Montag, 6. Juli 2015

[Rezension] Altes Land - Dörte Hansen





Titel: Altes Land
Autor: Dörte Hansen
Verlag: Knaus
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-8135-0647-1
Preis: 19,99€
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Autor

Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, lernte in der Grundschule, dass es außer Plattdeutsch noch andere Sprachen auf der Welt gibt. Die Begeisterung darüber führte zum Studium etlicher Sprachen wie Gälisch, Finnisch oder Baskisch und hielt noch an bis zur Promotion in Linguistik. Danach wechselte sie zum Journalismus, war einige Jahre Redakteurin beim NDR und arbeitet heute als Autorin für Hörfunk und Print. Sie lebt in der Nähe von Hamburg. „Altes Land“ ist ihr erster Roman.

Inhalt

Das „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen.

Erster Satz

In manchen Nächten, wenn der Sturm von Westen kam, stöhnte das Haus wie ein Schiff, das in schwerer See hin- und hergeworfen wurde.

Meine Meinung

Ich fand es wunderbar. Mal keine reine Liebesgeschichte, sondern eine Lebens- und Familiengeschichte, in der zwei Außenseiterinnen und Einzelgängerinnen sich miteinander arrangieren müssen und sich kennenlernen. Das alles hat keinen rührenden oder schmalzigen Unterton, sondern ist fast schon nüchtern geschrieben - ein Stil, der perfekt zu Vera und Anne passt.
Vera ist ein Flüchtling aus der Kriegszeit und ihre Geschichte war... bewegend und nahegehend, obwohl Vera wirklich ein sehr nüchterne Mensch ist. Das Wort trifft es einfach am Besten. Doch es ist genau diese Nüchternheit, durch die das Buch noch an Tiefe gewinnt - manchmal ist weniger eben doch mehr. Es ist Dörte Hansens klarer Stil, der Vera einfach so unfassbar perfekt charakterisiert. Jedes Mal, wenn man etwas mehr aus ihrer Vergangenheit erfährt, fühlt man sich ihr einfach näher und das Verständnis für sie wächst.
Auch Anne ist ein durchweg sympathischer Charakter, der einiges durchgemacht hat und sich nun auf neue Art finden muss. Nichte und Tante müssen sich zusammenreißen und zusammenraufen und das geschieht eher langsam, warum, das erliest man sich auch langsam. So spannend und schön zu lesen, wie Anne sich einlebt und Vera sich an ein lebendiges Haus gewöhnt.
Das Haus ist eh so eine Sache für sich, es scheint sich quer zu stellen und zu wehren und man hat eine gehörige Portion Aberglaube, welcher sich auch auf den Leser abfärbt.
Übrigens fand ich auch das alte Land toll. Ich lese gerne Geschichten von dort und auch hier fand ich Dörte Hansens Stil optimal, um das recht eigene Dorf, in dem Vera wohnt, darzustellen. Es ist nicht die perfekte Touristenidylle, sondern ein Dorf, das eben eigen ist. Ich mochte es, ich mochte die Charaktere und ich habe ein Faible für derartiges Dorfleben... vielleicht, weil ich auch so Dörfer kenne!

Fazit

Wirklich eine tolle Geschichte über zwei Einzelgängerinnen, die ihr Zusammenleben arrangieren müssen. Eine Charakterdarstellung, die durch ihre Nüchternheit bewegt und fesselt, zumindest wenn man nichts gegen den etwas raueren Charme der Darstellung hat.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 5. Juli 2015

[Rezension] Das Atlantis-Gen - A.G. Riddle





Titel: Das Atlantis-Gen
Autor: A.G. Riddle
Original: The Atlantis Gene
Band: 1/3
Aus dem Englischen von: Marcel Häußler
Verlag: Heyne
Erschienen: Juni 2015
ISBN: 978-3-453-53475-9
Preis: 9,99€
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Autor

A.G. Riddle wuchs in North Carolina auf. Zehn Jahre lang beschäftigte er sich damit, diverse Internetfirmen zu gründen und zu leiten, bevor er sich aus dem Geschäft zurückzog. Seitdem widmet Riddle sich seiner wahren Leidenschaft: dem Schreiben. Seine Atlantis-Trilogie ist in Amerika schon jetzt ein Phänomen. Riddle lebt in Parkland, Florida.

Inhalt

Vor 70.000 Jahren stand die Menschheit vor der Auslöschung ... Doch ein unerklärlicher Entwicklungssprung setzte den Homo sapiens an die Spitze der Evolution ... Nach geheimen Erkenntnissen liegt der Schlüssel hierfür im Atlantis-Gen, dem Vermächtnis der atlantischen Hochkultur ... Der mysteriöse Großkonzern Immari ist auf der Suche nach diesem Gen ... Das Ziel: ein neuer Typus Mensch ... Dafür beschwört Immari eine globale Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes herauf ... Nur die Geheimorganisation Clocktower kennt diesen fatalen Plan ... Als in der Antarktis ein Höhlenlabyrinth aus atlantischer Vorzeit gefunden wird, beginnt der Kampf um die Zukunft der Menschheit!

Erster Satz

Karl Selig stützte sich auf die Reling und spähte durch seinen Feldstecher auf den gewaltigen Eisberg.

Meine Meinung

Nachdem Das Atlantis-Gen für mich am Anfang etwas langsam Fahrt aufnahm, ging es gegen Ende richtig rasant zu und ich bin froh, dass der zweite Band schon recht bald erscheinen wird. Die ersten Seiten und Momente haben einfach ihre Zeit gebraucht, bis die Geschichte richtig in Gang kommen konnte, doch mit jeder Seite stieg die Spannung und irgendwann war das ein rasend schnelles Lesen: Wie geht es weiter? Uah?! Schneller lesen! Gegen Ende hatte A.G. Riddle mich komplett gepackt und ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen.
Verschiedene Stränge erzählen verschiedene Teile der Geschichte (irgendwie logisch, oder?) und fügen sich am Ende zusammen. Gegen Ende ist das Ganze richtig rasant geworden und das Universum, die Welt, die hier entstanden ist, ist einfach nur... genial fesselnd. Es fängt mit dieser Entdeckung in der Antarktis an und hört mit einem spannenden Kampf am Ende auf, nur um die Neugierde auf den nächsten Band zu wecken. Die Entdeckung ist eher noch nicht so spannend, weil man keine Ahnung von nichts hat, um es mal so zu sagen. Aber ich sage euch eins: Es wird besser, viel besser! Kate ist die Protagonistin, die uns hauptsächlich durch das Buch führt. Sie ist eine Forscherin und wird 'ausgeraubt', relativ zu Beginn. Das ist sowohl für sie als auch für uns der Weg in dieses gefährliche Geschehen. Und am Ende gibt es dann so einige spannende Wendungen, von denen einige auch Kates Leben auf den Kopf stellen werden - ein Grund mehr, sich auf den nächsten Band zu freuen.
Doch nicht nur Kate begleitet uns in diesem Buch, es gibt viele weitere Charaktere, ob gut oder böse, ob lang- oder kurzlebig. Das Buch wird durch diese vielen Charakterbewegungen wirklich lebendig und gewinnt an Geschwindigkeit! Dazu gibt es eine gehörige Portion Wissenschaft und Science Fiction und heraus kam ein verdammt spannendes Buch.
Immari ist eine sehr undurchsichtig gestaltete Antagonisten-Gruppe, da gibt es doch einige Momente, die nicht vorhersehbar waren. Sehr schön fand ich, dass es hier nicht nur schwarz und weiß gibt - es ist eine Fluktuation da, es gibt keine festgelegte Struktur. Was schwarz erscheint, ist weiß und umgekehrt. Ich mochte es sehr, dass man niemandem hier so richtig trauen konnte. Sehr spannend!

Fazit

Nach einem etwas langsameren Start kam die Geschichte so richtig ins Rollen und ich habe mitgefiebert und mitgelitten und bin neugierig, was die Atlantis-Trilogie noch so bereit hält!

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 3. Juli 2015

[Rezension] Madame Josette oder ein Dorf trumpft auf - Julia Stagg





Titel: Madame Josette oder ein Dorf trumpft auf
Autor: Julia Stagg
Original: The Parisian's Return
Deutsch von: Angelika Naujokat
Band: 2
Verlag: dtv
Erschienen: April 2015
ISBN: 978-3-423-21577-0
Preis: 9,95€
 
 
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Autor

Julia Stagg liebt es, neue Länder und Kulturen kennenzulernen: Die gebürtige Engländerin lebte bereits in Japan, Australien und den USA und arbeitete dort als Kellnerin, Buchhändlerin, Kassiererin, Englischlehrerin und in einer Pfandleihanstalt. Getrieben von ihrer Leidenschaft für den Radsport und die Berge zog sie mit ihrem Mann 2004 in die französischen Pyrenäen, wo sie sechs Jahre lang eine kleine Auberge betrieb. Inzwischen pendelt sie zwischen Ariège-Pyrenees und den englischen Yorkshire Dales - bis sie wieder ihrem Fernweh nachgeben wird. Ihre herzerfrischenden Romane über das beschauliche Pyrenäendorf Fogas und dessen liebenswert-schrullige Bewohner erheitern weltweit schon Tausende von Lesern.

Inhalt

Im beschaulichen Pyrenäendorf Fogas herrscht helle Aufregung: Stéphanie hat in Madame Josettes Épicerie einen Einbrecher heroisch mit einem altbackenen Baguette niedergestreckt. Der Kerl entpuppt sich allerdings als Josettes Neffe Fabian aus Paris. Der ehrgeizige junge Banker ist wild entschlossen, den Laden seiner Tante in ein Delikatessengeschäft zu verwandeln. Doch er hat die Rechnung ohne das Dorf gemacht. Die Épicerie ist ihr zentraler Treffpunkt, und das soll gefälligst auch so bleiben. Besonders die alleinerziehende Stéphanie hat den besserwisserischen Pariser auf dem Kieker …

Erster Satz

Stephanie Morvan hatte noch nie einen Menschen getötet.

Meine Meinung

Ich sag es, wie es ist, ich habe mich in Fogas verliebt. Samt seinen Einwohnern. Ich bin ihnen tatsächlich verfallen. Fogas ist bezaubernd, wie es zusammenhält, ist herzerwärmend. Und dann kommt der Pariser Fabian. Und bringt alles durcheinander. Das ist doch ein perfektes Start für eine amüsante Geschichte, nur dass diese auch eine doch schon dramatische Nebenhandlung hat. Die kann man mögen, muss man aber nicht. Ich fand sie ganz gut, weil sie doch noch einige spannende Momente bietet und Stephanie und Fabian auf andere Weise einander näher bringt.
Die Situation ist ja schon am Angang gleich mal sehr prekär, immerhin schlägt Stephanie Fabian nieder und der findet das im Nachhinein nicht so lustig, ganz im Gegenteil. Doch - wie nicht anders zu erwarten - schlägt das irgendwann um und die beiden fangen langsam an, sich kennen zu lernen.
Madame Josette ist ein Buch, das einen auch immer wieder zum Schmunzeln bringt und dessen Atmosphäre einen in den Bann zieht. Es sind nicht nur die beiden Hauptprotagonisten, welche einen überzeugen, sondern auch die anderen Dorfbewohner sind wundervolle Charaktere. Das fängt mit Josette und ihrem verstorbenen Ehemann an, denn Jaques hängt doch noch an seiner Epicerie. Sehen können ihn aber nur seine Frau und Stephanies Tocher, Chloe. Das sorgt für einige amüsante Momente, denn wenn er sich anstrengt, kann er - mit viel Mühe - Dinge bewegen.
Auch der Konflikt zwischen Josette und Fabian ist einfach göttlich. Moderne trifft auf Tradition und sorgt für so manche Verwirrung. Dazu dann noch die Liebesgeschichte und der geheimnisvolle grüne Lieferwagen.

Fazit

Ein tolles Buch, das mit sympathischen Charakteren und vielen kleinen Verwicklungen, amüsanten Begebenheiten sowie einer spannenden Nebenhandlung zu überzeugen weiß. Schaut, ob es euch so geht wie mir und ihr euch in Fogas und seine Anwohner verliebt.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Mittwoch, 1. Juli 2015

[Rezension] Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke - Karen Joy Fowler





Titel: Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke
Autor: Karen Joy Fowler
Original: We are completely beside ourselves
Aus dem Englischen von: Marcus Ingendaay
Verlag: Manhattan
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-442-54737-1
Preis: 17,99€
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Autor

Karen Joy Fowler ist in Bloomington, Indiana, geboren und aufgewachsen. Seit sie mit dreißig Jahren beschloss, Schriftstellerin zu werden, hat sie zahlreiche Kurzgeschichten und Romane verfasst, darunter den Bestseller 'Der Jane Austen Club', verfilmt mit Emily Blunt und Hugh Dancy. Ihr jüngstes Werk, "Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke", wurde 2014 mit dem renommierten „PEN/Faulkner Award“ sowie dem "California Book Award" ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize. Karen Joy Fowler lebt mit ihrem Mann in Santa Cruz, Kalifornien. Das Paar hat zwei erwachsene Kinder.

Inhalt

Es war einmal ein Haus mit einem Garten, in dem wohnten ein Apfelbaum, ein Bach und ein kleine Katze mit mondgelben Augen. Hier wachsen drei Kinder auf: Rosemary, ihre ungestüme Schwester Fern und ihr großer Bruder Lowell. Sie könnten eine ganz normale Familie sein. Wäre ihr Vater nicht Wissenschaftler, und wäre Fern nicht ein ganz besonderes kleines Mädchen, das Wachsmalstifte verspeist, den perfekten Rückwärtssalto beherrscht und lacht wie eine Säge.

Jahre nach Ferns Verschwinden erzählt Rosemary nun deren Geschichte. Denn erzählen war das Einzige, was Fern nie konnte.

Erster Satz

Die, die mich kennen, mag es überraschen, aber ich war einmal eine echte Quasselstrippe.

Meine Meinung

Hm. Na ja... überzeugen konnten die fabelhaften Schwestern mich nicht. Zu keinem Zeitpunkt war ich wirklich in der Geschichte drin. Die Idee war zwar wirklich interessant (und hat mich auch überrascht), aber das gewisse Etwas, das mich absolut in den Bann zieht, war eben nicht dabei. Stattdessen empfand ich immer eine gewisse Distanz gegenüber der Geschichte und manchmal auch das Gefühl einer hochgezogenen Augenbraue, kennt ihr das?
Ich versuche mal, in Worte zu fassen, was mich stört, obwohl ich das eigentlich gar nicht so genau definieren kann. Es hat einfach der Moment gefehlt, der Moment, der einen auf die Reise mitnimmt und eine neue Welt eröffnet. Dabei ist auch nie Spannung aufgekommen, selbst dann als Rosemary uns Ferns Geschichte erzählt und einen dabei durchaus überrascht. Ehrlich gesagt war das eine Wendung, die mich so gar nicht berührt hat. Eigentlich war das eher irritierend als aufklärend oder spannungsgebend!
Rosemary ist eigentlich interessant als Charakter, ihre Kindheit und Jugend... sehr außergewöhnlich. Ihre Wandlung von der Quasselstrippe zu einer eher ruhigen Person... interessant, aber ich persönlich konnte es nicht nachvollziehen. Ihre Sprünge in der Zeit waren kein Problem, dadurch das Rosemary sie eingeführt hat, konnte man dem Ganzen gut folgen. Doch sie ist einfach einer dieser Charaktere, bei denen ich es nicht geschafft habe, eine Bindung aufzunehmen. Durch ihre ruhige Art empfand ich auch ihre Ich-Erzählungen als eher distanziert. Und das ganze Buch über habe ich nicht gefühlt, dass wirklich irgendwas von ihr erfahren habe.
Bei den anderen Figuren bleibt es ebenfalls recht oberflächlich. Fern ist natürlich die Ausnahme, doch ihre Geschichte allein reicht nicht aus, um das Buch spannend zu machen und es war nicht genug, um mich zu fesseln oder eben zu überzeugen. Natürlich ist das eine unglaubliche Wendung, aber für mich reicht es nicht.

Fazit

Alles in allem finde ich das Buch nett, aber nicht fesselnd, nicht faszinierend, nicht spannend. Es hat einfach nicht gereicht.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Montag, 29. Juni 2015

[Rezension] Die Rosenfrauen - Cristina Cabon





Titel: Die Rosenfrauen
Autor: Cristina Cabon
Original: Il sentiero dei profumi
Aus dem Italienischen von: Ingrid Ickler
Verlag: Blanvalet
Erschienen: Datum
ISBN: 978-3-7341-0033-8
Preis: 9,99€
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Autor

Cristina Caboni lebt mit ihrer Familie auf Sardinien, wo sie Bienen und Rosen züchtet. Die Welt der Düfte und Essenzen, in der ihr Debütroman Die Rosenfrauen spielt, ist ihre große Leidenschaft.

Inhalt

Elena Rossini hat ein besonderes Talent für Düfte, denn sie stammt aus einer Familie begnadeter Parfümeurinnen. Lange hat sie sich dagegen gesträubt, die Tradition fortzusetzen. Doch als Elenas Leben plötzlich zerbricht, beschließt sie kurzerhand, sich ihrem Schicksal zu stellen: Sie will herausfinden, was sich hinter dem »perfekten Parfüm« verbirgt, das eine ihrer Ahninnen entdeckt haben soll. Die Suche danach führt Elena in die Toskana und die Provence, in die Vergangenheit ihrer Familie, vor allem aber zu sich selbst – und zur Liebe ...

Erster Satz

"Schließ die Augen, meine Kleine."

Meine Meinung

Bei diesem Buch schießen mir so viele Sachen durch den Kopf, da frage ich mich doch glatt, wie ich jetzt anfangen soll! Die Geschichte hat mir Spaß gemacht und mich fasziniert. Ich als Allergikerin habe mit Parfüm nicht so viel am Hut, umso spannender fand ich es, hier einen Einblick in die faszinierende Welt der Parfümentwicklung zu gewinnen. Und hinterher hatte ich Lust darauf, auch ein Parfüm zu besitzen. Cristina Cabon hat mir diese Welt der Düfte wirklich nahe gebracht. Und das alles war in einer richtig tollen Geschichte verpackt.
Elena erleidet ja einen ziemlichen Schicksalsschlag, der einen sehr normalen und alltäglichen Charakter hat. Wie es stattfindet, fand ich nicht zu dramatisch, aber es hatte genau den richtigen Moment, um Elenas Leben komplett aus dem Takt zu bringen und sie im Prinzip wieder an den richtigen Platz zu bringen.
Der Hintergrund der Protagonistin ist absolut verständlich: sie ist mit dieser Kunst der Parfümherstellung aufgewachsen und hat ihr dann den Rücken gekehrt, nur um nach diesem Schicksalsschlag diese Fähigkeit wieder zu entdecken. Ich finde, dass das einfach nachvollziehbar ist und mag Elena allein deshalb. Allgemein ist sie sympathisch: sie hat eine unsichere Art und kämpft sich zurück. Es gibt vieles, das an ihr positiv ist.
Die Charaktere waren allesamt sehr charakterstark und definiert. Nicht immer waren das positive CHarakterzüge, ganz im Gegenteil, es gab Figuren, die waren einfach unsympathisch und als Gegenspieler angelegt. Dennoch mochte ich die Art, wie diese von der Autorin geschrieben wurden.
Die Geschichte ist sehr auf die Figuren angewiesen und das ist Cristina Cabon gelungen. Doch auch die Gerüche und die Magie des Parfüms kann man auf jeder Seite spüren und fast riechen. Man merkt, wie viel Interesse auch die Autorin daran hat. Diese Leidenschaft kommt nicht nur in Elena zum Tragen, auch andere Figuren verkörpern dies.
Die Liebe spielt natürlich auch eine Rolle, denn um ein neues Leben zu führen, kann eine ordentliche Portion Liebe und Romantik doch nicht schaden, oder? Und wie das stattfindet... da könnte Frau doch glatt ein bisschen neidisch werden, wirklich. Leute, da will ich jetzt nicht zu viel schreiben, aber uah... ich möchte genau das Gleiche einmal zum Mitnehmen bitte! Danke! Wenn ich da jetzt schreibe, was passiert und wie ich das finde, verrate ich euch im Eifer des Gefechtes vielleicht ein Detail, das euch jetzt überraschen sollte und das... ah... ich schweige wieder, ich merke, wie ich mich schon wieder fast schon quietschig darein versetze!
Übrigens sehr schön sind auch die kleinen Informationen zu den verschiedenen Duftträgern, die lockern das Buch auf und versetzen einen noch mehr in die Welt der Parfümentwicklung. Ich fand übrigens auch den Vorgang zur Parfümentwicklung sehr faszinierend. Das ist ein Einblick, den ich persönlich ja nur in Buchform genießen kann, aber es war doch sehr spannend.

Fazit

Von Anfang bis Ende war ich dabei und fand es gut. Elena und ihre wiederaufkeimende Leidenschaft fürs Parfüm zog mich in den Bann und auch die Liebesgeschichte dahinter war definitiv bezaubernd. Rundum gelungen!
 
Bewertung





Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt