Samstag, 1. August 2015

[Rezension] Makarionissi - Vea Kaiser





Titel: Makarionissi oder die Insel der Seligen
Autor: Vea Kaiser
Verlag: KiWi
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-462-04742-4
Preis: 19,99€
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Autor

Vea Kaiser, geb. 1988 in Österreich, veröffentlichte 2012 ihren Debütroman Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam, der Platz 1 der ORF-Bestenliste erreichte und Leser wie Presse gleichermaßen begeisterte. Übersetzungen ins Tschechische, Niederländische, Französische sowie eine Verfilmung sind in Arbeit. Nach ihrer Lesereise in über 100 Städte und 10 Länder studiert sie nun in Wien Altgriechisch. Vea Kaisers zweiter Roman Makarionissi oder Die Insel der Seligen ist im Mai 2015 erschienen.

Inhalt

Von Griechenland bis Niedersachsen, von den Fünfzigerjahren bis in die Gegenwart: In ihrem neuen Roman erzählt Vea Kaiser in ihrem einzigartigen Ton von der Glückssuche einer Familie und deren folgenreichen Katastrophen, von Möchtegern-Helden und Herzensbrechern. Und von der großen Liebe, die man mehrmals trifft. In einer niedersächsischen Kleinstadt wird die Erotik der deutschen Sprache entdeckt. In der österreichischen Provinz sehnt sich ein skurriler Schlagerstar nach einer Frau, die er vor 40 Jahren verlor. In einer Schweizer Metropole macht ein liebeskranker Koch dank pürierter Ameisen Karriere. Und auf einer griechischen Insel sucht ein arbeitsloser Gewerkschafter verzweifelt seinen Ehering, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Doch alles beginnt in einem vom Krieg entzweiten Dorf an der albanisch-griechischen Grenze. Mit einer Großmutter und Kupplerin par excellence, die keine Intrige scheut, um den Fortbestand ihrer Familie zu sichern. Und mit der klugen, sturen, streitbaren Eleni und ihrem Cousin Lefti, der sich nichts sehnlicher wünscht als Frieden. Als Kinder unzertrennlich, entzweien sich die beiden umso stärker als Erwachsene. Und kommen doch nie voneinander los. Mit hinreißender Tragikomik, einem liebevollen Blick für Details und furioser Fabulierlust folgt Vea Kaiser der Geschichte einer unvergesslichen Familie, die auseinandergerissen werden musste, um zusammenzufinden. Ein Roman über das Aushalten von Sehnsucht und Einsamkeit, über Neuanfänge, Sandburgen für die Ewigkeit und die Schönheit des Lebens als Postkartenmotiv.

Erster Satz

In Varitsi, einem kleinen Bergdorf nahe der albanisch-griechischen Grenze, gab es das Sprichwort, dass die dunkelste Stunde immer jene vor Sonnenaufgang war.

Meine Meinung

Irgendwie hat mich Makarionissi geflasht. Ich hatte das gar nicht so erwartet, doch das hier war eines dieser Bücher, das man liest, weil die Kollegin es einem mal mitgibt und das einen dann einfach weghaut. Manchmal sind es einfach die Geschichten, von denen man einfach gar nichts erwartet, weder positiv noch negativ, die einen dann überzeugen.
Es fängt im Griechenland der Fünfzigerjahre an und dann folgt man einer Familie bis zur heutigen Zeit. Einer teilweise schon etwas verrückten Familie, aber ich mochte sie allesamt. Ob den Sternekoch aus Zürich (leckere Sachen können mich immer kriegen!) oder der Schlagerstar. Letzterer hat mich echt sehr amüsiert. Es sind alles Figuren, die charakterstark und durchdacht sind.
In Makarionissi lebt man mit einer Familie und begleitet sie über die Jahre. Durch Streitereien, Trennungen und anderen Problemen ist man an der Seite von Eleni und co und verdammt, das macht Spaß. Ich habe mit ihnen gefühlt und gelebt.
Wie bereits erwähnt, sind die Charaktere allesamt sehr detailliert ausgearbeitet. Bei jedem entsteht ein Bild und jeden schließt man mehr oder (selten) weniger ins Herz. Die gesamte Familie ist mit all ihren Schrullen und Probleme einfach liebenswert. Das ist eine wunderbare Familiengeschichte, die Vea Kaiser hier verfasst hat.
Der Roman ist atmosphärisch dicht und dabei hat die Autorin dennoch einen locker-leichten Tonfall gefunden. Makarionissi wird garantiert ein Buch, das man noch in ein paar Jahren liest. Es besticht mit der Suche nach dem Glück und mit viel Witz und manchmal auch einem gehörigen Schuss an Ironie.

Fazit

Lesen! Mein Fazit ist ganz einfach dieses Mal: Lest Makarionissi.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Donnerstag, 30. Juli 2015

[Rezension] Girl on the Train - Paula Hawkins





Titel: Girl on the Train
Autor: Paula Hawkins
Original: The Girl on the Train
Aus dem Englischen: Christoph Göhler
Verlag: Blanvalet
Erschienen: Juni 2015
ISBN: 978-3-7645-0522
Preis: 12,99€
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Autor

Paula Hawkins wuchs in Simbabwe auf. 1989 zog sie nach London, wo sie bis heute lebt. Sie arbeitete fünfzehn Jahre lang als Journalistin, bevor sie mit dem Schreiben von Romanen begann. Ihr erster Spannungsroman »Girl on the Train« eroberte in England und den USA auf Anhieb die Spitze der Bestsellerlisten, und noch vor Erscheinen sicherte sich DreamWorks die Filmrechte.

Inhalt

Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse ...

Erster Satz

Sie liegt unter einer Silberbirke bei den alten Gleisen unter einem Steinhügel.

Meine Meinung

Puh. Ernsthaft. Die Idee: Super. Die Protagonistin: Ziemlich unsuper. Eher ziemlich anstrengend. Ganz im Ernst: Wie kann man sich so gehen lassen? Rachel sammelt gleich von Beginn an nicht unbedingt Sympathiepunkte. Da ist die Frage: Braucht das Buch einen so kaputten Charakter, um zu funktionieren? Musste Rachel gleich so am Boden sein? Ich muss sagen, ich fand sie dadurch doch anstrengend. Andererseits kann man ihr dadurch natürlich einiges Negatives anlasten, wie zum Beispiel falsche Vorstellungen und Verdrehen von Tatsachen. Es ist wirklich ein zweischneidiges Schwert, wenn man über diese Protagonistin diskutiert. Dennoch überwiegt bei mir eine Art von Abscheu gegenüber ihrem Benehmen.
Die Geschichte an sich ist eigentlich echt interessant. Aber durch die Protagonistin kam bei mir nie dieses Thriller-Feeling auf. Dadurch dass sie so heruntergekommen ist, war da einfach keine Spannung, es hat nicht gefesselt und nicht in den Bann gezogen.
Es führt einen auf alle Fälle auf falsche Fährten, zumindest anfangs. Doch irgendwann hatte ich dieses Gefühl, dass diese Figur der Mörder ist und so war es dann auch. Ich kann aber auch wirklich nicht behaupten, dass ich irgendwann mal so gefesselt war, dass mich das Buch einfach nur vom Hocker riss.
Schreibstil war in Ordnung, aber jetzt auch nicht so besonders, dass es einen faszinieren würde. Alles in allem kann man sagen, dieses Buch war durchschnittlich. Super Idee, aber durchschnittliche Umsetzung. Ich persönlich hätte so viele Ansätze, so viele Kleinigkeiten, die ich gerne etwas verändern würde, weil es mich dann mehr geflasht hätte. Angefangen natürlich mit der Protagonistin. Rachel ist und bleibt ein schwieriges Knackpunkt.

Fazit

Protagonistin war sehr schwierig und vermutlich dadurch blieb der Krimi mit großen Potential durchschnittlich.

Bewertung


Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Dienstag, 28. Juli 2015

[Rezension] Weil du bei mir bist - Anna McPartlin





Titel: Weil du bei mir bist
Autor: Anna McPartlin
Original: Pack up the moon
Aus dem Englischen: Karolina Fell
Verlag: Rowohlt
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-499-27178-6
Preis: 9,99€
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Autor

Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Wegen einer Krankheit in ihrer engsten Familie zog sie als Teenager nach Kerry, wo Onkel und Tante sie als Pflegekind aufnahmen. Nach der Schule studierte Anna ziemlich unwillig Marketing. Nebenbei stand sie auch als Comedienne auf der Bühne, doch ihre wahre Liebe galt dem Schreiben, das sie bald zum Beruf machte. Bei der künstlerischen Arbeit lernte sie ihren späteren Ehemann Donal kennen. Die beiden leben heute zusammen mit ihren drei Hunden und zwei Katzen in Dublin.

Inhalt

Emmas Leben ist einfach perfekt. Und seit sie mit John zusammenwohnt, scheint das Glück vollkommen. Aber dann passiert ein schrecklicher Unfall, und plötzlich ist Emma allein. Als wäre auch sie selbst gestorben, verkriecht sie sich im Schneckenhaus ihres Schmerzes. Doch dem sehen Emmas Freunde nicht lange tatenlos zu. Und irgendwie ist auch John immer noch für sie da. Bald wird Emma klar, dass sie von den Menschen, die sie liebt, gebraucht wird. Dass sie stark sein muss, wenn sie für andere da sein will. Und sie begreift, dass das Glück ganz nah sein kann, wenn man meint, es für immer verloren zu haben.

Erster Satz

Es war Anfang März und es regnete.

Meine Meinung

Nachdem ich von Rabbit Hayes(immer noch mein Jahreshighlight!) so begeistert war, musste ich einfach wissen, ob das für mich ein Ein-Buch-Flop ist oder ob Anna McPartlin das Talent hat, eine meiner liebsten Autorinnen zu werden. Da kam mir ihr Debütroman Weil du bei mir bist gerade recht!
Ganz so durchgeweint wie bei Rabbit und ihrer Familie habe ich nicht, und dennoch ging mir das Buch nahe. Die Autorin hat die Fähigkeit Geschichten zu schreiben, die einem ans Herz gehen, ohne zu schmalzig zu sein.
Hier hat mir besonders gut gefallen, dass es nicht um Emma allein geht. Sie verliert zwar ihren Mann, aber ihre Freunde verlieren einen verdammt guten Freund. Und das wird immer wieder deutlich. Jeder aus dieser Clique verliert durch Johns Verlust auch etwas an Boden und Seelenfrieden (mal ganz dramatisch ausgedrückt) und das wird schön dargestellt. Es ist auch einfach so, dass jeder anders auf diesen Schock reagiert. Und jeder muss sich anders daraus kämpfen.
Dennoch bleibt Emma die Protagonistin, alles dreht sich um sie und John. Ich konnte ihre Gefühle, ihre Trauer nachvollziehen, das ist die Kunst, welche Anna McPartlin hervorragend beherrscht. Sie zeigt dem Leser das Innerste ihrer Protagonistinnen. Ich finde es wundervoll, wie sie den Alltag nach dem großen Unglück darstellt. Erst durch Johns Tod gewinnen die Beziehungen sämtlicher Figuren noch einmal an Tiefe und es offenbaren sich Probleme, die man vorher nicht vermutet hätte.
Es war einfach so alltäglich. Diese Probleme (okay, eine Figur entwickelt tatsächlich eine eher nicht so alltägliche Geschichte, aber nichtsdestotrotz war auch das irgendwie glaubhaft, obwohl es auf den ersten Blick eigentlich unglaubwürdig sein müsste - Anna McPartlin hat es einfach raus!) könnten jedem von uns passieren, das ist die Magie dahinter.
Übrigens gibt es hier nicht nur traurige Momente, ganz im Gegenteil! Die Autorin beweist auch hier wieder ihren unterschwelligen Humor. Ich finde es grandios, wie sie einen auch bei so einer Geschichte immer wieder zum Schmunzeln bringt. Die Frau hat einfach Talent für solche Geschichten.

Fazit

Das ist die Geschichte von Menschen, die mit Trauer zurecht kommen müssen und die ganz unterschiedlich damit zurecht kommen.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Sonntag, 26. Juli 2015

[Rezension] The Bone Season. Die Träumerin - Samantha Shannon





Titel: The Bone Season. Die Träumerin
Autor: Samantha Shannon
Original: The Bone Season
Band: 1
Verlag: Bloomsbury
Aus dem Englischen: Charlotte Lungstrass-Kapfer
Erschienen: November 2013
ISBN: 978-3-8270-1171-8
Preis: 16,99€
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Autor

Samantha Shannon, geboren 1991, wuchs im Londoner Westen auf, wo sie mit fünfzehn das Schreiben begann. Sie hat gerade ihr Literaturstudium am St Anne’s College in Oxford beendet. »Die Träumerin« ist der erste Band einer siebenteiligen Serie um die junge Seherin Paige Mahoney. Die Übersetzungsrechte wurden in mehr als zwanzig Länder verkauft und eine Verfilmung ist in Arbeit.

Inhalt

Sie ist stark, sie ist schnell, und sie kann etwas, was sonst niemand kann: die Gedanken anderer auskundschaften. In einer Welt, in der Freiheit verachtet und Träume verboten sind, wächst die junge Paige zu einer Kämpferin heran. Doch dann wird sie erwischt und in eine geheime Stadt verschleppt, in der ein fremdes Volk herrscht, die Rephaim. Und wo sie Arcturus trifft, den jungen Rephait mit den goldenen Augen. Er ist das schönste und unheimlichste Wesen, das sie je gesehen hat. Seine Gedanken sind ihr ein Rätsel. Und ausgerechnet ihm soll Paige von nun an als Sklavin dienen…

Erster Satz

Ich stelle mir gerne vor, dass es am Anfang mehr von uns gegeben hat.

Meine Meinung

Der Vergleich mit den Tributen hat mich bei diesem Buch neugierig gemacht. Und auch wenn es für mich ein völlig anderes Buch ist und eigentlich nicht vergleichbar, hat es mich nach einer Weile richtig gefesselt und in den Bann gezogen. Am Anfang, das gebe ich zu, war ich eher etwas misstrauisch gegenüber dem Ganzen. Doch Paige hat mich mit ihrem kämpferischen Wesen überzeugt. Was mich anfangs eben etwsa gestört hat: die perfekte Paige. Sie kann etwas, was sonst niemand kann. Sie ist stark und wird gleich von dem unnahbarsten Rephait angenommen. Ich mag diese ach-so-perfekt-Gehabe einfach nicht. Oftmals hat die Geschichte da keine Chance, sich noch überraschend zu entwickeln. Natürlich war hier doch auch einiges vorhersehbar. Dass Arcturus kein normal denkender Rephait ist, das war zu erwarten. Und dass eine besondere Beziehung zwischen ihm und Paige entsteht, ebenfalls!
Aber es gab auch einige überraschende Momente: Arcturus bekommt von der Rephaim-Seite Unterstützung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Es gibt einige Charaktere, die nur am Rande auftreten und da doch noch einige interessante Auftritte haben.
Ich muss zugeben, dass bei mir immer noch etwas Widerstand ist, obwohl mich die Geschichte dennoch gefesselt hat. Ganz oft habe ich das Gefühl, dass Figuren nur auftreten, damit nicht nur Paige und Arcturus handeln. Es sind eher Randerscheinungen, die nicht wirklich Tiefe aufweisen. Bei der Seitenanzahl ist das eigentlich schade.
Unsere beiden Protagonisten sind da natürlich deutlich besser ausgearbeitet. Gerade bei Paige sieht man auch eine Entwicklung, wenn man sie mit ihrer Gang am Anfang sieht und dann ihr Benehmen am Ende.
Auch der Hintergrund ist einfach super, die Idee hat mir richtig gut gefallen. Das ist so komplex, das ist gar nicht in einem kleinen Blogbeitrag in Worte zu fassen. Aber mal ganz kurz: Es gibt übernatürlich Begabte, die mit dem Aether in Kontakt treten können. Unterschiedliche Typen haben unterschiedliche Fähigkeiten und sollen von SCION unter Verschluss gehalten werden. Doch zusätzlich gibt es eben noch die Rephaim, die bei der sogenannten Knochenernte von den bei SCION gefangenen Begabten Leute für sich zur Sklaverei abziehen. Wahnsinn, oder? Und richtig faszinierend war das auch. Während mir die Personengestaltung nicht ganz so gefallen hat, fand ich das hier umso spannender! Daher freue ich mich auch schon auf den zweiten Band, denn da blieben doch so einige Fragen übrig!




Fazit

Die Personengestaltung kann noch etwas ausreifen, aber die Geschichte und Idee an sich macht das wett! Superspannend und superfaszinierend! Und viel Geschichte für das Geld!

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt

Freitag, 24. Juli 2015

[Rezension] Die Kleiderdiebin - Natalie Meg Evans





Titel: Die Kleiderdiebin
Autor: Natalie Meg Evans
Original: The Dress Thief
Aus dem Englischen: Stefanie Fahrner
Verlag: Heyne
Erschienen: Mai 2015
ISBN: 978-3-453-41867-7
Preis: 9,99€
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Autor

Natalie Meg Evans gab einst ihren Platz an der Kunstakademie auf, um einem Londoner Experimentiertheater beizutreten. Sie verbrachte dort fünf Jahre und schrieb in dieser Zeit auch eigene Theaterstücke und Sketche. Heute lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann im ländlichen Norden von Suffolk, umgeben von ihren Hunden und Pferden.

Inhalt

Paris in den 30er-Jahren: Die junge Telefonistin Alix Gower träumt davon, die glamouröse Welt der Haute Couture zu erobern. Der charmante und gut aussehende Paul verschafft ihr die Chance ihres Lebens – eine Anstellung in einem der berühmtesten Modehäuser der Stadt, allerdings mit dem Auftrag, die Frühjahrskollektion zu kopieren. Alix stimmt zu, ein doppeltes Spiel zu spielen. Dabei setzt sie nicht nur ihre Zukunft, sondern auch ihr Herz aufs Spiel ...

Erster Satz

Die dumpfen Schläge, die durch das Fachwerkhaus dröhnten, töteten einen Mann und stürzten einen anderen ins Verderben.

Meine Meinung

Ein Buch über Modedesign im Paris der 30er-Jahre. Aber hallo! Klare Sache, das musste her! Und ich fand es toll. Die Beschreibungen der Kleider, die Beschreibungen von Paris... so macht ein Buch Spaß!
Nicht ganz gebraucht hätte ich den dramatischen Hintergrund, der bereits im Prolog beginnt. Alix und ihre Modeklau wäre auch so schon interessant genug gewesen! Und das komplette Drama deckt sich sowohl für Alix als auch für uns Leser ganz am Schluss erst richtig auf.
Dennoch muss ich auch sagen, dass ich allgemein das Gefühl hatte, dass die Autorin gerne einen Krimi-Touch untergebracht hätte, mit Überfällen und allem möglichen. Mir war das insgesamt fast zu viel. Ich wünschte mir, sie hätte sich eben auf das Kopieren der Mode konzentriert. Das allein war schon Stoff für ein ganzes Buch, wurde dann aber manchmal leider etwas gequetscht, weil so viele Dinge außen herum passierten.
Aber trotz dieser Kritik fand ich diese beschriebene Welt faszinierend. Mode in dieser Zeit übt eine besondere Faszination auf mich aus und daher habe ich das Buch verschlungen. Die Entwürfe, die beschrieben wurden... hätte ich teilweise doch gerne einfach so aus meinem Buch gezaubert und würde sie gerne selbst besitzen! Beschreibungen liegen der Autorin, diese Bilder haben sich vor meinem inneren Auge aufgebaut.
Die zwischenmenschlichen Beziehungen wurden dann teilweise doch etwas kompliziert und - auch hier kommt mein Kritikpunkt zu tragen - zu verworren. Es waren zu viele Köche und da wird der Brei nun mal leider doch etwas verdorben. Natalie Meg Evans wollte - meiner bescheidenen Ansicht nach - einfach zu viel in diesem Buch unterbringen. Das waren zwei unterschiedliche Geschichten, wenn nicht gar fast drei, die man ausführlicher hätte schreiben können.
Die Figuren waren alle für sich interessant und da ist auch wieder der gerade eben genannte Punkt. Zu viel. Es war alles einfach zu viel. Schade eigentlich. Alix war sympathisch, auch wenn sie zur Diebin wird, da man das Verhalten und den Grund dafür doch nachvollziehen kann. Auch ihre Familiensituation fand ich super. Dennoch trifft sie einige falsche Entscheidungen, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte, meine Sympathie trotzdem nicht gemindert haben. Und ansonsten gibt es so viele Charaktere, die beschreibenswert wären... es sind einfach zu viele!

Fazit

Mein Fazit? Zu viel. Zu viel Stories, zu viele Figuren, zu viel gewollt. Dennoch eine tolle Idee (oder eher drei tolle Ideen...), wenn für mich auch dadurch die Geschichte etwas gequetscht wird.

Bewertung




Quellen
Cover; Autorenvita; Inhalt