt" von der Presse gefeiert und vielfach ausgezeichnet (2012 Oxfam Emerging Writer Prize im Rahmen des Hay Festivals, Shortlist für den Arthur C. Clarke Award und den LA Times Book Prize). Der zweifache Vater lebt mit seiner Familie in London.

Inhalt

Joe Spork, meisterhafter Uhrmacher und Sohn der Londoner Gangsterlegende Mathew „Tommy Gun“ Spork, führt ein ruhiges Leben weit weg vom kriminellen Erbe seines Vaters. Edie Banister, neunzigjährige Spezialagentin im Ruhestand, führt ebenfalls ein ruhiges Leben und verabscheut jede Sekunde davon. Doch dann setzt Joe eine Weltuntergangsmaschine in Gang, und ihre Wege kreuzen sich. Plötzlich müssen sie sich gegen zwielichtige Regierungsvertreter, wenig fromme Mönche und einen diabolischen asiatischen Diktator verbünden. Schon bald wird klar: Um die drohende Katastrophe abzuwenden, muss Edie eine alte Rechnung begleichen. Und Joe sich seiner Vergangenheit stellen…

Erster Satz

Da morgens um Viertel nach sieben die Temperatur in seinem Schlafzimmer noch unter Weltraumniveau liegt, hat Joshua Joseph Spok einen langen Ledermantel und ein Paar der Golfsocken seines Vaters angezogen.

Meine Meinung

Selten hat mich ein Buch so viel Lesezeit gekostet und ich habe mich selten so sehr durchgekämpft. Der goldene Schwarm und ich, das hat wohl nicht gepasst. Die Inhaltsangabe hat mich neugierig gemacht, immerhin ist Steampunk was Feines und das schrie förmlich Steampunk. Doch letztlich habe ich tatsächlich leider auch mit durch dieses Buch eine Art Lese- und Blogflaute erlitten.

Woran liegt das? Zum Einen schreibe ich schlechte Rezensionen wirklich ungerne und möchte daher nochmal betonen, dass das immer noch persönlicher Geschmack ist, was ich hier hauptsächlich kritisiere. Zum Anderen war mein größtes Problem der Stil. Auf Dauer fand ich ihn wirklich anstrengend. Immer und immer und immer wieder habe ich ein und den gleichen Satz gelesen und ihn dennoch nicht aufnehmen können. Kennt ihr das? Bei mir zumindest war das hier eben so. Nick Harkaway hat durchaus sehr anschauliche Beschreibungen und hat wirklich Bilder in mir entstehen lassen, aber das alles war einfach nicht meins. Diese Bilder haben auf mich nicht positiv gewirkt, sondern ehrlich gesagt waren es dann immer die etwas ekligen Beschreibungen, die dann als Bild im Kopf aufploppten.
Inhaltlich konnte mich das Buch dann natürlich auch nicht überzeugen, weil ich einfach durch den Stil abgelenkt war. Um ehrlich zu sein, ist kaum was - außer so Beschreibungen wie die rosa Glausaugen - hängen geblieben. Ein Spannungsfaktor kam dementsprechend auch nicht auf und die Figuren waren auch nicht der entscheidende Punkt, der mich umstimmen konnte und mich total in den Bann gezogen hätte.
Ihr seht also, das ist wirklich eine sehr subjektive Sicht. Wer weiß, ob euch das Buch vielleicht nicht total flashen wird? Ich glaube auch, dass die Geschichte an sich gut ist und überzeugen kann, wenn man eben mit dem Stil klar kommt. Bei mir war das leider nicht der Fall. Irgendwann entstand da diese Blockade und ich kam einfach nicht mehr damit klar.

Fazit

Nicht mein Fall, da ich einfach stilistisch an meine Grenzen geriet und mich nicht auf das Inhaltliche konzentrieren konnte.

Bewertung

Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Montag, 11. Mai 2015

[Rezension] 30 Tage und ein ganzes Leben - Ashley Ream





Titel: 30 Tage und ein ganzes Leben
Autor: Ashley Ream
Original: Losing Clementine
Verlag: btb
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-442-74611-8
Preis: 12,99

 
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Autor

Mit 16 Jahren bekam Ashley Ream ihren ersten Job bei einer Zeitung. Seitdem hat sie für verschiedene Magazine in ganz Amerika geschrieben, bis sie es irgendwann leid war, ständig einer Deadline hinterherzulaufen. Also suchte sie sich einen "richtigen" Job und schrieb nur noch in ihrer Freizeit - mit Erfolg: In den USA wollten gleich mehrere Verlage ihren Debütroman "30 Tage und ein ganzes Leben" veröffentlichen. Nach über zehn Jahren in L.A. lebt Ashley Ream heute in Wisconsin, trainiert für einen Marathon und schreibt an ihrem zweiten Buch.

Inhalt

Clementine beschließt zu sterben. In 30 Tagen will die erfolgreiche Malerin, die für ihre Kunst ebenso bekannt ist wie für ihre Scharfzüngigkeit, ihrem Leben ein Ende setzen. Nachdem die Antidepressiva im WC entsorgt worden sind, bleibt ihr noch genau ein Monat, um das eigene Ableben zu organisieren. Schließlich will Clementine kein Chaos hinterlassen: ein letztes großes Bild malen, sich mit dem Ex aussprechen und ein neues Zuhause für den Kater fi nden. Ihre letzten Tage will sie genau so verbringen, wie sie es will – und nicht wie andere es von ihr erwarten. Doch dabei stößt Clementine auf ungeahnte Hindernisse – und nach 30 Tagen ist nichts mehr so, wie es vorher war …

Erster Satz

Ich warf die Teekanne aus dem Fenster.

Meine Meinung

Hm... das Buch war... seltsam. Der Klappentext klingt richtig gut, aber ich gebe zu, ich habe mir etwas anderes vorgestellt und das war vielleicht auch das Problem. Doch mein größtes Problem hierbei war, dass mir die Hintergründe für den geplanten Tod nicht genug ausgearbeitet waren. Für mich hat sich das alles etwas Wischiwaschi angefühlt, es hat einfach die emotionale Tiefe gefehlt. Als jemand, der so schwarze Zeiten, die Protagonistin Clementine hat, durchaus verstehen könnte, habe ich erstaunlich wenig Mitgefühl gehabt und konnte mich wirklich schlecht in ihre Situation versetzen.
Clementine ist einfach keine Sympathieträgerin. Sie hat harte Zeiten durchgemacht, dennoch empfinde ich sie als arrogant und mir nicht sympathisch. Mag sein, dass andere Leser das als vollkommen anders empfinden, aber ich wurde mit Clementine einfach überhaupt nicht warm. Daher war da auch eine Distanz beim Lesen, da sie ja ihre letzten dreißig Tage erzählt und wenn man mit der erzählenden Protagonistin nicht warm wird, dann leider auch nicht mit der Geschichte. Mir kam einfach alles so oberflächlich vor. Für mich als Leserin hat komplett der Tiefgang gefehlt, auch in Clementines Beziehungen zu den anderen Charakteren. Einzig und allein ihren Kater hat sie richtig geliebt, beim Rest fehlt da einfach etwas.
So verstand ich auch die Handlungen von ihrem Ex-Mann nicht, wenn dafür aber die der Galeristen, immerhin ist Clementine eine begabte Künstlerin. Ein anderes Motiv enthüllt sich am Schluss. Da schließt sich sozusagen ein Kreis. Normalerweise bin ich dann so: Woah, ernsthaft? Hier war es eher ein gediegenes: Aha. Na ja...
Dabei ist die Idee gut, der Kreis logisch, aber ich bleibe dabei, Clementine und ich, wir wären keine Freunde. Vieles findet ihr bei ihr auch so abrupt statt, so dass ich gar nicht mitkam. Das passt sicher zu der Persönlichkeit, welche die Autorin erschaffen wollte, spricht mich aber nicht an.
Das Konzept der 30 Tage, die herunterlaufen und in denen Protagonistin Clementine Klarheit und Ordnung reinbringen will, finde ich super! Ich mag diese Art von Countdown und habe mit Rabbit Hayes (lest das Buch!) da schon ein wirklich wundervolles Buch dieses Jahr gelesen. 30 Tage und ein ganzes Leben hat aber weder die Emotionalität noch die Tiefe oder die Charaktere um an dieses Highlight ranzukommen.
Den Schreibstil finde ich sehr lesbar. Hat sich gut gelesen, ging schnell und... - wir kommen wieder auf mein großes Problem an diesem Buch zurück - wäre es nicht Clementine gewesen, hätte das Buch mich sicherlich mehr überzeugt. Den ersten Satz fand ich schon ziemlich toll, das Ende war auch gelungen. Da kann man nicht meckern.

Fazit

Eine gute Idee, die für mich jedoch aufgrund der Protagonistin viel verliert. Neutral gesagt: Anderen gefällts vermutlich, aber Clementine und ich waren in diesem Buch keine gute Konstellation.

Bewertung



Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 10. Mai 2015

[Rezension] Natchez Burning - Greg Iles





Titel: Natchez Burning
Autor: Greg Iles
Original: Natchez Burning
Band: 1?
Verlag: rütten & loening
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-352-00681-4
Preis: 22,99€
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Autor

Greg Iles wurde 1960 in Stuttgart geboren. Sein Vater leitete die medizinische Abteilung der US-Botschaft. Mit vier Jahren zog die Familie nach Natchez, Mississippi. Mit der »Frankly Scarlet Band«, bei der er Sänger und Gitarrist war, tourte er ein paar Jahre durch die USA. Mittlerweile erscheinen seine Bücher in 25 Ländern. Greg Iles lebt heute mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Natchez, Mississippi. Fünf Jahre hat er kein Buch herausgebracht, da er einen schweren Unfall hatte.

Inhalt

Penn Cage, Bürgermeister von Natchez, Mississippi, hat eigentlich vor, endlich zu heiraten. Da kommt ein Konflikt wieder ans Tageslicht, der seine Stadt seit Jahrzehnten in Atem hält. In den sechziger Jahren hat eine Geheimorganisation von weißen, scheinbar ehrbaren Bürgern Schwarze ermordet oder aus der Stadt vertrieben. Nun ist mit Viola Turner, eine farbige Krankenschwester, die damals floh, zurückgekehrt – und stirbt wenig später. Die Polizei verhaftet ausgerechnet Penns Vater – er soll sie ermordet haben. Zusammen mit einem Journalisten macht Penn sich auf, das Rätsel dieses Mordes und vieler anderer zu lösen.

Erster Satz

"Wenn ein Mann die Wahl zwischen der Wahrheit und seinem Vater hat, entscheidet sich nur der Narr für die Wahrheit."

Meine Meinung

Was für ein Wälzer, das war so mein erster Gedanke angesichts des dezenten Umfangs von ca. 1000 Seiten. Willst du dir das jetzt echt antun? Das war mein zweiter Gedanke. Und dann dachte ich nicht mehr viel, sondern las. Und las. Und las. Und las, weil ich diesen verdammten Wälzer unbedingt beenden wollte. Und bis auf das Ende war ich einfach nur gefesselt von diesem Brocken. Meine Handgelenke haben zwar etwas gelitten, aber es hat sich definitiv gelohnt.

Allein schon die Thematik ist doch mal wieder etwas ganz anderes, vor allen Dingen angesicht der vielen Bücher zum zweiten Weltkrieg, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Der Konflikt zwischen Schwarz und Weiß, der Rassismus, der sich aus den sechziger Jahren bis in die heutige Zeit zieht, ist unglaublich bitter, deprimierend, fesselnd und angesichts einiger Ereignisse in den USA aktueller denn je.

Was Greg Iles hier erschaffen hat, ist... ja, beeindruckend. So viele Details, so viele unterschiedliche Erzählstränge, die sich eigentlich alle aufeinander beziehen und erst am Ende aufeinander treffen. Als Leserin habe ich da doch manchmal den Überblick verloren, weil es einfach ein Epos ist. Aber letztlich hat sich am Schluss wirklich jede Unklarheit geklärt und ich war echt drin, ich war in Natchez.
Allein der Schluss wirkte im Verhältnis zu dem detaillierten Inhalt, diesem gewaltigen Vorbau, etwas schwach und kürzer und schnell abgewickelt. Es hat zwar doch alles gepasst, aber mir hat da einfach im Vergleich etwas gefehlt. Das, was mich vorher so in den Bann gezogen hat, war da nicht mehr ganz so dabei.

Die Geschichte dreht sich um Penn, den Bürgermeister, seinen Vater, der des Mordes angeklagt wird, seine Verlobte, Henry, den Journalisten und Viola, die ermordete Krankenschwester. Außerdem noch viele andere Charaktere. Das Buch ist sehr vielschichtig, es spielt auf unterschiedlichen Ebenen und dementsprechend gibt es eine große Anzahl von Charakteren, die auch alle auf ihre Weise eine wichtige Rolle spielen. Da kann man in so einer Rezension gar nicht auf alle eingehen. Diesem Umfang kann ich in einer Rezension einfach nicht gerecht werden. Aber so viel sei gesagt: Alle waren detailliert ausgearbeitet, alle hatten einen realistischen Hintergrund und irgendwo konnte man die Motivation aller verstehen.

Fazit

Was für ein Epos. Es hat mich gefesselt und ich fühlte mich, als wäre ich in Natchez direkt bei Penns Ermittlungen dabei gewesen. Die Gestaltung über verschiedene Zeiten hinweg, über verschiedene Gruppen war grandios und ja, ich fands super. Nur der Schluss war da nicht so stimmig. Wer keine Scheu vor paar Seiten mehr hat, sollte das Buch lesen! Es lohnt sich.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 8. Mai 2015

[Rezension] Black Mamba Boy - Nadifa Mohamed





Titel: Black Mamba Boy
Autor: Nadifa Mohamed
Original: Black Mamba Boy
Verlag: C.H. Beck
Erschienen: Januar 2015
ISBN: 978-3-406-67596-6
Preis: 19,95€

 
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Autor

Nadifa Mohamed, 1981 in Hargeisa, Somaliland geboren, kam als Kind mit ihrer Familie nach London und studierte in Oxford Geschichte und Politik. 2014 erschien bei C.H.Beck ihr Roman "Der Garten der verlorenen Seelen". Ihr Roman "Black Mamba Boy", der zuerst 2010 erschien, stand auf der Longlist des Orange Prize for Fiction und auf der Shortlist des Guardian First Book Award, des Dylan Thomas Award, des John Llewellyn Rhys Prize, des PEN/Open Book Award und gewann den Betty Trask Award.

Inhalt


Jemen 1935. Der kleine Jama, ein halbwilder Straßenjunge, streift mit seinen Freunden durch die Gassen Adens auf der Suche nach Nahrung und ein paar Münzen. Als seine Mutter viel zu jung stirbt, begibt er sich, allein und gefährdet, auf eine Odyssee durch das von Kolonialismus und Faschismus verheerte Ostafrika, nach Somaliland, Dschibuti, Eritrea, in den Sudan, bis nach Ägypten, auf der Suche nach seinem geheimnisvollen, nie gesehenen Vater, dann auf der Suche nach Arbeit und einer Grundlage für ein eigenes Leben. Viele Jahre später führt ihn diese abenteuerliche und verzehrende Reise 1947, Jama ist inzwischen Seemann geworden, schließlich nach England.

Erster Satz

Der Ruf des Muezzins riss Jama aus seinem Traum.

Meine Meinung

Das ist die Geschichte von Jama, einem Jungen, der quer über den afrikanischen Kontinent reist, um ein neues Leben zu finden. Es ist eine Geschichte, die auf den Erzählungen des Vaters der Autorin beruht und durchaus beeindruckend. Ich muss sagen, dass ich nicht so viel erwartet hatte, aber das Buch hat mich gepackt. Jama ist als Charakter nicht immer liebenswert, aber seinen Ehrgeiz, seine Diszipilin, sein Durchhaltevermögen und seine freche Art, die er sich beibehält, haben mich beeindruckt, da fällt mir doch kein besseres Wort ein.
Ich fand es unglaublich stark, wie Jama sich durchkämpft hat, nachdem er seine Mutter verliert. Wie er auf der Suche nach seinem Vater den unterschiedlichsten Menschen begegnet und sich durchschlägt. Mich hat fasziniert, wie er immer wieder Leuten aus seinem Clan trifft und diese ihn dann aufnehmen, obwohl sie ihn nicht kennen. Diese Mentalität war unglaublich gut dargestellt und als jemand, der das ja überhaupt nicht kennt, war es nicht nur neu, sondern eben auch interessant. So habe ich den afrikanischen Kontinent noch nie erlebt. Das war neben Jamas Lebensweg das eigentlich Spannende an diesem Buch: Afrika aus den Augen eines kleinen Jungen, eines Clan-Angehörigen, zu erleben.
Es gab auch unglaublich viele interessante Figuren, von denen ich auch gerne mehr gelesen hätte, Orte, die ebenfalls ein ganzes Buch wert gewesen wäre.
Dazu kommt, dass die Autorin ihr Handwerk versteht. Ihr Stil spricht mich wirklich sehr an. Sie bringt mir Jama als Charakter noch näher. Es passt einfach alles rundum.

Fazit

Nadifa Mohamed ist ein atmosphärisch dichter Roman gelungen, der eben auch durch die wahren Elemente aus den Erzählungen ihres Vaters an Spannung und Tiefe gewinnt.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt